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Wirtschaft im Fokus
Folge 3408.07.20268:58 KI-vertont

KI-Boom, Nahost-Sorgen und Reiches Energiewende-Bremse (08.07.2026)

KI-Boom beflügelt deutsche Start-ups und Milliarden-Deals, während der Dax wegen Nahost-Sor

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    KI-Boom treibt Rekordzahl an Startup-Gründungen in Deutschland an

    n-tv Wirtschaft

    Im ersten Halbjahr wurden in Deutschland mit über 3000 neuen Startups so viele Firmen gegründet wie nie zuvor, ein Anstieg von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Laut dem Startup-Verband senkt künstliche Intelligenz die Einstiegshürden fürs Gründen erheblich, während die schwache Konjunktur die Selbstständigkeit für viele Talente attraktiver macht als eine Festanstellung. Mehr als ein Drittel der neuen Firmen hat einen klaren KI-Bezug, Hamburg überholte erstmals München, Berlin bleibt aber weiterhin Spitzenreiter unter den Städten, während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mit einer neuen Startup-Strategie den Gründungsboom in nachhaltiges Wachstum umwandeln will.

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  2. 02

    US-Handelsdefizit im Mai deutlich gestiegen

    n-tv Wirtschaft

    Das US-Handelsdefizit ist im Mai um 42,2 Prozent auf 77,6 Milliarden Dollar gesprungen, da die Importe vor allem durch Kapitalgüter für KI-Investitionen auf 395,3 Milliarden Dollar stiegen, während die Exporte auf 317,7 Milliarden Dollar zurückgingen. Der Außenhandel bremst damit bereits das zweite Quartal in Folge das US-Wirtschaftswachstum, das laut Prognosemodell der Atlanta Fed im zweiten Quartal nur noch 1,2 Prozent betragen dürfte. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die wechselhafte Zollpolitik der Trump-Regierung und die jüngste Ablehnung einer Verlängerung des Handelspakts mit Mexiko und Kanada.

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  3. 03

    Dax rutscht wegen neuer Nahost-Spannungen ab, Immobilienwerte unter Druck

    Manager Magazin

    Nach neuen US-Angriffen auf Iran infolge iranischer Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus sowie wieder in Kraft gesetzten Ölsanktionen zogen die Ölpreise deutlich an, was den Dax um rund 1,1 Prozent auf etwa 25.194 Punkte drückte. Steigende Inflations- und Zinssorgen belasteten besonders Immobilienwerte wie Vonovia, TAG Immobilien, LEG und Aroundtown, während Talanx wegen einer Aktienplatzierung durch Meiji Yasuda Life stark verlor. Auch an den asiatischen Börsen setzten sich Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien fort, während der US-Dow seine Rekordserie beendete und Technologiewerte, insbesondere Halbleiteraktien, nach schwachen Signalen von Samsung deutlich nachgaben.

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  4. 04

    Dax rutscht ab: KI-Aktien und Chipwerte unter Druck, Siemens Energy und Infineon brechen ein

    Manager Magazin

    Nach seinem jüngsten Rekordlauf hat der Dax am Dienstag deutlich nachgegeben, ausgelöst durch einen weltweiten Ausverkauf von Chip- und KI-Aktien, der in Asien seinen Ursprung nahm und sich über Europa bis in die USA fortsetzte. Besonders stark traf es Siemens Energy und Infineon, die um rund 10 bzw. 8 Prozent einbrachen, während auch an der Wall Street Nasdaq und Chipwerte wie Micron, Intel und AMD unter enttäuschenden Erwartungen an Samsungs Quartalszahlen litten. Zusätzlich sorgten ein Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus sowie kräftige Preissenkungen Saudi-Arabiens für Bewegung am Ölmarkt, wo Analysten trotzdem mit weiter fallenden Preisen rechnen.

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  5. 05

    LNG-Importe: Wie Katherina Reiche die Energiewende torpediert

    Zeit Wirtschaft

    Mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums handelt ein Konzern neue Gasverträge aus. Sie gelten sogar über 2050 hinaus, wenn Deutschland längst klimaneutral sein will.

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  6. 06

    VDA warnt vor Werksschließungen ohne weitere Reformen in der Autoindustrie

    n-tv Wirtschaft

    Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert angesichts akuter Standortprobleme weitere Reformen, Kostendisziplin und schmerzhafte Personalanpassungen in der Branche. VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt, dass Werke in Deutschland ohne solche Maßnahmen nicht zu halten seien, und schlägt vor, Standorte auch für ausländische Hersteller zu öffnen, um Arbeitsplätze zu sichern. Konkret drohen laut Medienberichten bei Volkswagen bis zu 100.000 Stellenstreichungen weltweit sowie die Schließung der Werke Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm, während parallel auch bei Mercedes-Benz Beschäftigte gegen verschärfte Sparpläne protestieren.

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  7. 07

    „Trump Accounts“: Wie Trump und Tech-Konzerne mit Kinderkonten für Stimmung sorgen wollen

    Manager Magazin

    US-Präsident Trump wirbt mit den neu gestarteten „Trump Accounts“ für ein steuerbegünstigtes Altersvorsorgekonto, das Neugeborene mit 1000 Dollar Startguthaben ausstattet und bis zur Volljährigkeit in Indexfonds investiert wird. Prominente Unternehmer wie Michael Dell und SpaceX-Managerin Gwynne Shotwell spenden Milliardenbeträge beziehungsweise Aktienanteile, während zahlreiche Großkonzerne den Startbetrag für Kinder ihrer Mitarbeiter verdoppeln. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass alternative Sparinstrumente oft flexibler und steuerlich günstiger seien, und vermuten hinter der Initiative auch ein wahlkampftaktisches Kalkül Trumps angesichts schlechter Umfragewerte zur Wirtschaftslage vor den Midterms.

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  8. 08

    Rekordfinanzierungen für deutsche Tech-Start-ups: Kernfusion, Drohnen und Robotik im Aufwind

    FAZ Wirtschaft

    Das Münchner Kernfusions-Start-up Proxima Fusion hat mit 411 Millionen Euro die größte Finanzierungsrunde eines europäischen Fusionsunternehmens abgeschlossen und wird nun mit 2,4 Milliarden Euro bewertet. Auch andere deutsche Technologie-Firmen wie der Drohnenhersteller Quantum Systems und der Robotikspezialist Neura konnten zuletzt Milliardensummen einsammeln, während das Darmstädter Fusionsunternehmen Focused Energy 240 Millionen Dollar erhielt. Diese Investitionen gelten als wichtiges Signal für den Technologiestandort Deutschland, insbesondere im globalen Wettlauf um die Kernfusion, die langfristig zur Energiesouveränität beitragen könnte.

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  9. 09

    Debatte über Lockerung der Sonntagsöffnung im Einzelhandel entbrannt

    Tagesschau

    Nach der geplanten Ausweitung der Sonntagsöffnung für Bäckereien fordert nun auch der Einzelhandel großzügigere Ladenöffnungszeiten am Sonntag, unterstützt vom Wirtschaftsausschuss des Bundestags und FDP-Chef Wolfgang Kubicki. Zuständig für die Ladenöffnungszeiten sind seit der Föderalismusreform 2006 die Bundesländer, wobei bislang nur Bayern und das Saarland strengere Regeln beibehalten haben und Sonntagsöffnungen überall nur als Ausnahme gelten. Gewerkschaften wie ver.di und die evangelische Kirche kritisieren den Vorstoß scharf und betonen die Bedeutung des freien Sonntags für Beschäftigte, Familie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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  10. 10

    Novartis übernimmt Biotech-Firma Myricx Bio für bis zu 1,5 Milliarden Dollar

    n-tv Wirtschaft

    Novartis übernimmt das britische Biotechunternehmen Myricx Bio für bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar, um seine Onkologie-Sparte zu stärken. Myricx Bio entwickelt eine neue Klasse von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, deren zwei Hauptwirkstoffkandidaten Resistenzen gegen bestehende Krebsmedikamente überwinden sollen. Der Abschluss der Transaktion, bestehend aus 1,1 Milliarden Dollar Vorauszahlung und möglichen weiteren 400 Millionen Dollar, wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet und reiht sich in eine Serie milliardenschwerer Onkologie-Zukäufe großer Pharmakonzerne wie GSK ein.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum stieg die Zahl der Startup-Gründungen in Deutschland im ersten Halbjahr so stark an?

Über 3000 neue Startups bedeuten ein Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr, da KI-Technologien den Einstieg ins Gründen erleichtern und die schwache Konjunktur Selbstständigkeit für Talente attraktiver macht als eine Festanstellung. Mehr als ein Drittel der neuen Firmen hat einen klaren KI-Bezug, wobei Berlin weiterhin Spitzenreiter ist und Hamburg erstmals München überholt hat.

Was steckt hinter dem gestiegenen US-Handelsdefizit im Mai?

Das Defizit sprang um 42,2 Prozent auf 77,6 Milliarden Dollar, weil die Importe von Kapitalgütern für KI-Investitionen auf 395,3 Milliarden Dollar stiegen, während die Exporte auf 317,7 Milliarden Dollar sanken. Dies bremst bereits das zweite Quartal in Folge das US-Wachstum, das laut Atlanta-Fed-Prognose nur noch 1,2 Prozent betragen dürfte.

Warum ist der Dax wegen der Nahost-Spannungen unter Druck geraten?

Neue US-Angriffe auf Iran nach iranischen Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus sowie reaktivierte Ölsanktionen trieben die Ölpreise nach oben und drückten den Dax um rund 1,1 Prozent auf etwa 25.194 Punkte. Besonders Immobilienwerte wie Vonovia und LEG litten unter steigenden Inflations- und Zinssorgen.

Was löste den weltweiten Ausverkauf bei Chip- und KI-Aktien aus, der auch Siemens Energy und Infineon traf?

Enttäuschende Quartalssignale von Samsung lösten einen globalen Ausverkauf bei Chip- und KI-Aktien aus, der von Asien über Europa bis in die USA schwappte. Siemens Energy brach um rund 10 Prozent, Infineon um rund 8 Prozent ein, während an der Wall Street auch Micron, Intel und AMD deutlich nachgaben.

Welche Konsequenzen drohen der deutschen Autoindustrie laut VDA ohne weitere Reformen?

Der VDA warnt, dass ohne Kostendisziplin und Personalanpassungen Werke in Deutschland nicht zu halten seien, und schlägt vor, Standorte auch für ausländische Hersteller zu öffnen. Konkret drohen bei Volkswagen bis zu 100.000 Stellenstreichungen weltweit sowie die Schließung der Werke Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Vollständiges Transkript

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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute haben wir einen ziemlich bunten Strauß an Themen für euch, von einem echten Gründungsboom in Deutschland bis zu ordentlich Nervosität an den Börsen. Also, lasst uns direkt einsteigen. Fangen wir mit einer richtig guten Nachricht an, denn die gibt es ja nicht immer. In Deutschland wurden im ersten Halbjahr über dreitausend neue Startups gegründet, das ist ein Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit ein absoluter Rekord. Der Treiber dahinter ist ziemlich klar, künstliche Intelligenz. Mehr als ein Drittel der neuen Firmen hat einen klaren KI-Bezug, und die Technologie senkt offenbar die Hürden fürs Gründen spürbar. Interessant ist aber auch der zweite Grund, den der Startup-Verband nennt, nämlich die schwache Konjunktur. Wenn Festanstellungen unsicherer werden oder weniger attraktiv erscheinen, wagen mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Spannend auch, dass Hamburg München als Startup-Standort überholt hat, Berlin bleibt aber weiter die Nummer eins. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will diesen Schwung jetzt mit einer neuen Strategie in nachhaltiges Wachstum ummünzen, das heißt, es geht darum, aus vielen kleinen Gründungen auch wirklich große, stabile Unternehmen wachsen zu lassen. Und dieser Innovationsschub zeigt sich auch bei den ganz großen Finanzierungsrunden. Das Münchner Kernfusions-Unternehmen Proxima Fusion hat gerade 411 Millionen Euro eingesammelt, die größte Finanzierungsrunde für ein europäisches Fusionsunternehmen überhaupt. Die Bewertung liegt jetzt bei 2,4 Milliarden Euro. Auch andere deutsche Tech-Firmen wie der Drohnenhersteller Quantum Systems oder der Robotik-Spezialist Neura holen sich Milliardensummen, und das Darmstädter Fusionsunternehmen Focused Energy bekam zusätzlich 240 Millionen Dollar. Das sind ziemlich starke Signale, dass Deutschland im globalen Wettlauf um Zukunftstechnologien wie Kernfusion durchaus mitspielen kann. Und Kernfusion ist ja langfristig auch ein Thema für die Energiesouveränität, also für die Frage, wie unabhängig wir künftig bei der Energieversorgung sind. Kommen wir zu einem Thema, das etwas holpriger klingt, nämlich die Lage an den Aktienmärkten. Der Dax ist zuletzt spürbar unter Druck geraten, und das aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Zum einen sorgen neue Spannungen im Nahen Osten für Nervosität. Nach US-Angriffen auf den Iran, als Reaktion auf iranische Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus, und nach wieder eingeführten Ölsanktionen sind die Ölpreise deutlich gestiegen. Das schürt natürlich sofort neue Inflationssorgen, und höhere Inflation bedeutet im Zweifel auch wieder Diskussionen über die Zinspolitik. Besonders zu spüren bekommen das Immobilienwerte wie Vonovia, TAG Immobilien, LEG und Aroundtown, die generell empfindlich auf Zinssorgen reagieren. Gleichzeitig gab es einen weltweiten Ausverkauf bei Chip- und KI-Aktien, der in Asien begann und sich über Europa bis in die USA durchgezogen hat. Auslöser waren enttäuschende Signale von Samsung. In Deutschland hat es dabei Siemens Energy und Infineon besonders hart getroffen, mit Kursverlusten von rund zehn beziehungsweise acht Prozent. Auch an der Wall Street ging es für Chipwerte wie Micron, Intel und AMD nach unten, und selbst der US-Dow musste seine Rekordserie beenden. Man sieht hier ganz gut, wie eng die Technologiemärkte weltweit inzwischen verzahnt sind, eine schwache Prognose in Südkorea kann eben auch deutsche Industriewerte runterziehen. Auch aus den USA selbst kommen gemischte Signale. Das amerikanische Handelsdefizit ist im Mai um über 42 Prozent auf 77,6 Milliarden Dollar gesprungen. Der Grund dafür ist interessant, die Importe sind vor allem wegen Kapitalgütern für KI-Investitionen kräftig gestiegen, während die Exporte gleichzeitig zurückgingen. Dieses Ungleichgewicht bremst inzwischen schon das zweite Quartal in Folge das amerikanische Wirtschaftswachstum. Die Atlanta Fed rechnet für das zweite Quartal nur noch mit einem Plus von 1,2 Prozent, das ist ziemlich schwach für die USA. Dazu kommt weiterhin Unsicherheit durch die wechselhafte Zollpolitik der Trump-Regierung, zuletzt wurde sogar eine Verlängerung des Handelspakts mit Mexiko und Kanada abgelehnt. Das zeigt, wie sehr politische Entscheidungen im Moment direkt auf die Wirtschaftszahlen durchschlagen. Bleiben wir bei strukturellen Problemen, denn die deutsche Autoindustrie steht weiterhin ziemlich unter Druck. Der Verband der Automobilindustrie warnt eindringlich, dass ohne weitere Reformen, mehr Kostendisziplin und schmerzhafte Personalanpassungen Werke in Deutschland nicht zu halten seien. VDA-Präsidentin Hildegard Müller schlägt sogar vor, deutsche Standorte auch für ausländische Hersteller zu öffnen, um wenigstens die Arbeitsplätze zu sichern. Und die Zahlen, die dahinterstehen, sind schon beachtlich, bei Volkswagen drohen laut Medienberichten bis zu 100.000 Stellenstreichungen weltweit, außerdem stehen die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm zur Debatte. Auch bei Mercedes-Benz protestieren Beschäftigte gerade gegen verschärfte Sparpläne. Das ist natürlich ein Thema, das direkt den Arbeitsmarkt betrifft, gerade in Regionen, die stark von der Autoindustrie abhängen. Ein Thema mit Blick auf die Energiepolitik betrifft auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Ihr Ministerium unterstützt offenbar einen Konzern bei neuen LNG-Gasverträgen, die sogar über das Jahr 2050 hinausreichen sollen, also über den Zeitpunkt hinaus, an dem Deutschland eigentlich klimaneutral sein will. Das wirft natürlich Fragen auf, wie gut sich langfristige fossile Verträge mit den eigenen Klimazielen vereinbaren lassen, und dürfte in den kommenden Wochen sicher noch für Diskussionen sorgen. Etwas näher am Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Debatte um die Sonntagsöffnung im Einzelhandel. Nachdem Bäckereien schon großzügigere Öffnungszeiten am Sonntag bekommen sollen, fordert jetzt auch der Einzelhandel mehr Freiheiten, unterstützt vom Wirtschaftsausschuss des Bundestags und FDP-Chef Wolfgang Kubicki. Zuständig sind hier eigentlich die Bundesländer, und bisher gilt die Sonntagsöffnung fast überall nur als Ausnahme. Gewerkschaften wie ver.di und die evangelische Kirche kritisieren den Vorstoß deutlich, ihnen geht es vor allem um den freien Sonntag als Zeit für Familie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hier stehen sich also wirtschaftliche Flexibilität und soziale Schutzinteressen ziemlich direkt gegenüber. International gibt es noch zwei Meldungen, die interessant sind. In den USA wirbt Donald Trump für sogenannte Trump Accounts, steuerbegünstigte Altersvorsorgekonten, die Neugeborene mit 1000 Dollar Startguthaben ausstatten. Unternehmer wie Michael Dell oder SpaceX-Managerin Gwynne Shotwell spenden dafür Milliardenbeträge, und viele Großkonzerne verdoppeln den Startbetrag für Kinder ihrer Mitarbeiter. Kritiker sagen allerdings, andere Sparformen seien oft flexibler und steuerlich sogar günstiger, und vermuten hinter der ganzen Aktion auch ein wahlkampftaktisches Kalkül, gerade weil die Umfragewerte zur Wirtschaftslage vor den Midterms nicht besonders gut aussehen. Und im Pharmabereich hat der Schweizer Konzern Novartis das britische Biotechunternehmen Myricx Bio für bis zu 1,5 Milliarden Dollar übernommen, um die eigene Onkologie-Sparte zu stärken. Myricx Bio arbeitet an neuen Antikörper-Wirkstoffen, die Resistenzen gegen bestehende Krebsmedikamente überwinden sollen. Der Deal reiht sich damit in eine ganze Serie milliardenschwerer Zukäufe großer Pharmakonzerne im Bereich Krebsforschung ein. Insgesamt zeigt sich heute ein ziemlich typisches Bild für die aktuelle Wirtschaftslage, viel Innovationskraft und frisches Kapital auf der einen Seite, aber gleichzeitig geopolitische Unsicherheit, Strukturprobleme in der Industrie und hitzige gesellschaftliche Debatten auf der anderen Seite. Das war es auch schon für heute von mir. Haltet also im Kopf, der Gründungsboom in Deutschland läuft auf Hochtouren, an den Börsen sorgen Nahost-Spannungen und die Chip-Sorgen für Nervosität, und die Autoindustrie steckt weiter in einer echten Umbruchphase. Danke, dass ihr zugehört habt, ich freue mich, wenn ihr morgen wieder einschaltet. Bis dahin, macht's gut und bleibt neugierig.

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