CXMT-Börsengang, Chinas Wachstumsschwäche und der globale Chip-Boom (15.07.2026)
Chinas Chip-Milliarden, Deutschlands Zoll-Forderungen und JPMorgans Rekordgewinn: Die Weltwirtschaft zwischen KI-Boom und Handelsstreit. Dazu Bürokratie-Entlastung, Dubais neuer Hafen und XXXLutz im EU-Visier.
In dieser Folge
- 01
Chinesischer Speicherchip-Hersteller CXMT plant Milliarden-Börsengang in Shanghai
HandelsblattDer chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) plant einen der größten Börsengänge in der Geschichte des chinesischen Kapitalmarkts und will dabei bis zu 9,8 Milliarden Dollar einsammeln. Bei einem Ausgabepreis von 8,66 Yuan pro Aktie sollen bis zu 7,69 Milliarden Aktien am Shanghaier Star Market ausgegeben werden, womit das Unternehmen nach der Agricultural Bank of China die zweitgrößte Aktienemission Chinas anstreben würde. CXMT zählt zu den weltweit größten DRAM-Chipherstellern und spielt eine Schlüsselrolle in Pekings Strategie, angesichts der US-Exportbeschränkungen die Abhängigkeit von ausländischen Halbleiteranbietern zu verringern.
Original - 02
Chinas Wirtschaftswachstum verfehlt im zweiten Quartal die Erwartungen
Manager MagazinChinas Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal nur um 4,3 Prozent im Vorjahresvergleich und blieb damit unter den von Analysten erwarteten 4,5 Prozent sowie dem Vorquartalswert von 5,0 Prozent. Während Industrie und Export dank starker Auslandsnachfrage nach Halbleitern, Computertechnik und Autos robust blieben, schwächelten Konsum, Investitionen und insbesondere der Immobilienmarkt deutlich, wo die Investitionen um 18 Prozent einbrachen. Die Regierung setzt trotz der Belastungen aus internationalen Konflikten und Handelsspannungen weiterhin auf ein Jahresziel von 4,5 bis 5 Prozent Wachstum und fördert verstärkt Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz.
Original - 03
Deutsche Maschinenbauer fordern Ausgleichszölle gegen China
n-tv WirtschaftDer Branchenverband VDMA fordert von der EU ein härteres Vorgehen gegen chinesische Wettbewerbsverzerrungen wie Subventionen, Dumping und Währungsmanipulation. Verbandspräsident Bertram Kawlath warnt davor, zum „Spielball“ dieser Praktiken zu werden, während VDMA-Außenwirtschaftsleiter Oliver Richtberg schnellere Verfahren, mögliche Ausgleichszölle für bestimmte Warengruppen sowie eine Beweislastumkehr für chinesische Unternehmen fordert. Einfuhrquoten lehnt der Verband hingegen ab, schlägt aber eine intensivere Marktüberwachung sowie eine gezielte Nutzung der Zolleinnahmen für Innovationsförderung vor.
Original - 04
Cerebras: Nvidia-Rivale kämpft mit Nachfrageüberhang trotz starkem Börsenstart
HandelsblattDer Chip-Hersteller Cerebras aus dem Silicon Valley verzeichnet nach eigenen Angaben eine „unersättliche Nachfrage“ nach seinen Produkten, kann diese jedoch nicht vollständig befriedigen, wie Mitgründer Jean-Philippe Fricker im Handelsblatt-Interview berichtet. Das 2016 gegründete Unternehmen gilt durch seinen ungewöhnlichen Ansatz, den derzeit größten Chip der Welt zu bauen, als einer der wenigen ernsthaften Herausforderer von Marktführer Nvidia und arbeitet bereits mit namhaften Partnern wie OpenAI und Amazons Cloud-Sparte AWS zusammen. Trotz eines Rekordbörsengangs im Mai und wachsender Anerkennung in der Branche dümpelt die Aktie des Unternehmens bislang jedoch vor sich hin.
Original - 05
Halbleiter: Chipexporte fast verdoppelt: Singapur wird durch KI-Boom noch reicher
HandelsblattDie Wirtschaft des wohlhabenden Stadtstaats ist im ersten Halbjahr um sechs Prozent gewachsen. Zum Treiber entwickelt sich die starke Nachfrage nach KI-Rechenzentren.
Original - 06
Bundesregierung beschließt neues Entlastungspaket gegen Bürokratie
HandelsblattDas Bundeskabinett bringt ein weiteres „Entlastungskabinett“ auf den Weg, mit dem Bürokratiekosten für die Wirtschaft von insgesamt 2,1 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden sollen, wobei 1,5 Milliarden davon bereits zuvor beschlossen wurden. Das Bundesarbeitsministerium unter Bärbel Bas (SPD) will allein im Arbeitsschutz rund eine Milliarde Euro einsparen, etwa durch weniger Pflichten zur Benennung von Sicherheitsbeauftragten und zur regelmäßigen Kontrolle von Elektrogeräten. Zusätzlich sollen im Digital- und Gesundheitsministerium umfangreiche Bürokratieabbau-Maßnahmen beschlossen werden, wodurch nach Angaben von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) seit Beginn der Initiative bereits jährliche Entlastungen von über neun Milliarden Euro erreicht wurden.
Original - 07
JPMorgan Chase verzeichnet Rekordgewinn im zweiten Quartal
Manager MagazinJPMorgan Chase hat im zweiten Quartal mit 21,2 Milliarden Dollar den höchsten Quartalsgewinn der Firmengeschichte erzielt, nach 14,99 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Getrieben wurde das Ergebnis von einem um 30 Prozent gestiegenen Investmentbanking-Geschäft, wobei die Bank unter anderem den milliardenschweren Börsengang von SpaceX sowie große Fusionen wie die von NextEra Energy mit Dominion Energy begleitete. Auch das weltweite M&A-Geschäft erholte sich deutlich, wovon JPMorgan als weltweit führende Investmentbank besonders profitierte.
Original - 08
EU-Kommission genehmigt deutsche Staatshilfen für Halbleiterindustrie in Höhe von 659 Millionen Euro
Zeit WirtschaftDie EU-Kommission hat Deutschland erlaubt, die Halbleiterproduktion mit weiteren 659 Millionen Euro zu fördern, wobei bei über den Erwartungen liegenden Profiten Rückzahlungen an den Staat vorgesehen sind. Mehr als die Hälfte der Mittel fließt in eine neue Fabrik im Raum Aachen, weitere 214 Millionen Euro in den Ausbau eines Werks in Itzehoe, zudem werden Projekte in Hessen und Bayern unterstützt. Damit setzt Deutschland seine bisherigen Förderungen der Branche fort, zu denen bereits die fünf Milliarden Euro schwere Subvention für das TSMC-Werk in Dresden zählte, während die EU insgesamt ihren Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 von zehn auf 20 Prozent steigern will.
Original - 09
Dubai lässt wegen Iran-Krise neuen Hafen außerhalb des Persischen Golfs bauen
n-tv WirtschaftAls Reaktion auf den Iran-Krieg und die monatelange Blockade der Straße von Hormus plant der Dubaier Hafenbetreiber DP World einen neuen Mehrzweckhafen im Emirat Fujairah am Golf von Oman sowie den Ausbau des dortigen Hafens um ein Container-Terminal. Grund ist der massive Einbruch des Umschlags im Dubais Haupthafen Jebel Ali um bis zu 95 Prozent, seit die Straße von Hormus durch iranische Angriffe faktisch gesperrt ist. Mit einer Anfangsinvestition von mehreren Hundert Millionen Dollar und einer geplanten Inbetriebnahme innerhalb von ein bis eineinhalb Jahren soll der neue Hafen laut Insidern kein dauerhafter Ersatz für Jebel Ali, sondern lediglich eine Absicherung für künftige Krisenfälle sein.
Original - 10
Übernahme: „Verwundert und überrascht“: Möbelhändler XXXLutz wehrt sich gegen Vorwürfe der EU
HandelsblattDie EU-Kommission ermittelt wegen angeblicher Verstöße bei der geplanten Übernahme von Porta. XXXLutz will die Anschuldigungen entkräften. Doch eine Fusion steht noch vor hohen Hürden.
Original
- 01
Chinesischer Speicherchip-Hersteller CXMT plant Milliarden-Börsengang in Shanghai
HandelsblattDer chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) plant einen der größten Börsengänge in der Geschichte des chinesischen Kapitalmarkts und will dabei bis zu 9,8 Milliarden Dollar einsammeln. Bei einem Ausgabepreis von 8,66 Yuan pro Aktie sollen bis zu 7,69 Milliarden Aktien am Shanghaier Star Market ausgegeben werden, womit das Unternehmen nach der Agricultural Bank of China die zweitgrößte Aktienemission Chinas anstreben würde. CXMT zählt zu den weltweit größten DRAM-Chipherstellern und spielt eine Schlüsselrolle in Pekings Strategie, angesichts der US-Exportbeschränkungen die Abhängigkeit von ausländischen Halbleiteranbietern zu verringern.
Original - 02
Chinas Wirtschaftswachstum verfehlt im zweiten Quartal die Erwartungen
Manager MagazinChinas Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal nur um 4,3 Prozent im Vorjahresvergleich und blieb damit unter den von Analysten erwarteten 4,5 Prozent sowie dem Vorquartalswert von 5,0 Prozent. Während Industrie und Export dank starker Auslandsnachfrage nach Halbleitern, Computertechnik und Autos robust blieben, schwächelten Konsum, Investitionen und insbesondere der Immobilienmarkt deutlich, wo die Investitionen um 18 Prozent einbrachen. Die Regierung setzt trotz der Belastungen aus internationalen Konflikten und Handelsspannungen weiterhin auf ein Jahresziel von 4,5 bis 5 Prozent Wachstum und fördert verstärkt Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz.
Original - 03
Deutsche Maschinenbauer fordern Ausgleichszölle gegen China
n-tv WirtschaftDer Branchenverband VDMA fordert von der EU ein härteres Vorgehen gegen chinesische Wettbewerbsverzerrungen wie Subventionen, Dumping und Währungsmanipulation. Verbandspräsident Bertram Kawlath warnt davor, zum „Spielball“ dieser Praktiken zu werden, während VDMA-Außenwirtschaftsleiter Oliver Richtberg schnellere Verfahren, mögliche Ausgleichszölle für bestimmte Warengruppen sowie eine Beweislastumkehr für chinesische Unternehmen fordert. Einfuhrquoten lehnt der Verband hingegen ab, schlägt aber eine intensivere Marktüberwachung sowie eine gezielte Nutzung der Zolleinnahmen für Innovationsförderung vor.
Original - 04
Cerebras: Nvidia-Rivale kämpft mit Nachfrageüberhang trotz starkem Börsenstart
HandelsblattDer Chip-Hersteller Cerebras aus dem Silicon Valley verzeichnet nach eigenen Angaben eine „unersättliche Nachfrage“ nach seinen Produkten, kann diese jedoch nicht vollständig befriedigen, wie Mitgründer Jean-Philippe Fricker im Handelsblatt-Interview berichtet. Das 2016 gegründete Unternehmen gilt durch seinen ungewöhnlichen Ansatz, den derzeit größten Chip der Welt zu bauen, als einer der wenigen ernsthaften Herausforderer von Marktführer Nvidia und arbeitet bereits mit namhaften Partnern wie OpenAI und Amazons Cloud-Sparte AWS zusammen. Trotz eines Rekordbörsengangs im Mai und wachsender Anerkennung in der Branche dümpelt die Aktie des Unternehmens bislang jedoch vor sich hin.
Original - 05
Halbleiter: Chipexporte fast verdoppelt: Singapur wird durch KI-Boom noch reicher
HandelsblattDie Wirtschaft des wohlhabenden Stadtstaats ist im ersten Halbjahr um sechs Prozent gewachsen. Zum Treiber entwickelt sich die starke Nachfrage nach KI-Rechenzentren.
Original - 06
Bundesregierung beschließt neues Entlastungspaket gegen Bürokratie
HandelsblattDas Bundeskabinett bringt ein weiteres „Entlastungskabinett“ auf den Weg, mit dem Bürokratiekosten für die Wirtschaft von insgesamt 2,1 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden sollen, wobei 1,5 Milliarden davon bereits zuvor beschlossen wurden. Das Bundesarbeitsministerium unter Bärbel Bas (SPD) will allein im Arbeitsschutz rund eine Milliarde Euro einsparen, etwa durch weniger Pflichten zur Benennung von Sicherheitsbeauftragten und zur regelmäßigen Kontrolle von Elektrogeräten. Zusätzlich sollen im Digital- und Gesundheitsministerium umfangreiche Bürokratieabbau-Maßnahmen beschlossen werden, wodurch nach Angaben von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) seit Beginn der Initiative bereits jährliche Entlastungen von über neun Milliarden Euro erreicht wurden.
Original - 07
JPMorgan Chase verzeichnet Rekordgewinn im zweiten Quartal
Manager MagazinJPMorgan Chase hat im zweiten Quartal mit 21,2 Milliarden Dollar den höchsten Quartalsgewinn der Firmengeschichte erzielt, nach 14,99 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Getrieben wurde das Ergebnis von einem um 30 Prozent gestiegenen Investmentbanking-Geschäft, wobei die Bank unter anderem den milliardenschweren Börsengang von SpaceX sowie große Fusionen wie die von NextEra Energy mit Dominion Energy begleitete. Auch das weltweite M&A-Geschäft erholte sich deutlich, wovon JPMorgan als weltweit führende Investmentbank besonders profitierte.
Original - 08
EU-Kommission genehmigt deutsche Staatshilfen für Halbleiterindustrie in Höhe von 659 Millionen Euro
Zeit WirtschaftDie EU-Kommission hat Deutschland erlaubt, die Halbleiterproduktion mit weiteren 659 Millionen Euro zu fördern, wobei bei über den Erwartungen liegenden Profiten Rückzahlungen an den Staat vorgesehen sind. Mehr als die Hälfte der Mittel fließt in eine neue Fabrik im Raum Aachen, weitere 214 Millionen Euro in den Ausbau eines Werks in Itzehoe, zudem werden Projekte in Hessen und Bayern unterstützt. Damit setzt Deutschland seine bisherigen Förderungen der Branche fort, zu denen bereits die fünf Milliarden Euro schwere Subvention für das TSMC-Werk in Dresden zählte, während die EU insgesamt ihren Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 von zehn auf 20 Prozent steigern will.
Original - 09
Dubai lässt wegen Iran-Krise neuen Hafen außerhalb des Persischen Golfs bauen
n-tv WirtschaftAls Reaktion auf den Iran-Krieg und die monatelange Blockade der Straße von Hormus plant der Dubaier Hafenbetreiber DP World einen neuen Mehrzweckhafen im Emirat Fujairah am Golf von Oman sowie den Ausbau des dortigen Hafens um ein Container-Terminal. Grund ist der massive Einbruch des Umschlags im Dubais Haupthafen Jebel Ali um bis zu 95 Prozent, seit die Straße von Hormus durch iranische Angriffe faktisch gesperrt ist. Mit einer Anfangsinvestition von mehreren Hundert Millionen Dollar und einer geplanten Inbetriebnahme innerhalb von ein bis eineinhalb Jahren soll der neue Hafen laut Insidern kein dauerhafter Ersatz für Jebel Ali, sondern lediglich eine Absicherung für künftige Krisenfälle sein.
Original - 10
Übernahme: „Verwundert und überrascht“: Möbelhändler XXXLutz wehrt sich gegen Vorwürfe der EU
HandelsblattDie EU-Kommission ermittelt wegen angeblicher Verstöße bei der geplanten Übernahme von Porta. XXXLutz will die Anschuldigungen entkräften. Doch eine Fusion steht noch vor hohen Hürden.
Original
Häufige Fragen
Wie groß ist der geplante Börsengang von CXMT und welche Bedeutung hat er?
CXMT will bis zu 9,8 Milliarden Dollar am Shanghaier Star Market einsammeln und würde damit nach der Agricultural Bank of China die zweitgrößte Aktienemission in der Geschichte Chinas werden. Der Speicherchiphersteller ist zentral für Pekings Strategie, die Abhängigkeit von ausländischen Halbleiteranbietern angesichts US-Exportbeschränkungen zu verringern.
Warum blieb Chinas Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurück?
Das BIP wuchs nur um 4,3 Prozent statt der erwarteten 4,5 Prozent, da Konsum, Investitionen und vor allem der Immobilienmarkt schwächelten – dort brachen die Investitionen um 18 Prozent ein. Industrie und Export blieben dagegen durch starke Auslandsnachfrage nach Halbleitern, Computertechnik und Autos robust.
Was fordert der VDMA von der EU im Umgang mit China?
Der Maschinenbauverband VDMA fordert schnellere Verfahren gegen chinesische Wettbewerbsverzerrungen wie Subventionen und Dumping, mögliche Ausgleichszölle für bestimmte Warengruppen sowie eine Beweislastumkehr für chinesische Unternehmen. Feste Einfuhrquoten lehnt der Verband jedoch ab und schlägt stattdessen intensivere Marktüberwachung sowie eine Nutzung von Zolleinnahmen zur Innovationsförderung vor.
Wie positioniert sich Cerebras im Wettbewerb mit Nvidia?
Cerebras baut den weltweit größten KI-Chip und gilt trotz begrenzter Produktionskapazitäten als einer der ernsthaftesten Herausforderer von Nvidia, mit Partnern wie OpenAI und AWS. Trotz Rekordbörsengang im Mai und hoher Nachfrage entwickelt sich der Aktienkurs bislang eher schwach.
Welche Rolle spielt der KI-Boom für Singapurs Wirtschaft?
Singapurs Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr um sechs Prozent, wobei stark gestiegene Chipexporte und die hohe Nachfrage nach KI-Rechenzentren als wesentliche Wachstumstreiber gelten.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Heute geht es bei uns ziemlich viel um Chips, um China und um die Frage, wie sich die Weltwirtschaft gerade neu sortiert. Aber auch deutsche Bürokratie, eine Rekordbank aus den USA und ein Hafen in der Wüste haben es in unsere Auswahl geschafft. Fangen wir an. Der große rote Faden heute ist eindeutig die Halbleiterbranche, und zwar gleich auf mehreren Kontinenten. In China bereitet der Speicherchip-Hersteller CXMT gerade einen der größten Börsengänge in der Geschichte des chinesischen Kapitalmarkts vor. Bis zu 9,8 Milliarden Dollar sollen dabei zusammenkommen, nur die Agricultural Bank of China hat in China jemals mehr Kapital auf einen Schlag eingesammelt. Das ist kein Zufall, sondern Strategie. Peking will bei Speicherchips unabhängiger von ausländischen Anbietern werden, gerade weil die USA immer wieder mit Exportbeschränkungen für Hochtechnologie drohen. CXMT ist dabei einer der wichtigsten Bausteine in diesem Plan. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Wachstumszahlen aus China, dass die Lage insgesamt zwiegespalten ist. Im zweiten Quartal wuchs die chinesische Wirtschaft nur um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das liegt unter den Erwartungen und auch spürbar unter dem Vorquartal. Die Industrie und der Export laufen erstaunlich gut, vor allem weil weltweit Halbleiter, Computertechnik und Autos aus China gefragt sind. Aber der Konsum lahmt, Investitionen gehen zurück, und der Immobilienmarkt bricht regelrecht ein, die Investitionen dort minus 18 Prozent. Man sieht also: China exportiert sich gerade an der Weltwirtschaft entlang, während im Inneren die Nachfrage schwächelt. Die Regierung hält trotzdem am Wachstumsziel von 4,5 bis 5 Prozent fest und setzt verstärkt auf Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, um das auszugleichen. Und genau diese chinesische Exportstärke sorgt in Europa für Ärger. Der deutsche Maschinenbauverband VDMA fordert von der EU ein deutlich härteres Vorgehen gegen das, was er als unfairen Wettbewerb aus China bezeichnet, also Subventionen, Dumpingpreise und Währungsmanipulation. Der Verband will schnellere Verfahren, mögliche Ausgleichszölle für bestimmte Warengruppen und sogar eine Beweislastumkehr, chinesische Unternehmen müssten also selbst nachweisen, dass sie nicht subventioniert wurden. Feste Einfuhrquoten lehnt der VDMA aber ab, das wäre vielen in der Branche zu grobschlächtig. Stattdessen soll mehr Marktüberwachung her, und die Einnahmen aus möglichen Zöllen sollen in Innovationsförderung fließen. Man merkt, hier prallt die deutsche Exportindustrie auf einen Wettbewerber, der zunehmend selbst zur Exportmacht wird. Auf der anderen Seite des Pazifiks tut sich beim Wettlauf um KI-Chips ebenfalls einiges. Das Silicon-Valley-Unternehmen Cerebras baut den derzeit größten Computerchip der Welt und gilt als einer der wenigen ernstzunehmenden Herausforderer von Marktführer Nvidia. Große Namen wie OpenAI und Amazon setzen bereits auf die Technologie, und laut den Gründern ist die Nachfrage geradezu unersättlich, sie können also gar nicht so viel produzieren, wie bestellt wird. Trotzdem tut sich die Aktie seit dem Börsengang im Mai schwer. Das zeigt ganz gut, wie unterschiedlich der Kapitalmarkt und das operative Geschäft in diesem Sektor derzeit bewertet werden, viel Euphorie beim Produkt, aber Vorsicht beim Kurs. Auch Singapur profitiert kräftig vom weltweiten Boom rund um Künstliche Intelligenz. Die Wirtschaft des Stadtstaats ist im ersten Halbjahr um sechs Prozent gewachsen, angetrieben vor allem durch stark steigende Chipexporte, die sich fast verdoppelt haben. Der Grund dafür ist die enorme Nachfrage nach KI-Rechenzentren weltweit, für die eben massenhaft Halbleiter gebraucht werden. Singapur sitzt hier an einer wichtigen Schnittstelle der globalen Lieferketten und kassiert quasi mit. Und auch Europa mischt kräftig mit beim Ausbau der eigenen Chipfertigung. Die EU-Kommission hat Deutschland grünes Licht für weitere 659 Millionen Euro Staatshilfen für die Halbleiterindustrie gegeben. Über die Hälfte davon fließt in eine neue Fabrik im Raum Aachen, weitere 214 Millionen Euro in den Ausbau eines Werks in Itzehoe, dazu kommen Projekte in Hessen und Bayern. Das reiht sich ein in die bereits bekannte Förderung des großen TSMC-Werks in Dresden mit fünf Milliarden Euro. Die EU will bis 2030 ihren Anteil an der weltweiten Chipfertigung von zehn auf 20 Prozent verdoppeln, das ist ein ambitioniertes Ziel, und Deutschland investiert kräftig mit, um dabei ein wichtiger Standort zu bleiben. Kommen wir zu einem Thema, das viele Unternehmen in Deutschland freuen dürfte: Die Bundesregierung hat ein neues Entlastungspaket gegen Bürokratie beschlossen. Insgesamt sollen Unternehmen dadurch 2,1 Milliarden Euro pro Jahr an Bürokratiekosten sparen, ein Teil davon war zwar schon vorher beschlossen, aber es kommt einiges Neues dazu. Besonders das Arbeitsministerium will beim Arbeitsschutz kräftig vereinfachen, etwa bei der Pflicht, Sicherheitsbeauftragte zu benennen oder Elektrogeräte regelmäßig zu prüfen. Zusammen mit früheren Maßnahmen kommt die Bundesregierung nach eigenen Angaben inzwischen auf über neun Milliarden Euro jährliche Entlastung seit Beginn der Initiative. Ob das am Ende bei den Betrieben wirklich so ankommt, wie es auf dem Papier steht, wird sich zeigen, aber die Richtung ist klar: weniger Formulare, weniger Pflichten, mehr Zeit fürs eigentliche Geschäft. Ein Blick auf die Finanzwelt: Die US-Großbank JPMorgan Chase hat im zweiten Quartal den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte eingefahren, 21,2 Milliarden Dollar, deutlich mehr als im Vorjahr. Getrieben wurde das vor allem vom Investmentbanking, das um 30 Prozent zulegte. Die Bank war zum Beispiel bei der Börsennotierung von SpaceX und bei großen Fusionen wie der von NextEra Energy mit Dominion Energy dabei. Das zeigt, dass sich das globale Geschäft mit Fusionen und Übernahmen nach einer eher ruhigen Phase spürbar erholt, und JPMorgan sitzt als weltweit führende Investmentbank ganz vorne mit am Tisch. Noch ein geopolitisch spannendes Thema: In Dubai reagiert man auf die Folgen der Iran-Krise mit einer handfesten Infrastrukturentscheidung. Der Hafenbetreiber DP World baut einen neuen Hafen in Fujairah, also außerhalb der Straße von Hormus am Golf von Oman. Der Hintergrund ist dramatisch, der Umschlag im Haupthafen Jebel Ali ist um bis zu 95 Prozent eingebrochen, seit die Straße von Hormus durch iranische Angriffe faktisch blockiert ist. Der neue Hafen soll kein dauerhafter Ersatz sein, sondern eine Art Versicherung für künftige Krisenfälle, mit mehreren Hundert Millionen Dollar Anfangsinvestition und einer Fertigstellung innerhalb von etwa einem Jahr. Das zeigt, wie stark geopolitische Spannungen inzwischen ganz konkrete, milliardenschwere Infrastrukturentscheidungen beeinflussen. Und zum Schluss noch kurz nach Österreich beziehungsweise Deutschland: Der Möbelhändler XXXLutz gerät wegen seiner geplanten Übernahme von Porta ins Visier der EU-Kommission, die wegen möglicher Verstöße im Übernahmeprozess ermittelt. Das Unternehmen selbst zeigt sich überrascht und will die Vorwürfe entkräften, doch die Fusion steht damit erstmal vor zusätzlichen Hürden. Wie es hier weitergeht, ist offen. Zusammengefasst zeigt sich heute ganz deutlich: Rund um Halbleiter und Künstliche Intelligenz laufen weltweit riesige Investitionen, ob in China, den USA, Singapur oder Europa, während gleichzeitig Handelskonflikte und geopolitische Krisen die Lieferketten und Wachstumszahlen durcheinanderwirbeln. Dazu kommen handfeste Rekordgewinne bei den Banken und der Versuch Deutschlands, sich mit weniger Bürokratie ein bisschen wettbewerbsfähiger zu machen. Das war's von mir für heute. Danke, dass ihr eingeschaltet habt, morgen gibt's wieder frische Wirtschaftsnews von mir. Bis dann!
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com