loginai.
Wirtschaft im Fokus
Folge 3814.07.20268:46 KI-vertont

Handelsdefizit, CO2-Streit und Pleitewelle: Deutschlands Wirtschaft unter Druck (14.07.2026)

China exportiert mehr, das Handelsdefizit wächst, während Firmenpleiten in Deutschland einen 14-Jahres-Höchststand erreichen. Zudem: CO2-Streit in der Industrie, Rüstungsboom an der Börse und Easyjets überraschende Übernahme durch Apollo Global.

Themen

In dieser Folge

10
  1. 01

    China exportiert deutlich mehr nach Deutschland – Handelsdefizit wächst

    Zeit Wirtschaft

    Chinas Exporte nach Deutschland stiegen im Juni um 27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die deutschen Ausfuhren nach China nur um 3,1 Prozent zulegten. Im gesamten ersten Halbjahr wuchsen die chinesischen Lieferungen nach Deutschland um 19 Prozent gegenüber lediglich 1,8 Prozent bei den Importen aus Deutschland, wodurch sich ein deutsches Handelsdefizit von 22,3 Milliarden US-Dollar ergab. Auch im weltweiten Außenhandel verzeichnete China starke Zuwächse, insbesondere getrieben durch steigende Halbleiterpreise infolge des KI-Booms, während der Wettbewerbsdruck zwischen China und Deutschland etwa in der Autoindustrie und im Maschinenbau weiter zunimmt.

    Original
  2. 02

    Reform des Emissionshandels: CO2-Kosten spalten die Industrie

    Tagesschau

    Für CO2-intensive Unternehmen geht es beim europäischen Emissionshandel um viele Millionen Euro jedes Jahr. Aktuell steht eine Reform an. Es geht um Regeln unter anderem für die Stahlbranche.

    Original
  3. 03

    Gastbeitrag: Europas Industrie braucht mehr Zeit für ihre Transformation

    Handelsblatt

    Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis warnen in einem gemeinsamen Gastbeitrag, dass der europäische Emissionshandel (ETS I) angesichts multipler Krisen, steigender Energiepreise und fehlender Infrastruktur die Industrie überfordert. Da Weltregionen wie die USA, China oder Indien keine vergleichbaren CO2-Kosten kennen, gehe Europa mit seinem Alleingang ein erhebliches Wettbewerbsrisiko ein. Als Beispiel nennen sie die chemische Industrie, in der bereits Anlagen stillgelegt, Investitionen verschoben und Produktion samt Arbeitsplätzen ins Ausland verlagert werden.

    Original
  4. 04

    Rüstungsboom an der Börse: Wachstum ja, Jobwunder eher nicht

    Tagesschau

    Der Börsengang des Salzgitter-Rüstungsunternehmens SMAG verlief verhalten, der erste Kurs lag deutlich unter dem Ausgabepreis, was auf ein nachlassendes Investoreninteresse an Rüstungswerten hindeutet. Dennoch bauen immer mehr deutsche Traditionsunternehmen wie Deutz, Mercedes-Benz, Schaeffler und Heidelberg Druckmaschinen ihre Verteidigungssparten aus, während der Panzerbauer KNDS seinen eigenen Börsengang vorerst gestoppt hat. Ökonom Carsten Brzeski warnt jedoch, dass die Rüstungsindustrie trotz Dynamik die massiven Arbeitsplatzverluste in der Automobilbranche nicht kompensieren könne, während private Investoren weiterhin kräftig in Rüstungs-Start-ups wie das Münchner Drohnenunternehmen Helsing investieren, das nun mit 18 Milliarden Dollar bewertet wird.

    Original
  5. 05

    Dax gibt vor US-Inflationsdaten nach – Ölpreise steigen wegen Iran-Konflikt

    Handelsblatt

    Der Dax notiert am Vormittag mit 0,6 Prozent im Minus bei knapp unter 25.000 Punkten, nachdem er den Vortag noch nahezu unverändert bei 25.114 Zählern beendet hatte. Belastet wird die Stimmung an den Märkten durch die eskalierende Lage im Irankrieg und den Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus, was auch die US-Indizes zuvor unter Druck gesetzt hatte. Zusätzlich trieb US-Präsident Trumps Ankündigung einer erneuten Seeblockade gegen iranische Häfen die Ölpreise deutlich nach oben, Brent verteuerte sich auf rund 86 Dollar und WTI auf etwa 81 Dollar je Barrel.

    Original
  6. 06

    US-Regierung erstattet Unternehmen 81 Milliarden Dollar an Zöllen zurück

    FAZ Wirtschaft

    Die US-Regierung hat im laufenden Steuerjahr rund 81 Milliarden Dollar an Zöllen zurückgezahlt, nachdem der Oberste Gerichtshof im Februar entschieden hatte, dass Präsident Trump mit einem Großteil seiner Zollaufschläge seine Kompetenzen überschritten hatte – im Vorjahr waren es lediglich fünf Milliarden Dollar gewesen. Gleichzeitig wächst das US-Haushaltsdefizit wieder deutlich, unter anderem wegen stark gestiegener Zinszahlungen und höherer Militärausgaben infolge des Iran-Krieges. Daneben meldet der Ticker weitere Wirtschaftsnachrichten, darunter eine Forderung des DIHK nach einer Grundgesetzänderung für Sonntagsöffnungen, eine schlechtere Stimmung im deutschen Einzelhandel, Wettbewerbsermittlungen der Schweiz gegen Google sowie deutlich gestiegene chinesische Exporte nach Deutschland.

    Original
  7. 07

    Firmenpleiten in Deutschland erreichen höchsten Stand seit 14 Jahren

    n-tv Wirtschaft

    Im April 2026 meldeten die Amtsgerichte 2276 Unternehmensinsolvenzen und damit 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr – laut DIHK der höchste Stand seit 14 Jahren. Besonders dramatisch ist die Lage im Gastgewerbe, in Verkehr und Lagerei sowie im Baugewerbe, wo fast jedes zehnte Unternehmen von einer Insolvenz bedroht ist und viele Betriebe unter Liquiditätsengpässen leiden. Die DIHK fordert deshalb spürbare Entlastungen bei Arbeits- und Energiekosten sowie einen Abbau von Bürokratie, während auch die Verbraucherinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent zunahmen.

    Original
  8. 08

    Studie: Nato-Infrastrukturpläne könnten Hunderttausende Jobs in Deutschland schaffen

    n-tv Wirtschaft

    Einer Studie von EY und der DekaBank zufolge könnten die geplanten Nato-Investitionen in sicherheitsrelevante Infrastruktur in Deutschland rund 723.000 neue Arbeitsplätze schaffen, europaweit sogar über 4,4 Millionen. Profitieren würden vor allem Bau-, IT-, Logistik- und Elektrotechnikunternehmen, da die Investitionen in Deutschland eine Produktion von 131 Milliarden Euro anstoßen könnten und zusätzliche Steuer- und Sozialabgabeneinnahmen von jährlich rund 17,2 Milliarden Euro generieren würden. Als Hürden nennt die Studie jedoch knappe öffentliche Kassen, bestehenden Investitionsstau, lange Genehmigungsverfahren sowie mangelnde Abstimmung zwischen zivilen und militärischen Planungen.

    Original
  9. 09

    Wirtschaftsverbände warnen vor Abschaffung der Minijobs

    n-tv Wirtschaft

    Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden aus Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Landwirtschaft warnt in einem Brief an Arbeitsministerin Bas und Gesundheitsministerin Warken vor der geplanten Abschaffung des steuer- und abgabenfreien Sonderstatus von Minijobs. Hintergrund ist ein Vorschlag der Rentenkommission, Minijobs künftig in die Rentenversicherung einzubeziehen und ihre Sonderregelungen weitgehend zu streichen, wobei Ausnahmen nur noch für Schüler vorgesehen wären. Die Verbände befürchten Einkommensverluste für Millionen Beschäftigte sowie Personalengpässe für Unternehmen und sprechen von drohenden „irreversiblen Schäden“ für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

    Original
  10. 10

    Neue Heimat für AirlineEasyjet stimmt überraschend Übernahme durch Apollo Global zu

    n-tv Wirtschaft

    Vergangenes Wochenende einigt sich Easyjet mit dem US-Unternehmen Castlelake auf eine Übernahme. Nun vollzieht die Airline eine Kehrtwende und nimmt das Angebot eines Konkurrenten an.

    Original
FAQ

Häufige Fragen

Wie stark ist das deutsche Handelsdefizit gegenüber China gewachsen?

Im ersten Halbjahr wuchsen Chinas Exporte nach Deutschland um 19 Prozent, während deutsche Ausfuhren nach China nur um 1,8 Prozent zulegten, was zu einem deutschen Handelsdefizit von 22,3 Milliarden US-Dollar führte. Allein im Juni stiegen Chinas Lieferungen um 27,2 Prozent gegenüber nur 3,1 Prozent bei deutschen Exporten.

Warum warnen Olaf Lies und Michael Vassiliadis vor dem europäischen Emissionshandel (ETS I)?

Sie befürchten, dass die Industrie durch multiple Krisen, hohe Energiepreise und fehlende Infrastruktur überfordert wird, während Konkurrenten wie USA, China oder Indien keine vergleichbaren CO2-Kosten tragen. Als Warnbeispiel dient die chemische Industrie, in der bereits Anlagen stillgelegt und Produktion ins Ausland verlagert wird.

Kann die Rüstungsindustrie den Stellenabbau in der Automobilbranche ausgleichen?

Nein, laut Ökonom Carsten Brzeski reicht die Dynamik der Rüstungsindustrie nicht aus, um die massiven Arbeitsplatzverluste in der Automobilbranche zu kompensieren. Dennoch bauen Unternehmen wie Deutz, Mercedes-Benz und Schaeffler ihre Verteidigungssparten aus, und Start-ups wie Helsing erreichen hohe Bewertungen von bis zu 18 Milliarden Dollar.

Warum steigen die Ölpreise aktuell so stark?

Die Ölpreise legten wegen der Eskalation im Irankrieg und dem Streit um die Straße von Hormus deutlich zu, zusätzlich verstärkt durch Trumps Ankündigung einer erneuten Seeblockade gegen iranische Häfen. Brent verteuerte sich dadurch auf rund 86 Dollar und WTI auf etwa 81 Dollar je Barrel.

Warum musste die US-Regierung Unternehmen 81 Milliarden Dollar an Zöllen zurückzahlen?

Der Oberste Gerichtshof entschied im Februar, dass Präsident Trump mit einem Großteil seiner Zollaufschläge seine Kompetenzen überschritten hatte, weshalb die Regierung im laufenden Steuerjahr rund 81 Milliarden Dollar erstatten musste – im Vorjahr waren es nur fünf Milliarden Dollar. Gleichzeitig wächst das US-Haushaltsdefizit durch gestiegene Zinszahlungen und höhere Militärausgaben infolge des Iran-Krieges weiter.

Vollständiges Transkript

Transkript ein-/ausblenden

Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute geht es um ein Thema, das sich eigentlich durch fast alle unsere Meldungen zieht: Die deutsche Wirtschaft steht ordentlich unter Druck, und zwar von mehreren Seiten gleichzeitig. Lasst uns das mal der Reihe nach auseinandernehmen. Fangen wir beim Außenhandel an, denn da gibt es eine Entwicklung, die aufhorchen lässt. China exportiert immer mehr nach Deutschland, im Juni waren es satte 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Umgekehrt legten die deutschen Exporte nach China nur um gut 3 Prozent zu. Übers ganze erste Halbjahr gerechnet steht damit ein deutsches Handelsdefizit von 22,3 Milliarden Dollar. Das ist mehr als nur eine Zahl auf dem Papier. Es zeigt, dass China nicht nur mehr, sondern auch technologisch anspruchsvollere Produkte liefert, gerade im Bereich Halbleiter, wo der KI-Boom die Preise nach oben treibt. Für die deutsche Autoindustrie und den Maschinenbau bedeutet das: Der Wettbewerbsdruck aus China wächst weiter, und zwar nicht nur auf den Weltmärkten, sondern zunehmend auch im eigenen Land. Und dieser Druck aus dem Ausland trifft eine deutsche Industrie, die ohnehin schon mit hausgemachten Problemen kämpft. Stichwort CO2-Kosten. Der europäische Emissionshandel wird gerade reformiert, und das sorgt für ordentlich Zündstoff, vor allem in der Stahlbranche. Es geht um Millionen Euro pro Jahr für die Unternehmen, und die Frage ist, wie viel CO2-Kosten die Industrie noch verkraften kann, ohne komplett abzuwandern. Genau in diese Kerbe schlagen auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis. In einem gemeinsamen Gastbeitrag warnen sie, dass der Emissionshandel die Industrie in der aktuellen Lage schlicht überfordert. Ihr Argument: Während Europa auf hohe CO2-Preise setzt, kennen die USA, China oder Indien nichts Vergleichbares. Das sei ein handfestes Wettbewerbsrisiko. Als Beispiel nennen sie die chemische Industrie, wo bereits Anlagen stillgelegt, Investitionen verschoben und Produktion ins Ausland verlagert werden. Man merkt also, das ist längst keine abstrakte Klimadebatte mehr, sondern eine sehr konkrete Standortfrage. Wie ernst die Lage für viele Unternehmen inzwischen ist, zeigt eine andere Zahl, die aufhorchen lässt. Im April meldeten die Amtsgerichte in Deutschland 2276 Unternehmensinsolvenzen, das sind 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr und laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag der höchste Stand seit 14 Jahren. Besonders hart trifft es das Gastgewerbe, die Logistikbranche und das Baugewerbe. Dort ist teilweise fast jedes zehnte Unternehmen von einer Insolvenz bedroht, viele kämpfen mit akuten Liquiditätsproblemen. Die Kammern fordern deshalb spürbare Entlastungen bei Arbeits- und Energiekosten sowie weniger Bürokratie. Auch bei den Verbraucherinsolvenzen geht es leicht nach oben, ein Zeichen dafür, dass der Druck nicht nur Unternehmen, sondern auch private Haushalte erreicht. Es gibt aber auch eine Branche, die sich gegen diesen Trend stemmt, und das ist die Rüstungsindustrie. Deutsche Traditionsunternehmen wie Deutz, Mercedes-Benz, Schaeffler oder Heidelberg Druckmaschinen bauen ihre Verteidigungssparten kräftig aus. Allerdings zeigt der Börsengang des Salzgitter-Rüstungsunternehmens SMAG, dass die Euphorie der Anleger dabei durchaus Grenzen hat, der erste Kurs lag deutlich unter dem Ausgabepreis. Der Panzerbauer KNDS hat seinen eigenen Börsengang deshalb vorerst auf Eis gelegt. Ökonom Carsten Brzeski gibt zu bedenken, dass die Rüstungsbranche trotz aller Dynamik die massiven Jobverluste in der Autoindustrie nicht auffangen kann, dafür ist sie schlicht zu klein. Spannend ist trotzdem, wie viel privates Kapital weiterhin in Rüstungs-Start-ups fließt, das Münchner Drohnenunternehmen Helsing wird inzwischen mit 18 Milliarden Dollar bewertet. Wo wir schon bei möglichen Jobmotoren sind: Eine Studie von EY und der DekaBank kommt zu einem interessanten Ergebnis. Die geplanten Nato-Investitionen in sicherheitsrelevante Infrastruktur könnten allein in Deutschland rund 723.000 neue Arbeitsplätze schaffen, europaweit sogar über 4,4 Millionen. Profitieren würden vor allem Bau-, IT-, Logistik- und Elektrotechnikunternehmen. Die Studie rechnet mit einer angestoßenen Produktion von 131 Milliarden Euro und zusätzlichen Steuer- und Sozialabgabeneinnahmen von rund 17,2 Milliarden Euro pro Jahr. Klingt erstmal vielversprechend, allerdings nennen die Autoren auch klare Hürden: knappe öffentliche Kassen, ein bestehender Investitionsstau, langwierige Genehmigungsverfahren und mangelnde Abstimmung zwischen zivilen und militärischen Planungen. Das Potenzial ist also da, aber ob es sich wirklich hebt, hängt stark davon ab, wie schnell Deutschland seine bekannten Bremsklötze aus dem Weg räumt. Ein Thema, das ebenfalls für Diskussionen sorgt, betrifft den Arbeitsmarkt direkt. Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden aus Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Landwirtschaft warnt aktuell vor der geplanten Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs. Hintergrund ist ein Vorschlag der Rentenkommission, Minijobs künftig in die Rentenversicherung einzubeziehen und die bisherigen Ausnahmen weitgehend zu streichen, außer für Schüler. Die Verbände befürchten, dass Millionen Beschäftigte dadurch Einkommen verlieren und Unternehmen gleichzeitig mit Personalengpässen zu kämpfen haben. Sie sprechen sogar von drohenden irreversiblen Schäden für den Wirtschaftsstandort. Man sieht hier ganz gut, wie schwierig der Balanceakt zwischen Rentenreform und Arbeitsmarktflexibilität ist. Schauen wir kurz auf die Finanzmärkte. Der Dax gibt am Vormittag um 0,6 Prozent nach und notiert knapp unter 25.000 Punkten. Belastet wird die Stimmung durch die eskalierende Lage im Irankonflikt und den Streit um die Straße von Hormus. US-Präsident Trumps Ankündigung einer erneuten Seeblockade gegen iranische Häfen hat die Ölpreise zusätzlich nach oben getrieben, Brent kostet inzwischen rund 86 Dollar, WTI etwa 81 Dollar je Barrel. Für Verbraucher und Unternehmen ist das keine gute Nachricht, steigende Ölpreise wirken sich am Ende auf Energiekosten und Transportpreise aus, und damit indirekt auch wieder auf die Inflation. Zum Schluss noch ein Blick über den Atlantik. Die US-Regierung hat im laufenden Steuerjahr rund 81 Milliarden Dollar an Zöllen zurückerstattet, nachdem der Oberste Gerichtshof im Februar entschieden hatte, dass Präsident Trump mit einem Großteil seiner Zollaufschläge seine Kompetenzen überschritten hat. Im Vorjahr waren es gerade einmal 5 Milliarden Dollar gewesen, ein enormer Unterschied. Gleichzeitig wächst das US-Haushaltsdefizit wieder deutlich, unter anderem wegen stark gestiegener Zinszahlungen und höherer Militärausgaben infolge des Iran-Kriegs. Das zeigt, wie eng Handelspolitik, Gerichtsentscheidungen und Staatsfinanzen inzwischen miteinander verknüpft sind. Insgesamt zeichnet sich heute ein Bild ab, das man so zusammenfassen könnte: Die deutsche Industrie steht zwischen wachsendem Konkurrenzdruck aus China, teuren Klimaauflagen und einer historisch hohen Insolvenzquote ziemlich unter Zugzwang. Gleichzeitig gibt es mit dem Rüstungssektor und möglichen Nato-Infrastrukturinvestitionen durchaus Lichtblicke, wenn auch mit deutlichen Fragezeichen. Und an den Märkten sorgt der Iran-Konflikt weiterhin für Nervosität, die sich über die Ölpreise bis in unseren Alltag durchschlagen könnte. Das waren die wichtigsten Wirtschaftsthemen für heute, von der Insolvenzwelle über die Rüstungsdebatte bis zu den steigenden Ölpreisen. Ich bedanke mich, dass ihr zugehört habt, und freue mich, wenn wir uns morgen wieder hier treffen. Bis dahin, macht's gut und bleibt neugierig.

Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.

Feedback

Fehler gefunden?

Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.

corrections@login-online.com