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Wirtschaft im Fokus
Folge 1105.06.20268:49 KI-vertont

Dax im Auf und Ab: KI-Boom, Iran-Krieg, SpaceX-Börsengang (05.06.2026)

Bahnprobleme bremsen deutsche Stahlwerke aus, fossile Heizungen kosten über 20 Jahre bis zu 42.000 Euro mehr als Wärmepumpen – und SpaceX plant den größten Börsengang der Geschichte.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    Bahnprobleme zwingen deutsche Stahlwerke zur Produktionsdrosselung

    n-tv Wirtschaft

    Wegen der anhaltenden Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn und des Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz müssen große Stahlkonzerne wie Salzgitter AG und ArcelorMittal ihre Produktion drosseln, da Güterzüge mit lebenswichtigen Rohstoffen wie Eisenerz, Kohle und Schrott nicht zuverlässig ankommen. Die Salzgitter AG hat bereits die Hochofenproduktion reduziert und warnt vor weiteren Einschränkungen, sollte sich die Lage nicht kurzfristig verbessern. Die betroffenen Unternehmen beklagen massive Kosten und sprechen von spürbaren volkswirtschaftlichen Schäden für Deutschland, während die Deutsche Bahn nach Einschätzung der Konzerne weder die Lage ausreichend unter Kontrolle hat noch einen erkennbaren Plan zur schnellen Stabilisierung der Versorgung vorweist.

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  2. 02

    Anthropic fordert weltweite Pause bei KI-Spitzenforschung

    n-tv Wirtschaft

    Der US-amerikanische KI-Konzern Anthropic hat sich für eine koordinierte weltweite Verlangsamung der Entwicklung hochleistungsfähiger KI-Systeme ausgesprochen, damit gesellschaftliche Strukturen und Sicherheitsforschung mit dem technologischen Fortschritt Schritt halten können. Eine solche Pause könne jedoch nur wirksam sein, wenn sich führende KI-Unternehmen aus den USA und China gemeinsam und unter gegenseitig überprüfbaren Regeln daran beteiligen. Anthropic, bekannt für seinen Unternehmens-Chatbot Claude, befindet sich derzeit zudem in einem Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium über die militärische Nutzung seiner Technologie und hat kurz zuvor seinen Börsengang angemeldet.

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  3. 03

    Fossile Heizungen bis zu 42.000 Euro teurer als Wärmepumpen über 20 Jahre

    n-tv Wirtschaft

    Laut einer Berechnung der gemeinnützigen Energieberatung CO2online verursachen Gas- und Ölheizungen über einen Zeitraum von 20 Jahren Mehrkosten von bis zu 42.000 Euro im Vergleich zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, die im selben Zeitraum rund 24.500 Euro Heizkosten verursacht, während eine Gasheizung auf etwa 55.600 Euro und eine Ölheizung sogar auf rund 67.200 Euro kommt. Als Haupttreiber dieser Kostendifferenz nennt CO2online steigende CO2-Preise, höhere Netzkosten sowie die geplante schrittweise Beimischung biogener Brennstoffe, die das fossile Heizen zusätzlich verteuern, da Biomethan und Wasserstoff teuer und nur begrenzt verfügbar sind. Die Energieberatung warnt, dass der häufige Fokus auf die günstigeren Anschaffungskosten fossiler Heizungen trügerisch sei, da die Gesamtkosten über die Lebensdauer entscheidend seien.

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  4. 04

    Dax schließt nahezu unverändert – Schaeffler, Autowerte und Luxusgüter mit Kursgewinnen

    n-tv Wirtschaft

    Der deutsche Leitindex Dax beendete den Handelstag kaum verändert bei 25.178 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 25.395 Punkte und damit in die Nähe seines Allzeithochs geklettert war, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Positive Impulse kamen aus China, wo die Industriegewinne im April einen dreijährigen Abwärtstrend beendeten, was Luxusgüter- und Sportartikelwerte wie Adidas (+5,4 Prozent) und Puma (+6,2 Prozent) beflügelte, während Autowerte von starken europäischen Zulassungszahlen profitierten. Größter Gewinner im Dax war Schaeffler mit einem Kursplus von rund zehn Prozent, nachdem der Automobilzulieferer eine Kooperation mit dem Satellitenhersteller Spire Global zum Aufbau einer europäischen Raumfahrtinfrastruktur angekündigt hatte.

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  5. 05

    Dax schließt mit leichtem Plus – Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt stützen Märkte

    n-tv Wirtschaft

    Der Dax beendete die Handelswoche mit einem minimalen Zuwachs von 0,1 Prozent bei 25.105 Punkten, angetrieben von Hoffnungen auf einen baldigen Friedensdeal im Iran-Krieg, während sich der Index seiner Rekordhöhe von 25.508 Punkten annäherte. Zu den stärksten Gewinnern im Dax zählten Zalando und Airbus, während CTS Eventim im MDax mit einem Kurssprung von 10,7 Prozent herausstach. Die gesunkene deutsche Inflationsrate von 2,6 Prozent im Mai, die durch den staatlichen Tankrabatt gedämpft wurde, hatte kaum Einfluss auf den Leitindex, wenngleich Ökonomen vor einem erneuten Anstieg nach Auslaufen der Steuererleichterung warnen.

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  6. 06

    Dax schließt leicht im Minus – TecDax profitiert von KI-Euphorie, US-Inflation auf Drei-Jahres-Hoch

    n-tv Wirtschaft

    Der Dax beendete den Handelstag mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 25.092 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich unter die 25.000er-Marke gefallen war; Berichte über eine Grundsatzerklärung zur Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sorgten gegen Handelsende für eine leichte Erholung. Der TecDax hingegen legte 1,4 Prozent zu, angetrieben von Chipwerten wie Infineon, Aixtron und Suss Microtec, die von der anhaltenden KI-Euphorie profitierten. Im Fokus stand zudem die US-Inflation, die im April auf 3,8 Prozent und damit auf ein Drei-Jahres-Hoch kletterte, was Zinssenkungserwartungen an die Fed weiter in die Ferne rückt.

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  7. 07

    Eskalation im Iran-Krieg und US-Zolldrohungen belasten den Dax

    n-tv Wirtschaft

    Neue Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie Zolldrohungen der USA gegen 60 Volkswirtschaften haben den deutschen Aktienmarkt unter Druck gesetzt: Der Dax fiel um 1,31 Prozent unter die Marke von 25.000 Punkten auf 24.795,94 Zähler. Die USA drohen unter anderem der EU, Großbritannien, Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent, weil diese Länder Importe aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht ausreichend verhinderten. Steigende Ölpreise infolge der militärischen Eskalation am Golf belasteten auch die Wall Street und setzten Bitcoin unter Druck.

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  8. 08

    Dax schließt leicht im Plus – KI-Optimismus, Rheinmetall-Großauftrag und Unicredit-Aufstockung prägen den Handelstag

    n-tv Wirtschaft

    Der Dax stieg am Dienstag zeitweise bis auf 25.363 Punkte und näherte sich damit seinem Januarrekord, gab jedoch am Nachmittag infolge von Berichten über fortgesetzte israelische Angriffe auf den Libanon einen Teil der Gewinne wieder ab und schloss letztlich 0,5 Prozent höher bei 25.124 Punkten. Starke Impulse kamen aus dem Technologiesektor, wo unter anderem Infineon um 9,5 Prozent zulegte, während Bayer mit einem Minus von rund drei Prozent unter erneutem Druck durch die Glyphosat-Klagen litt. Daneben sorgte Rheinmetall mit einem Rüstungsauftrag aus Rumänien im Wert von 5,7 Milliarden Euro für Aufsehen, und die Unicredit erhöhte ihren Commerzbank-Anteil auf 34,35 Prozent.

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  9. 09

    Dax schließt im Minus – SAP-Aktie mit starkem Kurssprung, Ölpreise ziehen an

    n-tv Wirtschaft

    Der Dax hat am Montag nach einem zunächst ruhigen Handelsverlauf nachgegeben und schloss 0,4 Prozent tiefer bei 25.003 Punkten, nachdem der Iran die indirekten Gespräche mit den USA wegen israelischer Angriffe auf den Libanon ausgesetzt hatte. Diese geopolitische Eskalation ließ die Ölpreise deutlich anziehen: Brent verteuerte sich um rund fünf Prozent auf 96,30 Dollar je Barrel. Gegen den negativen Markttrend stach die SAP-Aktie hervor, die um 8,1 Prozent zulegte, da Anleger Anzeichen einer Bodenbildung sahen und die jüngste Sapphire-Konferenz Zuversicht weckte, dass KI nun fester Bestandteil der Unternehmensstrategie ist.

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  10. 10

    SpaceX plant größten Börsengang der Geschichte mit angestrebter Bewertung von 1,8 Billionen Dollar

    n-tv Wirtschaft

    Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat offiziell Pläne für einen Rekord-Börsengang bekanntgegeben, bei dem rund 75 Milliarden Dollar zu einem Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie eingenommen werden sollen – was den bisherigen Rekord des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco aus dem Jahr 2019 mit 29 Milliarden Dollar weit übertreffen würde. Trotz eines Verlustes von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr wird die Aktie Investoren als Wette auf Musks Innovationskraft verkauft, ähnlich wie beim Elektroautobauer Tesla. Musk selbst soll durch Aktien mit erhöhten Stimmrechten auch nach dem Börsengang mit einem Stimmrechtsanteil von über 80 Prozent die volle Kontrolle über das Unternehmen behalten.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum müssen deutsche Stahlwerke ihre Produktion drosseln?

Unzuverlässige Güterzüge der Deutschen Bahn und Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz verhindern die pünktliche Lieferung von Rohstoffen wie Eisenerz, Kohle und Schrott. Konzerne wie Salzgitter AG und ArcelorMittal haben deshalb bereits ihre Hochofenproduktion reduziert. Die Unternehmen beklagen massive Kosten und warnen vor spürbaren volkswirtschaftlichen Schäden.

Welche konkreten Forderungen stellt Anthropic bezüglich einer KI-Pause?

Anthropic fordert eine koordinierte, weltweite Verlangsamung der Entwicklung hochleistungsfähiger KI-Systeme, damit Sicherheitsforschung und gesellschaftliche Strukturen mit dem technologischen Fortschritt mithalten können. Entscheidend sei dabei, dass sich sowohl führende US- als auch chinesische KI-Unternehmen unter gegenseitig überprüfbaren Regeln beteiligen – andernfalls sei eine solche Pause wirkungslos.

Warum sind Wärmepumpen langfristig günstiger als Gas- oder Ölheizungen, obwohl sie teurer in der Anschaffung sind?

Über 20 Jahre verursachen Gasheizungen rund 55.600 Euro und Ölheizungen sogar rund 67.200 Euro an Heizkosten, während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nur etwa 24.500 Euro kostet. Haupttreiber der fossilen Mehrkosten sind steigende CO2-Preise, höhere Netzentgelte sowie die teure Beimischung von Biomethan und Wasserstoff. Die günstigeren Anschaffungskosten fossiler Heizungen täuschen daher über die deutlich höheren Gesamtkosten über die Lebensdauer hinweg.

Was trieb die Kursgewinne bei Adidas, Puma und Schaeffler an einem jüngsten Handelstag?

Adidas (+5,4 %) und Puma (+6,2 %) profitierten von positiven Signalen aus China, wo die Industriegewinne im April erstmals seit drei Jahren wieder stiegen – ein wichtiges Signal für die Nachfrage nach Luxus- und Sportartikeln. Schaeffler legte rund zehn Prozent zu, nachdem der Automobilzulieferer eine Kooperation mit dem Satellitenhersteller Spire Global zum Aufbau europäischer Raumfahrtinfrastruktur bekanntgegeben hatte.

Welche Faktoren beeinflussten den Dax zum Ende der Handelswoche?

Der Dax schloss die Woche mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent bei 25.105 Punkten, gestützt durch Hoffnungen auf einen Friedensdeal im Iran-Konflikt und sinkende Ölpreise. Zu den stärksten Einzelgewinnern zählten Zalando, Airbus sowie CTS Eventim im MDax mit einem Kurssprung von 10,7 Prozent. Die gesunkene deutsche Inflationsrate von 2,6 Prozent im Mai hatte kaum direkten Einfluss auf den Index.

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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Heute nehmen wir uns etwas mehr Zeit, denn die vergangenen Tage hatten es wirklich in sich. An den Märkten, in der Industrie und in der Technologiewelt gab es einiges zu verarbeiten. Fangen wir mit dem an, was mich persönlich am meisten überrascht hat, weil es so grundlegend ist und trotzdem kaum die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Deutsche Stahlwerke, darunter die Salzgitter AG und ArcelorMittal, müssen ihre Produktion drosseln. Nicht wegen fehlender Aufträge, nicht wegen teurer Energie allein, sondern weil die Deutsche Bahn die Rohstoffe schlicht nicht zuverlässig anliefert. Eisenerz, Kohle, Schrott, die Grundbausteine der Stahlproduktion, kommen nicht an, weil das Schienennetz im Norden Deutschlands durch Baustellen und chronische Unzuverlässigkeit praktisch lahmgelegt ist. Salzgitter hat bereits die Hochofenproduktion zurückgefahren. Die betroffenen Konzerne sprechen von massiven Kosten und volkswirtschaftlichen Schäden. Und was besonders beunruhigt: Die Deutsche Bahn soll nach Einschätzung der Unternehmen weder die Lage im Griff haben noch einen klaren Plan zur Stabilisierung vorweisen können. Das ist kein kleines logistisches Problem. Das ist ein strukturelles Versagen der Infrastruktur, das direkt in die Produktion eingreift. Wenn eine der tragenden Industrien Deutschlands nicht mehr verlässlich produzieren kann, weil die Bahn nicht funktioniert, dann ist das ein ernstes Signal für den Wirtschaftsstandort insgesamt. Wechseln wir zu einem Thema, das auf den ersten Blick wie eine Verbraucherfrage wirkt, aber für viele Haushalte eine echte finanzielle Weichenstellung ist. Eine aktuelle Berechnung der gemeinnützigen Energieberatung CO2online zeigt: Wer heute eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, zahlt über zwanzig Jahre deutlich mehr als jemand, der auf eine Wärmepumpe setzt. Konkret sprechen wir von bis zu 42.000 Euro Mehrkosten für eine Gasheizung und sogar noch mehr für Öl. Die Wärmepumpe kommt demnach auf rund 24.500 Euro Heizkosten in diesem Zeitraum, eine Gasheizung auf etwa 55.600 Euro, eine Ölheizung sogar auf über 67.000 Euro. Der Haupttreiber dahinter ist der steigende CO2-Preis, der fossile Brennstoffe systematisch teurer macht. Dazu kommen höhere Netzkosten und die geplante Beimischung von Biomethan und Wasserstoff, die das fossile Heizen weiter verteuern, weil diese Alternativen teuer und knapp sind. Die Botschaft ist klar: Wer nur auf den günstigeren Kaufpreis einer Gasheizung schaut, denkt zu kurzfristig. Die Gesamtkosten über die Lebensdauer entscheiden darüber, was wirklich günstiger ist. Kommen wir zu den Aktienmärkten, und da war in den vergangenen Tagen wirklich einiges los. Der Dax hat sich in einem engen Band zwischen rund 24.800 und 25.400 Punkten bewegt, mal leicht im Plus, mal leicht im Minus, immer wieder in der Nähe seines Allzeithochs, aber ohne den entscheidenden Durchbruch nach oben. Was hat die Märkte bewegt? Im Wesentlichen zwei große Themen: die geopolitische Lage rund um den Iran und die Frage, wie es mit den Zinsen in den USA weitergeht. Der Iran-Konflikt hat den Dax mehrfach unter Druck gesetzt. Als neue Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran bekannt wurden, fiel der Index unter die 25.000-Punkte-Marke. Steigende Ölpreise, Brent kletterte zeitweise auf über 96 Dollar je Barrel, belasteten nicht nur den deutschen Markt, sondern auch die Wall Street. Gleichzeitig sorgten Hoffnungen auf einen Friedensdeal immer wieder für Erholung. Das zeigt, wie stark die Märkte derzeit an geopolitischen Nachrichten hängen. Das zweite große Thema war die US-Inflation. Im April kletterte sie auf 3,8 Prozent und damit auf ein Drei-Jahres-Hoch. Das ist ein deutliches Signal, dass die amerikanische Notenbank Fed so schnell nicht an Zinssenkungen denken wird. Für Anleger weltweit bedeutet das: Das Umfeld hoher Zinsen bleibt uns noch länger erhalten, was Investitionen teurer macht und Wachstum bremst. Trotz dieser Belastungen gab es an den Märkten auch echte Gewinner. Schaeffler legte an einem Tag rund zehn Prozent zu, nachdem der Automobilzulieferer eine Kooperation mit einem Satellitenhersteller für europäische Raumfahrtinfrastruktur angekündigt hatte. SAP stieg um über acht Prozent, weil Anleger Zeichen einer Bodenbildung sahen und die jüngste Konferenz des Unternehmens Zuversicht weckte, dass künstliche Intelligenz nun wirklich fest in der Unternehmensstrategie verankert ist. Infineon profitierte ebenfalls von der anhaltenden KI-Euphorie und legte zeitweise fast zehn Prozent zu. Adidas und Puma stiegen deutlich, weil aus China positive Nachrichten kamen: Die Industriegewinne dort haben im April einen dreijährigen Abwärtstrend beendet, was für Luxus- und Sportartikelmarken mit starkem China-Geschäft eine gute Nachricht ist. Rheinmetall sorgte ebenfalls für Schlagzeilen, diesmal mit einem Rüstungsauftrag aus Rumänien im Wert von 5,7 Milliarden Euro. Und die Unicredit hat ihren Anteil an der Commerzbank weiter auf nun 34,35 Prozent aufgestockt. Die Frage, was die italienische Bank mit dieser Beteiligung langfristig vorhat, bleibt spannend. Nun zu zwei Themen aus der Technologiewelt, die über die reine Marktbewegung hinausgehen. Erstens: SpaceX plant den größten Börsengang der Geschichte. Elon Musks Raumfahrtunternehmen will rund 75 Milliarden Dollar einsammeln, bei einer angestrebten Bewertung von 1,8 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Der bisherige Rekord des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco lag bei 29 Milliarden Dollar. SpaceX hat im vergangenen Jahr fast fünf Milliarden Dollar Verlust gemacht, bei einem Umsatz von knapp 19 Milliarden Dollar. Die Aktie wird Investoren also nicht als klassisches Profitunternehmen verkauft, sondern als Wette auf Musks Innovationskraft, ähnlich wie einst Tesla. Musk selbst soll über Aktien mit erhöhten Stimmrechten auch nach dem Börsengang mehr als 80 Prozent der Stimmrechte behalten. Das bedeutet: Wer investiert, kauft sich ein Stück SpaceX, aber nicht wirklich Mitsprache. Und dann ist da noch Anthropic, der US-amerikanische KI-Konzern hinter dem Chatbot Claude. Das Unternehmen hat sich für eine koordinierte weltweite Verlangsamung bei der Entwicklung hochleistungsfähiger KI-Systeme ausgesprochen. Die Begründung: Gesellschaft und Sicherheitsforschung müssen mit dem technologischen Tempo Schritt halten können. Gleichzeitig betont Anthropic, dass eine solche Pause nur funktioniert, wenn sich die führenden KI-Unternehmen aus den USA und China gemeinsam und unter überprüfbaren Regeln daran beteiligen. Interessant dabei: Anthropic hat kurz zuvor seinen Börsengang angemeldet und steckt in einem Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium über die militärische Nutzung seiner Technologie. Das Unternehmen fordert also einerseits Verlangsamung und bereitet gleichzeitig einen milliardenschweren Börsengang vor. Das ist ein Widerspruch, der zeigt, wie komplex und spannungsgeladen die KI-Branche gerade ist. Was verbindet all diese Meldungen? Im Kern geht es um Vertrauen: das Vertrauen in Infrastruktur, in Energieversorgung, in Märkte und in neue Technologien. Wenn die Bahn nicht liefert, stockt die Industrie. Wenn Energie teurer wird, müssen Haushalte und Unternehmen langfristiger planen. Wenn Geopolitik und Inflation die Märkte treiben, bleibt Planungssicherheit ein rares Gut. Und wenn selbst die Entwickler mächtigster KI-Systeme eine Pause fordern, dann sagt das viel darüber aus, wie schnell sich die Welt gerade verändert. Das waren heute die Themen, die mich am meisten beschäftigt haben: eine Infrastruktur, die der Industrie in den Rücken fällt, Heizkosten, die langfristig neu berechnet werden müssen, ein Dax im Spannungsfeld zwischen Geopolitik und Zinshoffnungen, ein Rekord-Börsengang aus dem All und ein KI-Konzern, der gleichzeitig bremst und aufs Gaspedal tritt. Morgen schauen wir wieder, was die Wirtschaft für uns bereithält. Bis dann.

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