KI-Kontrolle, Chips, Datenvergiftung und Ukraines Waffenportal (27.06.2026)
KI zwischen Kontrolle und Chaos: Regierungen bremsen OpenAI aus, Bremer Bahnen überwachen mit Algorithmen – und Reddit-Nutzer zeigen, wie leicht sich KI-Systeme mit gezielten Falschinfos austricksen lassen.
In dieser Folge
- 01
OpenAI schränkt GPT-5.6-Einführung auf Regierungsanfrage ein und kritisiert dauerhafte Kontrolle
TechCrunch AIOpenAI hat die Veröffentlichung seiner neuen GPT-5.6-Modellreihe – bestehend aus den Varianten Sol, Terra und Luna – auf Anweisung der US-Regierung zunächst auf einen kleinen Kreis vertrauenswürdiger Partner beschränkt. Das Unternehmen folgte der Anfrage der Trump-Administration, machte jedoch deutlich, dass ein solches staatliches Zugangskontrollverfahren kein langfristiger Standard werden solle, da es Nutzer, Entwickler und internationale Partner von wichtigen Werkzeugen ausschließe. OpenAI bezeichnete die Einschränkung als kurzfristige Maßnahme und arbeitet mit der Regierung an einem wiederholbaren Prozess für künftige Modellveröffentlichungen sowie an einem neuen Rahmenwerk für Cybersicherheit.
Original - 02
KI-Überwachung in Bremer Straßenbahnen: BSAG testet automatische Aggressionserkennung
HeiseDie Bremer Straßenbahn AG (BSAG) setzt ein KI-System ein, das den Fahrgastraum überwacht und aggressives Verhalten automatisch erkennen sowie im Notfall Alarm schlagen soll. Das System steht vor der technischen Herausforderung, harmlose Interaktionen wie herzliche Begrüßungen von echten Bedrohungssituationen zu unterscheiden, ohne dabei die Persönlichkeitsrechte der Fahrgäste zu verletzen. Entwickler betonen, dass die KI lediglich als Unterstützungswerkzeug konzipiert ist und das menschliche Urteilsvermögen nicht ersetzen soll.
Original - 03
EU-Kommission definiert Cloud-Souveränität: Verbände streiten über Reichweite des Cloud and AI Development Act
IT BusinessMit dem geplanten Cloud and AI Development Act (CADA) will die EU-Kommission erstmals verbindlich festlegen, wann Cloud- und KI-Dienste als souverän gelten – anhand einer vierstufigen Souveränitätsskala, die von einfacher Datenspeicherung in der EU bis hin zu vollständiger europäischer Kontrolle über den gesamten Software-Stack reicht. Der europäische Cloud-Infrastrukturverband CISPE und die Digital SME Alliance kritisieren, die unteren Stufen seien zu lasch und ermöglichten sogenanntes Sovereignty Washing, während sie eine explizite Beschaffungspräferenz für europäische Anbieter fordern. Demgegenüber warnen internationale Verbände wie Eco und die Business Software Alliance vor Abschottungstendenzen und bemängeln, dass die Kriterien auf Eigentümerschaft statt auf objektiven Sicherheitsergebnissen basieren und den Zugang zu innovativen Diensten einschränken könnten.
Original - 04
SAS AI Navigator soll Unternehmen durch den KI-Dschungel führen
IT BusinessDer Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Geschäftsalltag stellt Unternehmen vor große Herausforderungen: Zwischen Effizienzpotenzialen, unklaren Kosten und regulatorischen Risiken fällt die Orientierung schwer. Ein wachsendes Problem ist dabei die sogenannte Schatten-KI, die ähnlich wie einst die Schatten-IT unkontrolliert in Unternehmen Einzug hält. Mit dem AI Navigator bietet SAS ein Werkzeug an, das Unternehmen eine strukturierte Marschroute durch das komplexe KI-Terrain ermitteln soll.
Original - 05
New York Times wirft Microsoft vor, mit maßgeschneidertem Supercomputer Urheberrechtsverletzungen für OpenAI ermöglicht zu haben
Ars Technica AIDie New York Times hat in einem stark geschwärzten Gerichtsschriftsatz beantragt, ihre Urheberrechtsklage gegen Microsoft und OpenAI zu ergänzen, um den Vorwurf zu präzisieren, dass Microsoft gezielt einen der leistungsfähigsten Supercomputer der Welt gebaut habe, um OpenAI bei der unerlaubten Nutzung urheberrechtlich geschützter NYT-Inhalte zu unterstützen. Der Schritt erfolgt als Reaktion auf ein neues Urteil des Supreme Court, das die rechtlichen Anforderungen an sogenannte 'contributory infringement'-Klagen verschärft hat und nun den Nachweis einer absichtlichen Anstiftung zu illegalem Verhalten verlangt. Als Beweise für die behaupteten Marktverletzungen präsentiert die NYT unter anderem ChatGPT-Sitzungsprotokolle, in denen Nutzer nahezu wortgleiche Artikelauszüge abrufen konnten, sowie Fälle, in denen KI-Modelle gefälschte NYT-Artikel halluzinierten.
Original - 06
Eigene KI-Chips: Warum OpenAI, SpaceX und andere Unternehmen Nvidia unter Druck setzen
TechCrunch AIImmer mehr Technologieunternehmen entwickeln eigene KI-Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren – darunter OpenAI mit seinem neuen Inferenz-Chip 'Jalapeño', der in Zusammenarbeit mit Broadcom entwickelt wurde und sich in eine Reihe mit ähnlichen Initiativen von Google, Apple und SpaceX einreiht. Das Ziel ist dabei weniger ein vollständiger Bruch mit bestehenden Lieferanten als vielmehr eine strategische Absicherung, die mehr Kontrolle, auf spezifische Anforderungen zugeschnittene Hardware und potenzielle Leistungsgewinne verspricht. Im TechCrunch-Podcast 'Equity' diskutieren die Moderatoren Kirsten Korosec, Anthony Ha und Sean O'Kane, was dieser Trend zur eigenen Chip-Entwicklung für die gesamte Halbleiter- und KI-Branche bedeutet.
Original - 07
Data Poisoning: Wie koordinierte Reddit-Nutzer KI-Suchmaschinen mit Falschinformationen über Donald Trump täuschten
t3bDie Suchmaschine DuckDuckGo präsentierte ihren Nutzern die fiktive Meldung, US-Präsident Donald Trump sei im Juni 2026 an Tollwut gestorben – ausgelöst durch einen koordinierten Data-Poisoning-Angriff einer über 45.000 Mitglieder zählenden Reddit-Gruppe, die massenhaft absurde Falschinformationen veröffentlichte. Diese manipulierten Inhalte wurden von KI-generierten Fake-Nachrichtenseiten aufgegriffen und als seriöse Artikel aufbereitet, woraufhin KI-Suchassistenten die Falschmeldungen unkritisch als Fakten übernahmen und mit den eigens generierten Artikeln verifizierten. Der Vorfall offenbart grundlegende Schwächen moderner Retrieval-Augmented-Generation-Systeme, die bislang nicht zuverlässig zwischen satirischen Forenbeiträgen und verifizierten Nachrichtenquellen unterscheiden können.
Original - 08
Ukraine öffnet geheimes Waffenportal: Verbündete erhalten Zugang zu erbeuteten russischen Militärtechnologien
Business InsiderDie Ukraine hat mit 'TrophyLab' ein digitales Portal gestartet, über das ukrainische Soldaten, Rüstungsunternehmen und ausländische Regierungen Zugang zu technischen Daten erbeuteter russischer und nordkoreanischer Waffen erhalten, darunter Drohnen, Raketen und Panzerfahrzeuge. Bereits in der ersten Woche registrierten sich 150 Nutzer, wobei rund ein Drittel der Anfragen aus dem Ausland stammte. Ziel des als 'beispiellos' beschriebenen Projekts ist es, durch den gezielten Wissensaustausch wirksame Gegenmaßnahmen gegen russische Waffensysteme zu entwickeln und gleichzeitig von der spezialisierten Forschungsinfrastruktur westlicher Partner zu profitieren.
Original
- 01
OpenAI schränkt GPT-5.6-Einführung auf Regierungsanfrage ein und kritisiert dauerhafte Kontrolle
TechCrunch AIOpenAI hat die Veröffentlichung seiner neuen GPT-5.6-Modellreihe – bestehend aus den Varianten Sol, Terra und Luna – auf Anweisung der US-Regierung zunächst auf einen kleinen Kreis vertrauenswürdiger Partner beschränkt. Das Unternehmen folgte der Anfrage der Trump-Administration, machte jedoch deutlich, dass ein solches staatliches Zugangskontrollverfahren kein langfristiger Standard werden solle, da es Nutzer, Entwickler und internationale Partner von wichtigen Werkzeugen ausschließe. OpenAI bezeichnete die Einschränkung als kurzfristige Maßnahme und arbeitet mit der Regierung an einem wiederholbaren Prozess für künftige Modellveröffentlichungen sowie an einem neuen Rahmenwerk für Cybersicherheit.
Original - 02
KI-Überwachung in Bremer Straßenbahnen: BSAG testet automatische Aggressionserkennung
HeiseDie Bremer Straßenbahn AG (BSAG) setzt ein KI-System ein, das den Fahrgastraum überwacht und aggressives Verhalten automatisch erkennen sowie im Notfall Alarm schlagen soll. Das System steht vor der technischen Herausforderung, harmlose Interaktionen wie herzliche Begrüßungen von echten Bedrohungssituationen zu unterscheiden, ohne dabei die Persönlichkeitsrechte der Fahrgäste zu verletzen. Entwickler betonen, dass die KI lediglich als Unterstützungswerkzeug konzipiert ist und das menschliche Urteilsvermögen nicht ersetzen soll.
Original - 03
EU-Kommission definiert Cloud-Souveränität: Verbände streiten über Reichweite des Cloud and AI Development Act
IT BusinessMit dem geplanten Cloud and AI Development Act (CADA) will die EU-Kommission erstmals verbindlich festlegen, wann Cloud- und KI-Dienste als souverän gelten – anhand einer vierstufigen Souveränitätsskala, die von einfacher Datenspeicherung in der EU bis hin zu vollständiger europäischer Kontrolle über den gesamten Software-Stack reicht. Der europäische Cloud-Infrastrukturverband CISPE und die Digital SME Alliance kritisieren, die unteren Stufen seien zu lasch und ermöglichten sogenanntes Sovereignty Washing, während sie eine explizite Beschaffungspräferenz für europäische Anbieter fordern. Demgegenüber warnen internationale Verbände wie Eco und die Business Software Alliance vor Abschottungstendenzen und bemängeln, dass die Kriterien auf Eigentümerschaft statt auf objektiven Sicherheitsergebnissen basieren und den Zugang zu innovativen Diensten einschränken könnten.
Original - 04
SAS AI Navigator soll Unternehmen durch den KI-Dschungel führen
IT BusinessDer Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Geschäftsalltag stellt Unternehmen vor große Herausforderungen: Zwischen Effizienzpotenzialen, unklaren Kosten und regulatorischen Risiken fällt die Orientierung schwer. Ein wachsendes Problem ist dabei die sogenannte Schatten-KI, die ähnlich wie einst die Schatten-IT unkontrolliert in Unternehmen Einzug hält. Mit dem AI Navigator bietet SAS ein Werkzeug an, das Unternehmen eine strukturierte Marschroute durch das komplexe KI-Terrain ermitteln soll.
Original - 05
New York Times wirft Microsoft vor, mit maßgeschneidertem Supercomputer Urheberrechtsverletzungen für OpenAI ermöglicht zu haben
Ars Technica AIDie New York Times hat in einem stark geschwärzten Gerichtsschriftsatz beantragt, ihre Urheberrechtsklage gegen Microsoft und OpenAI zu ergänzen, um den Vorwurf zu präzisieren, dass Microsoft gezielt einen der leistungsfähigsten Supercomputer der Welt gebaut habe, um OpenAI bei der unerlaubten Nutzung urheberrechtlich geschützter NYT-Inhalte zu unterstützen. Der Schritt erfolgt als Reaktion auf ein neues Urteil des Supreme Court, das die rechtlichen Anforderungen an sogenannte 'contributory infringement'-Klagen verschärft hat und nun den Nachweis einer absichtlichen Anstiftung zu illegalem Verhalten verlangt. Als Beweise für die behaupteten Marktverletzungen präsentiert die NYT unter anderem ChatGPT-Sitzungsprotokolle, in denen Nutzer nahezu wortgleiche Artikelauszüge abrufen konnten, sowie Fälle, in denen KI-Modelle gefälschte NYT-Artikel halluzinierten.
Original - 06
Eigene KI-Chips: Warum OpenAI, SpaceX und andere Unternehmen Nvidia unter Druck setzen
TechCrunch AIImmer mehr Technologieunternehmen entwickeln eigene KI-Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren – darunter OpenAI mit seinem neuen Inferenz-Chip 'Jalapeño', der in Zusammenarbeit mit Broadcom entwickelt wurde und sich in eine Reihe mit ähnlichen Initiativen von Google, Apple und SpaceX einreiht. Das Ziel ist dabei weniger ein vollständiger Bruch mit bestehenden Lieferanten als vielmehr eine strategische Absicherung, die mehr Kontrolle, auf spezifische Anforderungen zugeschnittene Hardware und potenzielle Leistungsgewinne verspricht. Im TechCrunch-Podcast 'Equity' diskutieren die Moderatoren Kirsten Korosec, Anthony Ha und Sean O'Kane, was dieser Trend zur eigenen Chip-Entwicklung für die gesamte Halbleiter- und KI-Branche bedeutet.
Original - 07
Data Poisoning: Wie koordinierte Reddit-Nutzer KI-Suchmaschinen mit Falschinformationen über Donald Trump täuschten
t3bDie Suchmaschine DuckDuckGo präsentierte ihren Nutzern die fiktive Meldung, US-Präsident Donald Trump sei im Juni 2026 an Tollwut gestorben – ausgelöst durch einen koordinierten Data-Poisoning-Angriff einer über 45.000 Mitglieder zählenden Reddit-Gruppe, die massenhaft absurde Falschinformationen veröffentlichte. Diese manipulierten Inhalte wurden von KI-generierten Fake-Nachrichtenseiten aufgegriffen und als seriöse Artikel aufbereitet, woraufhin KI-Suchassistenten die Falschmeldungen unkritisch als Fakten übernahmen und mit den eigens generierten Artikeln verifizierten. Der Vorfall offenbart grundlegende Schwächen moderner Retrieval-Augmented-Generation-Systeme, die bislang nicht zuverlässig zwischen satirischen Forenbeiträgen und verifizierten Nachrichtenquellen unterscheiden können.
Original - 08
Ukraine öffnet geheimes Waffenportal: Verbündete erhalten Zugang zu erbeuteten russischen Militärtechnologien
Business InsiderDie Ukraine hat mit 'TrophyLab' ein digitales Portal gestartet, über das ukrainische Soldaten, Rüstungsunternehmen und ausländische Regierungen Zugang zu technischen Daten erbeuteter russischer und nordkoreanischer Waffen erhalten, darunter Drohnen, Raketen und Panzerfahrzeuge. Bereits in der ersten Woche registrierten sich 150 Nutzer, wobei rund ein Drittel der Anfragen aus dem Ausland stammte. Ziel des als 'beispiellos' beschriebenen Projekts ist es, durch den gezielten Wissensaustausch wirksame Gegenmaßnahmen gegen russische Waffensysteme zu entwickeln und gleichzeitig von der spezialisierten Forschungsinfrastruktur westlicher Partner zu profitieren.
Original
Häufige Fragen
Warum hat OpenAI die Einführung von GPT-5.6 auf Regierungsanweisung eingeschränkt?
Die Trump-Administration bat OpenAI, den Zugang zur neuen GPT-5.6-Modellreihe (Sol, Terra, Luna) zunächst auf einen kleinen Kreis vertrauenswürdiger Partner zu begrenzen – vermutlich aus sicherheitspolitischen Erwägungen. OpenAI folgte der Anfrage, betonte jedoch, dass staatliche Zugangskontrolle kein dauerhafter Standard werden dürfe, da sie Entwickler, Nutzer und internationale Partner von wichtigen Werkzeugen ausschließt. Derzeit arbeiten beide Seiten an einem wiederholbaren Prozess für künftige Modellveröffentlichungen.
Was bedeutet die KI-Aggressionserkennung in Bremer Straßenbahnen für Fahrgäste und Betreiber?
Die BSAG testet ein KI-System, das Videoaufnahmen im Fahrgastraum in Echtzeit analysiert und bei erkanntem aggressivem Verhalten automatisch Alarm auslöst – mit dem Ziel, Sicherheitspersonal schneller zu informieren. Die größte technische Herausforderung besteht darin, harmlose Interaktionen zuverlässig von echten Bedrohungen zu unterscheiden, um Fehlalarme und Persönlichkeitsrechtsverletzungen zu vermeiden. Das System ist als Unterstützungswerkzeug konzipiert und ersetzt nicht die menschliche Entscheidung vor Ort.
Was ist der EU Cloud and AI Development Act (CADA) und warum streiten Verbände darüber?
Der CADA soll erstmals verbindlich definieren, wann Cloud- und KI-Dienste als 'souverän' gelten – anhand einer vierstufigen Skala von einfacher EU-Datenspeicherung bis zur vollständigen europäischen Kontrolle über den Software-Stack. Europäische Anbieterverbände wie CISPE kritisieren, die unteren Stufen ermöglichten 'Sovereignty Washing' und fordern eine Beschaffungspräferenz für europäische Anbieter. Internationale Verbände hingegen warnen vor Abschottung und bemängeln, dass die Kriterien auf Eigentümerschaft statt auf messbaren Sicherheitsergebnissen basieren.
Was ist Schatten-KI, und wie hilft ein Tool wie der SAS AI Navigator dagegen?
Schatten-KI bezeichnet den unkontrollierten Einsatz von KI-Tools durch Mitarbeitende außerhalb offizieller IT-Strukturen – analog zur früheren Schatten-IT mit Cloud-Diensten. Dies birgt Risiken in den Bereichen Datenschutz, Compliance und unkontrollierte Kosten. Der SAS AI Navigator soll Unternehmen eine strukturierte Standortbestimmung und Roadmap liefern, um KI-Einsatz transparent, steuerbar und regulatorisch abgesichert zu gestalten.
Was wirft die New York Times Microsoft und OpenAI in ihrem Urheberrechtsstreit konkret vor?
Die NYT behauptet, Microsoft habe gezielt einen Hochleistungs-Supercomputer gebaut, um OpenAI beim massenhaften Training auf urheberrechtlich geschützten NYT-Inhalten zu unterstützen – und damit wissentlich zur Rechtsverletzung beigetragen ('contributory infringement'). Als Belege dienen unter anderem ChatGPT-Protokolle, in denen Nutzer nahezu wortgleiche Artikelauszüge abrufen konnten, sowie Fälle, in denen das Modell gefälschte NYT-Artikel halluzinierte. Der Klageantrag wurde angepasst, nachdem der Supreme Court die rechtlichen Anforderungen für solche Beihilfeklagen verschärft hat.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Hallo, hier ist Sarah von KI Kompakt. Heute haben wir eine richtig spannende Mischung an Themen, und was mich dabei besonders beschäftigt: Fast alle Meldungen des Tages drehen sich im Kern um dieselbe Frage. Wer hat eigentlich die Kontrolle über KI? Über ihre Entwicklung, ihren Einsatz, ihre Risiken, ihre Infrastruktur? Das zieht sich heute wie ein roter Faden durch fast alles, worüber wir reden. Fangen wir mit OpenAI an. Das Unternehmen hat seine neue Modellreihe GPT-5.6 vorgestellt, die aus drei Varianten besteht: Sol, Terra und Luna. Klingt erst mal nach einer normalen Produktankündigung. Aber die Veröffentlichung läuft gerade nicht normal ab. Die Trump-Administration hat OpenAI gebeten, den Zugang zunächst auf einen kleinen Kreis vertrauenswürdiger Partner zu beschränken. OpenAI hat das mitgemacht, aber gleichzeitig klar gemacht: Das soll kein Dauerzustand werden. Wenn Regierungen dauerhaft kontrollieren, wer auf KI-Modelle zugreifen darf, dann schließt das Entwickler, Nutzer und internationale Partner aus. OpenAI will jetzt gemeinsam mit der Regierung einen wiederholbaren Prozess entwickeln, wie künftige Modelle veröffentlicht werden. Das ist interessant, weil es zeigt, dass selbst das mächtigste KI-Unternehmen der Welt gerade auslotet, wie viel staatlichen Einfluss es akzeptiert und wo es die Grenze zieht. Auf der anderen Seite des Atlantiks macht die EU gerade etwas Ähnliches, nur mit anderen Mitteln. Mit dem geplanten Cloud and AI Development Act, kurz CADA, will die EU-Kommission festlegen, wann ein Cloud- oder KI-Dienst als wirklich souverän gilt. Es gibt dafür eine vierstufige Skala, von einfacher Datenspeicherung in der EU bis hin zu vollständiger europäischer Kontrolle über den gesamten Software-Stack. Klingt vernünftig, aber genau hier beginnt der Streit. Europäische Cloud-Verbände sagen, die unteren Stufen seien zu lasch und ermöglichten sogenanntes Sovereignty Washing, also eine Art Greenwashing für Datensouveränität, bei dem man europäisch wirkt, aber in Wirklichkeit gar nicht so unabhängig ist. Internationale Verbände hingegen warnen vor Abschottung und sagen, die Kriterien basieren auf Eigentümerschaft statt auf echten Sicherheitsergebnissen. Das ist eine Debatte, die noch lange nicht abgeschlossen ist, und sie betrifft jeden, der in Europa KI-Dienste nutzt oder anbietet. Bleiben wir kurz bei der Infrastruktur, denn da gibt es noch eine andere Entwicklung, die langfristig sehr bedeutsam sein könnte. OpenAI entwickelt gerade einen eigenen KI-Inferenz-Chip namens Jalapeño, in Zusammenarbeit mit Broadcom. Damit reiht sich OpenAI ein in eine wachsende Gruppe von Unternehmen, die eigene Chips bauen, darunter Google, Apple und SpaceX. Das Ziel ist nicht unbedingt, Nvidia komplett zu ersetzen, sondern strategisch unabhängiger zu werden. Eigene Hardware bedeutet mehr Kontrolle, bessere Anpassung an spezifische Anforderungen und potenziell höhere Leistung für bestimmte Aufgaben. Für die gesamte Halbleiterbranche ist das ein Signal, das man ernst nehmen muss. Wenn die größten KI-Abnehmer anfangen, ihre eigene Hardware zu bauen, verändert das die Machtverhältnisse im Markt erheblich. Jetzt zu einem Thema, das mich ehrlich gesagt ein bisschen unruhig macht, weil es zeigt, wie verwundbar unsere Informationsinfrastruktur gerade ist. Eine Reddit-Gruppe mit über 45.000 Mitgliedern hat koordiniert Falschinformationen über Donald Trump gepostet, unter anderem die völlig absurde Behauptung, er sei im Juni 2026 an Tollwut gestorben. Diese Beiträge wurden von KI-generierten Fake-Nachrichtenseiten aufgegriffen und als seriöse Artikel verpackt. Und dann kam der eigentlich beunruhigende Teil: KI-Suchassistenten wie der von DuckDuckGo haben diese Falschmeldungen unkritisch übernommen und sogar mit den gefälschten Artikeln als Quelle verifiziert. Das nennt sich Data Poisoning, und es zeigt eine fundamentale Schwäche moderner RAG-Systeme, also der Systeme, die KI mit aktuellen Webinhalten kombinieren. Sie können bislang nicht zuverlässig zwischen einem satirischen Forenbeitrag und einer echten Nachrichtenquelle unterscheiden. Das ist kein kleines technisches Problem. Das ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die dringend gelöst werden muss. In eine ähnliche Richtung geht der Rechtsstreit zwischen der New York Times und Microsoft sowie OpenAI. Die NYT hat ihre Klage jetzt erweitert und wirft Microsoft vor, gezielt einen der leistungsfähigsten Supercomputer der Welt gebaut zu haben, um OpenAI beim Zugriff auf urheberrechtlich geschützte NYT-Inhalte zu unterstützen. Als Beweise werden unter anderem ChatGPT-Sitzungsprotokolle angeführt, in denen Nutzer nahezu wortgleiche Artikelauszüge abrufen konnten. Außerdem Fälle, in denen KI-Modelle gefälschte NYT-Artikel halluziniert haben. Der Hintergrund für die Klageerweiterung ist ein neues Urteil des Supreme Court, das die Anforderungen an solche Klagen verschärft hat. Jetzt muss nachgewiesen werden, dass absichtlich zu illegalem Verhalten angestiftet wurde. Das macht die Klage schwieriger, aber auch präziser. Dieser Fall wird die Frage des Urheberrechts im KI-Zeitalter grundlegend prägen. Dann gibt es noch zwei Themen, die etwas anders gelagert sind, aber trotzdem interessant. Erstens: In Bremer Straßenbahnen testet die BSAG ein KI-System zur automatischen Aggressionserkennung. Die Kamera überwacht den Fahrgastraum und soll im Notfall Alarm schlagen. Die technische Herausforderung ist dabei nicht trivial: Das System muss unterscheiden, ob jemand seinen alten Freund herzlich umarmt oder ob eine echte Bedrohungssituation entsteht. Die Entwickler betonen, dass die KI nur als Unterstützungswerkzeug gedacht ist, nicht als Ersatz für menschliches Urteilsvermögen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie KI im öffentlichen Raum eingesetzt wird und welche Fragen dabei rund um Persönlichkeitsrechte entstehen. Und schließlich noch ein Werkzeug für Unternehmen: SAS hat den sogenannten AI Navigator vorgestellt, der Firmen dabei helfen soll, sich im KI-Dschungel zurechtzufinden. Das klingt zunächst nach einem klassischen Beratungsprodukt, aber der Hintergrund ist real. Viele Unternehmen wissen nicht, wo sie anfangen sollen, welche Kosten auf sie zukommen und wie sie regulatorische Risiken managen. Dazu kommt das Phänomen der Schatten-KI, also KI-Tools, die Mitarbeitende unkontrolliert und ohne Wissen der IT-Abteilung nutzen, ähnlich wie früher die Schatten-IT. Das ist ein wachsendes Problem, das Unternehmen ernst nehmen müssen. Was heute insgesamt deutlich wird: KI ist längst keine Zukunftstechnologie mehr, sie ist mitten in der Gesellschaft angekommen, mit all ihren Chancen, aber auch mit echten Risiken für Sicherheit, Recht, Demokratie und Infrastruktur. Die entscheidende Frage ist nicht mehr ob, sondern wie wir damit umgehen. Ich freue mich schon auf morgen, bis dann.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com