KI Kompakt – 26.05.2026
Papst Leo XIV. meldet sich mit einem wegweisenden Lehrschreiben zu KI zu Wort – während Zuckerberg KI menschliches Denken beibringen will und die OECD globale Milliarden-Investments analysiert.
In dieser Folge
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Reaktionen auf Papst Leos erstes Lehrschreiben zur Künstlichen Intelligenz
Business InsiderPapst Leo XIV. hat mit seinem ersten Lehrschreiben 'Magnifica Humanitas' eine breite öffentliche Debatte ausgelöst, in der er auf 245 Absätzen KI-bezogene Monopole, Beschäftigungsrisiken und ethische Fragen behandelt. Während Persönlichkeiten wie der KI-Forscher Yoshua Bengio und Senator Chris Murphy die differenzierte Haltung des Papstes begrüßten und globale Regulierung befürworteten, äußerten andere wie der frühere White House AI Czar David Sacks Bedenken hinsichtlich staatlicher Machtkonzentration im Namen der KI-Sicherheit. Der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, Brian Burch, betonte zwar gemeinsame Werte, machte jedoch deutlich, dass die Trump-Administration auf innovationsfreundliche Privatwirtschaftspolitik statt auf strenge Regulierung setzt.
Original - 02
KI-Datenparadox: Warum Web-Scraping keine nachhaltige Lösung ist und ethisches Daten-Sharing gefragt ist
OECD AI Policy ObservatoryTrotz einer globalen Datenflut kämpfen KI-Entwickler mit einem Mangel an hochwertigen, nutzbaren Trainingsdaten – ein Widerspruch, den der neue GPAI-Bericht 'From scraping to ethical data sharing' als KI-Datenparadox bezeichnet. Das bisherige Modell des massenhaften Web-Scrapings stößt zunehmend an rechtliche und qualitative Grenzen, da weltweit über 50 Klagen wegen Urheberrechts- und Datenschutzverstößen anhängig sind und wertvolle Daten in privaten Datenbanken ungenutzt bleiben. Der Bericht, der auf 25 Experteninterviews und zwei Stakeholder-Workshops basiert, plädiert für einen systemischen Ansatz, der auf den drei Prinzipien Rechtssicherheit, Vertrauen und Fairness beruht, um nachhaltige und ethisch vertretbare Daten-Sharing-Vereinbarungen zwischen Dateninhabern, KI-Entwicklern und der Öffentlichkeit zu fördern.
Original - 03
Russland entwickelt neue Flugabwehrkanone mit programmierbaren Sprenggeschossen gegen Drohnen
Business InsiderDer russische Staatsrüstungskonzern Rostec hat die stationäre Flugabwehrkanone ZAK-30 Citadel vorgestellt, die speziell zur Bekämpfung von Quadkoptern und Starrflügeldrohnen entwickelt wurde. Das System nutzt optische und Radarsensoren zur Zielerkennung und setzt programmierbare 30-mm-Geschosse mit ferngesteuerten Zündern ein, die im optimalen Moment entlang der Flugbahn des Ziels detonieren und Splitter freisetzen. Damit schließt Russland technologisch zu westlichen Herstellern wie Rheinmetall und Northrop Grumman auf, die bereits ähnliche programmierbare Luftdetonationsmunition für ihre Flugabwehrsysteme anbieten.
Original - 04
Norwegische Nationalbibliothek trainiert souveränes Sprach-KI-Modell mit 2 Petabyte Huawei-Flashspeicher
HAcker NewsDie Norwegische Nationalbibliothek entwickelt ein großes Sprachmodell (LLM), das die norwegische Sprache versteht, und setzt dabei 2 Petabyte Huawei OceanStor Dorado All-Flash-Speicher in ihrer KI-Trainingspipeline ein. Das Projekt wurde vom norwegischen Kulturministerium beauftragt, da die Bibliothek mit 20 Petabyte digitalisierten Inhalten – darunter Bücher, Zeitungen und Webseiten – die größte digitale Sammlung norwegischer Kulturgüter besitzt und als einzige Institution das Recht hat, urheberrechtlich geschützte Inhalte für das LLM-Training zu nutzen. Als zentrale Herausforderungen nannte IT-Plattformleiter Marius Husnes die Datenqualität, die Pipeline-Verarbeitung sowie ungeklärte Fragen rund um Evaluierung, Governance und die Orchestrierung dreier unterschiedlicher Speichersysteme – Probleme, mit denen künftig jede nicht-englischsprachige Nation bei der Entwicklung eines souveränen KI-Modells konfrontiert sein wird.
Original - 05
Papst Leo XIV. fordert in erstem Lehrschreiben neue rechtliche und ethische Rahmenbedingungen für KI
The VergePapst Leo XIV. hat mit seiner ersten päpstlichen Enzyklika 'Magnifica Humanitas' ein über 42.000 Wörter umfassendes Dokument veröffentlicht, das die Risiken künstlicher Intelligenz für die Menschenwürde, den Arbeitsmarkt und die militärische Gewalt thematisiert. Der Papst warnt vor einem 'Babel-Syndrom' – dem blinden Vertrauen in technologische Systeme – und fordert neue gesetzliche Schutzmaßnahmen, Transparenz bei algorithmischen Entscheidungen sowie eine verantwortungsvolle, am Menschen orientierte Steuerung von KI-Innovationen. Das Lehrschreiben ist keine grundsätzliche Ablehnung von KI, sondern ein Appell zur 'Abrüstung' der Technologie, damit sie nicht zur Machtkonzentration missbraucht wird und die menschliche Würde stets im Mittelpunkt bleibt.
Original - 06
OECD-Analyse: Globale Risikokapitalinvestitionen in Künstliche Intelligenz bis 2025
OECD AI Policy ObservatoryDas OECD AI Policy Observatory hat einen Policy Brief veröffentlicht, der die globalen Risikokapitalinvestitionen in KI-Unternehmen im Zeitraum von 2012 bis 2025 auf Basis von Preqin-Daten untersucht. Die Analyse zeigt Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger auf, um förderliche Investitionsumgebungen zu schaffen, nationale KI-Ökosysteme zu stärken und vertrauenswürdige KI-Innovationen entlang des gesamten Technologie-Stacks zu unterstützen. Ergänzend dazu skizziert der OECD-Bericht zu KI-Entwicklungspfaden vier Szenarien bis 2030, die sowohl die künftige Politikgestaltung als auch die Risiko- und Sicherheitserkenntnisse des Internationalen KI-Sicherheitsberichts 2026 informieren.
Original - 07
EU-Kommission stärkt KI-Kompetenz: Fachkräftegewinnung, Weiterbildung und neue Strategien im Überblick
EU AI Act / Europäische KommissionDie Europäische Kommission verfolgt eine umfassende Strategie, um die KI-Kompetenz in der EU zu stärken: Artikel 4 des KI-Gesetzes, der seit Februar 2025 gilt, verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, ein ausreichendes KI-Literacy-Niveau bei ihren Mitarbeitenden sicherzustellen, wobei das KI-Büro die Umsetzung durch ein Fragen-und-Antworten-Dokument sowie ein Repository mit über 40 Praxisbeispielen unterstützt. Mit dem im April 2025 veröffentlichten AI Continent Action Plan und der im Oktober 2025 folgenden Apply AI Strategy setzt die Kommission auf konkrete Maßnahmen wie die Gründung einer KI-Kompetenzakademie, Stipendien- und Rückkehrprogramme sowie sektorspezifische Ausbildungsinitiativen, um Europa als globalen KI-Standort zu positionieren. Ergänzend dazu zielt die im März 2025 vorgestellte Union of Skills darauf ab, Grundkompetenzen zu fördern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt weiterzuqualifizieren und internationale Fachkräfte für Europa zu gewinnen, während die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt kontinuierlich beobachtet werden sollen.
Original - 08
Meta-Chef Zuckerberg will KI beibringen, wie intelligente Menschen denken und arbeiten
GolemMark Zuckerberg verfolgt bei Meta einen neuen Ansatz im KI-Training, bei dem künstliche Intelligenz lernen soll, wie kluge Menschen arbeiten und Probleme lösen. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Verarbeitung großer Datenmengen, sondern auf der Vermittlung von Denkweisen und Arbeitsstrategien hochqualifizierter Personen. Damit strebt Meta an, die nächste Generation von KI-Modellen leistungsfähiger und praxisnäher zu gestalten.
Original
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Reaktionen auf Papst Leos erstes Lehrschreiben zur Künstlichen Intelligenz
Business InsiderPapst Leo XIV. hat mit seinem ersten Lehrschreiben 'Magnifica Humanitas' eine breite öffentliche Debatte ausgelöst, in der er auf 245 Absätzen KI-bezogene Monopole, Beschäftigungsrisiken und ethische Fragen behandelt. Während Persönlichkeiten wie der KI-Forscher Yoshua Bengio und Senator Chris Murphy die differenzierte Haltung des Papstes begrüßten und globale Regulierung befürworteten, äußerten andere wie der frühere White House AI Czar David Sacks Bedenken hinsichtlich staatlicher Machtkonzentration im Namen der KI-Sicherheit. Der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, Brian Burch, betonte zwar gemeinsame Werte, machte jedoch deutlich, dass die Trump-Administration auf innovationsfreundliche Privatwirtschaftspolitik statt auf strenge Regulierung setzt.
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KI-Datenparadox: Warum Web-Scraping keine nachhaltige Lösung ist und ethisches Daten-Sharing gefragt ist
OECD AI Policy ObservatoryTrotz einer globalen Datenflut kämpfen KI-Entwickler mit einem Mangel an hochwertigen, nutzbaren Trainingsdaten – ein Widerspruch, den der neue GPAI-Bericht 'From scraping to ethical data sharing' als KI-Datenparadox bezeichnet. Das bisherige Modell des massenhaften Web-Scrapings stößt zunehmend an rechtliche und qualitative Grenzen, da weltweit über 50 Klagen wegen Urheberrechts- und Datenschutzverstößen anhängig sind und wertvolle Daten in privaten Datenbanken ungenutzt bleiben. Der Bericht, der auf 25 Experteninterviews und zwei Stakeholder-Workshops basiert, plädiert für einen systemischen Ansatz, der auf den drei Prinzipien Rechtssicherheit, Vertrauen und Fairness beruht, um nachhaltige und ethisch vertretbare Daten-Sharing-Vereinbarungen zwischen Dateninhabern, KI-Entwicklern und der Öffentlichkeit zu fördern.
Original - 03
Russland entwickelt neue Flugabwehrkanone mit programmierbaren Sprenggeschossen gegen Drohnen
Business InsiderDer russische Staatsrüstungskonzern Rostec hat die stationäre Flugabwehrkanone ZAK-30 Citadel vorgestellt, die speziell zur Bekämpfung von Quadkoptern und Starrflügeldrohnen entwickelt wurde. Das System nutzt optische und Radarsensoren zur Zielerkennung und setzt programmierbare 30-mm-Geschosse mit ferngesteuerten Zündern ein, die im optimalen Moment entlang der Flugbahn des Ziels detonieren und Splitter freisetzen. Damit schließt Russland technologisch zu westlichen Herstellern wie Rheinmetall und Northrop Grumman auf, die bereits ähnliche programmierbare Luftdetonationsmunition für ihre Flugabwehrsysteme anbieten.
Original - 04
Norwegische Nationalbibliothek trainiert souveränes Sprach-KI-Modell mit 2 Petabyte Huawei-Flashspeicher
HAcker NewsDie Norwegische Nationalbibliothek entwickelt ein großes Sprachmodell (LLM), das die norwegische Sprache versteht, und setzt dabei 2 Petabyte Huawei OceanStor Dorado All-Flash-Speicher in ihrer KI-Trainingspipeline ein. Das Projekt wurde vom norwegischen Kulturministerium beauftragt, da die Bibliothek mit 20 Petabyte digitalisierten Inhalten – darunter Bücher, Zeitungen und Webseiten – die größte digitale Sammlung norwegischer Kulturgüter besitzt und als einzige Institution das Recht hat, urheberrechtlich geschützte Inhalte für das LLM-Training zu nutzen. Als zentrale Herausforderungen nannte IT-Plattformleiter Marius Husnes die Datenqualität, die Pipeline-Verarbeitung sowie ungeklärte Fragen rund um Evaluierung, Governance und die Orchestrierung dreier unterschiedlicher Speichersysteme – Probleme, mit denen künftig jede nicht-englischsprachige Nation bei der Entwicklung eines souveränen KI-Modells konfrontiert sein wird.
Original - 05
Papst Leo XIV. fordert in erstem Lehrschreiben neue rechtliche und ethische Rahmenbedingungen für KI
The VergePapst Leo XIV. hat mit seiner ersten päpstlichen Enzyklika 'Magnifica Humanitas' ein über 42.000 Wörter umfassendes Dokument veröffentlicht, das die Risiken künstlicher Intelligenz für die Menschenwürde, den Arbeitsmarkt und die militärische Gewalt thematisiert. Der Papst warnt vor einem 'Babel-Syndrom' – dem blinden Vertrauen in technologische Systeme – und fordert neue gesetzliche Schutzmaßnahmen, Transparenz bei algorithmischen Entscheidungen sowie eine verantwortungsvolle, am Menschen orientierte Steuerung von KI-Innovationen. Das Lehrschreiben ist keine grundsätzliche Ablehnung von KI, sondern ein Appell zur 'Abrüstung' der Technologie, damit sie nicht zur Machtkonzentration missbraucht wird und die menschliche Würde stets im Mittelpunkt bleibt.
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OECD-Analyse: Globale Risikokapitalinvestitionen in Künstliche Intelligenz bis 2025
OECD AI Policy ObservatoryDas OECD AI Policy Observatory hat einen Policy Brief veröffentlicht, der die globalen Risikokapitalinvestitionen in KI-Unternehmen im Zeitraum von 2012 bis 2025 auf Basis von Preqin-Daten untersucht. Die Analyse zeigt Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger auf, um förderliche Investitionsumgebungen zu schaffen, nationale KI-Ökosysteme zu stärken und vertrauenswürdige KI-Innovationen entlang des gesamten Technologie-Stacks zu unterstützen. Ergänzend dazu skizziert der OECD-Bericht zu KI-Entwicklungspfaden vier Szenarien bis 2030, die sowohl die künftige Politikgestaltung als auch die Risiko- und Sicherheitserkenntnisse des Internationalen KI-Sicherheitsberichts 2026 informieren.
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EU-Kommission stärkt KI-Kompetenz: Fachkräftegewinnung, Weiterbildung und neue Strategien im Überblick
EU AI Act / Europäische KommissionDie Europäische Kommission verfolgt eine umfassende Strategie, um die KI-Kompetenz in der EU zu stärken: Artikel 4 des KI-Gesetzes, der seit Februar 2025 gilt, verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, ein ausreichendes KI-Literacy-Niveau bei ihren Mitarbeitenden sicherzustellen, wobei das KI-Büro die Umsetzung durch ein Fragen-und-Antworten-Dokument sowie ein Repository mit über 40 Praxisbeispielen unterstützt. Mit dem im April 2025 veröffentlichten AI Continent Action Plan und der im Oktober 2025 folgenden Apply AI Strategy setzt die Kommission auf konkrete Maßnahmen wie die Gründung einer KI-Kompetenzakademie, Stipendien- und Rückkehrprogramme sowie sektorspezifische Ausbildungsinitiativen, um Europa als globalen KI-Standort zu positionieren. Ergänzend dazu zielt die im März 2025 vorgestellte Union of Skills darauf ab, Grundkompetenzen zu fördern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt weiterzuqualifizieren und internationale Fachkräfte für Europa zu gewinnen, während die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt kontinuierlich beobachtet werden sollen.
Original - 08
Meta-Chef Zuckerberg will KI beibringen, wie intelligente Menschen denken und arbeiten
GolemMark Zuckerberg verfolgt bei Meta einen neuen Ansatz im KI-Training, bei dem künstliche Intelligenz lernen soll, wie kluge Menschen arbeiten und Probleme lösen. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Verarbeitung großer Datenmengen, sondern auf der Vermittlung von Denkweisen und Arbeitsstrategien hochqualifizierter Personen. Damit strebt Meta an, die nächste Generation von KI-Modellen leistungsfähiger und praxisnäher zu gestalten.
Original
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Hallo, hier ist Sarah von KI Kompakt. Heute geht es um ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch fast alle aktuellen Meldungen zieht: Wer kontrolliert eigentlich die künstliche Intelligenz, wer profitiert davon, und wer trägt die Verantwortung? Diese Fragen stellen sich gerade auf ganz unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig, vom Vatikan über Brüssel bis hin zu den großen Tech-Konzernen in Silicon Valley. Fangen wir mit dem vielleicht ungewöhnlichsten Akteur an: Papst Leo XIV. hat mit seiner ersten Enzyklika ein Dokument veröffentlicht, das in der KI-Welt für echte Aufmerksamkeit gesorgt hat. Über 42.000 Wörter, 245 Absätze, und mittendrin ein klarer Appell: KI darf nicht zur Machtkonzentration missbraucht werden, die menschliche Würde muss im Mittelpunkt bleiben. Der Papst warnt vor dem, was er das Babel-Syndrom nennt, also dem blinden Vertrauen in technologische Systeme. Er fordert Transparenz bei algorithmischen Entscheidungen, gesetzliche Schutzmaßnahmen und eine Steuerung von KI, die am Menschen orientiert ist. Das klingt zunächst nach einer grundsätzlichen Ablehnung der Technologie, ist es aber nicht. Es ist eher ein Appell zur Abrüstung, wie er es selbst nennt. Interessant ist, wie unterschiedlich die Reaktionen ausgefallen sind. KI-Forscher Yoshua Bengio und Senator Chris Murphy haben die differenzierte Haltung ausdrücklich begrüßt und sich für globale Regulierung ausgesprochen. Auf der anderen Seite hat David Sacks, der frühere KI-Berater des Weißen Hauses, Bedenken geäußert, dass staatliche Eingriffe im Namen der KI-Sicherheit selbst zu einer gefährlichen Machtkonzentration führen könnten. Und der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl hat zwar gemeinsame Werte betont, aber gleichzeitig klargemacht, dass die Trump-Administration lieber auf Privatwirtschaft und Innovation setzt als auf strenge Regulierung. Das päpstliche Lehrschreiben hat also einen Nerv getroffen, weil es genau den Konflikt benennt, der gerade die gesamte KI-Debatte prägt: Wie viel Kontrolle ist sinnvoll, und wer darf diese Kontrolle ausüben? Passend dazu kommt ein Bericht der OECD, der sich mit einem anderen, aber eng verwandten Problem befasst: dem sogenannten KI-Datenparadox. Die Situation ist eigentlich absurd. Wir leben in einer Welt mit mehr Daten als je zuvor, und trotzdem kämpfen KI-Entwickler mit einem Mangel an hochwertigen, nutzbaren Trainingsdaten. Das bisherige Modell, einfach alles aus dem Web zu scrapen, stößt zunehmend an seine Grenzen. Weltweit sind über 50 Klagen wegen Urheberrechts- und Datenschutzverstößen anhängig, und viele wertvolle Daten liegen in privaten Datenbanken, die für KI-Training schlicht nicht zugänglich sind. Der OECD-Bericht plädiert deshalb für einen systemischen Wandel hin zu ethischem Daten-Sharing, das auf Rechtssicherheit, Vertrauen und Fairness basiert. Das klingt vernünftig, ist aber in der Praxis enorm schwierig umzusetzen, weil die Interessen von Dateninhabern, KI-Entwicklern und der Öffentlichkeit oft auseinandergehen. Ein konkretes Beispiel dafür, wie so ein souveräner Umgang mit Daten aussehen kann, liefert ausgerechnet eine Bibliothek. Die Norwegische Nationalbibliothek entwickelt gerade ein großes Sprachmodell für die norwegische Sprache. Das klingt zunächst nach einem Nischenprojekt, ist aber eigentlich ein Modellfall für alle nicht-englischsprachigen Länder. Die Bibliothek hat 20 Petabyte digitalisierte Inhalte, Bücher, Zeitungen, Webseiten, und ist als einzige Institution in Norwegen berechtigt, urheberrechtlich geschützte Inhalte für das LLM-Training zu nutzen. Das ist genau das, was der OECD-Bericht fordert: klare rechtliche Rahmenbedingungen, die ethisches Daten-Sharing überhaupt erst ermöglichen. Für das Training selbst setzt die Bibliothek auf zwei Petabyte Flashspeicher von Huawei, was für sich genommen schon zeigt, wie aufwendig und ressourcenintensiv solche Projekte sind. Die Herausforderungen, die IT-Plattformleiter Marius Husnes beschreibt, von der Datenqualität über die Pipeline-Verarbeitung bis hin zu Governance-Fragen, werden künftig jede Nation beschäftigen, die ein eigenes souveränes KI-Modell entwickeln will. Und genau hier setzt auch die Europäische Kommission an. Die EU hat mit Artikel 4 des KI-Gesetzes seit Februar 2025 eine Pflicht eingeführt, die oft übersehen wird: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden ein ausreichendes KI-Literacy-Niveau haben. Das ist keine Empfehlung, sondern eine rechtliche Verpflichtung. Ergänzt wird das durch den AI Continent Action Plan und eine Apply AI Strategy, die im Oktober folgen soll. Konkret geht es um eine KI-Kompetenzakademie, Stipendienprogramme und sektorspezifische Ausbildungsinitiativen. Die EU versucht also, nicht nur Regeln zu setzen, sondern auch die Voraussetzungen zu schaffen, damit Unternehmen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit KI überhaupt sinnvoll umgehen können. Das ist ein wichtiger Schritt, denn Regulierung allein nützt wenig, wenn die Kompetenz fehlt, sie umzusetzen. Auf der Investitionsseite zeigt eine neue OECD-Analyse, wie sich das globale Risikokapital im KI-Bereich von 2012 bis 2025 entwickelt hat. Der Policy Brief liefert politischen Entscheidungsträgern eine Grundlage, um nationale KI-Ökosysteme gezielt zu stärken. Ergänzt wird das durch vier Szenarien bis 2030, die zeigen sollen, wie sich KI-Entwicklung unter verschiedenen politischen Bedingungen entfalten könnte. Für Unternehmen und Entwickler ist das relevant, weil es zeigt, dass die Frage, wo KI-Investitionen fließen und unter welchen Bedingungen, zunehmend zu einer politischen Gestaltungsaufgabe wird und nicht mehr nur dem Markt überlassen bleibt. Und dann ist da noch Mark Zuckerberg, der bei Meta einen neuen Ansatz verfolgt. Er will KI nicht nur mit riesigen Datenmengen füttern, sondern ihr beibringen, wie kluge Menschen denken und Probleme lösen. Der Fokus liegt also auf Denkweisen und Arbeitsstrategien statt auf schlichter Datenmenge. Das ist konzeptionell interessant, weil es zeigt, dass die großen Labore zunehmend an die Grenzen des klassischen Skalierungsansatzes stoßen und nach neuen Wegen suchen, Modelle leistungsfähiger zu machen. Ob dieser Ansatz wirklich funktioniert, wird sich zeigen, aber die Richtung ist klar: weg vom bloßen Datenhunger, hin zu qualitativer Intelligenz. Was all diese Meldungen gemeinsam haben, ist eigentlich ein einziges großes Thema: KI ist längst keine rein technische Angelegenheit mehr. Sie ist zu einer gesellschaftlichen, politischen und ethischen Frage geworden, bei der es darum geht, wer die Spielregeln setzt, wer Zugang zu den nötigen Ressourcen hat und wer am Ende die Konsequenzen trägt. Der Papst, die OECD, die EU-Kommission, eine norwegische Bibliothek und Meta, sie alle ringen gerade mit denselben Grundfragen, nur aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Das zeigt, wie tiefgreifend der Wandel ist, den wir gerade erleben, und wie wichtig es ist, diese Debatte breit zu führen und nicht nur in den Tech-Kreisen. Ich freue mich, morgen wieder mit euch dabei zu sein, bis dann!
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