China-Vergeltung, Rheinmetall-Absturz und KI-Chips auf dem Schwarzmarkt (24.06.2026)
Handelskrieg, Zinsdruck und geopolitische Spannungen erschüttern die Märkte: Während China US-Rüstungsfirmen ins Visier nimmt und die Straße von Hormus blockiert ist, kämpfen Dax und Nasdaq mit Verlusten.
In dieser Folge
- 01
China verhängt Exportkontrollen gegen US-Rüstungsunternehmen als Vergeltungsmaßnahme
n-tv WirtschaftChina hat Exportkontrollen gegen zehn US-amerikanische Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung und seltene Erden eingeführt, darunter Aveox, Oshkosh Defense sowie die Rohstoffproduzenten MP Materials und USA Rare Earth. Das chinesische Handelsministerium bezeichnete die Maßnahme als Reaktion auf die 'unerhörte' Einstufung chinesischer Firmen wie Alibaba, Baidu und BYD als Unterstützer des chinesischen Militärs durch das US-Verteidigungsministerium. Zusätzlich untersagte das chinesische Finanzministerium staatlichen Behörden den Kauf von Produkten bei 46 US-Konzernen, darunter Lockheed Martin, Raytheon und die Verteidigungssparte von Boeing.
Original - 02
Zinssorgen und KI-Skepsis belasten Wall Street: Nasdaq verliert über zwei Prozent
n-tv WirtschaftEin erneuter Ausverkauf bei Technologiewerten hat die US-Börsen am Dienstag deutlich belastet, wobei der Nasdaq um 2,2 Prozent auf 25.587 Punkte und der S&P 500 um 1,4 Prozent nachgaben. Auslöser waren wachsende Bedenken über die schuldenfinanzierten KI-Ausgaben der großen Technologiekonzerne sowie Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik der Fed, da Händler nun zunehmend mit zwei Zinserhöhungen bis Jahresende rechnen. Besonders Chip-Hersteller wie Nvidia, Intel und AMD standen unter starkem Verkaufsdruck, während der US-Dollar auf ein Jahreshoch kletterte und die Ölpreise infolge einer vorläufigen Iran-Sanktionsaussetzung weiter nachgaben.
Original - 03
Dax stabilisiert sich leicht – Anleger warten auf Micron-Quartalszahlen und Nvidia-Hauptversammlung
HandelsblattNach dem weltweiten Ausverkauf bei Tech-Aktien am Dienstag zeigt sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch etwas stabiler, obwohl der Dax mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 24.703 Punkten weiterhin im negativen Bereich notiert. Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets warnt vor anhaltender Unsicherheit, da die erwarteten Quartalszahlen des Chipherstellers Micron sowie die Hauptversammlung von Nvidia die Märkte erneut bewegen könnten. Der Chip- und KI-Sektor gilt dabei als besonders anfällig für abrupte Trendwenden, wie der jüngste mehrtägige Ausverkauf nach den Broadcom-Quartalsergebnissen gezeigt hat.
Original - 04
EU-Kommission verschärft Emissionshandel trotz Energiekostenkrise der Industrie
HandelsblattWährend BDI-Präsident Peter Leibinger beim Tag der Industrie hohe Energiepreise als größtes Problem des Wirtschaftsstandorts Deutschland benannte, verschärft die EU-Kommission die Lage durch eine Anhebung der Benchmarks im Emissionshandel. Die geplante Änderung bei der Zuteilung kostenloser Zertifikate bedeutet für betroffene Unternehmen zusätzliche Belastungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Dies trifft die energieintensiven Branchen in einer ohnehin schweren Krise und konterkariert die Bemühungen der Bundesregierung, die Energiekosten zu senken.
Original - 05
Rüstungskonzern KNDS kündigt Doppelnotierung in Frankfurt und Paris an
HandelsblattDer deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS, Hersteller des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000, plant einen Börsengang mit gleichzeitiger Notierung an den Börsen Frankfurt und Paris, der für Juli angepeilt wird. Deutschland und Frankreich werden dabei jeweils 40 Prozent der Anteile halten, während die verbleibenden 20 Prozent im Rahmen des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden sollen. KNDS-Chef Jean-Paul Alary bezeichnete den Schritt als 'natürlichen nächsten Schritt', der die strategische Agilität des Unternehmens stärken und Investitionen in Innovationen und Zukunftstechnologien fördern soll.
Original - 06
Dax unter Druck: Rheinmetall-Aktie bricht nach verlorenem Bundeswehr-Auftrag um 16 Prozent ein
Manager MagazinDer Dax hat am Mittwoch seine Verluste ausgebaut und ist mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 24.693 Punkte unter seine 21-Tage-Linie gerutscht, maßgeblich belastet durch einen massiven Kurseinbruch der Rheinmetall-Aktie um bis zu 16 Prozent. Auslöser war ein Medienbericht, wonach ein Bundeswehr-Großauftrag für Fregatten des Typs F126 im Wert von rund 12 Milliarden Euro an den Schiffbauer TKMS umgeleitet wird, dessen Aktien daraufhin im MDax um 10 Prozent anzogen. Im Hintergrund belastete zudem die anhaltende Korrektur im Technologiesektor, nachdem der Nasdaq 100 am Vortag um 3,3 Prozent eingebrochen war und Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Aktienrallye laut wurden.
Original - 07
Ifo-Index steigt leicht: Iran-Einigung beflügelt Stimmung in deutschen Unternehmen
FAZ WirtschaftDer Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 85,6 Punkte gestiegen, nach 85 Punkten im Mai, was Ifo-Chef Clemens Fuest auf Hoffnungen einer weltpolitischen Entspannung infolge des neuen Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zurückführt. Allerdings bleibt die Öffnung der Straße von Hormus, einem wichtigen Nadelöhr im internationalen Öl- und Rohstofftransport, noch ungeklärt, weshalb das Ifo-Institut für 2026 nur ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. Daneben plant Motel One die Übernahme von zehn deutschen Hotels aus dem insolventen Portfolio der Revo Hospitality Group sowie weiterer Häuser in Österreich, Polen und Ungarn, um die Zerschlagung der Revo-Gruppe für eigenes Wachstum zu nutzen.
Original - 08
Straße von Hormus: 1150 Schiffe mit Fracht im Wert von 125 Milliarden Dollar blockiert
Manager MagazinTrotz des Rahmenabkommens zur Beendigung des Irankriegs stecken nach einer Analyse der Allianz rund 1150 Schiffe im Persischen Golf fest, deren Wert inklusive Ladung auf etwa 125 Milliarden Dollar geschätzt wird. Anhaltende Unsicherheit über die Sicherheitslage hält Reedereien davon ab, die Straße von Hormus zu passieren – seit Unterzeichnung des Abkommens am 18. Juni haben lediglich 170 Schiffe die Meerenge durchquert. Allianz-Experte Justus Heinrich warnt, dass selbst bei einer vollständigen Normalisierung der Verhältnisse mehrere Wochen vergehen würden, bis der Rückstau abgebaut ist, da viele Schiffe nach langer Liegezeit technische Überprüfungen und Betankungen benötigen.
Original - 09
CDU-Wirtschaftsflügel fordert Neuausrichtung der Klimapolitik zugunsten der Industrie
HandelsblattDer einflussreiche Wirtschaftsflügel der CDU drängt gemeinsam mit dem Arbeitnehmerflügel auf eine Lockerung strenger Klimavorgaben, um die deutsche Industrie zu entlasten. Mittelstandsunion-Chefin Gitta Connemann und CDA-Chef Dennis Radtke fordern einen Kurs, der Klimaschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit miteinander vereint. In einem Werkstattgespräch in der CDU-Parteizentrale soll der angestrebte Kurswechsel gemeinsam mit Unternehmern und Wissenschaftlern wie Klimaforscher Ottmar Edenhofer und dem Ökonomen Lars Feld diskutiert werden.
Original - 10
Nvidias verbotene KI-Chips verdoppeln ihren Preis auf Chinas Schwarzmarkt
Financial Times – CompaniesDie verschärften US-amerikanischen Exportkontrollen haben dazu geführt, dass Nvidias in China verbotene KI-Prozessoren auf dem Schwarzmarkt deutlich teurer geworden sind und sich ihre Preise teilweise verdoppelt haben. Die verstärkte Strafverfolgung illegaler Exporte macht den Erwerb der begehrten Chips riskanter, schwieriger und kostspieliger. Die Entwicklung zeigt, wie stark die chinesische Nachfrage nach leistungsfähiger KI-Hardware trotz der Handelsbeschränkungen anhält.
Original
- 01
China verhängt Exportkontrollen gegen US-Rüstungsunternehmen als Vergeltungsmaßnahme
n-tv WirtschaftChina hat Exportkontrollen gegen zehn US-amerikanische Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung und seltene Erden eingeführt, darunter Aveox, Oshkosh Defense sowie die Rohstoffproduzenten MP Materials und USA Rare Earth. Das chinesische Handelsministerium bezeichnete die Maßnahme als Reaktion auf die 'unerhörte' Einstufung chinesischer Firmen wie Alibaba, Baidu und BYD als Unterstützer des chinesischen Militärs durch das US-Verteidigungsministerium. Zusätzlich untersagte das chinesische Finanzministerium staatlichen Behörden den Kauf von Produkten bei 46 US-Konzernen, darunter Lockheed Martin, Raytheon und die Verteidigungssparte von Boeing.
Original - 02
Zinssorgen und KI-Skepsis belasten Wall Street: Nasdaq verliert über zwei Prozent
n-tv WirtschaftEin erneuter Ausverkauf bei Technologiewerten hat die US-Börsen am Dienstag deutlich belastet, wobei der Nasdaq um 2,2 Prozent auf 25.587 Punkte und der S&P 500 um 1,4 Prozent nachgaben. Auslöser waren wachsende Bedenken über die schuldenfinanzierten KI-Ausgaben der großen Technologiekonzerne sowie Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik der Fed, da Händler nun zunehmend mit zwei Zinserhöhungen bis Jahresende rechnen. Besonders Chip-Hersteller wie Nvidia, Intel und AMD standen unter starkem Verkaufsdruck, während der US-Dollar auf ein Jahreshoch kletterte und die Ölpreise infolge einer vorläufigen Iran-Sanktionsaussetzung weiter nachgaben.
Original - 03
Dax stabilisiert sich leicht – Anleger warten auf Micron-Quartalszahlen und Nvidia-Hauptversammlung
HandelsblattNach dem weltweiten Ausverkauf bei Tech-Aktien am Dienstag zeigt sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch etwas stabiler, obwohl der Dax mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 24.703 Punkten weiterhin im negativen Bereich notiert. Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets warnt vor anhaltender Unsicherheit, da die erwarteten Quartalszahlen des Chipherstellers Micron sowie die Hauptversammlung von Nvidia die Märkte erneut bewegen könnten. Der Chip- und KI-Sektor gilt dabei als besonders anfällig für abrupte Trendwenden, wie der jüngste mehrtägige Ausverkauf nach den Broadcom-Quartalsergebnissen gezeigt hat.
Original - 04
EU-Kommission verschärft Emissionshandel trotz Energiekostenkrise der Industrie
HandelsblattWährend BDI-Präsident Peter Leibinger beim Tag der Industrie hohe Energiepreise als größtes Problem des Wirtschaftsstandorts Deutschland benannte, verschärft die EU-Kommission die Lage durch eine Anhebung der Benchmarks im Emissionshandel. Die geplante Änderung bei der Zuteilung kostenloser Zertifikate bedeutet für betroffene Unternehmen zusätzliche Belastungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Dies trifft die energieintensiven Branchen in einer ohnehin schweren Krise und konterkariert die Bemühungen der Bundesregierung, die Energiekosten zu senken.
Original - 05
Rüstungskonzern KNDS kündigt Doppelnotierung in Frankfurt und Paris an
HandelsblattDer deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS, Hersteller des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000, plant einen Börsengang mit gleichzeitiger Notierung an den Börsen Frankfurt und Paris, der für Juli angepeilt wird. Deutschland und Frankreich werden dabei jeweils 40 Prozent der Anteile halten, während die verbleibenden 20 Prozent im Rahmen des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden sollen. KNDS-Chef Jean-Paul Alary bezeichnete den Schritt als 'natürlichen nächsten Schritt', der die strategische Agilität des Unternehmens stärken und Investitionen in Innovationen und Zukunftstechnologien fördern soll.
Original - 06
Dax unter Druck: Rheinmetall-Aktie bricht nach verlorenem Bundeswehr-Auftrag um 16 Prozent ein
Manager MagazinDer Dax hat am Mittwoch seine Verluste ausgebaut und ist mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 24.693 Punkte unter seine 21-Tage-Linie gerutscht, maßgeblich belastet durch einen massiven Kurseinbruch der Rheinmetall-Aktie um bis zu 16 Prozent. Auslöser war ein Medienbericht, wonach ein Bundeswehr-Großauftrag für Fregatten des Typs F126 im Wert von rund 12 Milliarden Euro an den Schiffbauer TKMS umgeleitet wird, dessen Aktien daraufhin im MDax um 10 Prozent anzogen. Im Hintergrund belastete zudem die anhaltende Korrektur im Technologiesektor, nachdem der Nasdaq 100 am Vortag um 3,3 Prozent eingebrochen war und Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Aktienrallye laut wurden.
Original - 07
Ifo-Index steigt leicht: Iran-Einigung beflügelt Stimmung in deutschen Unternehmen
FAZ WirtschaftDer Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 85,6 Punkte gestiegen, nach 85 Punkten im Mai, was Ifo-Chef Clemens Fuest auf Hoffnungen einer weltpolitischen Entspannung infolge des neuen Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zurückführt. Allerdings bleibt die Öffnung der Straße von Hormus, einem wichtigen Nadelöhr im internationalen Öl- und Rohstofftransport, noch ungeklärt, weshalb das Ifo-Institut für 2026 nur ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. Daneben plant Motel One die Übernahme von zehn deutschen Hotels aus dem insolventen Portfolio der Revo Hospitality Group sowie weiterer Häuser in Österreich, Polen und Ungarn, um die Zerschlagung der Revo-Gruppe für eigenes Wachstum zu nutzen.
Original - 08
Straße von Hormus: 1150 Schiffe mit Fracht im Wert von 125 Milliarden Dollar blockiert
Manager MagazinTrotz des Rahmenabkommens zur Beendigung des Irankriegs stecken nach einer Analyse der Allianz rund 1150 Schiffe im Persischen Golf fest, deren Wert inklusive Ladung auf etwa 125 Milliarden Dollar geschätzt wird. Anhaltende Unsicherheit über die Sicherheitslage hält Reedereien davon ab, die Straße von Hormus zu passieren – seit Unterzeichnung des Abkommens am 18. Juni haben lediglich 170 Schiffe die Meerenge durchquert. Allianz-Experte Justus Heinrich warnt, dass selbst bei einer vollständigen Normalisierung der Verhältnisse mehrere Wochen vergehen würden, bis der Rückstau abgebaut ist, da viele Schiffe nach langer Liegezeit technische Überprüfungen und Betankungen benötigen.
Original - 09
CDU-Wirtschaftsflügel fordert Neuausrichtung der Klimapolitik zugunsten der Industrie
HandelsblattDer einflussreiche Wirtschaftsflügel der CDU drängt gemeinsam mit dem Arbeitnehmerflügel auf eine Lockerung strenger Klimavorgaben, um die deutsche Industrie zu entlasten. Mittelstandsunion-Chefin Gitta Connemann und CDA-Chef Dennis Radtke fordern einen Kurs, der Klimaschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit miteinander vereint. In einem Werkstattgespräch in der CDU-Parteizentrale soll der angestrebte Kurswechsel gemeinsam mit Unternehmern und Wissenschaftlern wie Klimaforscher Ottmar Edenhofer und dem Ökonomen Lars Feld diskutiert werden.
Original - 10
Nvidias verbotene KI-Chips verdoppeln ihren Preis auf Chinas Schwarzmarkt
Financial Times – CompaniesDie verschärften US-amerikanischen Exportkontrollen haben dazu geführt, dass Nvidias in China verbotene KI-Prozessoren auf dem Schwarzmarkt deutlich teurer geworden sind und sich ihre Preise teilweise verdoppelt haben. Die verstärkte Strafverfolgung illegaler Exporte macht den Erwerb der begehrten Chips riskanter, schwieriger und kostspieliger. Die Entwicklung zeigt, wie stark die chinesische Nachfrage nach leistungsfähiger KI-Hardware trotz der Handelsbeschränkungen anhält.
Original
Häufige Fragen
Warum verhängt China Exportkontrollen gegen US-Rüstungsunternehmen?
China reagiert damit auf die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums, chinesische Konzerne wie Alibaba, Baidu und BYD als Unterstützer des chinesischen Militärs einzustufen. Das chinesische Handelsministerium bezeichnete diese Einstufung als 'unerhört' und belegte zehn US-Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung und seltene Erden mit Exportkontrollen. Zusätzlich untersagte das chinesische Finanzministerium staatlichen Behörden den Kauf von Produkten bei 46 US-Konzernen, darunter Lockheed Martin und Raytheon.
Welche Bedeutung haben die chinesischen Maßnahmen gegen US-Rohstoffproduzenten wie MP Materials?
Die Einbeziehung von Rohstoffproduzenten wie MP Materials und USA Rare Earth in die Exportkontrollen ist strategisch bedeutsam, da seltene Erden für die Rüstungs- und Technologieindustrie unverzichtbar sind. China kontrolliert einen Großteil der globalen Produktion und Verarbeitung seltener Erden und setzt diesen Hebel gezielt als geopolitisches Druckmittel ein. Für US-Unternehmen verschärft dies die ohnehin bestehende Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen.
Warum verlor der Nasdaq zuletzt über zwei Prozent und welche Sektoren waren besonders betroffen?
Auslöser waren wachsende Bedenken über schuldenfinanzierte KI-Investitionen großer Technologiekonzerne sowie Erwartungen einer restriktiveren US-Geldpolitik, da Händler zunehmend mit zwei Zinserhöhungen bis Jahresende rechnen. Besonders Chip-Hersteller wie Nvidia, Intel und AMD standen unter starkem Verkaufsdruck. Der US-Dollar stieg gleichzeitig auf ein Jahreshoch, was Technologieaktien zusätzlich belastete.
Was bedeutet die Verschärfung des EU-Emissionshandels konkret für energieintensive Unternehmen in Deutschland?
Die EU-Kommission plant eine Anhebung der Benchmarks bei der Zuteilung kostenloser Emissionszertifikate, was betroffene Unternehmen mit zusätzlichen Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro belastet. Dies trifft energieintensive Branchen in einer ohnehin kritischen Phase, in der hohe Energiepreise laut BDI-Präsident Peter Leibinger bereits das größte Standortproblem Deutschlands darstellen. Die Maßnahme konterkariert damit die Bemühungen der Bundesregierung, die Wettbewerbsfähigkeit durch niedrigere Energiekosten zu stärken.
Was plant der Rüstungskonzern KNDS mit seinem angekündigten Börsengang, und welche Bedeutung hat die Doppelnotierung in Frankfurt und Paris?
KNDS, Hersteller von Leopard 2 und Panzerhaubitze 2000, strebt für Juli einen Börsengang mit gleichzeitiger Notierung an den Börsen Frankfurt und Paris an. Deutschland und Frankreich halten dabei jeweils 40 Prozent der Anteile, während 20 Prozent an institutionelle Investoren veräußert werden sollen. Die Doppelnotierung unterstreicht den deutsch-französischen Charakter des Unternehmens und soll Investitionen in Innovationen sowie die strategische Handlungsfähigkeit stärken.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Heute schauen wir auf einen Handelstag, der von einer ungewöhnlichen Mischung geprägt war: geopolitische Spannungen, Nervosität an den Börsen, ein dramatischer Kurseinbruch bei einem der größten deutschen Rüstungskonzerne und ein kleines Stimmungsplus in der deutschen Wirtschaft. Fangen wir mit dem großen Bild an. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China geht in eine neue Runde. China hat Exportkontrollen gegen zehn amerikanische Unternehmen verhängt, darunter Rüstungsfirmen wie Oshkosh Defense und Rohstoffproduzenten wie MP Materials und USA Rare Earth. Das chinesische Handelsministerium nennt das eine Reaktion darauf, dass das US-Verteidigungsministerium chinesische Konzerne wie Alibaba, Baidu und BYD als Unterstützer des chinesischen Militärs eingestuft hat. Zusätzlich dürfen staatliche chinesische Behörden künftig keine Produkte mehr von 46 US-Konzernen kaufen, darunter Lockheed Martin, Raytheon und Boeings Verteidigungssparte. Das ist mehr als nur symbolische Politik. Besonders die Exportkontrollen bei seltenen Erden treffen einen wunden Punkt. China dominiert die globale Produktion dieser Rohstoffe, die für Elektronik, Elektroautos und Militärtechnologie unverzichtbar sind. Wenn China hier die Daumenschrauben anzieht, spüren das nicht nur amerikanische Rüstungsunternehmen, sondern mittelfristig auch europäische Lieferketten. Passend dazu zeigt sich an den Finanzmärkten, wie angespannt die Stimmung gerade ist. Die Wall Street hat am Dienstag deutlich nachgegeben. Der Nasdaq verlor über zwei Prozent, der S&P 500 rund 1,4 Prozent. Zwei Faktoren haben da zusammengespielt: Erstens wächst die Skepsis, ob die riesigen Investitionen der großen Technologiekonzerne in künstliche Intelligenz wirklich die erhofften Renditen bringen werden. Viele dieser Ausgaben sind schuldenfinanziert, und wenn die Gewinne ausbleiben, wird das zum Problem. Zweitens rechnen Händler zunehmend damit, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen nicht so schnell senken wird wie erhofft, manche erwarten sogar zwei Zinserhöhungen bis Jahresende. Das ist Gift für wachstumsstarke Tech-Aktien, die auf billiges Geld angewiesen sind. Chip-Hersteller wie Nvidia, Intel und AMD standen besonders unter Druck. Diese Nervosität ist auch in Frankfurt angekommen. Der Dax lag am Mittwoch mit rund 0,8 Prozent im Minus bei etwa 24.700 Punkten. Aber der eigentliche Aufreger des Tages war Rheinmetall. Die Aktie des Rüstungskonzerns brach zeitweise um bis zu 16 Prozent ein, nachdem Medienberichte durchsickerten, dass ein Bundeswehr-Großauftrag für Fregatten im Wert von rund zwölf Milliarden Euro an den Schiffbauer TKMS geht und nicht an Rheinmetall. Auf der anderen Seite sprang die TKMS-Aktie um zehn Prozent nach oben. Das zeigt, wie stark einzelne Unternehmensnachrichten den Markt bewegen können, und wie viel Fantasie Anleger in die Rüstungsbranche gesteckt haben. Wenn ein Auftrag wegfällt, wird das sofort und hart bestraft. Interessant in diesem Kontext ist auch die Ankündigung des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS, der den Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000 herstellt. KNDS plant für Juli einen Börsengang mit gleichzeitiger Notierung in Frankfurt und Paris. Deutschland und Frankreich halten dabei je 40 Prozent der Anteile, 20 Prozent sollen an institutionelle Investoren gehen. Das ist ein klares Signal, dass die Rüstungsbranche trotz der heutigen Turbulenzen bei Rheinmetall weiter auf Kapitalzuflüsse setzt und sich strategisch breiter aufstellen will. Kommen wir zu einem Thema, das die deutsche Industrie schon länger beschäftigt und das heute wieder besonders deutlich wurde. Beim Tag der Industrie hat BDI-Präsident Peter Leibinger hohe Energiepreise als das größte Problem des Wirtschaftsstandorts Deutschland bezeichnet. Und genau in diesem Moment verschärft die EU-Kommission die Regeln im Emissionshandel. Die geplante Anhebung der Benchmarks bei der Zuteilung kostenloser CO2-Zertifikate bedeutet für betroffene Unternehmen Mehrbelastungen von mehreren hundert Millionen Euro. Das trifft vor allem energieintensive Branchen wie Stahl, Chemie oder Glas, die ohnehin schon unter dem Druck hoher Energiekosten leiden. Und es konterkariert die Bemühungen der Bundesregierung, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken. Der CDU-Wirtschaftsflügel reagiert darauf und fordert gemeinsam mit dem Arbeitnehmerflügel eine Neuausrichtung der Klimapolitik, die Klimaschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit besser miteinander vereint. In einem Werkstattgespräch soll das mit Unternehmern und Wissenschaftlern diskutiert werden. Wie das konkret aussehen soll, bleibt abzuwarten, aber der politische Druck auf die Klimapolitik wächst spürbar. Jetzt zu einem Thema, das die globalen Lieferketten und die Rohstoffmärkte noch länger beschäftigen wird: die Straße von Hormus. Nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran herrscht zwar vorsichtiger Optimismus, aber die Realität ist komplizierter. Laut einer Analyse der Allianz stecken derzeit rund 1.150 Schiffe im Persischen Golf fest, mit einer Fracht im Gesamtwert von etwa 125 Milliarden Dollar. Seit Unterzeichnung des Abkommens am 18. Juni haben gerade mal 170 Schiffe die Meerenge durchquert. Reedereien zögern, weil die Sicherheitslage noch unklar ist. Und selbst wenn sich alles normalisiert, warnen Experten, dass der Rückstau Wochen dauern wird abzubauen, weil viele Schiffe nach langer Liegezeit technische Überprüfungen und Betankungen brauchen. Das spüren wir auch im Ifo-Geschäftsklimaindex, der im Juni leicht auf 85,6 Punkte gestiegen ist, nach 85 Punkten im Mai. Ifo-Chef Clemens Fuest führt das auf Hoffnungen einer geopolitischen Entspannung zurück. Aber er dämpft die Erwartungen gleichzeitig: Für 2026 erwartet das Ifo-Institut nur ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent für Deutschland. Das ist kein Aufschwung, das ist bestenfalls ein zartes Pflänzchen. Solange die Straße von Hormus nicht vollständig offen ist und die globalen Handelskonflikte anhalten, bleibt die Unsicherheit hoch. Und dann noch ein Blick auf den Technologiesektor aus einer anderen Perspektive. Nvidias KI-Chips, die in China offiziell verboten sind, werden auf dem chinesischen Schwarzmarkt immer teurer. Ihre Preise haben sich teilweise verdoppelt. Die verschärften US-Exportkontrollen machen den illegalen Erwerb riskanter und aufwendiger, aber die Nachfrage bleibt ungebrochen. Das zeigt zweierlei: Erstens, wie groß der Hunger nach leistungsfähiger KI-Hardware in China ist. Und zweitens, dass Exportkontrollen zwar den Zugang erschweren, aber nicht vollständig unterbinden können. Für Nvidia selbst ist das ein zweischneidiges Schwert: Einerseits verliert man offiziell Marktanteile in China, andererseits zeigt die Schwarzmarktprämie, wie begehrt die eigenen Produkte sind. Was bleibt als Gesamtbild dieses Tages? Wir sehen eine Weltwirtschaft, die unter mehreren Stressquellen gleichzeitig steht: dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, der Unsicherheit über KI-Investitionen und Zinsentwicklung, blockierten Lieferketten im Persischen Golf und einer deutschen Industrie, die zwischen hohen Energiekosten und verschärften Klimaregeln eingeklemmt ist. Der leichte Anstieg des Ifo-Index ist ein kleines Licht am Ende des Tunnels, aber noch kein Grund zur Entwarnung. Heute haben wir also über den eskalierenden Handelskonflikt zwischen den USA und China gesprochen, über Turbulenzen an den Börsen von New York bis Frankfurt, über den dramatischen Kurseinbruch bei Rheinmetall, über den geplanten Börsengang von KNDS, über den Druck auf die deutsche Industrie durch Energiekosten und Klimapolitik, über die blockierten Schiffe in der Straße von Hormus und über das schwache Wachstumssignal aus dem Ifo-Index. Morgen schauen wir wieder, was sich bewegt. Bis dann.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com