Deutschlands Wirtschaft: Handelskrieg, KI-Institut und Jobkrise (18.06.2026)
Deutschlands Wirtschaft kämpft mit Wettbewerbsschwäche und Jobverlusten in der Industrie, während Europa im Handelsstreit mit China zögert. Dazu: KI-Sicherheit, ein grüner Börsengang und Trumps Indien-Deal.
In dieser Folge
- 01
EU-Gipfel: Deutschland zögert bei schärferen Maßnahmen gegen Chinas Handelspraktiken
TagesschauDer rasant wachsende chinesische Handelsüberschuss belastet Europas Wirtschaft erheblich: Staatliche Subventionen und eine unterbewertete Währung ermöglichen es chinesischen Unternehmen, Produkte bis zu 50 Prozent günstiger anzubieten, was laut einer Analyse des Centre for European Reform allein in Deutschland bereits 400.000 Arbeitsplätze gekostet hat. Während die EU-Kommission beim EU-Gipfel auf Rückendeckung für härtere Schutzmaßnahmen wie Quoten und gezielte Ausgleichszölle hofft, hält sich die Bundesregierung unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit konkreten Forderungen zurück und setzt stattdessen auf Dialog und Kooperation mit Peking. Kritiker aus SPD, Grünen und CSU werfen Berlin ein 'Führungsvakuum' vor und fordern, dass Deutschland beim Gipfel als Treiber für effektiven Handelsschutz auftritt, anstatt zu bremsen.
Original - 02
1Komma5° plant Börsengang und Wettbewerb mit Enpal
Manager MagazinDas Energieunternehmen 1Komma5° unter der Führung von CEO Philipp Schröder plant einem Bericht des Manager Magazins zufolge einen Börsengang. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen eine direkte Konfrontation mit dem Konkurrenten Enpal vor, der ebenfalls im Bereich erneuerbarer Energien und Solarinstallationen tätig ist. Details zu Zeitplan und Umfang des geplanten Börsengangs sowie zur Wettbewerbsstrategie gegen Enpal waren aufgrund der Bezahlschranke des Artikels nicht vollständig einsehbar.
Original - 03
EU-China-Handelsstreit: Zwischen Schutzmaßnahmen und der Gefahr eines Handelskriegs
n-tv WirtschaftDie Handelsbeziehungen zwischen der EU und China sind erheblich belastet: Brüssel wirft Peking massive Staatssubventionen für Branchen wie Elektroautos, Stahl und Solarzellen vor und hat bereits Schutzzölle sowie Ausschreibungsverbote verhängt, während China seinerseits Exportbeschränkungen für Rohstoffe eingeführt hat. Beim EU-Gipfel beraten die 27 Staats- und Regierungschefs darüber, ob das bestehende Schutzinstrumentarium ausgeweitet werden soll, etwa durch branchenweite Schutzzölle und strengere Investitionsregeln für ausländische Unternehmen. Experten warnen vor einer Eskalation, da beide Seiten wirtschaftlich voneinander abhängig sind, halten einen begrenzten Handelskrieg jedoch für möglich, sollte keine diplomatische Lösung gefunden werden.
Original - 04
ifo Institut: Deutsche Wirtschaft wächst 2026 und 2027 jeweils um 0,8 Prozent
ifo InstitutDas ifo Institut prognostiziert für die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 jeweils ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent, wobei gegensätzliche Kräfte wirken: Ein Energiepreisschock infolge des Nahost-Konflikts bremst die Konjunktur, während eine stark expansive Finanzpolitik mit Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung das Wachstum stützt. Das Wachstum ist jedoch mit erheblichen Kosten verbunden, da das staatliche Finanzierungsdefizit von 2,8 Prozent im Jahr 2025 auf 4,9 Prozent im Jahr 2027 ansteigen und der Energiepreisschock Deutschland rund 34 Milliarden Euro an Kaufkraft kosten soll. Langfristig bleibt der Ausblick gedämpft, da demografischer Wandel und schwache Produktivitätsentwicklung das Potenzialwachstum bis Ende des Jahrzehnts auf historisch niedrige 0,1 Prozent drücken, weshalb das ifo Institut tiefgreifende Strukturreformen fordert.
Original - 05
IMD-Ranking: Deutschland fällt auf Platz 23 der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften zurück
FAZ WirtschaftIm aktuellen Wettbewerbsfähigkeitsranking des IMD World Competitiveness Center ist Deutschland um vier Plätze auf Rang 23 abgerutscht, nachdem es im Vorjahr noch auf Platz 19 geklettert war – ein deutlicher Rückfall gegenüber Rang 6 im Jahr 2014. Als Hauptursachen nennt die Studie hohe Steuern, Infrastrukturdefizite vor allem bei der Deutschen Bahn sowie die Belastungen durch US-Zölle, die Deutschland als großen EU-Exporteur besonders hart treffen. An der Spitze des Rankings steht erstmals Singapur vor Hongkong und der Schweiz, während die Studienautoren grundsätzlich festhalten, dass Wettbewerbsfähigkeit heute weniger von Kosten und Größe als von Rechtsstaatlichkeit und verlässlicher Regulierung abhängt.
Original - 06
Industriebeschäftigung auf Zehnjahrestief: Unternehmen zögern bei Neueinstellungen
n-tv WirtschaftLaut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ist die Zahl der Industriebeschäftigten in Deutschland auf ein Zehnjahrestief gesunken, wobei der Anteil der rund 6,6 Millionen Industriearbeitsplätze am gesamten Arbeitsmarkt von 22 Prozent im Jahr 2014 auf aktuell 19 Prozent gefallen ist. Ursache ist dabei nicht eine Welle von Entlassungen, sondern das zunehmende Zögern der Unternehmen, frei werdende Stellen neu zu besetzen – ein Trend, den Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunze als Warnsignal für die künftige Beschäftigungsentwicklung bezeichnet. Zusätzlich hat die Industrie als Arbeitgeber an Attraktivität verloren, da der Lohnvorteil gegenüber anderen Branchen bei Einstiegsgehältern innerhalb von zehn Jahren von 20,4 auf 10,4 Prozent geschrumpft ist.
Original - 07
Trump kündigt baldigen Indien-Besuch an und sieht Handelsabkommen kurz vor dem Abschluss
n-tv WirtschaftUS-Präsident Donald Trump hat beim G-7-Gipfel im französischen Evian erklärt, ein Handelsabkommen mit Indien sei 'sehr nahe', und einen baldigen Besuch in dem Land angekündigt. Auf dem Höhepunkt des Handelskonflikts hatten die USA Zölle von bis zu 50 Prozent auf indische Waren erhoben, was die Wirtschaftsaussichten und die Aktienmärkte des Landes erheblich belastet hatte. Analysten der Barclays Bank sehen die Lage nun deutlich entspannter und empfehlen, Indien als die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt wieder stärker in den Blick zu nehmen.
Original - 08
Israelisches Cybersicherheits-Start-up Dream steigert Bewertung auf drei Milliarden Dollar und plant Expansion nach Deutschland
HandelsblattDas israelische Cybersicherheits-Start-up Dream, mitgegründet vom ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, hat eine Series-C-Finanzierungsrunde über 260 Millionen Dollar abgeschlossen und seinen Unternehmenswert damit auf drei Milliarden Dollar gesteigert. Angeführt wird die Runde von den Wagniskapitalgebern Bicycle Capital und Group 11, mit Beteiligung von Bain Capital sowie Tru Arrow Partners des Financiers James Rothschild. Mit dem frischen Kapital plant Dream unter anderem die Eröffnung eines Büros in München und den Ausbau seines Angebots um KI-basierte Datenanalyse-Werkzeuge, womit das Unternehmen in direkte Konkurrenz zum US-Konzern Palantir tritt.
Original - 09
Deutschland gründet KI-Sicherheitsinstitut – Experten mahnen zur richtigen Ausgestaltung
FAZ WirtschaftDer Nationale Sicherheitsrat hat die Einrichtung eines deutschen AI Security Institute (AISI) beschlossen, das die Fähigkeiten und Risiken modernster KI-Modelle bewerten, die Regierung beraten und sich mit verbündeten Instituten vernetzen soll – angestoßen unter anderem durch die Erfahrung, dass Deutschland beim Test des KI-Modells 'Claude Mythos' mangels geeigneter Institution außen vor blieb. Ob das Institut sein Potenzial entfalten kann, hängt laut den Autorinnen entscheidend von drei Faktoren ab: der Gewinnung internationaler Spitzenkräfte mit konkurrenzfähigen Gehältern, einer unbürokratischen Organisationsstruktur nach dem Vorbild der Innovationsagentur SPRIND sowie einem ausreichenden Budget in der Größenordnung des britischen Vorbilds von rund 75 Millionen Euro jährlich. Das Institut soll dabei keine neue Regulierungsbehörde werden, sondern Deutschland die eigenständige Fähigkeit verschaffen, systemische Risiken von Frontier-KI zu beurteilen, und so sowohl sicherheitspolitisch als auch wirtschaftlich zur Stärkung des Standorts beitragen.
Original - 10
Industriebeschäftigung in Deutschland auf Zehnjahrestief gesunken
Zeit WirtschaftLaut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, erstellt vom Institut der deutschen Wirtschaft, ist die Zahl der Industriebeschäftigten in Deutschland auf 6,6 Millionen gefallen – das niedrigste Niveau seit zehn Jahren. Ursache ist dabei weniger ein Anstieg von Entlassungen als vielmehr die zunehmende Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen, die seit 2019 deutlich stärker sinken als die Zahl der beendeten Beschäftigungsverhältnisse. Gleichzeitig hat die Industrie als Arbeitgeber an Attraktivität verloren, da sich der Lohnvorteil gegenüber anderen Branchen innerhalb eines Jahrzehnts nahezu halbiert hat.
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EU-Gipfel: Deutschland zögert bei schärferen Maßnahmen gegen Chinas Handelspraktiken
TagesschauDer rasant wachsende chinesische Handelsüberschuss belastet Europas Wirtschaft erheblich: Staatliche Subventionen und eine unterbewertete Währung ermöglichen es chinesischen Unternehmen, Produkte bis zu 50 Prozent günstiger anzubieten, was laut einer Analyse des Centre for European Reform allein in Deutschland bereits 400.000 Arbeitsplätze gekostet hat. Während die EU-Kommission beim EU-Gipfel auf Rückendeckung für härtere Schutzmaßnahmen wie Quoten und gezielte Ausgleichszölle hofft, hält sich die Bundesregierung unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit konkreten Forderungen zurück und setzt stattdessen auf Dialog und Kooperation mit Peking. Kritiker aus SPD, Grünen und CSU werfen Berlin ein 'Führungsvakuum' vor und fordern, dass Deutschland beim Gipfel als Treiber für effektiven Handelsschutz auftritt, anstatt zu bremsen.
Original - 02
1Komma5° plant Börsengang und Wettbewerb mit Enpal
Manager MagazinDas Energieunternehmen 1Komma5° unter der Führung von CEO Philipp Schröder plant einem Bericht des Manager Magazins zufolge einen Börsengang. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen eine direkte Konfrontation mit dem Konkurrenten Enpal vor, der ebenfalls im Bereich erneuerbarer Energien und Solarinstallationen tätig ist. Details zu Zeitplan und Umfang des geplanten Börsengangs sowie zur Wettbewerbsstrategie gegen Enpal waren aufgrund der Bezahlschranke des Artikels nicht vollständig einsehbar.
Original - 03
EU-China-Handelsstreit: Zwischen Schutzmaßnahmen und der Gefahr eines Handelskriegs
n-tv WirtschaftDie Handelsbeziehungen zwischen der EU und China sind erheblich belastet: Brüssel wirft Peking massive Staatssubventionen für Branchen wie Elektroautos, Stahl und Solarzellen vor und hat bereits Schutzzölle sowie Ausschreibungsverbote verhängt, während China seinerseits Exportbeschränkungen für Rohstoffe eingeführt hat. Beim EU-Gipfel beraten die 27 Staats- und Regierungschefs darüber, ob das bestehende Schutzinstrumentarium ausgeweitet werden soll, etwa durch branchenweite Schutzzölle und strengere Investitionsregeln für ausländische Unternehmen. Experten warnen vor einer Eskalation, da beide Seiten wirtschaftlich voneinander abhängig sind, halten einen begrenzten Handelskrieg jedoch für möglich, sollte keine diplomatische Lösung gefunden werden.
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ifo Institut: Deutsche Wirtschaft wächst 2026 und 2027 jeweils um 0,8 Prozent
ifo InstitutDas ifo Institut prognostiziert für die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 jeweils ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent, wobei gegensätzliche Kräfte wirken: Ein Energiepreisschock infolge des Nahost-Konflikts bremst die Konjunktur, während eine stark expansive Finanzpolitik mit Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung das Wachstum stützt. Das Wachstum ist jedoch mit erheblichen Kosten verbunden, da das staatliche Finanzierungsdefizit von 2,8 Prozent im Jahr 2025 auf 4,9 Prozent im Jahr 2027 ansteigen und der Energiepreisschock Deutschland rund 34 Milliarden Euro an Kaufkraft kosten soll. Langfristig bleibt der Ausblick gedämpft, da demografischer Wandel und schwache Produktivitätsentwicklung das Potenzialwachstum bis Ende des Jahrzehnts auf historisch niedrige 0,1 Prozent drücken, weshalb das ifo Institut tiefgreifende Strukturreformen fordert.
Original - 05
IMD-Ranking: Deutschland fällt auf Platz 23 der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften zurück
FAZ WirtschaftIm aktuellen Wettbewerbsfähigkeitsranking des IMD World Competitiveness Center ist Deutschland um vier Plätze auf Rang 23 abgerutscht, nachdem es im Vorjahr noch auf Platz 19 geklettert war – ein deutlicher Rückfall gegenüber Rang 6 im Jahr 2014. Als Hauptursachen nennt die Studie hohe Steuern, Infrastrukturdefizite vor allem bei der Deutschen Bahn sowie die Belastungen durch US-Zölle, die Deutschland als großen EU-Exporteur besonders hart treffen. An der Spitze des Rankings steht erstmals Singapur vor Hongkong und der Schweiz, während die Studienautoren grundsätzlich festhalten, dass Wettbewerbsfähigkeit heute weniger von Kosten und Größe als von Rechtsstaatlichkeit und verlässlicher Regulierung abhängt.
Original - 06
Industriebeschäftigung auf Zehnjahrestief: Unternehmen zögern bei Neueinstellungen
n-tv WirtschaftLaut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ist die Zahl der Industriebeschäftigten in Deutschland auf ein Zehnjahrestief gesunken, wobei der Anteil der rund 6,6 Millionen Industriearbeitsplätze am gesamten Arbeitsmarkt von 22 Prozent im Jahr 2014 auf aktuell 19 Prozent gefallen ist. Ursache ist dabei nicht eine Welle von Entlassungen, sondern das zunehmende Zögern der Unternehmen, frei werdende Stellen neu zu besetzen – ein Trend, den Arbeitsmarktexpertin Luisa Kunze als Warnsignal für die künftige Beschäftigungsentwicklung bezeichnet. Zusätzlich hat die Industrie als Arbeitgeber an Attraktivität verloren, da der Lohnvorteil gegenüber anderen Branchen bei Einstiegsgehältern innerhalb von zehn Jahren von 20,4 auf 10,4 Prozent geschrumpft ist.
Original - 07
Trump kündigt baldigen Indien-Besuch an und sieht Handelsabkommen kurz vor dem Abschluss
n-tv WirtschaftUS-Präsident Donald Trump hat beim G-7-Gipfel im französischen Evian erklärt, ein Handelsabkommen mit Indien sei 'sehr nahe', und einen baldigen Besuch in dem Land angekündigt. Auf dem Höhepunkt des Handelskonflikts hatten die USA Zölle von bis zu 50 Prozent auf indische Waren erhoben, was die Wirtschaftsaussichten und die Aktienmärkte des Landes erheblich belastet hatte. Analysten der Barclays Bank sehen die Lage nun deutlich entspannter und empfehlen, Indien als die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt wieder stärker in den Blick zu nehmen.
Original - 08
Israelisches Cybersicherheits-Start-up Dream steigert Bewertung auf drei Milliarden Dollar und plant Expansion nach Deutschland
HandelsblattDas israelische Cybersicherheits-Start-up Dream, mitgegründet vom ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, hat eine Series-C-Finanzierungsrunde über 260 Millionen Dollar abgeschlossen und seinen Unternehmenswert damit auf drei Milliarden Dollar gesteigert. Angeführt wird die Runde von den Wagniskapitalgebern Bicycle Capital und Group 11, mit Beteiligung von Bain Capital sowie Tru Arrow Partners des Financiers James Rothschild. Mit dem frischen Kapital plant Dream unter anderem die Eröffnung eines Büros in München und den Ausbau seines Angebots um KI-basierte Datenanalyse-Werkzeuge, womit das Unternehmen in direkte Konkurrenz zum US-Konzern Palantir tritt.
Original - 09
Deutschland gründet KI-Sicherheitsinstitut – Experten mahnen zur richtigen Ausgestaltung
FAZ WirtschaftDer Nationale Sicherheitsrat hat die Einrichtung eines deutschen AI Security Institute (AISI) beschlossen, das die Fähigkeiten und Risiken modernster KI-Modelle bewerten, die Regierung beraten und sich mit verbündeten Instituten vernetzen soll – angestoßen unter anderem durch die Erfahrung, dass Deutschland beim Test des KI-Modells 'Claude Mythos' mangels geeigneter Institution außen vor blieb. Ob das Institut sein Potenzial entfalten kann, hängt laut den Autorinnen entscheidend von drei Faktoren ab: der Gewinnung internationaler Spitzenkräfte mit konkurrenzfähigen Gehältern, einer unbürokratischen Organisationsstruktur nach dem Vorbild der Innovationsagentur SPRIND sowie einem ausreichenden Budget in der Größenordnung des britischen Vorbilds von rund 75 Millionen Euro jährlich. Das Institut soll dabei keine neue Regulierungsbehörde werden, sondern Deutschland die eigenständige Fähigkeit verschaffen, systemische Risiken von Frontier-KI zu beurteilen, und so sowohl sicherheitspolitisch als auch wirtschaftlich zur Stärkung des Standorts beitragen.
Original - 10
Industriebeschäftigung in Deutschland auf Zehnjahrestief gesunken
Zeit WirtschaftLaut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, erstellt vom Institut der deutschen Wirtschaft, ist die Zahl der Industriebeschäftigten in Deutschland auf 6,6 Millionen gefallen – das niedrigste Niveau seit zehn Jahren. Ursache ist dabei weniger ein Anstieg von Entlassungen als vielmehr die zunehmende Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen, die seit 2019 deutlich stärker sinken als die Zahl der beendeten Beschäftigungsverhältnisse. Gleichzeitig hat die Industrie als Arbeitgeber an Attraktivität verloren, da sich der Lohnvorteil gegenüber anderen Branchen innerhalb eines Jahrzehnts nahezu halbiert hat.
Original
Häufige Fragen
Warum zögert Deutschland beim EU-Gipfel, schärfere Maßnahmen gegen Chinas Handelspraktiken zu unterstützen?
Die Bundesregierung unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt auf Dialog und Kooperation mit Peking statt auf harte Schutzmaßnahmen, da Deutschland als exportstarke Volkswirtschaft enge Wirtschaftsbeziehungen mit China pflegt und eine Eskalation fürchtet. Kritiker aus SPD, Grünen und CSU werfen Berlin deshalb ein 'Führungsvakuum' vor und fordern, dass Deutschland beim Gipfel aktiv für effektiven Handelsschutz eintritt.
Wie stark schaden Chinas Handelspraktiken der deutschen Wirtschaft konkret?
Staatliche Subventionen und eine unterbewertete Währung ermöglichen es chinesischen Unternehmen, Produkte bis zu 50 Prozent günstiger anzubieten als europäische Wettbewerber. Laut einer Analyse des Centre for European Reform hat dies allein in Deutschland bereits rund 400.000 Arbeitsplätze gekostet.
Welche Schutzmaßnahmen hat die EU gegenüber China bereits ergriffen, und was ist zusätzlich geplant?
Brüssel hat bereits Schutzzölle auf Produkte wie Elektroautos und Solarzellen sowie Ausschreibungsverbote für bestimmte chinesische Unternehmen verhängt. Beim EU-Gipfel beraten die 27 Staats- und Regierungschefs über eine Ausweitung dieser Instrumente, etwa durch branchenweite Schutzzölle und strengere Investitionsregeln für ausländische Unternehmen.
Droht zwischen der EU und China ein offener Handelskrieg?
Experten halten einen begrenzten Handelskrieg für möglich, sollte keine diplomatische Lösung gefunden werden, warnen aber gleichzeitig vor einer unkontrollierten Eskalation. Da beide Seiten wirtschaftlich stark voneinander abhängig sind, besteht auf beiden Seiten ein Interesse daran, den Konflikt einzuhegen.
Was plant 1Komma5° mit dem angekündigten Börsengang, und wie positioniert sich das Unternehmen gegenüber Enpal?
Das Energieunternehmen 1Komma5° unter CEO Philipp Schröder plant laut Manager Magazin einen Börsengang, um weiteres Wachstumskapital zu erschließen. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen eine direkte Konfrontation mit dem Solarkonkurrenten Enpal vor, wobei Details zu Zeitplan und Wettbewerbsstrategie noch nicht vollständig bekannt sind.
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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Heute schauen wir auf ein Bild der deutschen Wirtschaft, das ziemlich klar ist, auch wenn es nicht gerade aufmunternd wirkt. Die Meldungen des Tages fügen sich zu einem Muster zusammen: Deutschland steht unter Druck, von außen und von innen, und die Frage ist, ob die richtigen Antworten darauf kommen. Fangen wir mit dem großen Thema an, das gerade in Brüssel die Runde macht. Beim EU-Gipfel geht es um die Handelspolitik gegenüber China, und das ist kein kleines Thema. Die EU-Kommission drängt auf härtere Schutzmaßnahmen, weil chinesische Unternehmen durch staatliche Subventionen und eine bewusst niedrig gehaltene Währung ihre Produkte bis zu 50 Prozent günstiger anbieten können als europäische Wettbewerber. Das betrifft Elektroautos, Stahl, Solarzellen und viele andere Branchen. Laut einer Analyse des Centre for European Reform hat das allein in Deutschland bereits 400.000 Arbeitsplätze gekostet. Brüssel hat schon erste Schritte unternommen, Schutzzölle auf Elektroautos zum Beispiel, und China hat seinerseits Exportbeschränkungen für bestimmte Rohstoffe verhängt. Es ist also bereits ein Schlagabtausch im Gange. Und jetzt kommt das Interessante: Während die Kommission beim Gipfel auf Rückendeckung hofft, hält sich die Bundesregierung auffällig zurück. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt auf Dialog statt auf Druck. Kritiker aus mehreren Parteien sprechen von einem Führungsvakuum. Das ist kein Zufall, sondern spiegelt ein altes Dilemma wider: Die deutsche Wirtschaft ist tief mit China verflochten, Volkswagen, BASF, viele andere Konzerne machen dort erhebliche Umsätze. Härtere Schutzmaßnahmen könnten Gegenmaßnahmen aus Peking auslösen. Gleichzeitig kostet das Zögern Arbeitsplätze. Es ist ein echter Zielkonflikt, und eine klare Antwort darauf gibt es derzeit nicht. Dieser Zielkonflikt trifft auf eine Wirtschaft, die ohnehin nicht in bester Verfassung ist. Das ifo Institut hat seine Prognose für 2026 und 2027 vorgelegt: jeweils 0,8 Prozent Wachstum. Das klingt nach Stabilisierung, ist aber teuer erkauft. Der Staat gibt massiv Geld aus, für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung, und das Staatsdefizit soll bis 2027 auf fast fünf Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Gleichzeitig drückt ein Energiepreisschock infolge des Nahost-Konflikts auf die Kaufkraft, rund 34 Milliarden Euro soll das Deutschland kosten. Und langfristig? Das ifo Institut rechnet damit, dass das Potenzialwachstum bis Ende des Jahrzehnts auf historisch niedrige 0,1 Prozent sinkt. Demografie und schwache Produktivität sind die Bremsen. Das Institut fordert deshalb tiefgreifende Strukturreformen, ohne sie konkret zu benennen, aber die Botschaft ist klar: Das Wachstum von heute ist geliehen. Dazu passt ein anderer Befund, der ebenfalls heute veröffentlicht wurde. Im Wettbewerbsfähigkeitsranking des IMD, das jedes Jahr die Attraktivität von Volkswirtschaften für Unternehmen bewertet, ist Deutschland um vier Plätze auf Rang 23 gefallen. 2014 war Deutschland noch auf Platz 6. Seitdem geht es bergab. Die Gründe sind bekannt und werden trotzdem nicht kleiner: hohe Steuern, marode Infrastruktur, und jetzt kommen noch die US-Zölle dazu, die Deutschland als großen Exporteur besonders hart treffen. An der Spitze steht erstmals Singapur. Die Studienautoren machen einen interessanten Punkt: Wettbewerbsfähigkeit hängt heute weniger von Kosten und Größe ab als von Rechtsstaatlichkeit und verlässlicher Regulierung. Das ist eine Stärke, die Deutschland eigentlich hat, aber offenbar nicht gut genug ausspielt. Ein konkretes Bild davon, wie sich das auf den Arbeitsmarkt auswirkt, liefert eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung. Die Zahl der Industriebeschäftigten in Deutschland ist auf 6,6 Millionen gesunken, das niedrigste Niveau seit zehn Jahren. Der Anteil der Industriearbeitsplätze am gesamten Arbeitsmarkt ist von 22 auf 19 Prozent gefallen. Was besonders auffällt: Es sind nicht in erster Linie Massenentlassungen, die diesen Rückgang treiben. Es ist das stille Zögern der Unternehmen, freie Stellen einfach nicht mehr neu zu besetzen. Wer geht, wird nicht ersetzt. Das ist ein schleichender Prozess, der sich in der Statistik erst mit Verzögerung zeigt, aber langfristig tiefe Spuren hinterlässt. Hinzu kommt, dass die Industrie als Arbeitgeber weniger attraktiv geworden ist. Der Lohnvorteil gegenüber anderen Branchen hat sich in zehn Jahren fast halbiert, von über 20 Prozent auf rund 10 Prozent. Wer eine Wahl hat, schaut sich also öfter nach Alternativen um. Auf der anderen Seite gibt es durchaus Signale, die zeigen, dass in Deutschland und Europa neue Felder entstehen. Das israelische Cybersicherheits-Start-up Dream, mitgegründet vom ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, hat gerade eine Finanzierungsrunde über 260 Millionen Dollar abgeschlossen und wird jetzt mit drei Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen plant, ein Büro in München zu eröffnen und KI-basierte Datenanalyse anzubieten, womit es direkt in Konkurrenz zu Palantir tritt. Das ist ein Hinweis darauf, dass Deutschland als Standort für Technologieunternehmen noch Anziehungskraft hat, auch wenn die Rahmenbedingungen nicht ideal sind. In eine ähnliche Richtung weist die Entscheidung des Nationalen Sicherheitsrats, ein deutsches KI-Sicherheitsinstitut zu gründen. Die Idee dahinter ist vernünftig: Deutschland soll in der Lage sein, die Fähigkeiten und Risiken modernster KI-Systeme eigenständig zu beurteilen, statt auf andere angewiesen zu sein. Konkret war der Anstoß, dass Deutschland beim Test eines neuen KI-Modells mangels geeigneter Institution außen vor blieb. Experten sagen aber, dass das Institut nur dann etwas bringt, wenn drei Dinge stimmen: konkurrenzfähige Gehälter, um internationale Spitzenkräfte zu gewinnen, eine schlanke unbürokratische Struktur und ein ausreichendes Budget in der Größenordnung von rund 75 Millionen Euro jährlich, wie beim britischen Vorbild. Wenn das gelingt, wäre es ein echter Standortvorteil. Wenn nicht, bleibt es eine weitere Behörde auf dem Papier. Zum Schluss noch ein kurzer Blick über den Atlantik. Beim G7-Gipfel in Frankreich hat US-Präsident Trump erklärt, ein Handelsabkommen mit Indien sei sehr nahe, und einen Besuch dort angekündigt. Das ist relevant, weil Indien auf dem Weg ist, zur am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaft der Welt zu werden, und weil die US-Zölle von bis zu 50 Prozent auf indische Waren zuletzt erheblichen Druck auf das Land ausgeübt hatten. Eine Entspannung dort wäre ein Signal, dass die aggressive Zollpolitik der USA zumindest in Teilen verhandelbar ist. Für europäische Unternehmen, die Indien als Wachstumsmarkt im Blick haben, ist das eine wichtige Entwicklung. Was bleibt als Gesamtbild? Deutschland kämpft auf mehreren Fronten gleichzeitig: schwaches Wachstum, schwindende Wettbewerbsfähigkeit, ein Industriearbeitsmarkt unter Druck, und eine Handelspolitik, bei der die Bundesregierung noch keine klare Linie gefunden hat. Gleichzeitig gibt es Ansätze, die zeigen, dass das Land durchaus Potenzial hat, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Das waren heute die wichtigsten Themen: Deutschlands zögerliche Haltung beim EU-China-Handelsgipfel, das schwache Wachstum laut ifo und der Rückfall im Wettbewerbsranking, dazu der schleichende Rückgang der Industriebeschäftigung und die neuen Impulse aus der KI-Politik und dem Technologiesektor. Morgen schauen wir wieder, was sich bewegt. Bis dann.
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