Deindustrialisierung, China-Schock und Jobkrise in der deutschen Wirtschaft (30.06.2026)
Deutschlands Industrie steht unter Druck: Familienunternehmen schrumpfen, Jobverluste in der Metall- und Elektroindustrie häufen sich – während Covestro Milliarden nach Asien verlagert und ein chinesischer Konzern MediaMarktSaturn übernimmt.
In dieser Folge
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China sichert EU zu: Exportkontrollen für seltene Erden sollen Lieferketten nicht beeinträchtigen
n-tv WirtschaftIm Rahmen von Gesprächen in Brüssel hat Chinas Handelsminister Wang Wentao gegenüber EU-Handelskommissar Maros Sefcovic zugesichert, dass die chinesischen Exportkontrollen für seltene Erden und Permanentmagnete die Lieferketten europäischer Unternehmen nicht beeinträchtigen werden. Beide Seiten starteten zudem neue Handels- und Investitionskonsultationen, um grundlegende Konflikte in den Bereichen Handelsausgewogenheit, geistige Eigentumsrechte und WTO-Reform anzugehen. Sefcovic betonte, der Status quo sei keine Option, und kündigte an, bis Oktober konkrete Ergebnisse anzustreben sowie im Herbst nach Peking zu reisen, um die Fortschritte zu bewerten.
Original - 02
Covestro investiert knapp vier Milliarden Euro in neue Produktionsanlagen in China und den VAE
Manager MagazinDer Kunststoffkonzern Covestro plant den Bau einer neuen Großanlage für das Kunststoff-Vorprodukt MDI in Shanghai mit einer Jahreskapazität von 660.000 Tonnen sowie eine weitere Investition in den Vereinigten Arabischen Emiraten – die ersten Großinvestitionen seit der Übernahme durch den Ölkonzern Adnoc, mit einem Gesamtvolumen von knapp vier Milliarden Euro. CEO Markus Steilemann begründete die Entscheidung mit den besseren Wachstumsaussichten in Asien und dem Nahen Osten sowie den mangelnden Wettbewerbsbedingungen in Europa, wo hohe Energiepreise und ein Überangebot billiger chinesischer Chemikalien die Branche belasten. Steilemann sieht die Zukunft europäischer Chemieunternehmen daher weniger in energieintensiven Produktionsverfahren als vielmehr in Innovationen und Forschungskompetenz.
Original - 03
Deutschlands große Familienunternehmen schrumpfen: Wirtschaftskrise trifft Industriekern
Manager MagazinDie großen deutschen Familienunternehmen verzeichnen laut Manager Magazin keine Wachstumsdynamik mehr und kämpfen mit spürbaren Einbußen bei Umsatz und Gewinn. Prominente Beispiele wie Volkswagen unter Wolfgang Porsche, der Maschinenbauer Trumpf unter Nicola Leibinger-Kammüller sowie die Otto Group mussten nicht nur finanzielle Rückschläge hinnehmen, sondern auch Stellen abbauen. Die Entwicklung gilt als Warnsignal für den Kern der deutschen Industrie, da Familienunternehmen traditionell als Rückgrat der heimischen Wirtschaft gelten.
Original - 04
Metall- und Elektroindustrie: Massenhafte Jobverluste und kaum Hoffnung auf Erholung
n-tv WirtschaftDie deutsche Metall- und Elektroindustrie befindet sich in einer tiefen Krise: Laut einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall unter rund 1000 Unternehmen bewerten 42 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Lage als schlecht, während 25 Prozent ihre Produktion und 44 Prozent ihre Investitionen kürzen wollen. Seit 2019 gingen in der Branche fast 320.000 Arbeitsplätze verloren, allein im April 2026 waren es rund 103.000 weniger als im Vorjahr. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warnte vor weiterer Abwanderung und Verlagerung ins Ausland und forderte von der Politik grundlegende Strukturreformen sowie spürbare wirtschaftliche Entlastungen.
Original - 05
Dax erholt sich leicht – Analysten warnen vor anhaltender Seitwärtsbewegung
HandelsblattDer deutsche Leitindex Dax legte am Dienstag um rund 0,9 Prozent auf bis zu 24.874 Punkte zu, nachdem er am Montag nahezu unverändert bei 24.627 Punkten geschlossen hatte. Dennoch bewegt sich der Index seit mehr als zwei Wochen in einer engen Seitwärtsspanne zwischen etwa 24.600 und 25.200 Punkten, während das Rekordhoch vom Januar noch knapp 1000 Punkte entfernt liegt. Marktanalysten sprechen von einem 'Sommer-Blues' und warnen vor einem klaren Warnsignal, das der Dax angesichts geringer Handelsvolumina und der Nähe zur zentralen Unterstützungsmarke bei 24.507 Punkten aussendet.
Original - 06
Covestro verlagert Investitionen nach Asien und Golfregion – Europa verliert an Attraktivität
HandelsblattDer Leverkusener Kunststoffhersteller Covestro plant seinen künftigen Wachstumskurs vorrangig in Asien und der Golfregion: Konkret bereitet das Unternehmen eine neue Großanlage für den Schaumstoff MDI in Shanghai vor und prüft per Machbarkeitsstudie ein weiteres Werk in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Strategie profitiert dabei von der Übernahme durch den arabischen Ölkonzern Adnoc, dessen Investmentgesellschaft XRG nun Eigentümer von Covestro ist und in Abu Dhabi Zugang zu günstiger Energie sowie integrierter Rohstoffinfrastruktur bietet. Covestro-Chef Markus Steilemann betonte, dass in der Golfregion eine der wettbewerbsfähigsten Anlagen der Welt entstehen könnte – eine Entwicklung, die angesichts grundlegender Kostennachteile Europas Konsequenzen für die deutschen Standorte des Konzerns haben dürfte.
Original - 07
Chinas Wirtschaft im Juni: Exportboom hebt Einkaufsmanagerindex trotz schwacher Binnennachfrage
HandelsblattChinas Industrie- und Dienstleistungssektoren haben im Juni besser als erwartet abgeschnitten, wie Daten des Nationalen Statistikamts zeigen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 50,3, nachdem er im Mai auf die Expansionsschwelle von 50 gefallen war, während der PMI für die Hightech-Fertigung sogar 53,5 erreichte. Ökonomen werten die Ergebnisse als moderat positive Überraschung, warnen jedoch, dass die Binnenwirtschaft weiterhin unter Druck steht und zuletzt die Einzelhandelsumsätze auf einen neuen Tiefstwert gefallen sind.
Original - 08
China-Schock bedroht deutsche Industrie: Koalition diskutiert härtere Handelspolitik
HandelsblattBeim Koalitionsausschuss beraten die deutschen Regierungsspitzen neben innenpolitischen Reformen auch über eine schärfere Handelspolitik gegenüber China. Hintergrund ist der sogenannte China-Schock: Chinesische Hersteller drängen mit staatlich subventionierten Überkapazitäten und aggressiver Preisgestaltung in immer mehr Schlüsselbranchen auf den Weltmarkt und setzen die deutsche Industrie massiv unter Druck. Als drastisches Beispiel plant Volkswagen den Abbau von 100.000 Stellen und die mögliche Schließung von vier deutschen Werken, was Bundeskanzler Merz und die Koalition zu der Überzeugung gebracht hat, dass Europa sich gegen unfaire Wettbewerbsmethoden zur Wehr setzen muss.
Original - 09
Bundeswirtschaftsministerium genehmigt Übernahme von MediaMarktSaturn durch chinesischen Konzern JD.com
Zeit WirtschaftDas Bundeswirtschaftsministerium hat die Übernahme des europäischen Elektronikhändlers MediaMarktSaturn durch den chinesischen Handelsriesen JD.com unter Auflagen genehmigt, die insbesondere den Schutz personenbezogener Kundendaten sowie umfangreiche staatliche Kontroll- und Widerrufsrechte sicherstellen sollen. Endgültig abgeschlossen ist die Transaktion jedoch noch nicht, da die Europäische Kommission vorläufige Bedenken hinsichtlich möglicher wettbewerbsverzerrender chinesischer Subventionen geäußert hat und bis zum 2. Oktober Zeit für eine abschließende Entscheidung hat. JD.com, mit einem Jahresumsatz von rund 159 Milliarden US-Dollar einer der weltgrößten Handelskonzerne, rechnet mit einer vollständigen Freigabe in der zweiten Jahreshälfte 2025.
Original - 10
BIZ warnt vor Rekordstaatsverschuldung und Risiken durch KI-Investitionsboom
n-tv WirtschaftDie Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt in ihrem Jahreswirtschaftsbericht zu fiskalpolitischer Disziplin und warnt vor den wachsenden Risiken durch die globale Rekordverschuldung der öffentlichen Hand, die zunehmend von hoch verschuldeten Hedgefonds gehalten wird. Diese Entwicklung könne zu häufigeren Kursverlusten bei Staatsanleihen führen und die Finanzierungsbedingungen rasch verschlechtern. Darüber hinaus äußert die Weltorganisation der Notenbanken Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms und warnt vor der Gefahr erneut hartnäckig hoher Inflation durch anhaltende Angebotsschocks, auf die Zentralbanken entschlossen reagieren müssten.
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China sichert EU zu: Exportkontrollen für seltene Erden sollen Lieferketten nicht beeinträchtigen
n-tv WirtschaftIm Rahmen von Gesprächen in Brüssel hat Chinas Handelsminister Wang Wentao gegenüber EU-Handelskommissar Maros Sefcovic zugesichert, dass die chinesischen Exportkontrollen für seltene Erden und Permanentmagnete die Lieferketten europäischer Unternehmen nicht beeinträchtigen werden. Beide Seiten starteten zudem neue Handels- und Investitionskonsultationen, um grundlegende Konflikte in den Bereichen Handelsausgewogenheit, geistige Eigentumsrechte und WTO-Reform anzugehen. Sefcovic betonte, der Status quo sei keine Option, und kündigte an, bis Oktober konkrete Ergebnisse anzustreben sowie im Herbst nach Peking zu reisen, um die Fortschritte zu bewerten.
Original - 02
Covestro investiert knapp vier Milliarden Euro in neue Produktionsanlagen in China und den VAE
Manager MagazinDer Kunststoffkonzern Covestro plant den Bau einer neuen Großanlage für das Kunststoff-Vorprodukt MDI in Shanghai mit einer Jahreskapazität von 660.000 Tonnen sowie eine weitere Investition in den Vereinigten Arabischen Emiraten – die ersten Großinvestitionen seit der Übernahme durch den Ölkonzern Adnoc, mit einem Gesamtvolumen von knapp vier Milliarden Euro. CEO Markus Steilemann begründete die Entscheidung mit den besseren Wachstumsaussichten in Asien und dem Nahen Osten sowie den mangelnden Wettbewerbsbedingungen in Europa, wo hohe Energiepreise und ein Überangebot billiger chinesischer Chemikalien die Branche belasten. Steilemann sieht die Zukunft europäischer Chemieunternehmen daher weniger in energieintensiven Produktionsverfahren als vielmehr in Innovationen und Forschungskompetenz.
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Deutschlands große Familienunternehmen schrumpfen: Wirtschaftskrise trifft Industriekern
Manager MagazinDie großen deutschen Familienunternehmen verzeichnen laut Manager Magazin keine Wachstumsdynamik mehr und kämpfen mit spürbaren Einbußen bei Umsatz und Gewinn. Prominente Beispiele wie Volkswagen unter Wolfgang Porsche, der Maschinenbauer Trumpf unter Nicola Leibinger-Kammüller sowie die Otto Group mussten nicht nur finanzielle Rückschläge hinnehmen, sondern auch Stellen abbauen. Die Entwicklung gilt als Warnsignal für den Kern der deutschen Industrie, da Familienunternehmen traditionell als Rückgrat der heimischen Wirtschaft gelten.
Original - 04
Metall- und Elektroindustrie: Massenhafte Jobverluste und kaum Hoffnung auf Erholung
n-tv WirtschaftDie deutsche Metall- und Elektroindustrie befindet sich in einer tiefen Krise: Laut einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall unter rund 1000 Unternehmen bewerten 42 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Lage als schlecht, während 25 Prozent ihre Produktion und 44 Prozent ihre Investitionen kürzen wollen. Seit 2019 gingen in der Branche fast 320.000 Arbeitsplätze verloren, allein im April 2026 waren es rund 103.000 weniger als im Vorjahr. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warnte vor weiterer Abwanderung und Verlagerung ins Ausland und forderte von der Politik grundlegende Strukturreformen sowie spürbare wirtschaftliche Entlastungen.
Original - 05
Dax erholt sich leicht – Analysten warnen vor anhaltender Seitwärtsbewegung
HandelsblattDer deutsche Leitindex Dax legte am Dienstag um rund 0,9 Prozent auf bis zu 24.874 Punkte zu, nachdem er am Montag nahezu unverändert bei 24.627 Punkten geschlossen hatte. Dennoch bewegt sich der Index seit mehr als zwei Wochen in einer engen Seitwärtsspanne zwischen etwa 24.600 und 25.200 Punkten, während das Rekordhoch vom Januar noch knapp 1000 Punkte entfernt liegt. Marktanalysten sprechen von einem 'Sommer-Blues' und warnen vor einem klaren Warnsignal, das der Dax angesichts geringer Handelsvolumina und der Nähe zur zentralen Unterstützungsmarke bei 24.507 Punkten aussendet.
Original - 06
Covestro verlagert Investitionen nach Asien und Golfregion – Europa verliert an Attraktivität
HandelsblattDer Leverkusener Kunststoffhersteller Covestro plant seinen künftigen Wachstumskurs vorrangig in Asien und der Golfregion: Konkret bereitet das Unternehmen eine neue Großanlage für den Schaumstoff MDI in Shanghai vor und prüft per Machbarkeitsstudie ein weiteres Werk in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Strategie profitiert dabei von der Übernahme durch den arabischen Ölkonzern Adnoc, dessen Investmentgesellschaft XRG nun Eigentümer von Covestro ist und in Abu Dhabi Zugang zu günstiger Energie sowie integrierter Rohstoffinfrastruktur bietet. Covestro-Chef Markus Steilemann betonte, dass in der Golfregion eine der wettbewerbsfähigsten Anlagen der Welt entstehen könnte – eine Entwicklung, die angesichts grundlegender Kostennachteile Europas Konsequenzen für die deutschen Standorte des Konzerns haben dürfte.
Original - 07
Chinas Wirtschaft im Juni: Exportboom hebt Einkaufsmanagerindex trotz schwacher Binnennachfrage
HandelsblattChinas Industrie- und Dienstleistungssektoren haben im Juni besser als erwartet abgeschnitten, wie Daten des Nationalen Statistikamts zeigen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 50,3, nachdem er im Mai auf die Expansionsschwelle von 50 gefallen war, während der PMI für die Hightech-Fertigung sogar 53,5 erreichte. Ökonomen werten die Ergebnisse als moderat positive Überraschung, warnen jedoch, dass die Binnenwirtschaft weiterhin unter Druck steht und zuletzt die Einzelhandelsumsätze auf einen neuen Tiefstwert gefallen sind.
Original - 08
China-Schock bedroht deutsche Industrie: Koalition diskutiert härtere Handelspolitik
HandelsblattBeim Koalitionsausschuss beraten die deutschen Regierungsspitzen neben innenpolitischen Reformen auch über eine schärfere Handelspolitik gegenüber China. Hintergrund ist der sogenannte China-Schock: Chinesische Hersteller drängen mit staatlich subventionierten Überkapazitäten und aggressiver Preisgestaltung in immer mehr Schlüsselbranchen auf den Weltmarkt und setzen die deutsche Industrie massiv unter Druck. Als drastisches Beispiel plant Volkswagen den Abbau von 100.000 Stellen und die mögliche Schließung von vier deutschen Werken, was Bundeskanzler Merz und die Koalition zu der Überzeugung gebracht hat, dass Europa sich gegen unfaire Wettbewerbsmethoden zur Wehr setzen muss.
Original - 09
Bundeswirtschaftsministerium genehmigt Übernahme von MediaMarktSaturn durch chinesischen Konzern JD.com
Zeit WirtschaftDas Bundeswirtschaftsministerium hat die Übernahme des europäischen Elektronikhändlers MediaMarktSaturn durch den chinesischen Handelsriesen JD.com unter Auflagen genehmigt, die insbesondere den Schutz personenbezogener Kundendaten sowie umfangreiche staatliche Kontroll- und Widerrufsrechte sicherstellen sollen. Endgültig abgeschlossen ist die Transaktion jedoch noch nicht, da die Europäische Kommission vorläufige Bedenken hinsichtlich möglicher wettbewerbsverzerrender chinesischer Subventionen geäußert hat und bis zum 2. Oktober Zeit für eine abschließende Entscheidung hat. JD.com, mit einem Jahresumsatz von rund 159 Milliarden US-Dollar einer der weltgrößten Handelskonzerne, rechnet mit einer vollständigen Freigabe in der zweiten Jahreshälfte 2025.
Original - 10
BIZ warnt vor Rekordstaatsverschuldung und Risiken durch KI-Investitionsboom
n-tv WirtschaftDie Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt in ihrem Jahreswirtschaftsbericht zu fiskalpolitischer Disziplin und warnt vor den wachsenden Risiken durch die globale Rekordverschuldung der öffentlichen Hand, die zunehmend von hoch verschuldeten Hedgefonds gehalten wird. Diese Entwicklung könne zu häufigeren Kursverlusten bei Staatsanleihen führen und die Finanzierungsbedingungen rasch verschlechtern. Darüber hinaus äußert die Weltorganisation der Notenbanken Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms und warnt vor der Gefahr erneut hartnäckig hoher Inflation durch anhaltende Angebotsschocks, auf die Zentralbanken entschlossen reagieren müssten.
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Häufige Fragen
Was hat China der EU bezüglich der Exportkontrollen für seltene Erden zugesichert?
Chinas Handelsminister Wang Wentao hat EU-Handelskommissar Maros Sefcovic zugesichert, dass die chinesischen Exportkontrollen für seltene Erden und Permanentmagnete die Lieferketten europäischer Unternehmen nicht beeinträchtigen werden. Gleichzeitig starteten beide Seiten neue Konsultationen zu Handelsausgewogenheit, geistigen Eigentumsrechten und WTO-Reform, mit dem Ziel, bis Oktober konkrete Ergebnisse zu erzielen.
Warum investiert Covestro fast vier Milliarden Euro in China und den VAE statt in Europa?
Covestro-CEO Markus Steilemann begründet die Verlagerung mit besseren Wachstumsaussichten in Asien und dem Nahen Osten sowie mangelnder Wettbewerbsfähigkeit in Europa, wo hohe Energiepreise und ein Überangebot billiger chinesischer Chemikalien die Branche belasten. Europa sieht Steilemann künftig weniger als Standort für energieintensive Produktion, sondern eher als Zentrum für Innovation und Forschung.
Wie stark ist die deutsche Metall- und Elektroindustrie von Jobverlusten betroffen?
Seit 2019 gingen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie fast 320.000 Arbeitsplätze verloren – allein im April 2026 waren es rund 103.000 weniger als im Vorjahr. Laut einer Gesamtmetall-Umfrage bewerten 42 Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle Lage als schlecht, und viele planen weitere Produktions- und Investitionskürzungen.
Was signalisiert die Krise der großen deutschen Familienunternehmen für die Gesamtwirtschaft?
Da Familienunternehmen traditionell als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gelten, gilt ihr gleichzeitiger Rückgang bei Umsatz, Gewinn und Beschäftigung als ernstes Warnsignal für den industriellen Kern Deutschlands. Prominente Beispiele wie Volkswagen, Trumpf und die Otto Group zeigen, dass die Krise nicht auf einzelne Branchen beschränkt ist, sondern den gesamten Mittelstand erfasst.
Warum stagniert der Dax trotz leichter Erholung, und was bedeutet das für Investoren?
Der Dax bewegt sich seit mehr als zwei Wochen in einer engen Seitwärtsspanne zwischen rund 24.600 und 25.200 Punkten, während das Rekordhoch vom Januar noch knapp 1.000 Punkte entfernt liegt. Analysten sprechen von einem 'Sommer-Blues' und warnen, dass geringe Handelsvolumina und die Nähe zur zentralen Unterstützungsmarke bei 24.507 Punkten auf eine anhaltende Orientierungslosigkeit am Markt hindeuten.
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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Heute schauen wir auf ein Bild, das sich in den letzten Wochen immer deutlicher abzeichnet: Die deutsche Industrie steht unter erheblichem Druck, und das aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Gleichzeitig gibt es auf der internationalen Bühne Bewegung, die zeigt, wie sehr Europa gerade um seine wirtschaftliche Stellung kämpft. Fangen wir an. Beginnen wir mit einem Thema, das eigentlich schon länger schwelt, aber gerade besonders laut wird: der sogenannte China-Schock. Chinesische Hersteller fluten mit staatlich subventionierten Produkten die Weltmärkte, und das trifft die deutsche Industrie mitten ins Herz. Volkswagen plant den Abbau von bis zu 100.000 Stellen und erwägt die Schließung von vier deutschen Werken. Das sind keine kleinen Zahlen. Und VW ist kein Einzelfall. Beim Koalitionsausschuss in Berlin diskutieren die Regierungsspitzen deshalb gerade, wie Deutschland und Europa sich gegen diese unfairen Wettbewerbsmethoden zur Wehr setzen können. Bundeskanzler Merz scheint überzeugt, dass es so nicht weitergehen kann. Konkrete Maßnahmen stehen noch aus, aber die Richtung ist klar: Europa will sich nicht länger still verhalten. Passend dazu gab es in Brüssel ein bemerkenswertes Treffen. Chinas Handelsminister Wang Wentao hat EU-Handelskommissar Maros Sefcovic zugesichert, dass die chinesischen Exportkontrollen für seltene Erden und Permanentmagnete die Lieferketten europäischer Unternehmen nicht beeinträchtigen sollen. Seltene Erden sind unverzichtbar für Elektroautos, Windkraftanlagen und viele andere Technologien. Wenn China hier den Hahn zudreht, hat das sofort Folgen. Die Zusicherung ist also wichtig, auch wenn sie natürlich erst einmal nur eine Zusicherung ist. Beide Seiten haben außerdem neue Handels- und Investitionskonsultationen gestartet. Sefcovic sagte klar: Der Status quo ist keine Option. Bis Oktober soll es konkrete Ergebnisse geben. Man merkt, dass Brüssel den Druck spürt und handeln will. Doch während die Politik verhandelt, ziehen Unternehmen schon ihre eigenen Schlüsse. Das zeigt das Beispiel Covestro besonders deutlich. Der Leverkusener Kunststoffhersteller investiert knapp vier Milliarden Euro in neue Produktionsanlagen, aber nicht in Deutschland, nicht in Europa. Stattdessen entsteht eine Großanlage in Shanghai und möglicherweise ein weiteres Werk in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Covestro-Chef Markus Steilemann macht keinen Hehl daraus, warum: In Europa sind die Energiepreise zu hoch, und billige chinesische Chemikalien machen den Markt kaputt. Seit der Übernahme durch den arabischen Ölkonzern Adnoc hat Covestro zudem Zugang zu günstiger Energie und Rohstoffen am Golf. Steilemann sagt, in der Golfregion könnte eine der wettbewerbsfähigsten Anlagen der Welt entstehen. Das ist ein klares Signal: Wenn Europa nicht aufpasst, verliert es nicht nur Jobs, sondern auch ganze Industriezweige. Und das ist kein isoliertes Phänomen. Die deutschen Familienunternehmen, die traditionell als Rückgrat der Wirtschaft gelten, kämpfen gerade ebenfalls. Volkswagen unter Wolfgang Porsche, der Maschinenbauer Trumpf, die Otto Group, sie alle verzeichnen Umsatzrückgänge, Gewinneinbrüche und Stellenabbau. Was früher als stabile Säule galt, wackelt spürbar. Das ist ein Warnsignal für den gesamten Industriekern Deutschlands. Besonders drastisch ist die Lage in der Metall- und Elektroindustrie. Laut einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall bewerten 42 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Lage als schlecht. 25 Prozent wollen ihre Produktion kürzen, 44 Prozent ihre Investitionen zurückfahren. Seit 2019 sind in der Branche fast 320.000 Arbeitsplätze weggefallen, allein im April dieses Jahres waren es rund 103.000 weniger als im Vorjahr. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warnt vor weiterer Abwanderung ins Ausland und fordert von der Politik grundlegende Strukturreformen und spürbare Entlastungen. Die Forderung ist nicht neu, aber die Dringlichkeit wächst. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein Blick nach China selbst. Die chinesische Wirtschaft hat im Juni besser abgeschnitten als erwartet. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 50,3, was Wachstum signalisiert. Im Bereich Hightech-Fertigung lag er sogar bei 53,5. Das klingt gut, aber Ökonomen warnen: Die Binnenwirtschaft in China schwächelt, die Einzelhandelsumsätze sind auf einem neuen Tiefstwert. Das bedeutet, dass Chinas Wachstum stark vom Export abhängt, und genau das ist das Problem für die Welt, weil diese Exporte eben mit staatlicher Unterstützung auf den Markt gedrückt werden. Dann gibt es noch eine Meldung, die zeigt, wie tief chinesische Konzerne bereits in die europäische Wirtschaft eingedrungen sind. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Übernahme von MediaMarktSaturn durch den chinesischen Handelsriesen JD.com unter Auflagen genehmigt. JD.com ist mit einem Jahresumsatz von rund 159 Milliarden Dollar einer der weltgrößten Handelskonzerne. Die Auflagen betreffen vor allem den Schutz von Kundendaten und staatliche Kontrollrechte. Ganz durch ist die Sache aber noch nicht, denn die Europäische Kommission hat Bedenken wegen möglicher wettbewerbsverzerrender Subventionen geäußert und hat bis Oktober Zeit für eine abschließende Entscheidung. Es ist genau dieses Spannungsfeld, das gerade überall zu beobachten ist: Einerseits will man wirtschaftlich offen bleiben, andererseits wächst die Sorge, dass Offenheit ausgenutzt wird. Abschließend noch ein Blick auf die globale Finanzlage. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, also die BIZ, die quasi als Zentralbank der Zentralbanken gilt, hat in ihrem Jahresbericht deutliche Warnungen ausgesprochen. Die globale Staatsverschuldung ist auf Rekordniveau, und ein wachsender Teil davon liegt in den Händen hoch verschuldeter Hedgefonds. Das könnte bei Turbulenzen an den Märkten schnell zu einem Problem werden, weil Kursverluste bei Staatsanleihen dann besonders heftig ausfallen könnten. Außerdem zweifelt die BIZ an der Nachhaltigkeit des aktuellen KI-Investitionsbooms und warnt vor anhaltend hoher Inflation durch Angebotsschocks. Zentralbanken müssten darauf entschlossen reagieren. Das ist eine indirekte Warnung an alle, die auf schnelle Zinssenkungen hoffen: Es könnte noch etwas dauern. Und der Dax? Der legte am Dienstag zwar rund 0,9 Prozent zu und stieg auf knapp 24.874 Punkte. Aber Analysten sprechen von einem Sommer-Blues. Seit mehr als zwei Wochen bewegt sich der Index kaum vom Fleck, das Rekordhoch liegt noch rund 1000 Punkte entfernt, und die Handelsvolumina sind gering. Der Markt wartet, beobachtet, und traut dem Frieden noch nicht ganz. Was heute deutlich wird: Deutschland und Europa befinden sich in einer wirtschaftlichen Weichenstellung. Die Industrie verliert Stellen und Investitionen, Unternehmen zieht es in Richtung Asien und Golfregion, und die Politik sucht noch nach der richtigen Antwort auf den Wettbewerbsdruck aus China. Heute haben wir über den China-Schock und seine Folgen für die deutsche Industrie gesprochen, über Covestros Milliarden-Investitionen fernab von Europa, über die Krise in der Metall- und Elektroindustrie, die BIZ-Warnung vor Rekordschulden und den verhaltenen Dax. Morgen schauen wir wieder, was sich bewegt. Bis dann.
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