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Wirtschaft im Fokus
Folge 4220.07.20269:27 KI-vertont

KI, Ölpreis-Schock und Deindustrialisierung: Die Wirtschaft unter Druck (20.07.2026)

KI verändert Zinsen und Inflation, doch ostdeutsche Firmen hinken hinterher. Zugleich sorgen Nahost-Eskalation und steigende Ölpreise für Nervosität an den Börsen – während der Dax zwischen Tech-Ausverkauf und Siemens Energy schwankt.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    Künstliche Intelligenz: Wie KI Inflation und Zinsen verändern könnte

    Manager Magazin

    Der Artikel thematisiert, welchen Einfluss künstliche Intelligenz künftig auf Inflation und Zinsentwicklung haben könnte, insbesondere im Kontext der anstehenden Sitzung des EZB-Rats unter Christine Lagarde. Der vollständige Inhalt des Beitrags ist jedoch nicht zugänglich, da der Artikel hinter einer Bezahlschranke des manager magazin liegt und der Zugriffslink bereits abgelaufen oder zu häufig genutzt wurde.

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  2. 02

    KI-Nutzung: Ostdeutsche Unternehmen hinken Westdeutschland hinterher

    ifo Institut

    Laut regionalisierten Ergebnissen der ifo Konjunkturumfragen setzen deutlich weniger ostdeutsche Unternehmen aktiv Künstliche Intelligenz ein als westdeutsche: Während in Gesamtdeutschland mehr als die Hälfte der Firmen KI nutzt, sind es im Osten nur knapp zwei Fünftel – ein Stand, den der Westen bereits vor einem Jahr erreicht hatte. Zwar ist die KI-Nutzung zwischen 2023 und 2026 auch in Ostdeutschland stark gestiegen, doch bleibt der Anteil der Unternehmen, für die KI „kein Thema“ ist, dort weiterhin höher. Die ifo-Forscher Robert Lehmann und Joachim Ragnitz sehen darin den strukturellen Rückstand Ostdeutschlands bei neuen Technologien bestätigt und betonen, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen entscheidend dafür seien, ob sich dieser Abstand künftig verringert.

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  3. 03

    Asiens Börsen unter Druck: Golf-Konflikt treibt Ölpreise und Inflationsängste

    Handelsblatt

    Die eskalierenden Spannungen am Golf, verbunden mit fortgesetzten US-Luftangriffen im Iran-Konflikt, haben die Ölpreise deutlich steigen lassen und an den asiatischen Börsen für Verluste gesorgt, während Tokio feiertagsbedingt geschlossen blieb. Brent-Öl kletterte erstmals seit über einem Monat über 90 Dollar je Barrel, da kaum Schiffe die Straße von Hormus passierten und Experten vor möglichen Preisen von bis zu 150 Dollar warnen, sollte sich die Krise weiter verschärfen. Die steigenden Energiepreise nähren neue Inflationssorgen, obwohl zuletzt überraschend niedrige US-Verbraucherpreise gemeldet wurden, weshalb Ökonomen wie JPMorgans Bruce Kasman ein erhöhtes Risiko für frühere Zinsschritte der Fed sehen.

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  4. 04

    Tech-Ausverkauf drückt Dax, Ölpreis schnellt wegen Nahost-Konflikt hoch

    Manager Magazin

    Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten belasteten am Freitag den Dax, der um 0,3 Prozent auf 24.830 Punkte fiel, während besonders Halbleiterwerte wie Infineon, Siltronic und Aixtron deutlich verloren; SMA Solar stach dagegen mit einem Kurssprung von 7 Prozent nach starken Zahlen positiv heraus. An der Wall Street brach der Nasdaq 100 um 1,5 Prozent ein, Netflix stürzte nach enttäuschender Umsatzprognose um 10 Prozent ab, und das neue chinesische KI-Modell „Kimi K3“ von Moonshot AI löste Sorgen um den US-Technologievorsprung aus, was Aktien wie Nvidia und SpaceX unter Druck setzte. Gleichzeitig kletterten die Ölpreise wegen eskalierender Angriffe zwischen den USA und dem Iran binnen einer Woche um rund 12 Prozent, da die Straße von Hormus als wichtige Handelsroute zunehmend gefährdet erscheint.

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  5. 05

    Klimaschutz in Europa: So will Brüssel den Emissionshandel reformieren

    FAZ Wirtschaft

    Die EU-Kommission plant eine Reform des Emissionshandels (ETS 1), um die Industrie angesichts wirtschaftlicher Belastungen zu entlasten: Der Reduktionspfad für Emissionsrechte wird gestreckt, ein neuer Preisdeckel über eine angepasste Marktstabilitätsreserve eingeführt und mehr kostenlose Zertifikate länger vergeben, allerdings gekoppelt an verbindliche Dekarbonisierungspläne der Unternehmen. Zusätzlich sollen Mitgliedstaaten künftig mindestens 50 Prozent ihrer ETS-Einnahmen in die Industrie-Dekarbonisierung investieren, eine neue Bank soll ab 2031 100 Milliarden Euro bereitstellen, und erstmals werden auch CO₂-Speicherprojekte sowie Klimaschutzmaßnahmen in Drittstaaten angerechnet. Die Vorschläge müssen noch von EU-Parlament und Ministerrat bestätigt werden, wobei bereits Widerstand aus Ländern wie Schweden, Finnland, den Niederlanden und Frankreich gegen die Aufweichung der Klimaziele angekündigt ist.

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  6. 06

    Griechenland blockiert EU-Sanktionspaket zum Schutz von Reederei Dynagas

    n-tv Wirtschaft

    Ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland scheitert vorerst am Widerstand Griechenlands, das ein geplantes Verbot für den Transport russischen LNGs verhindern will. Betroffen wäre vor allem die Reederei Dynagas des Milliardärs George Prokopiou, die über sieben der weltweit rund 21 speziellen Arc7-Tanker für arktisches LNG verfügt und laut griechischer Regierung durch das Verbot ruiniert würde. Während westliche Konkurrenten sich aus dem Russland-Geschäft zurückgezogen haben, verdient Prokopiou über Dynagas und die Schwesterreederei Dynacom Milliarden mit dem Transport russischen Öls und Gases, sein Vermögen stieg laut Forbes binnen zwei Jahren um rund zwei Milliarden auf 4,7 Milliarden Dollar.

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  7. 07

    Deindustrialisierung in Deutschland: Mythos oder Realität?

    n-tv Wirtschaft

    Der Industrieexperte Harro Heilmann widerspricht der These vom freien Fall der deutschen Industrie und wirft der Debatte vor, mit dem oft zitierten Produktionsindex verzerrte Daten zu nutzen, während der Anteil der Industrie am BIP seit 2023 nur moderat von 21,9 auf 20,6 Prozent gesunken sei. Auch die Klage über zu hohe Energiekosten relativiert er, da der inflationsbereinigte Industriestrompreis heute rund 25 Prozent unter dem Niveau vor zehn Jahren liege; Probleme bestünden vor allem bei energieintensiven Sonderfällen wie Wacker Chemie. Statt eines Niedergangs sieht Heilmann eine Transformation, angetrieben etwa durch aufstrebende Bereiche wie Raumfahrt und Batterietechnologie, deren Erfolge in der Statistik jedoch kaum sichtbar seien, während die Debatte weiterhin stark auf traditionelle Branchen wie die Autoindustrie fokussiert bleibe.

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  8. 08

    Der Börsen-Tag 11:39 SpaceX verhandelt mit US-Militär über milliardenschweres KI-Geschäft

    n-tv Wirtschaft

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  9. 09

    Dax verharrt zum Wochenstart nahezu unverändert – Siemens Energy legt zu

    Handelsblatt

    Der Dax notiert am Montag kaum verändert bei 24.876 Punkten, nachdem er am Freitag mit 24.830 Punkten leicht im Minus geschlossen hatte, belastet von einem erneuten Ausverkauf im Technologiesektor. Die anhaltende Eskalation im Nahen Osten sorgt für Unsicherheit an den Märkten, da die gegenseitigen Angriffe die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts schüren und die Ölpreise steigen lassen – Brent überschritt zeitweise erstmals seit fast sechs Wochen die 90-Dollar-Marke. Aus Teheran verlautete, der Waffenstillstand mit den USA sei faktisch gescheitert, während die USA nach eigenen Angaben bereits die neunte Nacht in Folge Luftangriffe auf iranische Ziele flogen.

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  10. 10

    Importe aus China im Zeitraum Januar bis Mai 2026 um 6,2 % gestiegen

    Statistisches Bundesamt

    Die Volksrepublik China war auch in den ersten fünf Monaten 2026 importseitig Deutschlands wichtigster Handelspartner. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, betrugen die deutschen Importe aus China im Zeitraum Januar bis Mai 2026 einen Wert von 72,4 Milliarden Euro. Damit stiegen die Importe im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,2 %.

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FAQ

Häufige Fragen

Welchen Einfluss könnte Künstliche Intelligenz auf Inflation und Zinsen haben?

KI könnte laut dem Beitrag die Produktivität steigern und dadurch preisdämpfend wirken, was Notenbanken wie die EZB unter Christine Lagarde bei künftigen Zinsentscheidungen berücksichtigen müssten. Die genauen Details des Artikels sind jedoch nicht zugänglich, da er hinter der Bezahlschranke des manager magazin liegt.

Wie groß ist der Unterschied bei der KI-Nutzung zwischen ost- und westdeutschen Unternehmen?

Während in Gesamtdeutschland mehr als die Hälfte der Unternehmen KI einsetzt, sind es in Ostdeutschland nur knapp zwei Fünftel – ein Niveau, das der Westen bereits vor einem Jahr erreicht hatte. Die ifo-Forscher sehen darin einen strukturellen Rückstand Ostdeutschlands bei neuen Technologien.

Warum stiegen die Ölpreise wegen des Golf-Konflikts so stark?

Wegen eskalierender Spannungen am Golf und US-Luftangriffen im Iran-Konflikt passierten kaum noch Schiffe die Straße von Hormus, was Brent-Öl erstmals seit über einem Monat über 90 Dollar je Barrel trieb. Experten warnen sogar vor möglichen Preisen von bis zu 150 Dollar, falls sich die Krise weiter verschärft.

Was löste den Tech-Ausverkauf und den Ölpreisanstieg am Freitag aus?

Gewinnmitnahmen bei Halbleiterwerten wie Infineon und Aixtron sowie Sorgen um den US-Technologievorsprung durch das neue chinesische KI-Modell „Kimi K3“ belasteten den Dax und den Nasdaq 100, während eskalierende US-Iran-Angriffe die Ölpreise binnen einer Woche um rund 12 Prozent nach oben trieben. Netflix stürzte zusätzlich wegen einer enttäuschenden Umsatzprognose um 10 Prozent ab.

Wie will die EU-Kommission den Emissionshandel reformieren?

Die Reform sieht einen gestreckten Reduktionspfad für Emissionsrechte, einen neuen Preisdeckel sowie länger verfügbare kostenlose Zertifikate vor, die an verbindliche Dekarbonisierungspläne der Unternehmen gekoppelt sind. Zudem sollen Mitgliedstaaten mindestens 50 Prozent ihrer ETS-Einnahmen in die Industrie-Dekarbonisierung investieren und eine neue Bank ab 2031 100 Milliarden Euro bereitstellen.

Vollständiges Transkript

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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute haben wir einen Tag, an dem sich vieles um ein Thema dreht, das auf den ersten Blick gar nichts mit Wirtschaft zu tun hat, aber gerade mächtig auf die Märkte durchschlägt: der Konflikt am Golf. Dazu kommt die Frage, wie künstliche Intelligenz unsere Wirtschaft verändert, ein bisschen EU-Politik und ein Blick auf die deutsche Industrie, die vielleicht doch nicht so am Boden liegt, wie es oft klingt. Fangen wir an. Fangen wir mit dem Thema an, das aktuell die größten Wellen schlägt. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran spitzen sich weiter zu. Die USA fliegen inzwischen seit neun Nächten in Folge Luftangriffe auf iranische Ziele, und aus Teheran heißt es, ein Waffenstillstand mit den USA sei faktisch gescheitert. Das klingt erstmal nach einem reinen Politikthema, hat aber ganz direkte wirtschaftliche Folgen. Die Straße von Hormus, durch die ein riesiger Teil des weltweiten Öltransports läuft, wird kaum noch von Schiffen passiert. Die Folge: Der Ölpreis ist regelrecht explodiert. Innerhalb einer Woche ging es um rund zwölf Prozent nach oben, die Sorte Brent kletterte zeitweise über 90 Dollar pro Barrel, so hoch wie seit fast sechs Wochen nicht mehr. Manche Analysten sprechen sogar von möglichen 150 Dollar, falls sich die Lage weiter verschärft. Das ist deshalb wichtig, weil steigende Ölpreise ziemlich direkt in die Inflation einfließen, über höhere Sprit- und Heizkosten spüren das am Ende auch die Verbraucher. Gleichzeitig ist die Sache widersprüchlich, denn zuletzt kamen aus den USA überraschend niedrige Verbraucherpreiszahlen. Ökonomen wie Bruce Kasman von JPMorgan sehen deshalb ein Risiko, dass die US-Notenbank trotz der Ölpreis-Sorgen eher früher als später an der Zinsschraube dreht, weil die Wirtschaft insgesamt noch stabil wirkt. Diese Unsicherheit spürt man auch an den Börsen. In Asien ging es überwiegend nach unten, Tokio war zwar feiertagsbedingt geschlossen, aber anderswo dominierten rote Vorzeichen. Auch der Dax hat das zu spüren bekommen. Am Freitag ging es um 0,3 Prozent runter auf rund 24.830 Punkte, vor allem weil bei Technologiewerten kräftig Kasse gemacht wurde. Halbleiterfirmen wie Infineon, Siltronic und Aixtron mussten deutliche Verluste hinnehmen. Positiv stach dagegen SMA Solar heraus, das nach guten Zahlen um sieben Prozent zulegte. In den USA war der Ausverkauf noch heftiger, der Nasdaq 100 verlor 1,5 Prozent, Netflix brach nach einer enttäuschenden Umsatzprognose sogar um zehn Prozent ein. Und dann gab es noch einen kleinen Schockmoment aus China, dort hat die Firma Moonshot AI ein neues KI-Modell namens Kimi K3 vorgestellt, das Sorgen weckt, ob die USA ihren Technologievorsprung wirklich noch halten können. Das hat sogar Schwergewichte wie Nvidia unter Druck gesetzt. Zum Wochenstart hat sich der Dax dann wieder etwas gefangen und pendelte bei rund 24.876 Punkten seitwärts, Siemens Energy konnte sogar zulegen. Aber die Grundstimmung bleibt nervös, solange die Lage im Nahen Osten so unklar ist. Kommen wir zu einem Thema, das uns wahrscheinlich noch länger begleiten wird: künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft. Vor der nächsten Sitzung des EZB-Rats unter Christine Lagarde wird gerade viel darüber diskutiert, wie KI langfristig Inflation und Zinsen beeinflussen könnte. Die Idee dahinter, KI könnte Produktivität steigern und Kosten senken, was tendenziell preisdämpfend wirkt, gleichzeitig könnte sie aber auch neue Investitionswellen und damit neue Nachfrageeffekte auslösen. Wie genau sich das auswirkt, ist noch offen, aber es zeigt, dass Notenbanken dieses Thema inzwischen ernst nehmen, wenn es um ihre Zinsentscheidungen geht. Spannend ist dabei auch, wie unterschiedlich KI in Deutschland selbst genutzt wird. Das ifo-Institut hat sich die regionalen Unterschiede angeschaut, und da zeigt sich ein klares Bild. Deutschlandweit setzt inzwischen mehr als die Hälfte der Unternehmen aktiv KI ein. In Ostdeutschland sind es dagegen nur knapp zwei Fünftel, ein Stand, den der Westen schon vor einem Jahr erreicht hatte. Zwar ist die Nutzung auch im Osten deutlich gestiegen, aber der Rückstand bleibt bestehen. Die ifo-Forscher sehen darin ein Stück weit den bekannten strukturellen Abstand Ostdeutschlands bei neuen Technologien bestätigt, und sie betonen, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen entscheidend dafür sind, ob sich diese Lücke in den nächsten Jahren schließt oder eher noch vergrößert. Weiter geht’s mit einem Blick nach Brüssel, wo gerade an einer größeren Reform gearbeitet wird, die für die deutsche Industrie durchaus relevant ist. Die EU-Kommission will den Emissionshandel überarbeiten, um Unternehmen angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage etwas zu entlasten. Konkret soll der Reduktionspfad für Emissionsrechte gestreckt werden, es soll einen neuen Preisdeckel geben, und mehr kostenlose Zertifikate sollen länger vergeben werden, allerdings nur, wenn Unternehmen verbindliche Pläne zur Dekarbonisierung vorlegen. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten künftig mindestens die Hälfte ihrer Einnahmen aus dem Emissionshandel gezielt in die Industrie-Dekarbonisierung stecken, und ab 2031 soll eine neue Bank mit 100 Milliarden Euro zusätzlich unterstützen. Erstmals sollen auch CO2-Speicherprojekte und Klimamaßnahmen in Drittstaaten angerechnet werden. Das Ganze muss aber noch durch Parlament und Ministerrat, und es gibt schon Widerstand, unter anderem aus Schweden, Finnland, den Niederlanden und Frankreich, die eine Aufweichung der Klimaziele fürchten. Es wird also spannend, wie viel von diesem Vorschlag am Ende tatsächlich übrig bleibt. Ein weiteres europäisches Thema mit wirtschaftlichem Gewicht kommt aus Griechenland. Dort blockiert die Regierung derzeit ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland, konkret geht es um ein geplantes Verbot für den Transport von russischem Flüssiggas. Der Hintergrund, die griechische Reederei Dynagas, die sieben von weltweit rund 21 speziellen Tankern für arktisches LNG besitzt, würde durch das Verbot hart getroffen. Während sich westliche Konkurrenten längst aus dem Russland-Geschäft zurückgezogen haben, verdient der Eigner Milliarden mit genau diesem Geschäft, sein Vermögen ist laut Forbes in zwei Jahren um rund zwei Milliarden Dollar auf 4,7 Milliarden gestiegen. Das zeigt ganz gut, wie unterschiedlich wirtschaftliche Interessen einzelner Mitgliedstaaten die gemeinsame europäische Sanktionspolitik ausbremsen können. Zum Schluss noch ein Blick auf die deutsche Industrie selbst, und da gibt es tatsächlich eine erfrischend andere Perspektive. Der Industrieexperte Harro Heilmann widerspricht der oft gehörten These, die deutsche Industrie befinde sich im freien Fall. Er kritisiert, dass viele Debatten sich auf einen verzerrten Produktionsindex stützen, während der tatsächliche Anteil der Industrie an der deutschen Wirtschaftsleistung seit 2023 nur moderat gesunken ist, von 21,9 auf 20,6 Prozent. Auch beim Dauerthema Energiekosten relativiert er, der inflationsbereinigte Industriestrompreis liegt heute rund 25 Prozent unter dem Niveau vor zehn Jahren. Probleme gebe es vor allem bei einzelnen energieintensiven Sonderfällen, wie etwa bei Wacker Chemie, aber nicht branchenübergreifend. Heilmann spricht lieber von einer Transformation als von einem Niedergang, angetrieben etwa durch wachsende Bereiche wie Raumfahrt und Batterietechnologie, deren Erfolge in der offiziellen Statistik bisher aber kaum auftauchen, weil die Debatte stark auf traditionelle Branchen wie die Autoindustrie fokussiert bleibt. Passend dazu noch eine Zahl vom Statistischen Bundesamt. China bleibt für Deutschland auch 2026 der wichtigste Handelspartner bei Importen. Zwischen Januar und Mai importierte Deutschland Waren im Wert von 72,4 Milliarden Euro aus China, das ist ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein Zeichen dafür, wie eng die deutsche Wirtschaft trotz aller Diversifizierungsbemühungen weiterhin mit China verflochten ist. Damit sind wir auch schon am Ende. Zusammengefasst, der Nahost-Konflikt treibt die Ölpreise und sorgt für Nervosität an den Börsen, künstliche Intelligenz wird für Notenbanken und Unternehmen immer wichtiger, wenn auch mit deutlichen regionalen Unterschieden in der Nutzung, und die deutsche Industrie ist vielleicht widerstandsfähiger, als es die Schlagzeilen oft vermuten lassen. Das war’s für heute von mir. Morgen hört ihr wieder von mir, bis dahin alles Gute.

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