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Wirtschaft im Fokus
Folge 5030.07.20268:18 KI-vertont

Fed-Zinspause, Iran-Krise und Milliarden für die Kernfusion (30.07.2026)

Fed pausiert, Iran eskaliert, der Dow taucht ab – während Deutschlands Wirtschaft überraschend stark wächst. Dazu: Milliarden für Kernfusion, KI-Gigafabriken und ein Adidas-Absturz an der Börse.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    Dow Jones bricht wegen Fed-Zinspause und Iran-Eskalation stark ein

    n-tv Wirtschaft

    Nach der Zinspause der US-Notenbank Fed und der Eskalation des Konflikts mit dem Iran sind die US-Börsen deutlich eingebrochen: Der Dow Jones verlor 2,19 Prozent und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit April 2025, während der Nasdaq nahe an eine Korrektur rückte. Belastet wurde die Stimmung zusätzlich durch massive Investitionssorgen im KI-Sektor sowie einen Ausverkauf bei Chip-Aktien, während der Ölpreis nach iranischen Raketenangriffen auf US-Streitkräfte in Jordanien um über sechs Prozent zulegte. Der US-Dollar gab nach, da die Fed die Zinsen zwar unverändert ließ, laut Fed-Chef Kevin Warsh aber weiterhin entschlossen ist, die Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel zu drücken.

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  2. 02

    Deutsche Wirtschaft wächst trotz Iran-Krieg leicht weiter

    Tagesschau

    Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal trotz der Belastungen durch den Iran-Konflikt um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen, nachdem bereits Industrieaufträge, Produktion und Exporte positive Signale gesendet hatten. Es ist bereits das dritte Wachstumsquartal in Folge, gestützt auch durch staatliche Investitionen in Infrastruktur und Rüstung sowie eine sich aufhellende Stimmung in den Unternehmen laut ifo-Index. Dennoch bleiben Risiken wie hohe Energiepreise durch den wieder aufgeflammten Nahost-Konflikt, US-Zölle und chinesische Konkurrenz bestehen, sodass Experten für das Gesamtjahr nur mit einem Wachstum von etwa einem halben Prozent rechnen und erst für 2027 eine deutlichere Erholung erwarten.

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  3. 03

    Fusions-Start-up Commonwealth Fusion Systems erhält Milliardenfinanzierung

    Manager Magazin

    Das US-amerikanische Fusions-Start-up Commonwealth Fusion Systems (CFS) hat sich eine umfangreiche Finanzierungsrunde gesichert, um die Entwicklung seiner Kernfusionstechnologie weiter voranzutreiben. CEO Bob Mumgaard sieht das Unternehmen damit finanziell wie energetisch gut aufgestellt, um dem Ziel einer kommerziellen Fusionsenergie näherzukommen. Details zum genauen Investitionsvolumen und den beteiligten Investoren wurden im Artikel selbst nicht näher ausgeführt, da der vollständige Inhalt hinter einer Bezahlschranke liegt.

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  4. 04

    Energie der Zukunft: Größte Kernfusion-Finanzierungsrunde seit fünf Jahren: CFS sammelt eine Milliarde Dollar ein

    Handelsblatt

    Die Firma vereint rund 30 Prozent des Kapitals auf sich, das die Branche aufgebracht hat. Im Vergleich zu den USA liegt Europa weit zurück. Deutschland setzt sich trotzdem ehrgeizige Ziele.

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  5. 05

    Deutsche Wirtschaft trotzt Iran-Krieg und wächst stärker als erwartet

    Manager Magazin

    Trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen und übertraf damit die Erwartungen der Ökonomen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Während Konsum und Investitionen schwächelten, legten die Exporte zu, und auch Industrieaufträge sowie die Stimmung in den Unternehmen verbesserten sich zuletzt kontinuierlich. Allerdings bleiben laut Experten erhebliche Risiken bestehen, darunter erneut steigende Ölpreise durch den wiederaufgeflammten Nahost-Konflikt, hohe US-Zölle, chinesische Konkurrenz sowie Niedrigwasser am Rhein, sodass für das Gesamtjahr nur mit einem Wachstum von etwa einem halben Prozent gerechnet wird.

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  6. 06

    Energiewende-Reform: Halbherzige Entlastung mit sozialer Schieflage

    FAZ Wirtschaft

    Das Kabinett hat Gesetzentwürfe verabschiedet, die die Energiewende etwas günstiger machen sollen, doch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche konnte sich gegen die SPD nur teilweise durchsetzen. Die garantierte Einspeisevergütung für private Solaranlagen läuft nur schrittweise mit großzügigen Übergangsfristen aus, obwohl sich solche Anlagen meist auch ohne Förderung rechnen – zulasten von Mietern, die über Steuern die Solaranlagen von Eigenheimbesitzern subventionieren. Auch die Fehlanreize für Investoren in überversorgten Regionen werden nur teilweise beschnitten, sodass die Reform zwar in die richtige Richtung geht, aber unzureichend bleibt.

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  7. 07

    Fed hält Leitzins unter neuem Chef Warsh stabil

    n-tv Wirtschaft

    Die US-Notenbank hat den Leitzins trotz anhaltender Inflationsgefahr in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, wobei drei Mitglieder des Offenmarktausschusses eine Erhöhung befürwortet hätten. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh sprach von kollegialen, aber kontroversen Diskussionen und verzichtete bewusst auf eine Prognose zum künftigen geldpolitischen Kurs, was die Stimmung an der Wall Street belastete. Angesichts der durch den Iran-Krieg gestiegenen Ölpreise und der Gefahr von Zweitrundeneffekten wächst die Sorge vor dauerhaft erhöhter Inflation, weshalb Experten im September mit einer Zinsanhebung rechnen.

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  8. 08

    Künstliche Intelligenz: EU treibt Milliardenplan für Gigafabriken voran

    Handelsblatt

    Mit hohen Investitionen will die EU im KI-Wettlauf zu den USA und China aufschließen. Die mehrfach verschobene Ausschreibung hatte das Interesse der Mitgliedstaaten zuletzt gedämpft.

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  9. 09

    Hitzewelle lässt Wasserstände sinken und trifft europäische Industrie hart

    Euronews Business

    Anhaltend niedrige Pegelstände an Rhein und Donau infolge der Hitzewellen zwingen europäische Industrien wie Ölraffinerien, Chemieunternehmen und Kernkraftwerke zu Produktionsdrosselungen, da Rohstofflieferungen und Kühlwasser knapp werden. Am Rhein sank der Pegel bei Kaub auf ein kritisches Niveau, wodurch Frachtschiffe kaum noch voll beladen fahren können und Firmen wie LyondellBasell oder Thyssenkrupp ihre Produktion einschränken mussten, während die Donau in Budapest einen historischen Tiefstand erreichte und Länder wie Ungarn und Rumänien Kernreaktoren abschalten mussten. Betroffene Staaten reagieren mit Notfallmaßnahmen wie Flussvertiefungen, flacheren Schiffen, alternativen Transportwegen und Dürrealarm, da sich die Lage laut Prognosen kurzfristig nicht verbessern dürfte.

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  10. 10

    Dax legt leicht zu, Adidas-Aktie stürzt nach Zahlen ab, Microsoft überzeugt Anleger

    Manager Magazin

    Nach der US-Leitzinsentscheidung der Fed und durchwachsenen Quartalszahlen der Tech-Konzerne Microsoft und Meta zeigte sich der deutsche Aktienmarkt zunächst zurückhaltend, der Dax drehte aber ins Plus auf 25.481 Punkte, während der MDax nachgab. Besonders die Adidas-Aktie brach nach Vorlage der Quartalsbilanz um mehr als 17 Prozent ein, da gestiegene Kosten die Ergebnisentwicklung belasteten, was auch die Konkurrenzaktie Puma mit nach unten zog; auch Knorr-Bremse, Kion und Nemetschek verzeichneten trotz teils erhöhter Prognosen deutliche Kursverluste. In den USA sorgten die Fed-Entscheidung und die eskalierende Lage im Nahen Osten für Kursverluste an der Wall Street, während die Ölpreise nach neuen iranischen Angriffen auf US-Truppen weiter anzogen und Microsoft nachbörslich mit starken Zahlen für Optimismus sorgte, während Meta die Erwartungen enttäuschte.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum ist der Dow Jones so stark eingebrochen?

Der Dow Jones verlor 2,19 Prozent, den größten Tagesverlust seit April 2025, ausgelöst durch die Eskalation des Iran-Konflikts mit Raketenangriffen auf US-Streitkräfte in Jordanien sowie Investitionssorgen im KI-Sektor und einen Ausverkauf bei Chip-Aktien. Zusätzlich belastete die Fed-Zinspause die Stimmung, obwohl Fed-Chef Kevin Warsh weiterhin am Zwei-Prozent-Inflationsziel festhält.

Wie hat sich die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal trotz Iran-Konflikt entwickelt?

Die deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal und übertraf damit die Erwartungen der Ökonomen, gestützt durch steigende Exporte, staatliche Investitionen und eine sich aufhellende Unternehmensstimmung laut ifo-Index. Es ist bereits das dritte Wachstumsquartal in Folge, doch Risiken wie hohe Energiepreise, US-Zölle und chinesische Konkurrenz lassen Experten für 2025 nur mit rund einem halben Prozent Wachstum rechnen.

Wie viel Geld hat Commonwealth Fusion Systems eingesammelt und welche Bedeutung hat das?

Das US-Fusions-Start-up CFS sicherte sich eine Milliarde Dollar, die größte Finanzierungsrunde der Kernfusionsbranche seit fünf Jahren, und vereint damit rund 30 Prozent des gesamten in der Branche investierten Kapitals auf sich. CEO Bob Mumgaard sieht das Unternehmen dadurch finanziell und technologisch gut aufgestellt, um dem Ziel einer kommerziellen Fusionsenergie näherzukommen.

Wie steht Europa im Vergleich zu den USA bei der Kernfusion-Finanzierung da?

Europa liegt bei der Finanzierung von Kernfusionsprojekten deutlich hinter den USA zurück, da US-Unternehmen wie CFS den Großteil des weltweiten Investitionskapitals auf sich vereinen. Deutschland setzt sich dennoch ambitionierte Ziele, um im internationalen Wettbewerb um die Fusionsenergie nicht abgehängt zu werden.

Was sieht die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende-Reform vor und warum wird sie kritisiert?

Das Kabinett hat Gesetzentwürfe verabschiedet, die die Energiewende günstiger machen sollen, wobei die garantierte Einspeisevergütung für private Solaranlagen nur schrittweise mit großzügigen Übergangsfristen auslaufen soll. Kritiker bemängeln eine soziale Schieflage, da Mieter über Steuern die Solaranlagen von Eigenheimbesitzern mitfinanzieren, während Fehlanreize für Investoren in überversorgten Regionen nur teilweise beschnitten werden.

Vollständiges Transkript

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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Es gibt heute einiges zu besprechen, denn die Weltwirtschaft steht gerade an mehreren Fronten unter Spannung. Lasst uns direkt eintauchen. Fangen wir mit dem Thema an, das aktuell die größte Unruhe verursacht: der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Nach iranischen Raketenangriffen auf US-Streitkräfte in Jordanien sind die Nerven an den Finanzmärkten blank. Der Dow Jones hat den größten Tagesverlust seit April verzeichnet, der Nasdaq stand kurz vor einer Korrektur. Gleichzeitig ist der Ölpreis um über sechs Prozent nach oben geschossen. Das ist kein Zufall, sondern eine ganz klassische Reaktion der Märkte auf geopolitische Risiken im Nahen Osten. Öl wird teurer, weil Anleger Lieferengpässe fürchten, und das wiederum hat direkte Folgen für uns alle, denn steigende Energiepreise wirken sich am Ende auf Tanken, Heizen und die Preise vieler Produkte aus. Genau in dieser angespannten Lage hat die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung getroffen, und die war mit Spannung erwartet worden. Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh hat man sich entschieden, den Leitzins erstmal unverändert zu lassen, in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Interessant dabei: Drei Mitglieder des Gremiums hätten sogar für eine Erhöhung gestimmt. Das zeigt, wie unsicher die Lage eingeschätzt wird. Warsh selbst hat bewusst keine klare Prognose für die kommenden Monate abgegeben, was an der Wall Street nicht gerade für Beruhigung gesorgt hat. Die Sorge ist nachvollziehbar, denn steigende Ölpreise könnten sich in den kommenden Monaten in Form von sogenannten Zweitrundeneffekten in der gesamten Wirtschaft festsetzen, das heißt, höhere Energiekosten schlagen sich in höheren Preisen für so ziemlich alles nieder. Viele Experten rechnen deshalb bereits für September mit einer Zinserhöhung. Zusätzlich zur geopolitischen Lage kommt noch Nervosität aus dem Technologiesektor. Es gab einen regelrechten Ausverkauf bei Chip-Aktien, begründet mit wachsenden Sorgen über die enormen Investitionssummen, die aktuell in künstliche Intelligenz fließen. An der Wall Street und auch am Frankfurter Markt zeigte sich das gemischt. Der Dax konnte sich zwar noch ins Plus retten, aber die Stimmung war insgesamt vorsichtig. Besonders spannend: Microsoft hat mit starken Quartalszahlen überzeugt, während der Konkurrent Meta die Erwartungen verpasst hat. Das zeigt, wie unterschiedlich die einzelnen Tech-Konzerne aktuell aufgestellt sind, auch wenn alle unter dem gleichen KI-Hype-Thema laufen. Wer es an der Börse wirklich hart getroffen hat, war Adidas. Die Aktie ist nach den Quartalszahlen um mehr als 17 Prozent eingebrochen, gestiegene Kosten haben das Ergebnis ordentlich belastet. Das hat übrigens auch die Konkurrenz bei Puma mit nach unten gezogen. Auch andere deutsche Unternehmen wie Knorr-Bremse, Kion und Nemetschek mussten Kursverluste hinnehmen, und das trotz teilweise angehobener Prognosen. Das zeigt: Die Anleger schauen aktuell sehr genau hin und reagieren empfindlich, selbst wenn die Aussichten grundsätzlich nicht schlecht sind. Kommen wir zu einer wirklich positiven Nachricht, und die kommt tatsächlich aus Deutschland. Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen, und das trotz des Iran-Konflikts und aller damit verbundenen Unsicherheiten. Das ist bereits das dritte Wachstumsquartal in Folge, und die Zahl hat die Erwartungen der Ökonomen sogar leicht übertroffen. Gestützt wurde das Wachstum vor allem durch staatliche Investitionen in Infrastruktur und Rüstung sowie durch steigende Exporte. Auch die Stimmung in den Unternehmen hat sich laut ifo-Index zuletzt aufgehellt. Das sind alles Signale, die zeigen, dass sich die deutsche Wirtschaft aus der Schwächephase der letzten Zeit herausarbeitet. Allerdings, und das muss man klar sagen, bleibt die Lage fragil. Konsum und Investitionen schwächeln nach wie vor, und es gibt gleich mehrere Risikofaktoren, die die Erholung bremsen könnten. Da wäre zum einen der wieder aufgeflammte Nahost-Konflikt mit den entsprechenden Folgen für die Ölpreise, dann die US-Zölle, die deutschen Exporteuren das Leben schwer machen, chinesische Konkurrenz in wichtigen Industriezweigen, und dazu kommt noch ein ganz konkretes praktisches Problem: Niedrigwasser am Rhein. Deshalb rechnen Experten für das Gesamtjahr weiterhin nur mit einem Wachstum von etwa einem halben Prozent. Eine deutlichere Erholung wird erst für das Jahr 2027 erwartet. Das zeigt, wie zäh und langwierig dieser wirtschaftliche Aufholprozess aktuell ist. Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema, das direkt mit dem Rhein zusammenhängt. Die anhaltende Hitzewelle hat die Wasserstände an Rhein und Donau auf kritische Niveaus gedrückt, und das hat ganz konkrete Folgen für die Industrie. Am Rhein ist der Pegel bei Kaub so stark gesunken, dass Frachtschiffe kaum noch voll beladen fahren können. Unternehmen wie LyondellBasell oder Thyssenkrupp mussten deshalb ihre Produktion einschränken, weil Rohstofflieferungen ins Stocken geraten. An der Donau sieht es nicht besser aus, in Budapest wurde ein historischer Tiefstand erreicht, und Länder wie Ungarn und Rumänien mussten sogar Kernreaktoren abschalten, weil das Kühlwasser knapp wurde. Das zeigt eindrücklich, wie eng Klima und Wirtschaft inzwischen miteinander verzahnt sind. Die betroffenen Staaten reagieren jetzt mit Notfallmaßnahmen wie Flussvertiefungen und alternativen Transportwegen, aber eine kurzfristige Besserung ist laut Prognosen nicht in Sicht. Auf der wirtschaftspolitischen Ebene gibt es noch eine Entwicklung aus Berlin, die für Diskussionen sorgt. Das Kabinett hat Gesetzentwürfe zur Energiewende verabschiedet, die eigentlich für Entlastung sorgen sollten. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche konnte sich dabei aber nur teilweise gegen die SPD durchsetzen. Konkret geht es um die garantierte Einspeisevergütung für private Solaranlagen, die nur schrittweise mit großzügigen Übergangsfristen auslaufen soll, obwohl sich solche Anlagen inzwischen meist auch ohne Förderung rechnen würden. Kritiker bemängeln hier eine soziale Schieflage, denn im Grunde subventionieren Mieter über ihre Steuern die Solaranlagen von Eigenheimbesitzern mit. Auch bei den Fehlanreizen für Investoren in bereits überversorgten Regionen wurde nur nachgebessert, nicht grundsätzlich reformiert. Die Reform geht also in die richtige Richtung, bleibt aber nach Einschätzung vieler Beobachter unzureichend. Zum Abschluss noch ein Blick auf ein Zukunftsthema, das langfristig enorme wirtschaftliche Bedeutung haben könnte: Kernfusion. Das US-Start-up Commonwealth Fusion Systems hat eine Finanzierungsrunde von rund einer Milliarde Dollar abgeschlossen, die größte in diesem Bereich seit fünf Jahren. Damit vereint das Unternehmen allein rund 30 Prozent des gesamten Kapitals auf sich, das aktuell weltweit in die Fusionsbranche fließt. Das macht deutlich, wie stark sich das Investoreninteresse in den USA konzentriert, während Europa in diesem Wettlauf deutlich zurückliegt. Deutschland hat sich zwar ambitionierte Ziele gesetzt, aber die Kluft zu den USA ist beträchtlich. Ähnlich sieht es im Bereich künstliche Intelligenz aus, wo die EU mit einem milliardenschweren Plan für sogenannte KI-Gigafabriken aufholen will, allerdings wurde die entsprechende Ausschreibung mehrfach verschoben, was das Interesse der Mitgliedstaaten zuletzt eher gedämpft hat. Insgesamt zeigt sich heute ein Bild aus geopolitischer Unsicherheit, vorsichtigem wirtschaftlichem Optimismus in Deutschland und einigen strukturellen Herausforderungen, von der Energiepolitik bis zum Klimawandel, die uns wohl noch länger begleiten werden. Das war's für heute von mir. Haltet also im Blick: die Zinsentscheidung der Fed und die Lage im Nahen Osten dürften die Märkte weiter beschäftigen, während sich die deutsche Wirtschaft trotz aller Widrigkeiten stabil zeigt. Vielen Dank, dass ihr dabei wart, ich freue mich, wenn ihr auch morgen wieder einschaltet. Bis dann, euer Leo von Wirtschaft im Fokus.

Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.

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