US-Zölle würgen Investitionen ab: Ifo warnt vor verlorener Dekade (22.07.2026)
US-Zölle bremsen deutsche Investitionen, Ifo warnt vor „
In dieser Folge
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US-Zölle bremsen zunehmend Investitionen der deutschen Industrie
ifo InstitutEine aktuelle ifo-Umfrage zeigt, dass mehr als 60 Prozent der deutschen Industrieunternehmen negative Auswirkungen der US-Zollpolitik spüren, wobei die Automobilindustrie mit 74 Prozent besonders stark betroffen ist. Der Anteil der Unternehmen, die Investitionsprojekte streichen, hat sich von 9 auf 16 Prozent fast verdoppelt, und rund jedes dritte Unternehmen verschiebt Investitionen zeitlich. Während viele Firmen die Zollkosten teilweise oder vollständig über höhere Preise an US-Kunden weitergeben können, muss jedes vierte Unternehmen die Belastungen größtenteils selbst tragen, und die Mehrheit rechnet nicht mit einer baldigen Entspannung der Lage.
Original - 02
Ifo-Chef Fuest fordert mehr Investitionen gegen „verlorene Dekade“
n-tv WirtschaftIfo-Präsident Clemens Fuest sieht die deutsche Wirtschaft dringend auf mehr Investitionen und Konsum angewiesen, um aus dem Konjunkturtief zu kommen. Trotz milliardenschwerer Staatsausgaben würden zu viele Mittel in konsumtive Ausgaben statt in öffentliche Investitionen fließen, kritisierte er, während private Investitionen seit Jahren rückläufig seien und sich auf dem Niveau von 2015 befänden. Positiv wertete er die steigenden Löhne sowie die Dynamik in der Rüstungsindustrie, die derzeit als einer der wenigen Wachstumstreiber gilt.
Original - 03
Besonders Autobauer zögernUS-Zölle hemmen Investitionen in Deutschland enorm
n-tv WirtschaftDie deutsche Wirtschaft kommt nicht auf die Beine. Investitionen könnten helfen, aber genau bei denen sind die Unternehmen zurückhaltend. In einer Ifo-Umfrage beklagen viele von ihnen die US-Zollpolitik.
Original - 04
Südekum: Kapitalrente schafft Milliarden für Investitionen in Deutschland
HandelsblattDer Ökonom Jens Südekum begrüßt das Reformpaket der Koalition, mit dem bis Ende 2026 die Empfehlungen der Rentenkommission umgesetzt werden sollen und der Weg für eine kapitalgedeckte Rente frei wird. Deutschland will künftig einen Teil der Rentenbeiträge am Kapitalmarkt anlegen, um mit den Renditen die gesetzliche Rente langfristig zu stabilisieren, wobei jährlich rund 35 bis 40 Milliarden Euro in den Aufbau eines Kapitalstocks fließen könnten. Südekum betont, dass zwar zwei zusätzliche Beitragspunkte kurzfristig Beschäftigte und Unternehmen belasten, langfristig aber ein Vermögen in Billionenhöhe entstehen könnte, das spätere Generationen entlastet und zu einem der größten Kapitalpools Europas werden würde.
Original - 05
Wie Führungskräfte ihre Teams durch die KI-Transformation führen
Manager MagazinKünstliche Intelligenz verändert nicht nur Geschäftsmodelle und Prozesse, sondern beeinflusst auch das Vertrauen in Teams und das Selbstverständnis ganzer Berufsgruppen – ein Aspekt, den Führungskräfte laut IMD-Professor José Parra Moyano nicht ignorieren dürfen. In einem digitalen Community-Talk des Harvard Business managers erläutert der Experte für Digital Strategy, wie Unternehmen eine experimentierfreudige KI-Kultur etablieren, Vertrauen aufbauen und passende Anreizsysteme schaffen können. Die Veranstaltung findet am 29. Juli 2026 statt und ist für Abonnentinnen und Abonnenten kostenlos zugänglich.
Original - 06
KI-Start-up Synthesia lässt Avatare mit Mitarbeitern sprechen
HandelsblattDer britische KI-Videospezialist Synthesia, geführt von Mitgründer Victor Riparbelli, zählt fast alle Dax-Konzerne und 90 der 100 umsatzstärksten US-Unternehmen zu seinen Kunden, die mit der Technologie Schulungsvideos mit digitalen Avataren erstellen. Riparbelli, der zuletzt sogar zum G7-Gipfel in Evian eingeladen wurde, fordert von Europa eine schnellere KI-Adoption, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit einer neuen Funktion sollen die Avatare künftig nicht mehr nur Inhalte vortragen, sondern direkt mit Mitarbeitern interagieren können.
Original - 07
Razzia bei der Deutschen Bank wegen Cum-Cum-Geschäften der Postbank
FAZ WirtschaftStaatsanwälte und Steuerfahnder haben die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank durchsucht, wobei es um mutmaßliche Steuerhinterziehung durch Cum-Cum-Geschäfte der Postbank zwischen 2008 und 2010 geht, durch die dem deutschen Fiskus schätzungsweise 28 Milliarden Euro Schaden entstanden sind. Erst vergangene Woche war bereits eine Filiale des Instituts in Frankfurt durchsucht worden, zu den Hintergründen äußerte sich die Bank bislang nicht. Daneben meldet der Wirtschaftsticker unter anderem eine scharfe chinesische Kritik an einer EU-Millionenstrafe gegen AliExpress, neue Zoll-Drohungen von US-Präsident Trump gegen Generika-Hersteller ab 2028 sowie den Rückzug von TKMS aus dem Bieterverfahren um die Kieler Werft German Naval Yards.
Original - 08
Marktbericht: DAX tritt auf der Stelle
TagesschauFür gute Stimmung an den Börsen in Europa und in den USA sorgt die Erholung im Technologiesektor. Geopolitische Risiken, etwa der Krieg im Nahen Osten, werden derweil ausgeblendet.
Original - 09
Samsung erwägt Milliardeninvestition in französisches KI-Start-up Mistral
HandelsblattDer südkoreanische Konzern Samsung verhandelt laut Financial Times über eine Beteiligung von bis zu einer Milliarde Euro am französischen KI-Unternehmen Mistral, das im Zuge einer neuen Finanzierungsrunde mit rund 20 Milliarden Euro bewertet werden könnte. Samsung ist über seinen Venture-Capital-Arm bereits an Mistral beteiligt, zudem soll auch der schwedische Investor EQT Interesse an einem Einstieg zeigen, wobei die Gespräche noch nicht abgeschlossen sind. Mistral, das auf offene, anpassbare KI-Modelle setzt, profitiert von der wachsenden Nachfrage nach Alternativen zu US-Anbietern und war zuletzt 2023 unter Führung von ASML mit zwölf Milliarden Euro bewertet worden.
Original - 10
Intersnack übernimmt US-Snackhersteller Utz Brands für 2,9 Milliarden Dollar
Manager MagazinDer deutsche Knabbereien-Hersteller Intersnack, bekannt durch Marken wie Chio, funny-frisch und Ültje, übernimmt den US-Snackproduzenten Utz Brands und wagt damit den Einstieg in den nordamerikanischen Markt. Für die rund 2,9 Milliarden Dollar schwere Transaktion zahlt Intersnack 14,25 Dollar je Aktie in bar, was einem Aufschlag von über 91 Prozent auf den letzten Schlusskurs entspricht, wodurch die Utz-Aktie zeitweise um 100 Prozent zulegte. Nach Abschluss des Deals wird Utz von der Börse genommen, wobei sich Intersnack und die Gründerfamilien Rice und Lissette das Unternehmen zu gleichen Teilen aufteilen; Intersnack erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro, Utz kam auf rund 1,44 Milliarden Dollar.
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US-Zölle bremsen zunehmend Investitionen der deutschen Industrie
ifo InstitutEine aktuelle ifo-Umfrage zeigt, dass mehr als 60 Prozent der deutschen Industrieunternehmen negative Auswirkungen der US-Zollpolitik spüren, wobei die Automobilindustrie mit 74 Prozent besonders stark betroffen ist. Der Anteil der Unternehmen, die Investitionsprojekte streichen, hat sich von 9 auf 16 Prozent fast verdoppelt, und rund jedes dritte Unternehmen verschiebt Investitionen zeitlich. Während viele Firmen die Zollkosten teilweise oder vollständig über höhere Preise an US-Kunden weitergeben können, muss jedes vierte Unternehmen die Belastungen größtenteils selbst tragen, und die Mehrheit rechnet nicht mit einer baldigen Entspannung der Lage.
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Ifo-Chef Fuest fordert mehr Investitionen gegen „verlorene Dekade“
n-tv WirtschaftIfo-Präsident Clemens Fuest sieht die deutsche Wirtschaft dringend auf mehr Investitionen und Konsum angewiesen, um aus dem Konjunkturtief zu kommen. Trotz milliardenschwerer Staatsausgaben würden zu viele Mittel in konsumtive Ausgaben statt in öffentliche Investitionen fließen, kritisierte er, während private Investitionen seit Jahren rückläufig seien und sich auf dem Niveau von 2015 befänden. Positiv wertete er die steigenden Löhne sowie die Dynamik in der Rüstungsindustrie, die derzeit als einer der wenigen Wachstumstreiber gilt.
Original - 03
Besonders Autobauer zögernUS-Zölle hemmen Investitionen in Deutschland enorm
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Original - 04
Südekum: Kapitalrente schafft Milliarden für Investitionen in Deutschland
HandelsblattDer Ökonom Jens Südekum begrüßt das Reformpaket der Koalition, mit dem bis Ende 2026 die Empfehlungen der Rentenkommission umgesetzt werden sollen und der Weg für eine kapitalgedeckte Rente frei wird. Deutschland will künftig einen Teil der Rentenbeiträge am Kapitalmarkt anlegen, um mit den Renditen die gesetzliche Rente langfristig zu stabilisieren, wobei jährlich rund 35 bis 40 Milliarden Euro in den Aufbau eines Kapitalstocks fließen könnten. Südekum betont, dass zwar zwei zusätzliche Beitragspunkte kurzfristig Beschäftigte und Unternehmen belasten, langfristig aber ein Vermögen in Billionenhöhe entstehen könnte, das spätere Generationen entlastet und zu einem der größten Kapitalpools Europas werden würde.
Original - 05
Wie Führungskräfte ihre Teams durch die KI-Transformation führen
Manager MagazinKünstliche Intelligenz verändert nicht nur Geschäftsmodelle und Prozesse, sondern beeinflusst auch das Vertrauen in Teams und das Selbstverständnis ganzer Berufsgruppen – ein Aspekt, den Führungskräfte laut IMD-Professor José Parra Moyano nicht ignorieren dürfen. In einem digitalen Community-Talk des Harvard Business managers erläutert der Experte für Digital Strategy, wie Unternehmen eine experimentierfreudige KI-Kultur etablieren, Vertrauen aufbauen und passende Anreizsysteme schaffen können. Die Veranstaltung findet am 29. Juli 2026 statt und ist für Abonnentinnen und Abonnenten kostenlos zugänglich.
Original - 06
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HandelsblattDer britische KI-Videospezialist Synthesia, geführt von Mitgründer Victor Riparbelli, zählt fast alle Dax-Konzerne und 90 der 100 umsatzstärksten US-Unternehmen zu seinen Kunden, die mit der Technologie Schulungsvideos mit digitalen Avataren erstellen. Riparbelli, der zuletzt sogar zum G7-Gipfel in Evian eingeladen wurde, fordert von Europa eine schnellere KI-Adoption, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit einer neuen Funktion sollen die Avatare künftig nicht mehr nur Inhalte vortragen, sondern direkt mit Mitarbeitern interagieren können.
Original - 07
Razzia bei der Deutschen Bank wegen Cum-Cum-Geschäften der Postbank
FAZ WirtschaftStaatsanwälte und Steuerfahnder haben die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank durchsucht, wobei es um mutmaßliche Steuerhinterziehung durch Cum-Cum-Geschäfte der Postbank zwischen 2008 und 2010 geht, durch die dem deutschen Fiskus schätzungsweise 28 Milliarden Euro Schaden entstanden sind. Erst vergangene Woche war bereits eine Filiale des Instituts in Frankfurt durchsucht worden, zu den Hintergründen äußerte sich die Bank bislang nicht. Daneben meldet der Wirtschaftsticker unter anderem eine scharfe chinesische Kritik an einer EU-Millionenstrafe gegen AliExpress, neue Zoll-Drohungen von US-Präsident Trump gegen Generika-Hersteller ab 2028 sowie den Rückzug von TKMS aus dem Bieterverfahren um die Kieler Werft German Naval Yards.
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Marktbericht: DAX tritt auf der Stelle
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HandelsblattDer südkoreanische Konzern Samsung verhandelt laut Financial Times über eine Beteiligung von bis zu einer Milliarde Euro am französischen KI-Unternehmen Mistral, das im Zuge einer neuen Finanzierungsrunde mit rund 20 Milliarden Euro bewertet werden könnte. Samsung ist über seinen Venture-Capital-Arm bereits an Mistral beteiligt, zudem soll auch der schwedische Investor EQT Interesse an einem Einstieg zeigen, wobei die Gespräche noch nicht abgeschlossen sind. Mistral, das auf offene, anpassbare KI-Modelle setzt, profitiert von der wachsenden Nachfrage nach Alternativen zu US-Anbietern und war zuletzt 2023 unter Führung von ASML mit zwölf Milliarden Euro bewertet worden.
Original - 10
Intersnack übernimmt US-Snackhersteller Utz Brands für 2,9 Milliarden Dollar
Manager MagazinDer deutsche Knabbereien-Hersteller Intersnack, bekannt durch Marken wie Chio, funny-frisch und Ültje, übernimmt den US-Snackproduzenten Utz Brands und wagt damit den Einstieg in den nordamerikanischen Markt. Für die rund 2,9 Milliarden Dollar schwere Transaktion zahlt Intersnack 14,25 Dollar je Aktie in bar, was einem Aufschlag von über 91 Prozent auf den letzten Schlusskurs entspricht, wodurch die Utz-Aktie zeitweise um 100 Prozent zulegte. Nach Abschluss des Deals wird Utz von der Börse genommen, wobei sich Intersnack und die Gründerfamilien Rice und Lissette das Unternehmen zu gleichen Teilen aufteilen; Intersnack erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro, Utz kam auf rund 1,44 Milliarden Dollar.
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Häufige Fragen
Wie stark leidet die deutsche Industrie unter den US-Zöllen?
Laut ifo-Umfrage spüren über 60 Prozent der deutschen Industrieunternehmen negative Auswirkungen der US-Zollpolitik, besonders stark betroffen ist die Automobilindustrie mit 74 Prozent. Der Anteil der Firmen, die deshalb Investitionsprojekte streichen, hat sich von 9 auf 16 Prozent fast verdoppelt.
Können Unternehmen die Zollkosten an ihre US-Kunden weitergeben?
Viele Unternehmen geben die Zollkosten teilweise oder vollständig über höhere Preise an US-Kunden weiter. Jedes vierte Unternehmen muss die Belastungen jedoch größtenteils selbst tragen, ohne dass kurzfristig eine Entspannung in Sicht ist.
Was fordert ifo-Präsident Clemens Fuest zur Überwindung der Konjunkturkrise?
Fuest fordert deutlich mehr öffentliche und private Investitionen sowie Konsum, um eine „verlorene Dekade“ zu verhindern. Er kritisiert, dass trotz hoher Staatsausgaben zu viel Geld in konsumtive Zwecke statt in Investitionen fließt, während private Investitionen seit Jahren auf dem Niveau von 2015 stagnieren.
Was ist die geplante Kapitalrente und welche Summen stehen dahinter?
Die Koalition will bis Ende 2026 eine kapitalgedeckte Rente einführen, bei der ein Teil der Rentenbeiträge am Kapitalmarkt angelegt wird. Ökonom Jens Südekum schätzt, dass so jährlich 35 bis 40 Milliarden Euro in einen Kapitalstock fließen könnten, der langfristig ein Vermögen in Billionenhöhe aufbaut und einer der größten Kapitalpools Europas werden könnte.
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Rolle von Führungskräften und welche Rolle spielt Synthesia dabei?
Laut IMD-Professor José Parra Moyano müssen Führungskräfte beim KI-Einsatz aktiv Vertrauen aufbauen und eine experimentierfreudige Kultur fördern, da KI auch das Selbstverständnis von Berufsgruppen beeinflusst. Praxisbeispiel liefert das Start-up Synthesia, dessen KI-Avatare bereits von fast allen Dax-Konzernen für Schulungsvideos genutzt werden und künftig sogar direkt mit Mitarbeitern interagieren sollen.
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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Heute schauen wir auf ein Thema, das die deutsche Wirtschaft im Moment ziemlich beschäftigt: die Investitionszurückhaltung der Industrie. Dazu kommen ein spannender Vorstoß bei der Rentenreform, einiges aus der Welt der Künstlichen Intelligenz, eine Razzia bei der Deutschen Bank und ein großer Zukauf aus der deutschen Snack-Branche. Fangen wir an. Das ifo-Institut hat in einer aktuellen Umfrage nachgefragt, wie sehr die US-Zollpolitik die deutsche Industrie eigentlich trifft. Und das Ergebnis ist deutlich: Mehr als 60 Prozent der Unternehmen spüren negative Effekte. Am härtesten trifft es die Automobilindustrie, dort sagen fast drei Viertel der Firmen, dass sie unter den Zöllen leiden. Besonders bemerkenswert ist aber ein anderer Wert. Der Anteil der Unternehmen, die komplett auf geplante Investitionen verzichten, hat sich fast verdoppelt, von 9 auf 16 Prozent. Und rund jedes dritte Unternehmen schiebt Investitionen zumindest zeitlich nach hinten. Das klingt erstmal nach Zahlen aus einer Statistik, hat aber ganz reale Folgen. Wenn Unternehmen weniger investieren, wird weniger modernisiert, es entstehen weniger neue Kapazitäten, und langfristig hängt daran auch die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. Interessant ist auch, wie die Unternehmen mit den Zusatzkosten umgehen. Viele schaffen es, die Zollkosten über höhere Preise an ihre US-Kunden weiterzugeben, teilweise oder sogar vollständig. Aber jedes vierte Unternehmen bleibt auf einem Großteil der Belastung selbst sitzen. Und die Mehrheit der Firmen rechnet nicht damit, dass sich die Lage in absehbarer Zeit entspannt. Das heißt, wir sprechen hier nicht von einem kurzfristigen Ärgernis, sondern von einer Belastung, mit der viele Unternehmen offenbar länger planen müssen. Genau in diese Kerbe schlägt auch ifo-Präsident Clemens Fuest. Er warnt davor, dass Deutschland in eine Art verlorene Dekade schlittern könnte, wenn jetzt nicht mehr investiert wird, und zwar sowohl privat als auch staatlich. Sein Punkt ist dabei ziemlich klar: Der Staat gibt zwar mittlerweile viel Geld aus, aber ein großer Teil davon fließt in konsumtive Ausgaben, also in laufende Kosten, und nicht in echte Investitionen, etwa in Infrastruktur. Gleichzeitig sind die privaten Investitionen der Unternehmen seit Jahren rückläufig und liegen inzwischen wieder etwa auf dem Niveau von 2015. Das ist schon ein bemerkenswerter Rückschritt, wenn man bedenkt, wie viel Zeit seitdem vergangen ist. Als Lichtblicke nennt Fuest immerhin die steigenden Löhne, die für mehr Kaufkraft bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern sorgen, und die Rüstungsindustrie, die aktuell zu den wenigen Branchen gehört, die tatsächlich wachsen. Bleibt die Frage, wie man mehr Investitionen anschieben könnte, gerade mit Blick auf die Zukunft der Rente. Und da gibt es einen interessanten Vorschlag, den der Ökonom Jens Südekum in dieser Woche eingeordnet hat. Die Bundesregierung will bis Ende 2026 die Empfehlungen der Rentenkommission umsetzen und dabei den Weg für eine sogenannte kapitalgedeckte Rente frei machen. Die Idee dahinter: Ein Teil der Rentenbeiträge soll künftig nicht mehr nur direkt umverteilt, sondern am Kapitalmarkt angelegt werden, um mit den Erträgen die gesetzliche Rente langfristig zu stabilisieren. Laut Südekum könnten so jährlich 35 bis 40 Milliarden Euro in einen solchen Kapitalstock fließen. Kurzfristig heißt das zwar eine zusätzliche Belastung für Beschäftigte und Unternehmen, weil zwei zusätzliche Beitragspunkte fällig würden. Aber langfristig könnte daraus ein Vermögen in Billionenhöhe entstehen, das spätere Generationen deutlich entlastet und Deutschland einen der größten Kapitalpools in ganz Europa verschaffen würde. Das ist ein Thema, das man sich merken sollte, denn es könnte die Art, wie in Deutschland Rente funktioniert, grundlegend verändern. Kommen wir zu einem Bereich, der die Wirtschaft aktuell überall durchdringt: Künstliche Intelligenz. Hier zeigt sich gerade sehr deutlich, wie viel Kapital gerade in diesem Bereich bewegt wird. Der südkoreanische Elektronikriese Samsung prüft laut Berichten eine Beteiligung von bis zu einer Milliarde Euro am französischen KI-Unternehmen Mistral. Im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde könnte Mistral dabei mit rund 20 Milliarden Euro bewertet werden, deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Das zeigt, wie stark das Interesse an europäischen Alternativen zu den großen amerikanischen KI-Anbietern gewachsen ist. Auch der britische KI-Anbieter Synthesia, der auf digitale Videoavatare spezialisiert ist, wächst rasant und zählt inzwischen fast alle Dax-Konzerne zu seinen Kunden. Der Gründer fordert dabei explizit, dass Europa beim Einsatz von KI schneller werden muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das ist ein Punkt, der auch bei uns im Podcast immer wieder aufkommt: Die Technologie ist da, die Frage ist eher, wie schnell Unternehmen und auch Führungskräfte sie tatsächlich sinnvoll integrieren, sowohl in Prozesse als auch in die Zusammenarbeit mit den eigenen Teams. Jetzt zu etwas völlig anderem: Bei der Deutschen Bank gab es erneut eine Durchsuchung. Staatsanwälte und Steuerfahnder haben die Frankfurter Zentrale durchsucht, dabei geht es um sogenannte Cum-Cum-Geschäfte der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010. Der geschätzte Steuerschaden für den deutschen Fiskus durch solche Geschäfte insgesamt liegt bei rund 28 Milliarden Euro, eine wirklich beachtliche Summe. Erst vergangene Woche war bereits eine Filiale der Bank durchsucht worden. Zu den Details äußert sich das Institut bisher nicht. Diese Geschichte dürfte uns also noch weiter begleiten. Am Rande gab es außerdem scharfe Kritik aus China an einer EU-Millionenstrafe gegen den Onlinehändler AliExpress, neue Zolldrohungen von US-Präsident Trump gegen Generika-Hersteller ab dem Jahr 2028, sowie den Rückzug des Rüstungskonzerns TKMS aus dem Bieterverfahren um die Kieler Werft German Naval Yards. Alles Themen, die man im Blick behalten sollte, auch wenn sie heute nur kurz angerissen werden können. An den Börsen war es unterdessen eher ruhig. Der Dax trat weitgehend auf der Stelle, während in den USA und Europa vor allem die Erholung im Technologiesektor für gute Stimmung sorgte. Geopolitische Risiken, etwa der Konflikt im Nahen Osten, spielten an den Märkten aktuell kaum eine Rolle, was durchaus etwas überrascht, wenn man sich die Nachrichtenlage ansieht. Zum Schluss noch eine handfeste Unternehmensmeldung aus der Konsumgüterbranche. Der deutsche Snackhersteller Intersnack, bekannt durch Marken wie Chio, funny-frisch und Ültje, übernimmt den amerikanischen Snackproduzenten Utz Brands für rund 2,9 Milliarden Dollar. Damit wagt Intersnack den großen Schritt in den nordamerikanischen Markt. Die Aktionäre von Utz bekommen 14,25 Dollar pro Aktie in bar, ein Aufschlag von über 91 Prozent auf den letzten Kurs, entsprechend ist die Utz-Aktie zeitweise regelrecht durch die Decke gegangen. Nach Abschluss der Übernahme wird Utz von der Börse genommen. Ein klares Signal, dass deutsche Mittelständler durchaus mutig internationale Zukäufe wagen, auch wenn das gesamtwirtschaftliche Klima gerade eher verhalten ist. Zusammengefasst zeigt der heutige Tag ein ziemlich typisches Bild für die aktuelle Lage: Auf der einen Seite bremsen Zölle und Unsicherheit die Investitionsbereitschaft der deutschen Industrie deutlich, während auf der anderen Seite in Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz und bei einzelnen Unternehmensdeals durchaus kräftig investiert wird. Und mit der möglichen Rentenreform bahnt sich zudem eine Weichenstellung an, die uns wirtschaftlich noch lange begleiten dürfte. Das war es für heute von mir. Vielen Dank, dass ihr zugehört habt, und bis morgen, wenn es wieder frische Wirtschaftsnews für euch gibt. Macht's gut!
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