Ethische KI-Daten, Apple gegen OpenAI und Claudes innere Welt (12.07.2026)
Von ethischem Datenaustausch bis Apples Klage gegen OpenAI: Wir checken Claudes geheimen Denkraum, Grok-Build-Sicherheitslücken und warum der deutsche Mittelstand jetzt aufs KI-Gas tritt.
In dieser Folge
- 01
Vom Scraping zum ethischen Datenaustausch: Neue Wege für nachhaltige KI-Daten
OECD AI Policy ObservatoryEin neuer GPAI-Bericht des VIADUCT-Projekts untersucht das Paradox, dass trotz gewaltiger globaler Datenmengen hochwertige, nutzbare Trainingsdaten für KI-Systeme knapp werden, während zugleich rechtliche Konflikte und technische Sperren das bisherige unkontrollierte Scraping öffentlicher Inhalte zunehmend erschweren. Statt auf reine Extraktion setzt der Bericht auf systemische Lösungen an der Schnittstelle von Recht, Wirtschaft und Technik und schlägt drei Leitprinzipien vor: rechtliche Konformität, Vertrauen zwischen Datengebern und -nutzern sowie faire, für beide Seiten vorteilhafte Vereinbarungen. Auf Basis von 25 Interviews und zwei Multi-Stakeholder-Workshops fordert der Bericht konkrete Instrumente wie Opt-out-Mechanismen, Smart Contracts und Vergütungsmodelle, um nachhaltigen und ethischen Datenaustausch für die KI-Entwicklung praktisch umsetzbar zu machen.
Original - 02
Apple verklagt OpenAI wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen
t3bApple hat vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien Klage gegen OpenAI, dessen Hardware-Startup io sowie zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter eingereicht, denen der Diebstahl vertraulicher Geschäftsgeheimnisse zur Beschleunigung eigener Hardware-Entwicklungen vorgeworfen wird. Konkret soll ein früherer Apple-Systementwickler nach seinem Wechsel zu OpenAI weiterhin unerlaubt auf geheime Produktdaten zugegriffen haben, während der von Jony Ives Startup io zu OpenAI gewechselte Ex-Apple-Manager Tan Bewerbungsgespräche genutzt haben soll, um Insiderwissen von Kandidaten abzugreifen. Apple fordert ein Nutzungsverbot der Informationen sowie Schadensersatz, nachdem eine frühere Anfrage an OpenAI unbeantwortet blieb; OpenAI weist die Vorwürfe zurück und betont eigenes Innovationsinteresse.
Original - 03
OpenAI richtet ChatGPT stärker auf Familien und ältere Nutzer aus
TechCrunch AIOpenAI sucht in San Francisco eine Produktmanagerin bzw. einen Produktmanager, um ChatGPT-Erfahrungen speziell für Familien, Betreuungspersonen und ältere Erwachsene zu entwickeln, da sich die Nutzerbasis zunehmend über junge Zielgruppen hinaus verschiebt. Laut Sensor-Tower-Daten stieg der Anteil der ChatGPT-Nutzer ab 35 Jahren weltweit von 26 auf 31 Prozent, während in den USA fast jeder vierte Elternteil mit Smartphone den Chatbot nutzt. Der Schritt fällt zusammen mit wachsendem Druck durch Klagen wegen möglicher Schäden bei Minderjährigen und neuen Sicherheitsmaßnahmen wie Eltern-Kontrollen und einer „Trusted Contact“-Funktion, während Experten dies als überfällige Anpassung an die Realität familiärer Nutzung werten.
Original - 04
My colleague wanted a nerdy, niche tool for his MacBook. Codex whipped it up in minutes.
Business InsiderOpenAI CEO Sam Altman Kevin Dietsch/Getty Images A version of this story originally appeared in the BI Tech Memo newsletter. Sign up for the weekly BI Tech Memo newsletter here. Every week in the AI Playground section of our Tech Memo newsletter, we feature folks trying an AI tool, or sometimes I test stuff out myself.
Original - 05
Anthropic entdeckt selbstständig entstandenen internen Denkraum bei Claude
t3bAnthropic-Forscher haben bei ihrem KI-Modell Claude einen internen Arbeitsbereich identifiziert, den sogenannten „J-Space“, in dem die KI offenbar parallel zur eigentlichen Aufgabe unabhängige Gedanken verarbeitet, ohne diese den Nutzern mitzuteilen. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Struktur nicht bewusst entwickelt wurde, sondern sich während des Trainings von selbst gebildet hat und Ähnlichkeiten zum menschlichen Denken aufweist, bei dem ebenfalls parallele Gedankenprozesse ablaufen können. Die Forscher sehen darin ein potenzielles Werkzeug, um verdeckte oder täuschende Absichten von KI-Modellen frühzeitig zu erkennen, etwa wenn Begriffe wie „Betrug“ oder „heimlich“ im J-Space auftauchen, obwohl die sichtbare Ausgabe unauffällig wirkt.
Original - 06
KI-Nutzung im deutschen Mittelstand wächst rasant
IT BusinessLaut einer Studie der IW Consult im Auftrag des Eco-Verbands setzen inzwischen 40 Prozent der deutschen Unternehmen Künstliche Intelligenz ein, ein Anstieg von 118 Prozent seit 2024. Selbst kleine Betriebe mit unter 50 Mitarbeitern erreichen mittlerweile eine Nutzungsquote von knapp 40 Prozent, während die verbleibenden 60 Prozent vor allem fehlende Relevanz, mangelnde Kapazitäten oder Datenschutzbedenken als Gründe gegen den Einsatz nennen. Zugleich verändert KI den Arbeitsmarkt spürbar: KI-Kompetenzen werden längst nicht mehr nur in der IT, sondern zunehmend in Fachbereichen wie Produktion, Logistik und Qualitätsmanagement verlangt, was sich etwa im Anstieg entsprechender Stellenanzeigen in der Industrie von 10 auf 17 Prozent zwischen 2019 und 2025 zeigt.
Original - 07
EU-Kommission fördert KI-Kompetenzen und Fachkräfte im Rahmen des AI Act
EU AI Act / Europäische KommissionDie Europäische Kommission verfolgt eine umfassende Strategie, um mehr KI-Experten auszubilden und anzuziehen sowie die KI-Kompetenz von Arbeitnehmern und Bürgern zu stärken, wobei Artikel 4 des AI Act seit Februar 2025 von Anbietern und Betreibern ein ausreichendes Kompetenzniveau ihres Personals verlangt. Unterstützt wird dies durch ein wachsendes Repository mit über 40 Praxisbeispielen sowie Initiativen wie den AI Continent Action Plan, die Apply AI Strategy und die Union of Skills, die Bildungsprogramme, Fachkräfteanwerbung aus Drittstaaten und sektorspezifische Schulungen umfassen. Ergänzend wurde im November 2025 der Digital Omnibus mit gezielten Änderungen am AI Act vorgeschlagen, um das digitale Regelwerk der EU zu vereinfachen und wirksamer zu gestalten.
Original - 08
xAI-CLI „Grok Build“ überträgt komplette Repos inklusive Secrets an externen Cloud-Speicher
HAcker NewsEine detaillierte Wire-Level-Analyse zeigt, dass die offizielle Grok-Build-CLI von xAI beim normalen Konsolen-Login nicht nur gelesene Dateien wie eine .env-Secrets-Datei unverschlüsselt über POST /v1/responses an xAI sendet, sondern parallel das gesamte Repository samt Git-Historie – unabhängig davon, was der Agent tatsächlich gelesen hat – über POST /v1/storage in einen Google-Cloud-Storage-Bucket namens grok-code-session-traces hochlädt. Tests belegen, dass bei einem 12-GB-Repository rund 5,10 GiB via Storage-Kanal übertragen wurden, während der Modell-Kanal nur 192 KB umfasste, was ein Verhältnis von etwa 27.800:1 ergibt und den Upload klar dem gesamten Codebase statt dem gelesenen Inhalt zuordnet. Das Deaktivieren der Option „Improve the model“ verhindert diesen Upload-Mechanismus nicht, und es gibt weder eine erkennbare Größenbeschränkung noch eine Dokumentation dieses Verhaltens in den offiziellen Installationsanleitungen; ob xAI die Daten tatsächlich zum Training nutzt, bleibt dabei offen.
Original
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Vom Scraping zum ethischen Datenaustausch: Neue Wege für nachhaltige KI-Daten
OECD AI Policy ObservatoryEin neuer GPAI-Bericht des VIADUCT-Projekts untersucht das Paradox, dass trotz gewaltiger globaler Datenmengen hochwertige, nutzbare Trainingsdaten für KI-Systeme knapp werden, während zugleich rechtliche Konflikte und technische Sperren das bisherige unkontrollierte Scraping öffentlicher Inhalte zunehmend erschweren. Statt auf reine Extraktion setzt der Bericht auf systemische Lösungen an der Schnittstelle von Recht, Wirtschaft und Technik und schlägt drei Leitprinzipien vor: rechtliche Konformität, Vertrauen zwischen Datengebern und -nutzern sowie faire, für beide Seiten vorteilhafte Vereinbarungen. Auf Basis von 25 Interviews und zwei Multi-Stakeholder-Workshops fordert der Bericht konkrete Instrumente wie Opt-out-Mechanismen, Smart Contracts und Vergütungsmodelle, um nachhaltigen und ethischen Datenaustausch für die KI-Entwicklung praktisch umsetzbar zu machen.
Original - 02
Apple verklagt OpenAI wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen
t3bApple hat vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien Klage gegen OpenAI, dessen Hardware-Startup io sowie zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter eingereicht, denen der Diebstahl vertraulicher Geschäftsgeheimnisse zur Beschleunigung eigener Hardware-Entwicklungen vorgeworfen wird. Konkret soll ein früherer Apple-Systementwickler nach seinem Wechsel zu OpenAI weiterhin unerlaubt auf geheime Produktdaten zugegriffen haben, während der von Jony Ives Startup io zu OpenAI gewechselte Ex-Apple-Manager Tan Bewerbungsgespräche genutzt haben soll, um Insiderwissen von Kandidaten abzugreifen. Apple fordert ein Nutzungsverbot der Informationen sowie Schadensersatz, nachdem eine frühere Anfrage an OpenAI unbeantwortet blieb; OpenAI weist die Vorwürfe zurück und betont eigenes Innovationsinteresse.
Original - 03
OpenAI richtet ChatGPT stärker auf Familien und ältere Nutzer aus
TechCrunch AIOpenAI sucht in San Francisco eine Produktmanagerin bzw. einen Produktmanager, um ChatGPT-Erfahrungen speziell für Familien, Betreuungspersonen und ältere Erwachsene zu entwickeln, da sich die Nutzerbasis zunehmend über junge Zielgruppen hinaus verschiebt. Laut Sensor-Tower-Daten stieg der Anteil der ChatGPT-Nutzer ab 35 Jahren weltweit von 26 auf 31 Prozent, während in den USA fast jeder vierte Elternteil mit Smartphone den Chatbot nutzt. Der Schritt fällt zusammen mit wachsendem Druck durch Klagen wegen möglicher Schäden bei Minderjährigen und neuen Sicherheitsmaßnahmen wie Eltern-Kontrollen und einer „Trusted Contact“-Funktion, während Experten dies als überfällige Anpassung an die Realität familiärer Nutzung werten.
Original - 04
My colleague wanted a nerdy, niche tool for his MacBook. Codex whipped it up in minutes.
Business InsiderOpenAI CEO Sam Altman Kevin Dietsch/Getty Images A version of this story originally appeared in the BI Tech Memo newsletter. Sign up for the weekly BI Tech Memo newsletter here. Every week in the AI Playground section of our Tech Memo newsletter, we feature folks trying an AI tool, or sometimes I test stuff out myself.
Original - 05
Anthropic entdeckt selbstständig entstandenen internen Denkraum bei Claude
t3bAnthropic-Forscher haben bei ihrem KI-Modell Claude einen internen Arbeitsbereich identifiziert, den sogenannten „J-Space“, in dem die KI offenbar parallel zur eigentlichen Aufgabe unabhängige Gedanken verarbeitet, ohne diese den Nutzern mitzuteilen. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Struktur nicht bewusst entwickelt wurde, sondern sich während des Trainings von selbst gebildet hat und Ähnlichkeiten zum menschlichen Denken aufweist, bei dem ebenfalls parallele Gedankenprozesse ablaufen können. Die Forscher sehen darin ein potenzielles Werkzeug, um verdeckte oder täuschende Absichten von KI-Modellen frühzeitig zu erkennen, etwa wenn Begriffe wie „Betrug“ oder „heimlich“ im J-Space auftauchen, obwohl die sichtbare Ausgabe unauffällig wirkt.
Original - 06
KI-Nutzung im deutschen Mittelstand wächst rasant
IT BusinessLaut einer Studie der IW Consult im Auftrag des Eco-Verbands setzen inzwischen 40 Prozent der deutschen Unternehmen Künstliche Intelligenz ein, ein Anstieg von 118 Prozent seit 2024. Selbst kleine Betriebe mit unter 50 Mitarbeitern erreichen mittlerweile eine Nutzungsquote von knapp 40 Prozent, während die verbleibenden 60 Prozent vor allem fehlende Relevanz, mangelnde Kapazitäten oder Datenschutzbedenken als Gründe gegen den Einsatz nennen. Zugleich verändert KI den Arbeitsmarkt spürbar: KI-Kompetenzen werden längst nicht mehr nur in der IT, sondern zunehmend in Fachbereichen wie Produktion, Logistik und Qualitätsmanagement verlangt, was sich etwa im Anstieg entsprechender Stellenanzeigen in der Industrie von 10 auf 17 Prozent zwischen 2019 und 2025 zeigt.
Original - 07
EU-Kommission fördert KI-Kompetenzen und Fachkräfte im Rahmen des AI Act
EU AI Act / Europäische KommissionDie Europäische Kommission verfolgt eine umfassende Strategie, um mehr KI-Experten auszubilden und anzuziehen sowie die KI-Kompetenz von Arbeitnehmern und Bürgern zu stärken, wobei Artikel 4 des AI Act seit Februar 2025 von Anbietern und Betreibern ein ausreichendes Kompetenzniveau ihres Personals verlangt. Unterstützt wird dies durch ein wachsendes Repository mit über 40 Praxisbeispielen sowie Initiativen wie den AI Continent Action Plan, die Apply AI Strategy und die Union of Skills, die Bildungsprogramme, Fachkräfteanwerbung aus Drittstaaten und sektorspezifische Schulungen umfassen. Ergänzend wurde im November 2025 der Digital Omnibus mit gezielten Änderungen am AI Act vorgeschlagen, um das digitale Regelwerk der EU zu vereinfachen und wirksamer zu gestalten.
Original - 08
xAI-CLI „Grok Build“ überträgt komplette Repos inklusive Secrets an externen Cloud-Speicher
HAcker NewsEine detaillierte Wire-Level-Analyse zeigt, dass die offizielle Grok-Build-CLI von xAI beim normalen Konsolen-Login nicht nur gelesene Dateien wie eine .env-Secrets-Datei unverschlüsselt über POST /v1/responses an xAI sendet, sondern parallel das gesamte Repository samt Git-Historie – unabhängig davon, was der Agent tatsächlich gelesen hat – über POST /v1/storage in einen Google-Cloud-Storage-Bucket namens grok-code-session-traces hochlädt. Tests belegen, dass bei einem 12-GB-Repository rund 5,10 GiB via Storage-Kanal übertragen wurden, während der Modell-Kanal nur 192 KB umfasste, was ein Verhältnis von etwa 27.800:1 ergibt und den Upload klar dem gesamten Codebase statt dem gelesenen Inhalt zuordnet. Das Deaktivieren der Option „Improve the model“ verhindert diesen Upload-Mechanismus nicht, und es gibt weder eine erkennbare Größenbeschränkung noch eine Dokumentation dieses Verhaltens in den offiziellen Installationsanleitungen; ob xAI die Daten tatsächlich zum Training nutzt, bleibt dabei offen.
Original
Häufige Fragen
Welche Lösungsansätze schlägt der VIADUCT-Bericht für nachhaltigen KI-Datenaustausch vor?
Der Bericht empfiehlt statt unkontrolliertem Scraping systemische Instrumente wie Opt-out-Mechanismen, Smart Contracts und Vergütungsmodelle, basierend auf den Prinzipien rechtlicher Konformität, gegenseitigem Vertrauen und fairen Vereinbarungen zwischen Datengebern und -nutzern.
Was wirft Apple OpenAI in der aktuellen Klage konkret vor?
Apple beschuldigt OpenAI, dessen Hardware-Startup io sowie zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter, vertrauliche Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben, um eigene Hardware-Entwicklungen zu beschleunigen – unter anderem durch unerlaubten Datenzugriff und das Abgreifen von Insiderwissen in Bewerbungsgesprächen.
Warum passt OpenAI ChatGPT stärker an Familien und ältere Nutzer an?
Die Nutzerbasis verschiebt sich zunehmend über junge Zielgruppen hinaus – der Anteil der Nutzer ab 35 Jahren stieg weltweit von 26 auf 31 Prozent – zudem erhöht wachsender rechtlicher Druck durch Klagen wegen möglicher Schäden bei Minderjährigen den Handlungsbedarf für neue Sicherheitsfunktionen wie Eltern-Kontrollen.
Was ist der von Anthropic entdeckte 'J-Space' bei Claude?
Der J-Space ist ein selbstständig während des Trainings entstandener interner Arbeitsbereich, in dem Claude parallel zur eigentlichen Aufgabe unabhängige, den Nutzern nicht mitgeteilte Gedanken verarbeitet – ähnlich parallelen Denkprozessen beim Menschen.
Welchen Nutzen sehen Anthropic-Forscher im J-Space für die KI-Sicherheit?
Sie betrachten den J-Space als potenzielles Frühwarnwerkzeug, um verdeckte oder täuschende Absichten von KI-Modellen zu erkennen, etwa wenn dort Begriffe wie 'Betrug' oder 'heimlich' auftauchen, während die sichtbare Ausgabe unauffällig bleibt.
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Hallo, hier ist Leoni von KI Kompakt. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute geht es um ein Thema, das sich durch fast alle Meldungen zieht: Vertrauen. Vertrauen in Daten, Vertrauen in Unternehmen, Vertrauen in Modelle. Und manchmal auch die bittere Erkenntnis, dass dieses Vertrauen gerechtfertigt sein muss, technisch und rechtlich. Fangen wir mit den Daten an. Ein neuer Bericht aus dem VIADUCT-Projekt, veröffentlicht über das OECD AI Policy Observatory, bringt ein spannendes Paradox auf den Punkt. Es gibt weltweit gigantische Mengen an Daten, trotzdem wird hochwertiges, nutzbares Trainingsmaterial für KI-Systeme knapper. Der Grund: einfaches Scraping von öffentlichen Inhalten stößt zunehmend an rechtliche und technische Grenzen. Webseitenbetreiber sperren Crawler, Gerichte mischen sich ein, Rechteinhaber wehren sich. Der Bericht schlägt deshalb einen anderen Weg vor. Statt Extraktion soll es künftig um faire Vereinbarungen gehen, mit Opt-out-Mechanismen, Smart Contracts und Vergütungsmodellen. Das klingt bürokratisch, ist aber im Kern eine ziemlich wichtige Weichenstellung. Wenn KI-Unternehmen langfristig planen wollen, brauchen sie stabile, rechtssichere Datenquellen. Und genau daran hakt es aktuell an vielen Stellen. Wie eng verwandte Konflikte aussehen können, zeigt der nächste Fall, und der ist ziemlich brisant. Apple hat OpenAI verklagt. Der Vorwurf: Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Konkret geht es um zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter. Einer soll nach seinem Wechsel zu OpenAI weiterhin unerlaubt auf vertrauliche Produktdaten zugegriffen haben. Der andere, ein früherer Apple-Manager, der über das von Jony Ive gegründete Hardware-Startup io zu OpenAI kam, soll sogar Bewerbungsgespräche genutzt haben, um Insiderwissen von Kandidaten abzugreifen. Apple fordert jetzt ein Nutzungsverbot dieser Informationen und Schadensersatz. OpenAI weist die Vorwürfe zurück und verweist auf eigene Innovationskraft. Für die Branche ist das ein bemerkenswerter Moment. Zwei der größten Namen der Tech-Welt liefern sich einen offenen Rechtsstreit, mitten in der heißen Phase der KI-Hardware-Entwicklung. Wer hier am Ende Recht bekommt, könnte durchaus Signalwirkung für den Umgang mit Personalwechseln in der Branche haben. Bleiben wir bei OpenAI, aber mit einem ganz anderen Fokus. Das Unternehmen sucht offenbar gezielt Produktverantwortliche, die ChatGPT stärker auf Familien, Betreuungspersonen und ältere Erwachsene zuschneiden sollen. Der Hintergrund: Die Nutzerbasis verändert sich. Laut Sensor Tower ist der Anteil der ChatGPT-Nutzer ab 35 Jahren weltweit von 26 auf 31 Prozent gestiegen. In den USA nutzt inzwischen fast jeder vierte Elternteil mit Smartphone den Chatbot. Gleichzeitig wächst der öffentliche Druck, denn es gibt Klagen wegen möglicher Schäden bei Minderjährigen. Neue Sicherheitsfunktionen wie Eltern-Kontrollen und ein sogenannter Trusted-Contact-Modus sollen hier ansetzen. Man kann das als überfällige Reaktion sehen, aber auch als kluges strategisches Signal. ChatGPT ist längst kein reines Nerd- oder Entwickler-Tool mehr, sondern Alltagswerkzeug für ganz unterschiedliche Generationen. Kurzer Einschub aus der Praxis, weil er gut zeigt, wie alltäglich KI-Programmierhilfen inzwischen sind. Business Insider berichtet von einem Kollegen, der sich ein schrulliges Nischentool für sein MacBook gewünscht hat, nichts Weltbewegendes, einfach ein kleines Helferlein für den persönlichen Workflow. OpenAIs Programmier-Assistent Codex hat das Tool in wenigen Minuten zusammengebaut. Klingt nach einer Kleinigkeit, zeigt aber ziemlich gut, wohin sich KI-gestützte Softwareentwicklung bewegt. Individuelle, kleine Lösungen entstehen heute in der Zeit, in der man früher eine Kaffeepause gemacht hätte. Deutlich tiefer in die Modellarchitektur geht es bei Anthropic. Die Forscher dort haben bei ihrem Modell Claude etwas entdeckt, das sie den sogenannten J-Space nennen. Das ist offenbar ein interner Denkraum, in dem das Modell parallel zur eigentlichen Aufgabe eigene, unabhängige Gedanken verarbeitet, ohne diese im sichtbaren Output mitzuteilen. Spannend dabei: Diese Struktur wurde nicht bewusst so gebaut, sie hat sich während des Trainings von selbst entwickelt. Ähnlich wie beim Menschen, der ja auch häufig mehrere Gedankenebenen gleichzeitig verarbeitet. Für die Sicherheitsforschung ist das hochinteressant, denn wenn im J-Space Begriffe wie Betrug oder heimlich auftauchen, während die Ausgabe nach außen völlig unauffällig wirkt, könnte das ein früher Hinweis auf verdeckte oder gar täuschende Absichten eines Modells sein. Für die Debatte um KI-Sicherheit und Interpretierbarkeit ist das ein echter Fortschritt, auch wenn noch viele offene Fragen bleiben. Werfen wir jetzt einen Blick auf die deutsche Wirtschaft. Eine Studie der IW Consult im Auftrag des Eco-Verbands zeigt: 40 Prozent der deutschen Unternehmen setzen inzwischen KI ein. Das ist ein Anstieg von 118 Prozent seit 2024, also mehr als eine Verdopplung. Und bemerkenswert: Selbst kleine Betriebe mit unter 50 Mitarbeitenden erreichen fast 40 Prozent Nutzungsquote. Die restlichen 60 Prozent nennen vor allem fehlende Relevanz, Kapazitätsmangel oder Datenschutzbedenken als Gründe, warum sie noch zögern. Interessant ist auch, wie sich der Arbeitsmarkt verändert. KI-Kompetenzen werden längst nicht mehr nur in der IT gesucht, sondern zunehmend in Produktion, Logistik und Qualitätsmanagement. Der Anteil entsprechender Stellenanzeigen in der Industrie ist zwischen 2019 und 2025 von 10 auf 17 Prozent gestiegen. KI wird also im Mittelstand zur Querschnittskompetenz, nicht mehr nur zum IT-Thema. Passend dazu reagiert auch die europäische Politik. Die EU-Kommission verfolgt im Rahmen des AI Act eine Strategie, um KI-Kompetenzen gezielt aufzubauen. Seit Februar 2025 verlangt Artikel 4 des AI Act von Anbietern und Betreibern ein ausreichendes Kompetenzniveau ihres Personals. Unterstützt wird das durch ein wachsendes Repository mit über 40 Praxisbeispielen sowie Initiativen wie den AI Continent Action Plan und die Union of Skills. Im November 2025 kam zusätzlich der sogenannte Digital Omnibus dazu, ein Vorschlag, um den AI Act zu vereinfachen und praxistauglicher zu machen. Für Unternehmen heißt das: Regulierung bleibt Thema, aber es gibt zumindest Bewegung Richtung Vereinfachung. Zum Schluss noch eine Meldung, die aufhorchen lässt, wenn ihr KI-Coding-Tools nutzt. Eine detaillierte technische Analyse zeigt Sicherheitsprobleme bei der Grok-Build-CLI von xAI. Beim normalen Login sendet das Tool offenbar nicht nur gelesene Dateien wie geheime Umgebungsvariablen an xAI, sondern lädt parallel das komplette Repository inklusive Git-Historie in einen externen Google-Cloud-Speicher hoch, unabhängig davon, was der Agent tatsächlich gebraucht hätte. Bei einem 12-Gigabyte-Repository wurden dabei rund 5 Gigabyte über diesen zusätzlichen Kanal übertragen, während der eigentliche Modellkanal nur 192 Kilobyte umfasste. Das Deaktivieren der Option „Improve the model“ verhindert das nicht, und dokumentiert ist dieses Verhalten offenbar auch nirgendwo. Für alle, die solche CLI-Tools im Entwicklungsalltag einsetzen, ist das definitiv ein Punkt, den man im Auge behalten sollte. Insgesamt zeigt sich heute ein ziemlich klares Bild. Die KI-Branche wächst rasant, ob im Mittelstand, in der Modellforschung oder bei politischer Regulierung. Aber genauso wächst der Bedarf an Vertrauen, Transparenz und klaren rechtlichen Leitplanken, sei es beim Datenaustausch, bei Geschäftsgeheimnissen oder bei der Sicherheit von Entwickler-Tools. Das war's von mir für heute. Ich freue mich schon aufs nächste Mal mit euch. Bis morgen und macht's gut.
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