Infineon-Sieg, Unicredit-Offensive und Alphabets Milliarden-Wette auf KI (23.07.2026)
Infineon triumphiert im Patentstreit, Unicredit wagt den Commerzbank-Coup, Alphabet strauchelt trotz KI-Milliarden, und Tesla verpasst trotz Rekordabsatz die Gewinnerwartungen – dazu Lagardes Zukunft und ein Dax unter EZB-Druck.
In dieser Folge
- 01
Infineon setzt sich im Patentstreit um GaN-Chips gegen Innoscience durch
FAZ WirtschaftIm Patentstreit mit dem chinesischen Konkurrenten Innoscience um Galliumnitrid-Halbleiter (GaN) hat Infineon in Deutschland und den USA gerichtliche Erfolge erzielt, während eine Niederlage in China vorerst Bestand hat, da eine finale Entscheidung noch aussteht. Die GaN-Technologie gilt als Zukunftsmarkt mit Anwendungen in Rechenzentren, Robotik, Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien, weshalb Infineon mit einem breiten Patentportfolio und hohen Forschungsausgaben seine Marktposition verteidigt. Trotz eigener Führungsrolle bei Patenten hält Innoscience laut Branchendaten mit rund 30 Prozent Marktanteil derzeit die stärkere Stellung im wachsenden GaN-Markt gegenüber Infineons elf Prozent.
Original - 02
Unicredit setzt auf Commerzbank-Übernahme und hebt Gewinnprognose an
FAZ WirtschaftDie italienische Großbank Unicredit geht fest von einer Übernahme der Commerzbank aus und erwartet noch in diesem Jahr die nötigen Aufsichtsgenehmigungen, um anschließend die Kontrolle zu übernehmen und ihre Strategie umzusetzen. Nach einem Tauschangebot hält Unicredit bereits fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile, ein Pflichtangebot für die polnische Tochter mBank sei derzeit nicht geplant. Die Auswirkungen auf die eigene Kapitalquote sollen geringer ausfallen als befürchtet, weshalb Unicredit-Chef Andrea Orcel zugleich die Gewinnprognose für das laufende Jahr auf deutlich über 11 bis 11,5 Milliarden Euro anhob.
Original - 03
Google: Alphabet Aktie mit Kursrutsch nach Quartalszahlen, Google braucht Barmittel auf
Manager MagazinAlphabet hat die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn getoppt. Anleger werden jedoch durch hohe KI-Investitionen verschreckt. Google brauchte deshalb erstmals seit dem Börsengang seine Barmittel auf.
Original - 04
EZB-Präsidentin Lagarde: Bleibt sie oder geht sie?
TagesschauVor einer weiteren Zinsentscheidung sorgen widersprüchliche Aussagen von EZB-Chefin Christine Lagarde für Verunsicherung: Sie ließ offen, ob sie ihr Amt vorzeitig verlässt, um im französischen Präsidentschaftswahlkampf gegen die rechtsgerichtete RN anzutreten. Innerhalb der EZB ist das Verhältnis zwischen Belegschaft und Führung ohnehin angespannt, viele Mitarbeitende werfen Lagarde mangelndes Engagement und Distanz vor, während Ökonomen unterschiedlich bewerten, wie problematisch ein vorzeitiger Rücktritt angesichts der noch immer zu hohen Inflation von 2,8 Prozent wäre. Trotz der Spekulationen deutet Lagardes jüngste Rede in Sintra darauf hin, dass sich die EZB nach turbulenten Jahren wieder auf ihre Kernaufgabe der Preisstabilität konzentrieren will.
Original - 05
Bundesregierung beschließt Startup-Strategie mit Fokus auf Verteidigungsunternehmen
n-tv WirtschaftDie schwarz-rote Koalition hat im Kabinett eine neue Startup- und Scaleup-Strategie verabschiedet, die erstmals auch die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gezielt fördern soll. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will damit das Gründen erleichtern, Wachstum beschleunigen und Innovationen im Land halten, unter anderem durch den Ausbau des Deutschlandfonds, mehr Wagniskapital aus Altersvorsorge und Stiftungen sowie den Abbau von Bürokratie durch Digitalisierung. Hintergrund ist ein laut EY-Startup-Barometer zwar gestiegenes Investitionsvolumen, aber eine sinkende Zahl an Finanzierungsrunden, wodurch kleinere Startups zunehmend ins Hintertreffen geraten; Branchenverbände wie der Startup-Verband und der VDA begrüßten die Pläne, forderten aber eine zügige Umsetzung.
Original - 06
Tesla verfehlt Gewinnerwartungen trotz Rekordabsatz bei E-Autos
n-tv WirtschaftTesla hat im zweiten Quartal erstmals seit über zwei Jahren einen negativen Cashflow von 1,1 Milliarden Dollar verzeichnet, da hohe Investitionen in KI und Robotik die Bilanz belasten. Der bereinigte Gewinn pro Aktie blieb mit 33 Cent deutlich unter den Erwartungen der Analysten, während der Umsatz mit 28,2 Milliarden Dollar die Prognosen übertraf. Anleger zeigen sich zunehmend besorgt darüber, wann sich Musks massive Ausgaben für Robotaxis und humanoide Roboter tatsächlich auszahlen, obwohl das klassische Autogeschäft mit rund 480.000 verkauften Fahrzeugen einen Rekord im zweiten Quartal erzielte.
Original - 07
Wall Street verhalten vor Tech-Quartalszahlen, Ölpreis steigt wegen Nahost-Spannungen
n-tv WirtschaftVor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Alphabet und Tesla zeigte sich die Wall Street am Mittwoch zurückhaltend: Der Dow schloss nahezu unverändert bei 52.219 Punkten, während S&P 500 und Nasdaq leicht nachgaben. Nachbörslich verlor Tesla wegen erstmals seit über zwei Jahren negativem freien Cashflow, während Alphabet wegen Verzögerungen bei einem zentralen KI-Modell volatil reagierte. Zusätzlich sorgten geopolitische Spannungen im Nahen Osten, ausgelöst durch Drohungen von US-Präsident Trump gegenüber dem Iran, für ein Sechs-Wochen-Hoch beim Ölpreis und neue Inflationssorgen, während Super Micro Computer und AT&T mit starken Kursgewinnen positiv auffielen.
Original - 08
Dax fällt vor EZB-Entscheid – Infineon und STMicro unter Druck, SAP-Zahlen im Fokus
Manager MagazinDer Dax gab vor der mit Spannung erwarteten EZB-Zinsentscheidung leicht nach, wobei ein Kurseinbruch bei STMicroelectronics wegen einer enttäuschenden Umsatzprognose auch Infineon und andere Chipwerte belastete. Anleger blicken zudem gespannt auf die Quartalszahlen von SAP, dessen Aktie sich seit dem Rekordhoch im Februar mehr als halbiert hat, während Analysten über eine mögliche „SaaS-Apokalypse“ durch KI-Konkurrenz spekulieren. Positiv entwickelten sich dagegen Daimler Truck und Traton dank anziehender US-Nachfrage, während an den US-Börsen Alphabet und Tesla nach schwachen Zahlen unter Druck standen und die Ölpreise wegen der Spannungen im Nahen Osten auf ein Sechs-Wochen-Hoch stiegen.
Original - 09
Google-Mutter Alphabet erhöht Milliardeninvestitionen in KI
TagesschauDer Google-Mutterkonzern Alphabet hat Umsatz und Gewinn deutlich stärker gesteigert als erwartet. Vor allem das Cloud-Geschäft wächst rasant. Gleichzeitig erhöht der Konzern seine KI-Ausgaben erneut.
Original - 10
Fallstudie: Mehr Eigenverantwortung gewünscht – doch das Team blockiert
Manager MagazinDer Artikel des Harvard Business managers behandelt eine Fallstudie, in der ein Wunsch nach mehr Eigenverantwortung der Mitarbeitenden auf Widerstand im eigenen Team stößt. Konkrete Inhalte zur Problematik, den beteiligten Personen oder möglichen Lösungsansätzen sind im verfügbaren Text jedoch nicht enthalten, da der Artikel hinter einer Bezahlschranke liegt. Der vollständige Beitrag ist nur mit einem manager+-Abonnement zugänglich.
Original
- 01
Infineon setzt sich im Patentstreit um GaN-Chips gegen Innoscience durch
FAZ WirtschaftIm Patentstreit mit dem chinesischen Konkurrenten Innoscience um Galliumnitrid-Halbleiter (GaN) hat Infineon in Deutschland und den USA gerichtliche Erfolge erzielt, während eine Niederlage in China vorerst Bestand hat, da eine finale Entscheidung noch aussteht. Die GaN-Technologie gilt als Zukunftsmarkt mit Anwendungen in Rechenzentren, Robotik, Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien, weshalb Infineon mit einem breiten Patentportfolio und hohen Forschungsausgaben seine Marktposition verteidigt. Trotz eigener Führungsrolle bei Patenten hält Innoscience laut Branchendaten mit rund 30 Prozent Marktanteil derzeit die stärkere Stellung im wachsenden GaN-Markt gegenüber Infineons elf Prozent.
Original - 02
Unicredit setzt auf Commerzbank-Übernahme und hebt Gewinnprognose an
FAZ WirtschaftDie italienische Großbank Unicredit geht fest von einer Übernahme der Commerzbank aus und erwartet noch in diesem Jahr die nötigen Aufsichtsgenehmigungen, um anschließend die Kontrolle zu übernehmen und ihre Strategie umzusetzen. Nach einem Tauschangebot hält Unicredit bereits fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile, ein Pflichtangebot für die polnische Tochter mBank sei derzeit nicht geplant. Die Auswirkungen auf die eigene Kapitalquote sollen geringer ausfallen als befürchtet, weshalb Unicredit-Chef Andrea Orcel zugleich die Gewinnprognose für das laufende Jahr auf deutlich über 11 bis 11,5 Milliarden Euro anhob.
Original - 03
Google: Alphabet Aktie mit Kursrutsch nach Quartalszahlen, Google braucht Barmittel auf
Manager MagazinAlphabet hat die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn getoppt. Anleger werden jedoch durch hohe KI-Investitionen verschreckt. Google brauchte deshalb erstmals seit dem Börsengang seine Barmittel auf.
Original - 04
EZB-Präsidentin Lagarde: Bleibt sie oder geht sie?
TagesschauVor einer weiteren Zinsentscheidung sorgen widersprüchliche Aussagen von EZB-Chefin Christine Lagarde für Verunsicherung: Sie ließ offen, ob sie ihr Amt vorzeitig verlässt, um im französischen Präsidentschaftswahlkampf gegen die rechtsgerichtete RN anzutreten. Innerhalb der EZB ist das Verhältnis zwischen Belegschaft und Führung ohnehin angespannt, viele Mitarbeitende werfen Lagarde mangelndes Engagement und Distanz vor, während Ökonomen unterschiedlich bewerten, wie problematisch ein vorzeitiger Rücktritt angesichts der noch immer zu hohen Inflation von 2,8 Prozent wäre. Trotz der Spekulationen deutet Lagardes jüngste Rede in Sintra darauf hin, dass sich die EZB nach turbulenten Jahren wieder auf ihre Kernaufgabe der Preisstabilität konzentrieren will.
Original - 05
Bundesregierung beschließt Startup-Strategie mit Fokus auf Verteidigungsunternehmen
n-tv WirtschaftDie schwarz-rote Koalition hat im Kabinett eine neue Startup- und Scaleup-Strategie verabschiedet, die erstmals auch die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gezielt fördern soll. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will damit das Gründen erleichtern, Wachstum beschleunigen und Innovationen im Land halten, unter anderem durch den Ausbau des Deutschlandfonds, mehr Wagniskapital aus Altersvorsorge und Stiftungen sowie den Abbau von Bürokratie durch Digitalisierung. Hintergrund ist ein laut EY-Startup-Barometer zwar gestiegenes Investitionsvolumen, aber eine sinkende Zahl an Finanzierungsrunden, wodurch kleinere Startups zunehmend ins Hintertreffen geraten; Branchenverbände wie der Startup-Verband und der VDA begrüßten die Pläne, forderten aber eine zügige Umsetzung.
Original - 06
Tesla verfehlt Gewinnerwartungen trotz Rekordabsatz bei E-Autos
n-tv WirtschaftTesla hat im zweiten Quartal erstmals seit über zwei Jahren einen negativen Cashflow von 1,1 Milliarden Dollar verzeichnet, da hohe Investitionen in KI und Robotik die Bilanz belasten. Der bereinigte Gewinn pro Aktie blieb mit 33 Cent deutlich unter den Erwartungen der Analysten, während der Umsatz mit 28,2 Milliarden Dollar die Prognosen übertraf. Anleger zeigen sich zunehmend besorgt darüber, wann sich Musks massive Ausgaben für Robotaxis und humanoide Roboter tatsächlich auszahlen, obwohl das klassische Autogeschäft mit rund 480.000 verkauften Fahrzeugen einen Rekord im zweiten Quartal erzielte.
Original - 07
Wall Street verhalten vor Tech-Quartalszahlen, Ölpreis steigt wegen Nahost-Spannungen
n-tv WirtschaftVor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Alphabet und Tesla zeigte sich die Wall Street am Mittwoch zurückhaltend: Der Dow schloss nahezu unverändert bei 52.219 Punkten, während S&P 500 und Nasdaq leicht nachgaben. Nachbörslich verlor Tesla wegen erstmals seit über zwei Jahren negativem freien Cashflow, während Alphabet wegen Verzögerungen bei einem zentralen KI-Modell volatil reagierte. Zusätzlich sorgten geopolitische Spannungen im Nahen Osten, ausgelöst durch Drohungen von US-Präsident Trump gegenüber dem Iran, für ein Sechs-Wochen-Hoch beim Ölpreis und neue Inflationssorgen, während Super Micro Computer und AT&T mit starken Kursgewinnen positiv auffielen.
Original - 08
Dax fällt vor EZB-Entscheid – Infineon und STMicro unter Druck, SAP-Zahlen im Fokus
Manager MagazinDer Dax gab vor der mit Spannung erwarteten EZB-Zinsentscheidung leicht nach, wobei ein Kurseinbruch bei STMicroelectronics wegen einer enttäuschenden Umsatzprognose auch Infineon und andere Chipwerte belastete. Anleger blicken zudem gespannt auf die Quartalszahlen von SAP, dessen Aktie sich seit dem Rekordhoch im Februar mehr als halbiert hat, während Analysten über eine mögliche „SaaS-Apokalypse“ durch KI-Konkurrenz spekulieren. Positiv entwickelten sich dagegen Daimler Truck und Traton dank anziehender US-Nachfrage, während an den US-Börsen Alphabet und Tesla nach schwachen Zahlen unter Druck standen und die Ölpreise wegen der Spannungen im Nahen Osten auf ein Sechs-Wochen-Hoch stiegen.
Original - 09
Google-Mutter Alphabet erhöht Milliardeninvestitionen in KI
TagesschauDer Google-Mutterkonzern Alphabet hat Umsatz und Gewinn deutlich stärker gesteigert als erwartet. Vor allem das Cloud-Geschäft wächst rasant. Gleichzeitig erhöht der Konzern seine KI-Ausgaben erneut.
Original - 10
Fallstudie: Mehr Eigenverantwortung gewünscht – doch das Team blockiert
Manager MagazinDer Artikel des Harvard Business managers behandelt eine Fallstudie, in der ein Wunsch nach mehr Eigenverantwortung der Mitarbeitenden auf Widerstand im eigenen Team stößt. Konkrete Inhalte zur Problematik, den beteiligten Personen oder möglichen Lösungsansätzen sind im verfügbaren Text jedoch nicht enthalten, da der Artikel hinter einer Bezahlschranke liegt. Der vollständige Beitrag ist nur mit einem manager+-Abonnement zugänglich.
Original
Häufige Fragen
Wie steht Infineon im Patentstreit mit Innoscience um GaN-Chips da?
Infineon hat vor Gerichten in Deutschland und den USA Erfolge erzielt, während eine Niederlage in China vorerst Bestand hat, da eine finale Entscheidung noch aussteht. Trotz eines starken Patentportfolios liegt Infineon beim Marktanteil im GaN-Markt mit elf Prozent deutlich hinter Innoscience mit rund 30 Prozent zurück.
Welche Fortschritte macht Unicredit bei der Commerzbank-Übernahme?
Unicredit hält bereits fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile und erwartet noch in diesem Jahr die nötigen Aufsichtsgenehmigungen, um die Kontrolle zu übernehmen. Ein Pflichtangebot für die polnische Tochter mBank ist derzeit nicht geplant, und Unicredit-Chef Orcel hob zugleich die Gewinnprognose auf über 11 bis 11,5 Milliarden Euro an.
Warum fiel die Alphabet-Aktie trotz guter Quartalszahlen?
Alphabet übertraf die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, doch Anleger reagierten verschreckt auf die hohen KI-Investitionen. Erstmals seit dem Börsengang musste Google dafür seine Barmittel aufbrauchen.
Bleibt EZB-Präsidentin Lagarde im Amt oder tritt sie zurück?
Lagarde ließ offen, ob sie vorzeitig zurücktritt, um im französischen Präsidentschaftswahlkampf gegen die RN anzutreten, was für Verunsicherung sorgt. Ihre jüngste Rede in Sintra deutet jedoch darauf hin, dass sich die EZB wieder verstärkt auf die Preisstabilität konzentrieren will, während die Inflation mit 2,8 Prozent weiterhin über dem Zielwert liegt.
Was sieht die neue Startup-Strategie der Bundesregierung vor?
Die Koalition will das Gründen erleichtern und Wachstum beschleunigen, unter anderem durch Ausbau des Deutschlandfonds, mehr Wagniskapital und Bürokratieabbau. Erstmals wird dabei auch gezielt die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gefördert, was Branchenverbände begrüßten, aber eine zügige Umsetzung forderten.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute geht es um einiges an den Finanzmärkten, um eine mögliche Bankenübernahme in Deutschland, um die Frage, ob die EZB-Chefin überhaupt noch lange EZB-Chefin bleibt, und um die neuesten Zahlen der großen Tech-Konzerne. Fangen wir mit den Märkten an, denn die haben gerade ziemlich viel zu verdauen. An der Wall Street ging es gestern erst einmal ruhig zu. Der Dow Jones schloss fast unverändert, S&P 500 und Nasdaq gaben leicht nach. Der Grund für die Zurückhaltung: Alle warteten auf die Quartalszahlen von Alphabet und Tesla, die nach Börsenschluss kamen. Und die hatten es dann in sich. Alphabet, also die Google-Mutter, hat sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen deutlich übertroffen. Vor allem das Cloud-Geschäft läuft richtig gut. Trotzdem reagierten die Anleger nervös, denn Alphabet erhöht seine Investitionen in Künstliche Intelligenz weiter kräftig. Das kostet enorm viel Geld, und zum ersten Mal seit dem Börsengang musste der Konzern dafür sogar seine Barmittel-Reserven anzapfen. Das zeigt, wie teuer das KI-Rennen inzwischen geworden ist, selbst für einen Konzern mit den finanziellen Möglichkeiten von Alphabet. Bei Tesla sah es noch angespannter aus. Der klassische Autoverkauf lief im zweiten Quartal richtig gut, mit rund 480.000 verkauften Fahrzeugen ein Rekord. Trotzdem verfehlte der bereinigte Gewinn pro Aktie die Erwartungen der Analysten deutlich, während der Umsatz sie leicht übertraf. Das eigentliche Problem: Tesla hat erstmals seit über zwei Jahren einen negativen Cashflow ausgewiesen, über eine Milliarde Dollar. Der Grund sind die massiven Investitionen in Robotaxis und humanoide Roboter. Die Anleger fragen sich zunehmend, wann sich diese Wetten auf die Zukunft eigentlich auszahlen sollen. Das Muster bei Alphabet und Tesla ist also ähnlich: Operativ läuft es eigentlich gut, aber die hohen KI- und Zukunftsinvestitionen sorgen für Unsicherheit bei den Investoren. Diese Nervosität ist heute auch beim Dax angekommen. Der deutsche Leitindex gab vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der EZB leicht nach. Besonders unter Druck standen die Chipwerte, nachdem der europäische Halbleiterhersteller STMicroelectronics mit einer enttäuschenden Umsatzprognose für Ernüchterung gesorgt hat. Das zog auch Infineon mit runter. Interessant dabei: Infineon hatte eigentlich gerade eine gute Nachricht. Im Patentstreit um sogenannte Galliumnitrid-Chips, kurz GaN, hat sich das Unternehmen gegen den chinesischen Konkurrenten Innoscience vor Gerichten in Deutschland und den USA durchgesetzt. Nur in China hat Infineon bisher verloren, allerdings steht dort noch eine endgültige Entscheidung aus. GaN-Chips sind deshalb so wichtig, weil sie künftig in Rechenzentren, in der Robotik, in Elektroautos und bei erneuerbaren Energien eine große Rolle spielen sollen. Der Markt wächst rasant, auch wenn Innoscience mit rund 30 Prozent Marktanteil aktuell noch deutlich vor Infineon liegt, das bei etwa elf Prozent steht. Der juristische Erfolg ist also wichtig, ändert aber erstmal nichts an der Konkurrenzsituation im Markt selbst. Neben den Chipwerten blickt die Börse auch gespannt auf SAP. Die Aktie hat sich seit ihrem Rekordhoch im Februar mehr als halbiert, und einige Analysten diskutieren bereits, ob klassische Software-Abo-Geschäftsmodelle durch KI-Konkurrenz grundsätzlich unter Druck geraten könnten. Etwas mehr Rückenwind gab es dagegen für Daimler Truck und Traton, die von einer anziehenden Nachfrage in den USA profitieren. Ein weiterer Faktor, der die Märkte zusätzlich beeinflusst, ist der Ölpreis. Der ist zuletzt auf ein Sechs-Wochen-Hoch gestiegen, weil die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wieder zunehmen. US-Präsident Trump hat den Iran erneut unter Druck gesetzt, und das sorgt an den Märkten für neue Inflationssorgen. Steigende Ölpreise könnten sich nämlich mittelfristig auch wieder in höheren Verbraucherpreisen bemerkbar machen, und das kommt gerade zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn während all das passiert, steht auch noch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank an. Und ausgerechnet jetzt gibt es Unsicherheit über die Zukunft von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Sie hat offengelassen, ob sie ihr Amt vorzeitig verlässt, um im französischen Präsidentschaftswahlkampf gegen die rechtsgerichtete Partei RN anzutreten. Das sorgt natürlich für Spekulationen, gerade in einer Zeit, in der die Inflation in der Eurozone mit 2,8 Prozent immer noch über dem Zielwert der EZB liegt. Hinzu kommt, dass es innerhalb der EZB offenbar auch intern Spannungen gibt, viele Mitarbeitende werfen Lagarde mangelndes Engagement vor. Trotzdem hat Lagarde bei ihrer jüngsten Rede in Sintra Signale gesendet, dass sich die EZB wieder stärker auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren will, nämlich die Preisstabilität zu sichern. Für die Märkte ist das durchaus relevant, denn Personalfragen an der Spitze der Zentralbank können die Erwartungen zur künftigen Geldpolitik beeinflussen, gerade wenn die Inflation ohnehin noch nicht da ist, wo sie sein soll. Ein Wechsel der Perspektive, weg von den globalen Märkten, hin zur deutschen Wirtschaftspolitik: Die Bundesregierung hat heute eine neue Startup- und Scaleup-Strategie beschlossen. Bemerkenswert ist dabei, dass erstmals auch die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gezielt gefördert werden soll. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will damit das Gründen erleichtern und vor allem verhindern, dass junge, innovative Unternehmen ins Ausland abwandern. Geplant sind unter anderem ein Ausbau des sogenannten Deutschlandfonds, mehr Wagniskapital aus Altersvorsorge und Stiftungen, sowie weniger Bürokratie durch mehr Digitalisierung. Der Hintergrund ist interessant: Laut dem EY-Startup-Barometer ist das insgesamt investierte Kapital zwar gestiegen, aber die Zahl der Finanzierungsrunden sinkt. Das bedeutet, dass das Geld sich auf weniger, meist größere Unternehmen konzentriert, während kleinere Startups es zunehmend schwerer haben, überhaupt an Kapital zu kommen. Branchenverbände begrüßen die neue Strategie grundsätzlich, fordern aber, dass sie jetzt auch zügig umgesetzt wird und nicht nur ein Papier bleibt. Und dann gibt es noch eine Entwicklung, die zeigt, wie stark sich die europäische Bankenlandschaft gerade verändert. Die italienische Großbank Unicredit hat ihre Gewinnprognose für dieses Jahr deutlich angehoben, auf über elf bis elf komma fünf Milliarden Euro. Der Grund dafür hat viel mit der Commerzbank zu tun. Unicredit geht inzwischen fest davon aus, dass die Übernahme klappt, und rechnet noch in diesem Jahr mit den nötigen Genehmigungen der Aufsichtsbehörden. Aktuell hält Unicredit bereits fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile. Ein Pflichtangebot für die polnische Commerzbank-Tochter mBank ist derzeit nicht geplant. Auch die Belastung für die eigene Kapitalquote fällt offenbar geringer aus als ursprünglich befürchtet, was Unicredit-Chef Andrea Orcel zusätzlichen Spielraum gibt. Für die deutsche Bankenlandschaft wäre das ein weiterer großer Schritt hin zu mehr europäischer Konsolidierung, mit allen Chancen und Risiken, die das für Standort und Arbeitsplätze mit sich bringt. Fassen wir das Ganze noch einmal zusammen: Die großen Tech-Konzerne investieren massiv in Künstliche Intelligenz, was kurzfristig für Nervosität an den Börsen sorgt. Gleichzeitig sorgen steigende Ölpreise wegen der Lage im Nahen Osten für neue Inflationssorgen, ausgerechnet jetzt, wo auch die Personalie an der EZB-Spitze für Unsicherheit sorgt. In Deutschland tut sich derweil einiges bei der Bankenkonsolidierung und in der Start-up-Förderung, während sich Infineon zumindest juristisch im internationalen Chipmarkt behaupten kann. Das waren die wichtigsten Themen für heute. Bleibt neugierig, hört morgen wieder rein, dann gibt es die nächste Einordnung der wichtigsten Wirtschaftsnews. Bis dahin, macht's gut.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com