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Wirtschaft im Fokus
Folge 2729.06.20267:48 KI-vertont

Nasdaq-Verlustserie, ASML-Monopol und Hitzewellen als Wirtschaftsrisiko (29.06.2026)

KI-Sorgen und Hitze belasten Märkte weltweit – während Südkorea Billionen in Chips investiert und SpaceX in den Nasdaq 100 aufsteigt, enthüllt ein Skandal deutsche Einflussnahme auf Serbiens Lithium-Proteste.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    US-Börsen kaum verändert: Nasdaq verzeichnet fünften Verlusttag in Folge

    n-tv Wirtschaft

    Die US-Börsen schlossen am Freitag nahezu unverändert, wobei der Nasdaq mit einem Wochenverlust von 4,7 Prozent besonders unter Druck stand, da Anleger die Rentabilität massiver KI-Investitionen zunehmend in Frage stellen. Zusätzlich belasteten anhaltende Zinssorgen die Stimmung, nachdem die US-Inflation im Mai auf über vier Prozent gestiegen war und Händler nun eine Zinserhöhung der Fed einpreisen. Auf Unternehmensebene erholten sich Apple-Aktien um 3,1 Prozent, während ON Semiconductor nach der angekündigten Übernahme von Synaptics für rund sieben Milliarden Dollar um fast 24 Prozent einbrach.

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  2. 02

    Bundesregierung wollte Lithium-Protest in Serbien mit fast fünf Millionen Euro eindämmen

    n-tv Wirtschaft

    Die deutsche Bundesregierung hat 2025 auf Wunsch des Bergbaukonzerns Rio Tinto zugesagt, dessen umstrittenes Lithiumprojekt im serbischen Jadar-Tal mit bis zu 4,9 Millionen Euro zu unterstützen – unter anderem für eine Imagekampagne gegen den weitverbreiteten Widerstand in der serbischen Bevölkerung. Das geht aus internen Dokumenten des Wirtschaftsministeriums hervor, die der 'Spiegel' und das Balkan Investigative Reporting Network ausgewertet haben. Aktuell ruht das Projekt jedoch, die zugesagten Mittel wurden nach Angaben der Bundesregierung bislang nicht abgerufen.

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  3. 03

    ASML: Europas wertvollstes Unternehmen und das Monopol hinter der globalen Chipindustrie

    FAZ Wirtschaft

    Der niederländische Technologiekonzern ASML aus Veldhoven ist mit einem Börsenwert von rund 645 Milliarden Euro das wertvollste Unternehmen Europas und hält ein weltweites Monopol auf die EUV-Lithographietechnologie, ohne die keine modernen Hochleistungschips für Künstliche Intelligenz hergestellt werden können. CEO Christophe Fouquet sieht das größte Risiko nicht in geopolitischen Restriktionen oder Konkurrenz, sondern im Verlust der Innovationsbereitschaft und im Vergessen der partnerschaftlichen Grundlagen des Erfolgs, zu denen auch die deutschen Schlüsselzulieferer Trumpf und Carl Zeiss SMT zählen. Gleichzeitig warnt Fouquet, dass Europa durch das Fehlen einer eigenen digitalen Plattformwirtschaft und Halbleiternachfrage langfristig seinen wirtschaftlichen Wohlstand und seine technologische Souveränität riskiert, und plädiert gemeinsam mit anderen Großkonzernen für eine aktive europäische Industriepolitik, die Nachfrage nach heimischen Technologien gezielt fördert.

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  4. 04

    Südkorea plant Billionen-Investitionen in Chips und KI-Infrastruktur

    n-tv Wirtschaft

    Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat ein milliardenschweres Investitionsprogramm angekündigt, das die Gesamtsumme von einer Billiarde Won – umgerechnet rund 569 Milliarden Euro – übersteigen könnte und auf die drei Schlüsselbereiche Halbleiter, physische KI und KI-Rechenzentren ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt steht der Aufbau neuer Chip-Cluster im Südwesten des Landes, unter anderem in der Region Gwangju und der Provinz Süd-Jeolla, um die wirtschaftliche Konzentration auf den Großraum Seoul zu verringern. Kritiker bezweifeln jedoch, ob die ländlicheren Regionen die nötige Infrastruktur und Fachkräfte bereitstellen können, und werfen dem Präsidenten vor, mit dem Plan vor allem seine Popularität außerhalb der Hauptstadtregion steigern zu wollen.

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  5. 05

    Südkorea plant 569-Milliarden-Euro-Investition in Chips und KI – weitere Wirtschaftsmeldungen im Überblick

    FAZ Wirtschaft

    Südkorea hat ein massives Investitionsprogramm von umgerechnet rund 569 Milliarden Euro angekündigt, um seine Führungsposition in der Halbleiter- und KI-Branche auszubauen; Präsident Lee Jae Myung betonte dabei die Bedeutung von Halbleitern, physischer KI und KI-Rechenzentren als strategische Säulen, während Samsung- und SK-Hynix-Chefs an der Ankündigung teilnahmen. Daneben meldete die Deko-Kette Depot im Rahmen ihres Insolvenzverfahrens die Schließung von 66 Filialen und den Verlust von rund 330 Arbeitsplätzen, während der Technologie-Investor Prosus seinen Umsatz um 57 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar steigerte und sich im Übernahmekampf um Delivery Hero positioniert. Weitere Meldungen betreffen die Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq 100, die Prognoseerhöhung des Spezialchemiekonzerns Evonik sowie die Vertragsverlängerung von Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot.

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  6. 06

    Hitzewelle kostet Handwerksbetriebe täglich Dutzende Arbeitsstunden

    Zeit Wirtschaft

    Extreme Hitze zwingt Handwerker wie den Hamburger Dachdeckermeister Adrian Sander dazu, ihre Arbeitszeiten drastisch zu verkürzen: Statt bis 16 Uhr wird bereits gegen zwölf Uhr Feierabend gemacht, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Bei einem Team von zehn Personen entstehen so täglich 40 verlorene Arbeitsstunden, hinzu kommen längere Pausen und ein verlangsamtes Arbeitstempo. Die ausgefallene Arbeitszeit muss in den folgenden Wochen nachgeholt werden, was zu Verzögerungen und wirtschaftlichen Einbußen führt.

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  7. 07

    SpaceX-Aktie rückt in den Nasdaq 100 auf – Milliardenzuflüsse durch Indexaufnahme erwartet

    Manager Magazin

    Nach seinem Mega-Börsengang Mitte Juni wird SpaceX zum 7. Juli in den technologielastigen Nasdaq 100 aufgenommen, was laut JPMorgan passive Investmentzuflüsse von rund 4,3 Milliarden Dollar auslösen dürfte. Um solche Großbörsengänge anzuziehen, hatten Indexanbieter wie Nasdaq und FTSE Russell ihre Aufnahmekriterien gelockert und unter anderem Profitabilitätsvorgaben gestrichen – SpaceX hatte 2024 einen Verlust von 4,9 Milliarden Dollar verbucht. Eine Aufnahme in den S&P 500 bleibt dem Konzern vorerst verwehrt, da S&P Global an seinen strengen Gewinnvoraussetzungen festhält und mindestens zwölf Monate nach dem Börsengang abwarten will.

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  8. 08

    Rüstungsboom in Deutschland: Chancen und Risiken für zivile Unternehmen

    n-tv Wirtschaft

    Angesichts historisch hoher Verteidigungsausgaben von rund 108 Milliarden Euro im Jahr 2026 drängen immer mehr traditionell zivile Unternehmen – darunter Schaeffler, Mercedes-Benz, Daimler Truck und Trumpf – in den deutschen Rüstungsmarkt, den Experten als größte industrielle Neuausrichtung Europas seit dem Ende des Kalten Krieges bezeichnen. Strategieberater warnen jedoch vor überzogenem Optimismus, da der Staat als Auftraggeber langwierige Vergabeverfahren, strenge Preisprüfungen und hohe Eintrittsbarrieren mit sich bringt, während sich Erträge für Neueinsteiger oft erst nach Jahren realisieren lassen. Als entscheidende Erfolgsfaktoren gelten breite Diversifikation, Dual-Use-Technologien und europäische Programme, um Überkapazitäten, politische Abhängigkeiten und mögliche Exportbeschränkungen abzufedern.

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  9. 09

    Hitzewellen als Wirtschaftsrisiko: Milliardenverluste ab 30 Grad und KI als Lösungsansatz

    n-tv Wirtschaft

    Extreme Hitzewellen entwickeln sich in Deutschland zu einem ernsthaften wirtschaftlichen Risiko: Ab 30 Grad sinkt die Arbeitsproduktivität pro zusätzlichem Grad um rund drei Prozent, und laut einer Analyse von Allianz Trade könnten bis 2030 Verluste von bis zu 112,5 Milliarden Euro entstehen. Besonders betroffen sind Branchen mit körperlicher Außenarbeit sowie Industrien mit komplexen Lieferketten wie Automobil- und Maschinenbau, da Niedrigwasser auf Flüssen wie dem Rhein, überlastete Stromnetze und Infrastrukturschäden zu Kettenreaktionen führen. Experten empfehlen Unternehmen, Künstliche Intelligenz im Supply-Chain-Risikomanagement einzusetzen, um Wetterdaten, Pegelstände und Verkehrsinformationen in Echtzeit auszuwerten und Lieferketten von einem reaktiven in ein vorausschauendes System zu transformieren.

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  10. 10

    KI-Sorgen und Tech-Ausverkauf drücken Dax auf Wochentief

    n-tv Wirtschaft

    Wachsende Bedenken über die Aussichten der KI-Branche und ein Tech-Ausverkauf an den asiatischen Börsen haben den Dax zum Wochenschluss um 1,3 Prozent auf 24.671 Punkte gedrückt, wobei insbesondere Chipwerte wie Infineon mit einem Minus von 4,5 Prozent unter Druck gerieten. Zusätzlich belasteten Berichte über eine mögliche Verschiebung des OpenAI-Börsengangs sowie Preiserhöhungen bei Apple infolge gestiegener Speicherchip-Kosten die Stimmung an den Märkten. Parallel dazu sorgte die Ankündigung eines möglichen Abbaus von bis zu 100.000 Stellen bei Volkswagen für weitere Hiobsbotschaften aus der deutschen Industrie, während die Commerzbank kurz vor Ablauf des Unicredit-Übernahmeangebots ihre Aktionäre in einem offenen Brief zur Treue aufrief.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum steht der Nasdaq unter besonderem Druck, und was hat das mit KI-Investitionen zu tun?

Der Nasdaq verzeichnete fünf Verlusttage in Folge mit einem Wochenminus von 4,7 Prozent, weil Anleger zunehmend bezweifeln, ob die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich rentabel sind. Hinzu kommen Zinssorgen: Die US-Inflation stieg im Mai auf über vier Prozent, was Händler dazu veranlasst, eine weitere Zinserhöhung der Fed einzupreisen – ein Umfeld, das wachstumsstarke Tech-Werte besonders belastet.

Was steckt hinter der deutschen Förderung des Rio-Tinto-Lithiumprojekts in Serbien?

Die Bundesregierung sagte 2025 auf Wunsch des Bergbaukonzerns Rio Tinto bis zu 4,9 Millionen Euro für das umstrittene Lithiumprojekt im serbischen Jadar-Tal zu – unter anderem für eine Imagekampagne gegen den breiten Widerstand in der serbischen Bevölkerung. Hintergrund ist Deutschlands strategisches Interesse an einer gesicherten Lithiumversorgung für die Elektromobilitäts- und Batteriebranche; die Mittel wurden bislang jedoch nicht abgerufen, da das Projekt derzeit ruht.

Warum gilt ASML als unverzichtbar für die globale Chipindustrie, und wo liegt das größte Risiko für das Unternehmen?

ASML hält ein weltweites Monopol auf die EUV-Lithographietechnologie, die zur Herstellung moderner Hochleistungschips – etwa für KI-Anwendungen – zwingend erforderlich ist; kein anderer Hersteller kann diese Maschinen liefern. CEO Christophe Fouquet sieht das größte Unternehmensrisiko nicht in geopolitischen Exportbeschränkungen oder neuen Wettbewerbern, sondern im internen Verlust der Innovationskultur und im Vernachlässigen partnerschaftlicher Beziehungen zu Schlüsselzulieferern wie Trumpf und Carl Zeiss SMT.

Was sind die Ziele von Südkoreas geplantem 569-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm in Chips und KI?

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat ein Programm angekündigt, das auf die drei Bereiche Halbleiter, physische KI und KI-Rechenzentren ausgerichtet ist und die Führungsposition von Unternehmen wie Samsung und SK Hynix langfristig sichern soll. Ein weiteres erklärtes Ziel ist die regionale Wirtschaftsentwicklung: Neue Chip-Cluster sollen gezielt im Südwesten des Landes entstehen, um die starke wirtschaftliche Konzentration auf den Großraum Seoul zu verringern.

Warum warnt ASML-Chef Fouquet vor einem langfristigen Wohlstandsverlust in Europa, und was fordert er politisch?

Fouquet sieht ein strukturelles Problem darin, dass Europa weder eine eigene digitale Plattformwirtschaft noch eine ausreichende heimische Nachfrage nach Halbleitern aufgebaut hat – beides Voraussetzungen für technologische Souveränität und wirtschaftliche Stärke. Gemeinsam mit anderen europäischen Großkonzernen plädiert er deshalb für eine aktive europäische Industriepolitik, die gezielt Nachfrage nach in Europa entwickelten und produzierten Technologien schafft.

Vollständiges Transkript

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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Die Woche endet mit einem Bild, das gerade sehr typisch für unsere Zeit ist: Auf der einen Seite gigantische Investitionen in Technologie und Künstliche Intelligenz, auf der anderen Seite wachsende Zweifel daran, ob das alles wirklich so profitabel wird, wie erhofft. Und genau dieser Widerspruch hat diese Woche die Märkte bewegt. Fangen wir an den Börsen an. Der Dax hat zum Wochenschluss 1,3 Prozent verloren und ist auf 24.671 Punkte gefallen. Besonders hart hat es Chipwerte getroffen, Infineon zum Beispiel mit einem Minus von 4,5 Prozent. Der Grund: An den asiatischen Märkten gab es einen regelrechten Tech-Ausverkauf, und die Stimmung schwappte nach Europa über. Dazu kamen Berichte, dass der geplante Börsengang von OpenAI möglicherweise verschoben wird, und Meldungen über Preiserhöhungen bei Apple, weil Speicherchips teurer werden. In den USA war die Lage ähnlich angespannt. Der Nasdaq hat seinen fünften Verlusttag in Folge hingelegt und in der Gesamtwoche satte 4,7 Prozent verloren. Anleger fragen sich zunehmend laut, ob die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur jemals die erhofften Gewinne abwerfen werden. Gleichzeitig drücken Zinssorgen auf die Stimmung. Die US-Inflation ist im Mai auf über vier Prozent gestiegen, und Händler beginnen bereits, eine weitere Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank Fed einzupreisen. Das ist eine Kombination, die Anleger nervös macht. Und doch laufen parallel dazu Investitionen in einem Ausmaß, das man sich kaum vorstellen kann. Südkorea hat ein Programm angekündigt, das umgerechnet rund 569 Milliarden Euro umfasst, ausgerichtet auf Halbleiter, Künstliche Intelligenz und KI-Rechenzentren. Präsident Lee Jae Myung hat das gemeinsam mit den Chefs von Samsung und SK Hynix präsentiert. Geplant sind neue Chip-Cluster im Südwesten des Landes, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Hauptstadtregion Seoul zu verringern. Kritiker zweifeln allerdings daran, ob die ländlicheren Regionen die nötige Infrastruktur und die Fachkräfte wirklich liefern können. Das zeigt: Die globale Chip- und KI-Industrie wird gerade mit enormem staatlichem Geld befeuert, trotz aller Zweifel an der kurzfristigen Rentabilität. Und mittendrin sitzt ein europäisches Unternehmen, ohne das das alles gar nicht möglich wäre: ASML aus dem niederländischen Veldhoven. Der Konzern ist mit rund 645 Milliarden Euro Börsenwert das wertvollste Unternehmen Europas und hält ein weltweites Monopol auf eine Technologie namens EUV-Lithographie. Ohne diese Maschinen lassen sich keine modernen Hochleistungschips herstellen, schlicht und einfach. Zu den wichtigsten Zulieferern von ASML gehören übrigens die deutschen Unternehmen Trumpf und Carl Zeiss. ASML-Chef Christophe Fouquet warnt allerdings, dass Europa langfristig seinen technologischen Wohlstand riskiert, weil der Kontinent keine eigene digitale Plattformwirtschaft hat und damit auch keine ausreichende Nachfrage nach heimischen Technologien erzeugt. Er plädiert für eine aktive europäische Industriepolitik. Das ist eine Debatte, die gerade in vielen Chefetagen geführt wird. Ebenfalls spannend in dieser Woche: SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, rückt zum 7. Juli in den Nasdaq 100 auf. Nach dem Börsengang Mitte Juni erwartet JPMorgan allein durch passive Indexfonds Zuflüsse von rund 4,3 Milliarden Dollar. Interessant dabei: SpaceX hat 2024 einen Verlust von fast fünf Milliarden Dollar gemacht, und trotzdem wurde es in den Index aufgenommen, weil Nasdaq und andere Indexanbieter ihre Aufnahmekriterien gelockert und Profitabilitätsvorgaben gestrichen haben. In den S&P 500 kommt SpaceX vorerst nicht rein, dort gelten noch strengere Regeln. Kommen wir zu einem Thema, das in Deutschland gerade sehr viele Unternehmen beschäftigt: der Rüstungsboom. Mit rund 108 Milliarden Euro Verteidigungsausgaben im Jahr 2026 drängen immer mehr zivile Firmen in den Markt. Schaeffler, Mercedes-Benz, Daimler Truck, Trumpf, sie alle wollen ein Stück vom Kuchen. Experten sprechen von der größten industriellen Neuausrichtung Europas seit dem Ende des Kalten Krieges. Aber Strategieberater warnen auch: Der Staat ist ein schwieriger Auftraggeber. Lange Vergabeverfahren, strenge Preisprüfungen, hohe Eintrittsbarrieren. Wer jetzt einsteigt, sollte nicht mit schnellen Gewinnen rechnen. Als Erfolgsfaktoren gelten breite Streuung, sogenannte Dual-Use-Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch einsetzbar sind, und die Einbindung in europäische Programme. Dann noch ein Thema, das wirtschaftlich unterschätzt wird: Hitze. Diese Woche hat es wieder gezeigt, wie stark extreme Temperaturen den Arbeitsalltag beeinflussen. Ein Hamburger Dachdeckermeister berichtete, dass sein Team von zehn Leuten bei großer Hitze täglich 40 Arbeitsstunden verliert, weil früher Feierabend gemacht werden muss, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Das klingt nach einem Einzelfall, ist es aber nicht. Laut einer Analyse von Allianz Trade sinkt die Arbeitsproduktivität ab 30 Grad pro zusätzlichem Grad um rund drei Prozent. Bis 2030 könnten in Deutschland Verluste von bis zu 112,5 Milliarden Euro entstehen. Besonders betroffen sind Branchen mit körperlicher Außenarbeit, aber auch die Automobil- und Maschinenbauindustrie, weil Niedrigwasser auf dem Rhein, überlastete Stromnetze und Infrastrukturschäden zu Kettenreaktionen in den Lieferketten führen. Experten empfehlen, Künstliche Intelligenz im Lieferkettenmanagement einzusetzen, um Wetterdaten und Pegelstände in Echtzeit auszuwerten und frühzeitig reagieren zu können. Und dann noch eine Meldung, die politisch aufhorchen lässt. Laut internen Dokumenten des Wirtschaftsministeriums, die der Spiegel ausgewertet hat, hat die Bundesregierung 2025 zugesagt, das umstrittene Lithiumprojekt des Bergbaukonzerns Rio Tinto im serbischen Jadar-Tal mit bis zu 4,9 Millionen Euro zu unterstützen, unter anderem für eine Imagekampagne gegen den Widerstand in der serbischen Bevölkerung. Das Projekt ruht aktuell, und die Mittel wurden bislang nicht abgerufen. Aber allein die Tatsache, dass Deutschland bereit war, Geld für die Beeinflussung öffentlicher Meinung in einem anderen Land einzusetzen, um an Rohstoffe für die eigene Industrie zu kommen, dürfte noch für Diskussionen sorgen. Was diese Woche zusammenfasst: Wir befinden uns in einer Phase, in der gigantische technologische Wetten laufen, die Märkte aber gleichzeitig anfangen, die Rechnung zu hinterfragen. Hinzu kommen strukturelle Risiken wie Hitze, Lieferkettenprobleme und eine Industrie im Umbau, die alle gleichzeitig Aufmerksamkeit brauchen. Damit sind wir durch für heute. KI-Skepsis an den Börsen, Südkoreas Billionen-Wette auf Chips, Europas stiller Chip-Champion ASML, der Rüstungsboom in der deutschen Industrie und Hitze als unterschätztes Wirtschaftsrisiko, das waren die Themen, die diese Woche geprägt haben. Morgen schauen wir wieder, was sich bewegt. Bis dann.

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