Dax über 25.000, Deutz kauft Rüstung, Banken gegen digitalen Euro (10.07.2026)
Dax klettert über 25.000 Punkte, Qiagen jubelt, VW zittert – während Deutz für 1,6 Milliarden Euro zum Rüstungskonzern wird. Außerdem: heimliche Bankenlobby gegen den digitalen Euro, Chinas Exportmacht bedroht deutsche Jobs, und die Frage, ob der Halbleiter-ETF-Boom noch Einstieg
In dieser Folge
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Dax erholt sich über 25.000 Punkten, Qiagen-Aktie schießt hoch, VW unter Druck
Manager MagazinNach zwei Verlusttagen hat sich der Dax am Donnerstag stabilisiert und legte um 0,9 Prozent auf 25.118 Punkte zu, während auch MDax und EuroStoxx 50 zulegten und die Sorgen wegen des Nahost-Konflikts zunächst in den Hintergrund traten. Besonders die Qiagen-Aktie sprang um mehr als 10 Prozent, nachdem Berichten zufolge Finanzinvestoren wie EQT, Advent und KKR erneut Übernahmeinteresse zeigten, während Volkswagen wegen neuer Sparpläne und drohender Umbaukosten weiter nachgab. An den US-Börsen sorgten erholte Halbleiterwerte für Kursgewinne, während IBM und Microsoft wegen möglicher Softwarekündigungen durch Starbucks unter Druck standen und die Ölpreise nach starkem Anstieg wegen des US-Iran-Konflikts leicht zurückgingen.
Original - 02
Deutz übernimmt Rüstungsfirma FFG für 1,6 Milliarden Euro
n-tv WirtschaftDer Kölner Motorenbauer Deutz plant mit der Übernahme des Rüstungskonzerns FFG Flensburger Fahrzeugbau die größte Akquisition seiner Firmengeschichte und will damit seine Verteidigungssparte deutlich ausbauen. Der Kaufpreis von rund 1,6 Milliarden Euro soll teils in bar über ein Bankenkonsortium, teils durch neue Deutz-Aktien für die FFG-Eigentümerfamilie finanziert werden, die künftig 29,9 Prozent an Deutz halten soll. FFG produziert Militärfahrzeuge für Bundeswehr, Nato-Staaten und die Ukraine und soll künftig Motoren von Deutz nutzen, wodurch Deutz seine Wachstumsziele für 2030 schneller erreichen könnte.
Original - 03
Bericht: Deutsche Banken lobbyierten heimlich gegen digitalen Euro
n-tv WirtschaftLaut einem Bericht des Magazins Spiegel haben Deutsche Bank, Unicredit, ING und DZ Bank in bislang unbekannten Papieren versucht, das EU-Gesetz zum digitalen Euro zu ihren Gunsten zu beeinflussen, etwa durch niedrige Guthabenlimits und flexible Gebührenobergrenzen. Der Verein Finanzwende, der die über 380 Seiten umfassenden Dokumente über das Informationsfreiheitsgesetz erhielt, kritisiert, dass diese Lobbyaktivitäten nicht im offiziellen Lobbyregister erfasst waren und vermutet einen Verstoß gegen Transparenzpflichten. Die Banken betonen, sich an die geltenden Vorgaben zu halten, wollen laut eigenen Angaben aber prüfen, ob eine nachträgliche Registrierung notwendig ist.
Original - 04
Chinas Exporterfolge setzen deutsche Industriejobs unter Druck
TagesschauChinesische Produkte drängen dank staatlicher Förderung, künstlich niedriger Wechselkurse und Überkapazitäten zunehmend europäische Konkurrenten aus dem Markt, was in Deutschland monatlich zehn- bis zwölftausend Industriearbeitsplätze kostet, etwa bei VW und Porsche. Während der IWF China stabiles Wachstum und niedrige Inflation prognostiziert, wächst in der deutschen Politik die Forderung nach Ausgleichszöllen und Handelsbeschränkungen, um heimische Jobs zu schützen. Die EU erwägt seit dem Gipfel Ende Juni gemeinsame Gegenmaßnahmen, doch Peking droht bereits mit Vergeltung, während deutsche Unternehmen einen Handelskonflikt fürchten.
Original - 05
KI in Unternehmen: Zwischen Effizienzgewinnen und ungenutztem Potenzial
Manager MagazinAuf der Managementkonferenz manage_future von manager magazin und Roland Berger diskutierten Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Industrie über den praktischen Nutzen künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Vertreter von SAP, Allianz, Charité und Roland Berger berichteten von konkreten Fortschritten wie schnelleren Bearbeitungszeiten und datenschutzkonformer Nutzung von Gesundheitsdaten, betonten aber auch, dass die anfängliche KI-Euphorie einer nüchterneren Arbeitsphase gewichen sei. Kritisiert wurde vor allem die oft unklare Aufgabenteilung zwischen Mensch und Maschine sowie eine zu zögerliche Haltung Deutschlands, die das Risiko birgt, die nächste Produktivitätswelle zu verpassen.
Original - 06
ETFs für Halbleiter-Aktien im Boom: Ist ein Einstieg noch sinnvoll?
Manager MagazinDer Artikel beschäftigt sich mit dem aktuellen Boom von ETFs auf Halbleiter-Aktien und geht der Frage nach, ob sich für Anleger jetzt noch ein Einstieg lohnt. Der vollständige Inhalt ist jedoch nicht zugänglich, da der Zugriff auf den Artikel des Manager Magazins ein kostenpflichtiges Abonnement voraussetzt. Details zur konkreten Marktentwicklung und Einschätzung der Experten können daher nicht wiedergegeben werden.
Original - 07
Weg aus der wIRTSCHAFTSKRISE: „Weniger schnell absteigen ist noch kein Aufstieg“
FAZ WirtschaftNur in Teilen schreiben Ökonomen dem Reformprogramm der Bundesregierung eine wachstumsfördernde Wirkung zu. Kurzfristig belastet die neue Unsicherheit am Persischen Golf.
Original - 08
„Labyrinth der Sonderregeln“: Wettbewerbshüter attackieren den Industriestrompreis
FAZ WirtschaftEinen „Flickenteppich an Subventionen“ bei Strompreis-Erleichterungen für die Industrie stellt die Monopolkommission in ihrem Hauptgutachten fest. Mittelständler zögen im Wirrwarr häufig den Kürzeren.
Original - 09
SK Hynix strebt zweitgrößten Börsengang der Geschichte an der Wall Street an
Manager MagazinDer südkoreanische Chiphersteller SK Hynix plant eine Zweitnotierung an der Nasdaq mit einem Emissionsvolumen von rund 28 Milliarden Dollar, was die größte Aktien-Zweitnotierung und nach SpaceX den zweitgrößten Börsengang überhaupt darstellen würde. Die Emission ist laut Insidern bereits mehr als siebenfach überzeichnet, das eingesammelte Kapital soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten für hochmoderne HBM-Speicherchips fließen, die als Schlüsselkomponenten für KI-Rechenzentren gelten. SK Hynix ist mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent führender Anbieter dieser Chips und ein zentraler Zulieferer für Nvidia, wobei der Handelsstart für Freitag geplant ist und die Aktie zuletzt bereits deutlich zulegte.
Original - 10
China erhöht Goldreserven trotz Preisverfalls deutlich
n-tv WirtschaftDie chinesische Zentralbank hat im Juni ihre Goldreserven um rund 15 Tonnen aufgestockt, den stärksten monatlichen Zuwachs seit Oktober 2023, und damit den 20. Monat in Folge Gold zugekauft. Der Kauf erfolgte, während der Goldpreis wegen eines starken Dollars und Zinserwartungen der US-Notenbank um fast zwölf Prozent einbrach, wodurch der Gesamtwert der chinesischen Reserven trotz der Zukäufe von 341 auf 304 Milliarden Dollar sank. Parallel dazu baut Hongkong seine Rolle als Goldhandelszentrum aus, unter anderem mit einem neuen Abwicklungssystem und dem Handel von Gold-Futures in US-Dollar, um im Wettbewerb mit Singapur vom globalen Interesse an Alternativen zum Dollar zu profitieren.
Original
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Deutz übernimmt Rüstungsfirma FFG für 1,6 Milliarden Euro
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Original - 04
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TagesschauChinesische Produkte drängen dank staatlicher Förderung, künstlich niedriger Wechselkurse und Überkapazitäten zunehmend europäische Konkurrenten aus dem Markt, was in Deutschland monatlich zehn- bis zwölftausend Industriearbeitsplätze kostet, etwa bei VW und Porsche. Während der IWF China stabiles Wachstum und niedrige Inflation prognostiziert, wächst in der deutschen Politik die Forderung nach Ausgleichszöllen und Handelsbeschränkungen, um heimische Jobs zu schützen. Die EU erwägt seit dem Gipfel Ende Juni gemeinsame Gegenmaßnahmen, doch Peking droht bereits mit Vergeltung, während deutsche Unternehmen einen Handelskonflikt fürchten.
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KI in Unternehmen: Zwischen Effizienzgewinnen und ungenutztem Potenzial
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Original - 06
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China erhöht Goldreserven trotz Preisverfalls deutlich
n-tv WirtschaftDie chinesische Zentralbank hat im Juni ihre Goldreserven um rund 15 Tonnen aufgestockt, den stärksten monatlichen Zuwachs seit Oktober 2023, und damit den 20. Monat in Folge Gold zugekauft. Der Kauf erfolgte, während der Goldpreis wegen eines starken Dollars und Zinserwartungen der US-Notenbank um fast zwölf Prozent einbrach, wodurch der Gesamtwert der chinesischen Reserven trotz der Zukäufe von 341 auf 304 Milliarden Dollar sank. Parallel dazu baut Hongkong seine Rolle als Goldhandelszentrum aus, unter anderem mit einem neuen Abwicklungssystem und dem Handel von Gold-Futures in US-Dollar, um im Wettbewerb mit Singapur vom globalen Interesse an Alternativen zum Dollar zu profitieren.
Original
Häufige Fragen
Warum stieg die Qiagen-Aktie am Donnerstag um mehr als 10 Prozent?
Berichten zufolge zeigten Finanzinvestoren wie EQT, Advent und KKR erneut Übernahmeinteresse an Qiagen, was den Kurs deutlich nach oben trieb.
Warum geriet die Volkswagen-Aktie trotz der Dax-Erholung unter Druck?
VW stand wegen neuer Sparpläne und drohender Kosten für einen Konzernumbau weiter unter Verkaufsdruck, während der Gesamtmarkt zulegte.
Was plant Deutz mit der Übernahme von FFG und welchen strategischen Nutzen erwartet der Konzern?
Deutz übernimmt für rund 1,6 Milliarden Euro den Rüstungshersteller FFG, um seine Verteidigungssparte auszubauen; FFG-Fahrzeuge sollen künftig mit Deutz-Motoren ausgestattet werden, wodurch Deutz seine Wachstumsziele für 2030 schneller erreichen könnte.
Wie soll die Deutz-Übernahme von FFG finanziert werden?
Der Kaufpreis wird teils in bar über ein Bankenkonsortium bezahlt, teils durch neue Deutz-Aktien an die FFG-Eigentümerfamilie, die dadurch künftig 29,9 Prozent an Deutz halten soll.
Welche Vorwürfe erhebt der Verein Finanzwende gegen deutsche Banken im Zusammenhang mit dem digitalen Euro?
Laut einem Spiegel-Bericht sollen Deutsche Bank, Unicredit, ING und DZ Bank versucht haben, das EU-Gesetz zum digitalen Euro etwa durch niedrige Guthabenlimits zu ihren Gunsten zu beeinflussen, ohne dies im offiziellen Lobbyregister anzugeben – ein möglicher Verstoß gegen Transparenzpflichten.
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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Heute haben wir einen richtig vollen Strauß an Wirtschaftsthemen für euch, von den Aktienmärkten über einen spektakulären Rüstungsdeal bis hin zu Gold und Chips. Also, machen wir uns direkt an die Einordnung. Starten wir mit einem Blick auf die Börsen, denn dort gab es gestern etwas Beruhigung. Der Dax hat sich nach zwei schwächeren Tagen wieder gefangen und ist um knapp ein Prozent auf gut 25.100 Punkte gestiegen. Auch der MDax und der EuroStoxx 50 haben zugelegt. Die Sorgen wegen des Nahost-Konflikts sind zumindest kurzfristig etwas in den Hintergrund gerückt, auch wenn das Thema natürlich nicht vom Tisch ist. Besonders spannend war die Entwicklung bei Qiagen. Die Aktie ist um mehr als zehn Prozent nach oben geschossen, weil Berichten zufolge gleich mehrere große Finanzinvestoren wieder Interesse an einer Übernahme zeigen. Ganz anders sah es bei Volkswagen aus. Der Autobauer stand weiter unter Druck, weil neue Sparpläne und mögliche Kosten für einen Konzernumbau die Anleger verunsichern. Interessant ist dabei auch der Blick über den Atlantik. An den US-Börsen haben sich Halbleiterwerte deutlich erholt, während IBM und Microsoft etwas ins Straucheln kamen, weil Starbucks offenbar über die Kündigung von Softwareverträgen nachdenkt. Und die Ölpreise sind nach dem starken Anstieg der vergangenen Tage wegen der Spannungen zwischen den USA und dem Iran erstmal wieder leicht zurückgegangen. Bleiben wir gleich bei einem größeren Deal, der zeigt, wie sehr sich die deutsche Industrie gerade neu sortiert. Der Kölner Motorenbauer Deutz hat angekündigt, den Rüstungskonzern FFG, also den Flensburger Fahrzeugbau, für rund 1,6 Milliarden Euro zu übernehmen. Das ist die größte Übernahme in der Firmengeschichte von Deutz und ein klares Signal, dass sich das Unternehmen stärker in Richtung Verteidigungstechnik ausrichten will. FFG baut Militärfahrzeuge, unter anderem für die Bundeswehr, für Nato-Partner und für die Ukraine. Künftig sollen diese Fahrzeuge mit Deutz-Motoren ausgestattet werden. Finanziert wird der Deal teils über ein Bankenkonsortium, teils durch neue Aktien, mit denen die bisherigen FFG-Eigentümer dann fast dreißig Prozent an Deutz halten. Das zeigt ziemlich deutlich, wie attraktiv die Rüstungsbranche für Industrieunternehmen derzeit geworden ist, gerade weil die Nachfrage aus Europa nicht abreißt. Ein Thema, das eher hinter den Kulissen spielt, aber durchaus brisant ist, betrifft den digitalen Euro. Laut einem Bericht des Spiegel haben große deutsche Banken wie die Deutsche Bank, die Unicredit, die ING und die DZ Bank offenbar versucht, die EU-Gesetzgebung zum digitalen Euro in ihrem Sinne zu beeinflussen. Es ging dabei zum Beispiel um niedrige Obergrenzen für Guthaben und flexible Gebührenregelungen. Kritisch wird vor allem gesehen, dass diese Lobbyaktivitäten offenbar nicht im offiziellen Lobbyregister aufgetaucht sind. Der Verein Finanzwende spricht von einem möglichen Verstoß gegen Transparenzregeln. Die Banken selbst sagen, sie hätten sich an die geltenden Vorgaben gehalten, wollen aber prüfen, ob eine nachträgliche Registrierung nötig ist. Für die Debatte um den digitalen Euro ist das kein gutes Signal, denn Vertrauen und Transparenz sind hier besonders wichtig, schließlich geht es um eine mögliche neue Form von Geld für über 300 Millionen Menschen in der Eurozone. Jetzt zu einem Thema, das viele von uns direkt betrifft, nämlich den Arbeitsmarkt. Die Tagesschau berichtet, dass chinesische Exporte der deutschen Industrie zunehmend zu schaffen machen. Wegen staatlicher Förderung, künstlich niedrig gehaltener Wechselkurse und massiver Überkapazitäten in China verlieren deutsche Unternehmen Marktanteile, und das kostet laut Schätzungen monatlich zehn- bis zwölftausend Industriearbeitsplätze, unter anderem bei Volkswagen und Porsche. Der Internationale Währungsfonds sieht für China weiterhin stabiles Wachstum bei niedriger Inflation voraus, was den Druck auf europäische Wettbewerber eher noch verstärkt. In der deutschen Politik wird deshalb lauter über Ausgleichszölle und Handelsbeschränkungen diskutiert. Die EU prüft seit ihrem Gipfel Ende Juni gemeinsame Gegenmaßnahmen, doch Peking hat schon mit Vergeltung gedroht. Deutsche Unternehmen wiederum fürchten, dass ein offener Handelskonflikt am Ende allen mehr schadet als hilft. Es ist also ein echtes Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Schutz der heimischen Industrie und der Sorge vor einer Eskalation. Diese Unsicherheit passt auch zu einem größeren Thema, das die FAZ aufgreift, nämlich die Frage, wie Deutschland wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt. Ökonomen sehen im aktuellen Reformprogramm der Bundesregierung nur teilweise eine wachstumsfördernde Wirkung. Die Formulierung, die in dem Bericht fällt, trifft es ziemlich gut. Weniger schnell abzusteigen, sei eben noch kein Aufstieg. Zusätzlich belastet aktuell die Unsicherheit rund um den Persischen Golf die kurzfristigen Aussichten. Es braucht also mehr als nur einzelne Reformschritte, um wirklich wieder auf einen klaren Wachstumspfad zu kommen. Ein Punkt, der in diese Debatte hineinspielt, ist der Industriestrompreis. Die Monopolkommission hat in ihrem aktuellen Hauptgutachten scharfe Kritik an den bestehenden Strompreis-Erleichterungen für die Industrie geübt. Die Wettbewerbshüter sprechen von einem regelrechten Flickenteppich an Subventionen und einem Labyrinth an Sonderregeln. Vor allem mittelständische Unternehmen haben es demnach schwer, sich in diesem Regelwerk zurechtzufinden, und ziehen dabei häufig den Kürzeren gegenüber größeren Konzernen. Das ist relevant, weil bezahlbare Energiepreise für die deutsche Industrie ein zentraler Wettbewerbsfaktor sind, gerade im Vergleich zu Ländern wie China oder den USA. Kommen wir zu einem Thema, das viele Unternehmen aktuell beschäftigt, nämlich künstliche Intelligenz. Auf der Managementkonferenz manage_future haben Vertreter von SAP, Allianz, der Charité und Roland Berger über den praktischen Nutzen von KI gesprochen. Es gibt durchaus konkrete Fortschritte, etwa schnellere Bearbeitungszeiten und eine datenschutzkonforme Nutzung von Gesundheitsdaten. Gleichzeitig ist die anfängliche Euphorie einer nüchterneren Phase gewichen. Kritisiert wurde vor allem, dass oft unklar ist, welche Aufgaben Mensch und Maschine jeweils übernehmen sollen. Und es gibt die Sorge, dass Deutschland insgesamt zu zögerlich vorgeht und dadurch die nächste große Produktivitätswelle verpassen könnte. Das ist ein Punkt, der langfristig für den Wirtschaftsstandort ziemlich entscheidend sein dürfte. Und weil wir schon bei Technologie sind, ein Blick auf die Chipbranche, die aktuell für einige der größten Bewegungen an den Märkten sorgt. Zum einen gibt es aktuell einen regelrechten Boom bei ETFs auf Halbleiter-Aktien, was zeigt, wie stark das Anlegerinteresse an diesem Sektor gerade ist. Zum anderen plant der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix eine Zweitnotierung an der Nasdaq mit einem Volumen von rund 28 Milliarden Dollar. Das wäre die größte Aktien-Zweitnotierung überhaupt und nach SpaceX der zweitgrößte Börsengang der Geschichte. Die Emission ist bereits mehr als siebenfach überzeichnet. Das eingesammelte Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktion von HBM-Speicherchips fließen, die für KI-Rechenzentren extrem wichtig sind. SK Hynix hält hier einen Weltmarktanteil von 61 Prozent und ist ein zentraler Zulieferer für Nvidia. Der Handelsstart ist für Freitag geplant. Diese beiden Meldungen zusammen zeigen ziemlich deutlich, wie stark der KI-Boom aktuell die Finanzmärkte antreibt. Zum Abschluss noch ein Blick auf ein eher stilles, aber langfristig bedeutsames Thema, nämlich Gold. Die chinesische Zentralbank hat im Juni ihre Goldreserven um etwa 15 Tonnen aufgestockt, der stärkste monatliche Zuwachs seit Oktober 2023. Das ist bereits der zwanzigste Monat in Folge, in dem China seine Goldbestände erhöht, und das, obwohl der Goldpreis zuletzt wegen eines starken Dollars und Zinserwartungen der US-Notenbank um fast zwölf Prozent gefallen ist. Der Gesamtwert der chinesischen Reserven ist deshalb trotz der Zukäufe von 341 auf 304 Milliarden Dollar gesunken. Parallel baut Hongkong seine Rolle als globales Goldhandelszentrum weiter aus, unter anderem mit neuen Abwicklungssystemen. Das passt zu einem größeren Trend, den wir schon länger beobachten, nämlich dem wachsenden Interesse einiger Staaten an Alternativen zum US-Dollar. Insgesamt zeigt sich heute ein ziemlich vielschichtiges Bild. Auf der einen Seite Stabilisierung an den Börsen und spannende Bewegungen in der Chipbranche, auf der anderen Seite wachsender Druck durch internationale Konkurrenz, ungelöste Strukturfragen bei Energiepreisen und offene Fragen rund um Transparenz und künstliche Intelligenz. Das waren die wichtigsten Themen für heute, von der Erholung an den Börsen und dem großen Rüstungsdeal bei Deutz, über die Diskussion um chinesische Exporte und den Industriestrompreis, bis hin zum Rekord-Börsengang von SK Hynix. Danke, dass ihr zugehört habt. Morgen geht es weiter mit neuen Einblicken in die Wirtschaft. Bis dann, euer Leo.
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