KI-Milliarden, Chinas Schwäche und steigende Inflation in Europa (31.07.2026)
KI-Gigafabriken, Chip-Sorgen und der Kampf um Dax-Konzerne: Während Anthropic und OpenAI in Deutschland um Kunden ringen, wächst die Angst vor einer Billionen-Wette, die schiefgehen könnte – dazu Inflation, Chinas Industrie und der Dax nahe Rekordhoch.
In dieser Folge
- 01
EU-Kommission startet Milliardenprojekt für KI-Gigafabriken
n-tv WirtschaftDie EU-Kommission hat das Bietverfahren für bis zu sieben KI-Gigafabriken eröffnet und stellt dafür knapp zehn Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln bereit, die zusätzlich mindestens 20 Milliarden Euro private Investitionen mobilisieren sollen. Mit den europäischen Großrechenzentren will die EU im globalen KI-Wettlauf gegenüber den USA und China aufholen, digitale Souveränität sichern und die Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen wie Microsoft, Google oder Amazon verringern. Aus Deutschland bewerben sich mehrere Unternehmen getrennt voneinander, darunter die Deutsche Telekom, Schwarz Digits, Ionos mit Hochtief sowie kleinere Anbieter wie Impossible Cloud oder Blue Swan, nachdem Pläne für eine gemeinsame „Deutschland AG“ unter anderem am Zurückhalten von SAP und Siemens gescheitert waren.
Original - 02
Vacuumschmelze-Verkauf: Deutschlands blinder Fleck in der Rohstoffstrategie
FAZ WirtschaftDie hessische Vacuumschmelze (VAC) ist der einzige relevante westliche Hersteller von Neodym-Eisen-Bor-Dauermagneten, die für Elektroautos, Windkraft, Rüstungstechnik und viele Zukunftstechnologien unverzichtbar sind. Der US-Rohstoffkonzern Energy Fuels übernimmt das Unternehmen für rund 1,9 Milliarden Dollar von der Private-Equity-Gesellschaft Ara Partners und schafft damit eine chinafreie Lieferkette von Minen bis Magnetproduktion, während aus der deutschen Wirtschaft kein Gegenangebot kam. Nun prüft das Bundeswirtschaftsministerium den Deal; der Ausgang gilt als Testfall dafür, wie ernst Deutschland seine eigene Rohstoff- und Lieferkettenunabhängigkeit tatsächlich nimmt.
Original - 03
Chinas Industrie schrumpft im Juli überraschend – Sorge um Wirtschaftswachstum wächst
n-tv WirtschaftDer offizielle Einkaufsmanagerindex für Chinas verarbeitendes Gewerbe fiel im Juli auf 49,2 Punkte und rutschte damit erstmals seit fünf Monaten unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern, ausgelöst durch sinkende Neuaufträge, schwache Binnennachfrage und hohe Produktionskosten. Auch der Dienstleistungs- und Baubereich schrumpfte, während das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal bereits auf 4,3 Prozent zurückgegangen war und damit unter dem Regierungsziel liegt. Angesichts dieser Entwicklung kündigte das Politbüro der Kommunistischen Partei weitere Konjunkturhilfen an, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Inlandsnachfrage zu benennen.
Original - 04
Inflation in der Euro-Zone klettert im Juli auf 2,9 Prozent
HandelsblattDie Teuerung in der Euro-Zone ist im Juli überraschend deutlich auf 2,9 Prozent gestiegen, nachdem sie im Juni noch bei 2,8 Prozent gelegen hatte, was Experten mit der erneut verschärften Energiekrise infolge des Irankriegs erklären. In Deutschland sprang die Inflationsrate nach Auslaufen des Tankrabatts von 2,4 auf 2,8 Prozent, während besonders Spanien mit 3,8 Prozent, aber auch Frankreich und die Niederlande stärker als erwartet zulegten. Da zudem die Kerninflation auf 2,5 Prozent anzog, rechnen Marktteilnehmer fest mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB bis zum Herbst, wobei einige Notenbanker im EZB-Rat bereits offen für einen strafferen Kurs plädieren.
Original - 05
Halbleiter unter Druck: Drei Gefahren für den KI-Boom
TagesschauNach einer monatelangen Rekordrally sind die Kurse der großen Speicherchiphersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix zuletzt eingebrochen, da Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms wachsen. Experten sehen drei zentrale Risiken: die rasante Aufholjagd Chinas mit dem Speicherchiphersteller CXMT, riskante zirkuläre Finanzierungsstrukturen etwa bei Nvidia sowie die Gefahr eines Überangebots durch massive Investitionen in neue Chipfabriken. Investor Michael Burry wettet bereits gegen den US-Hersteller Micron, während andere Analysten betonen, dass die anhaltend hohe KI-Nachfrage einen baldigen Einbruch noch verhindern könnte.
Original - 06
KI-Duell in Deutschland: Anthropic und OpenAI kämpfen um Dax-Konzerne
Manager MagazinAnthropic und OpenAI werben mit Events und Gratis-Guthaben um deutsche Großkonzerne, treffen dabei aber auf den etablierten Konkurrenten Microsoft und auf zögerliche, langsam entscheidende Industriekunden. Parallel wettet der neue N26-Chef Mike Dargan mit einem millionenschweren Aktienkauf auf sich selbst, während Spacetech-Gründerin Hélène Huby eine Finanzierung über 300 Millionen Dollar verhandelt und Telegram-Gründer Pavel Durow nun auch in Russland per Haftbefehl gesucht wird. Zudem fördert die Bundesregierung mit 125 Millionen Euro drei Kernfusions-Forschungshubs, während Nvidia mit 5 Milliarden Dollar in Ilya Sutskevers Start-up Safe Superintelligence investiert und ab dem Wochenende in der EU eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte gilt.
Original - 07
KI-Boom verschlingt UnsummenGeht die Billionen-Wette der Tech-Riesen schief?
n-tv WirtschaftDer Wettlauf um künstliche Intelligenz wird immer teurer. Die großen Tech-Konzerne investieren in Rechenzentren, Chips und Stromnetze. Ob sie damit auch die größten Gewinner der KI-Revolution werden, ist allerdings offen.
Original - 08
EZB veröffentlicht Ergebnisse des inversen Stresstests 2026 zu geopolitischen Risiken
Deutsche Bundesbank – PressenotizenDie Europäische Zentralbank hat die Ergebnisse ihres thematischen inversen Stresstests 2026 zu geopolitischen Risiken vorgestellt. An der Untersuchung nahmen 110 Banken aus dem Euroraum teil, die direkt der Aufsicht der EZB unterstehen. Ziel des Tests war es zu ermitteln, welche Szenarien geopolitischer Spannungen die finanzielle Stabilität der beteiligten Institute besonders stark gefährden könnten.“
Original - 09
Längere Befristungen: Warum der Plan der Regierung den Arbeitsmarkt kaum entlastet
FAZ WirtschaftDie Bundesregierung will sachgrundlose Befristungen von zwei auf vier Jahre und mit mehr Verlängerungsmöglichkeiten ausweiten, um Neueinstellungen zu erleichtern und Arbeitslosigkeit zu senken. Empirische Belege aus Deutschland und internationalen Beispielen wie Spanien zeigen jedoch, dass solche Reformen vor allem den Arbeitskräfteumschlag erhöhen und unbefristete durch befristete Stellen ersetzen, ohne die Gesamtbeschäftigung nachhaltig zu steigern – besonders junge Menschen tragen die zusätzliche Unsicherheit. Sinnvoller wäre laut Autor eine Reform des Kündigungsschutzes, die Neueinstellungen erleichtert und die Absicherung zwischen jüngeren und älteren Beschäftigten besser ausbalanciert, statt auf längere Befristungen zu setzen.
Original - 10
Börse: Dax nahe Rekordhoch wegen Kursrallye in den USA und Südkorea, Amazon Aktie springt
Manager MagazinErleichterung an den Märkten nach der Zahlenvorlage von Microsoft und Amazon: Der Dax steigt weiter Richtung Rekordhoch. Halbleiterwerte wie Infineon, Samsung oder Micron setzen ihre Erholung fort.
Original
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EU-Kommission startet Milliardenprojekt für KI-Gigafabriken
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Original - 03
Chinas Industrie schrumpft im Juli überraschend – Sorge um Wirtschaftswachstum wächst
n-tv WirtschaftDer offizielle Einkaufsmanagerindex für Chinas verarbeitendes Gewerbe fiel im Juli auf 49,2 Punkte und rutschte damit erstmals seit fünf Monaten unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern, ausgelöst durch sinkende Neuaufträge, schwache Binnennachfrage und hohe Produktionskosten. Auch der Dienstleistungs- und Baubereich schrumpfte, während das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal bereits auf 4,3 Prozent zurückgegangen war und damit unter dem Regierungsziel liegt. Angesichts dieser Entwicklung kündigte das Politbüro der Kommunistischen Partei weitere Konjunkturhilfen an, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Inlandsnachfrage zu benennen.
Original - 04
Inflation in der Euro-Zone klettert im Juli auf 2,9 Prozent
HandelsblattDie Teuerung in der Euro-Zone ist im Juli überraschend deutlich auf 2,9 Prozent gestiegen, nachdem sie im Juni noch bei 2,8 Prozent gelegen hatte, was Experten mit der erneut verschärften Energiekrise infolge des Irankriegs erklären. In Deutschland sprang die Inflationsrate nach Auslaufen des Tankrabatts von 2,4 auf 2,8 Prozent, während besonders Spanien mit 3,8 Prozent, aber auch Frankreich und die Niederlande stärker als erwartet zulegten. Da zudem die Kerninflation auf 2,5 Prozent anzog, rechnen Marktteilnehmer fest mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB bis zum Herbst, wobei einige Notenbanker im EZB-Rat bereits offen für einen strafferen Kurs plädieren.
Original - 05
Halbleiter unter Druck: Drei Gefahren für den KI-Boom
TagesschauNach einer monatelangen Rekordrally sind die Kurse der großen Speicherchiphersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix zuletzt eingebrochen, da Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms wachsen. Experten sehen drei zentrale Risiken: die rasante Aufholjagd Chinas mit dem Speicherchiphersteller CXMT, riskante zirkuläre Finanzierungsstrukturen etwa bei Nvidia sowie die Gefahr eines Überangebots durch massive Investitionen in neue Chipfabriken. Investor Michael Burry wettet bereits gegen den US-Hersteller Micron, während andere Analysten betonen, dass die anhaltend hohe KI-Nachfrage einen baldigen Einbruch noch verhindern könnte.
Original - 06
KI-Duell in Deutschland: Anthropic und OpenAI kämpfen um Dax-Konzerne
Manager MagazinAnthropic und OpenAI werben mit Events und Gratis-Guthaben um deutsche Großkonzerne, treffen dabei aber auf den etablierten Konkurrenten Microsoft und auf zögerliche, langsam entscheidende Industriekunden. Parallel wettet der neue N26-Chef Mike Dargan mit einem millionenschweren Aktienkauf auf sich selbst, während Spacetech-Gründerin Hélène Huby eine Finanzierung über 300 Millionen Dollar verhandelt und Telegram-Gründer Pavel Durow nun auch in Russland per Haftbefehl gesucht wird. Zudem fördert die Bundesregierung mit 125 Millionen Euro drei Kernfusions-Forschungshubs, während Nvidia mit 5 Milliarden Dollar in Ilya Sutskevers Start-up Safe Superintelligence investiert und ab dem Wochenende in der EU eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte gilt.
Original - 07
KI-Boom verschlingt UnsummenGeht die Billionen-Wette der Tech-Riesen schief?
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Original - 08
EZB veröffentlicht Ergebnisse des inversen Stresstests 2026 zu geopolitischen Risiken
Deutsche Bundesbank – PressenotizenDie Europäische Zentralbank hat die Ergebnisse ihres thematischen inversen Stresstests 2026 zu geopolitischen Risiken vorgestellt. An der Untersuchung nahmen 110 Banken aus dem Euroraum teil, die direkt der Aufsicht der EZB unterstehen. Ziel des Tests war es zu ermitteln, welche Szenarien geopolitischer Spannungen die finanzielle Stabilität der beteiligten Institute besonders stark gefährden könnten.“
Original - 09
Längere Befristungen: Warum der Plan der Regierung den Arbeitsmarkt kaum entlastet
FAZ WirtschaftDie Bundesregierung will sachgrundlose Befristungen von zwei auf vier Jahre und mit mehr Verlängerungsmöglichkeiten ausweiten, um Neueinstellungen zu erleichtern und Arbeitslosigkeit zu senken. Empirische Belege aus Deutschland und internationalen Beispielen wie Spanien zeigen jedoch, dass solche Reformen vor allem den Arbeitskräfteumschlag erhöhen und unbefristete durch befristete Stellen ersetzen, ohne die Gesamtbeschäftigung nachhaltig zu steigern – besonders junge Menschen tragen die zusätzliche Unsicherheit. Sinnvoller wäre laut Autor eine Reform des Kündigungsschutzes, die Neueinstellungen erleichtert und die Absicherung zwischen jüngeren und älteren Beschäftigten besser ausbalanciert, statt auf längere Befristungen zu setzen.
Original - 10
Börse: Dax nahe Rekordhoch wegen Kursrallye in den USA und Südkorea, Amazon Aktie springt
Manager MagazinErleichterung an den Märkten nach der Zahlenvorlage von Microsoft und Amazon: Der Dax steigt weiter Richtung Rekordhoch. Halbleiterwerte wie Infineon, Samsung oder Micron setzen ihre Erholung fort.
Original
Häufige Fragen
Was sind die geplanten KI-Gigafabriken der EU-Kommission?
Es handelt sich um bis zu sieben europäische Großrechenzentren für KI, für die die EU-Kommission knapp zehn Milliarden Euro Fördergelder ausschreibt und damit mindestens 20 Milliarden Euro private Investitionen mobilisieren will. Ziel ist es, im globalen KI-Wettlauf mit den USA und China aufzuholen und die digitale Souveränität Europas zu stärken.
Welche deutschen Unternehmen bewerben sich um die KI-Gigafabriken?
Aus Deutschland bewerben sich unter anderem die Deutsche Telekom, Schwarz Digits sowie Ionos gemeinsam mit Hochtief, zudem kleinere Anbieter wie Impossible Cloud oder Blue Swan. Eine ursprünglich geplante gemeinsame „Deutschland AG“ scheiterte, da sich Unternehmen wie SAP und Siemens zurückhielten.
Warum ist der Verkauf der Vacuumschmelze an Energy Fuels für Deutschland brisant?
Vacuumschmelze ist der einzige relevante westliche Hersteller von Neodym-Eisen-Bor-Dauermagneten, die für Elektroautos, Windkraft und Rüstungstechnik unverzichtbar sind. Da kein deutsches Unternehmen ein Gegenangebot vorlegte, geht die für die Rohstoffunabhängigkeit strategisch wichtige Technologie nun an den US-Konzern Energy Fuels, was das Bundeswirtschaftsministerium derzeit prüft.
Wie hat sich Chinas Industrie im Juli entwickelt und was bedeutet das?
Der offizielle Einkaufsmanagerindex fiel auf 49,2 Punkte und damit erstmals seit fünf Monaten unter die Wachstumsschwelle von 50, bedingt durch sinkende Neuaufträge und schwache Binnennachfrage. Da auch Dienstleistungs- und Baubranche schrumpften und das BIP-Wachstum im zweiten Quartal bei 4,3 Prozent lag, kündigte die Kommunistische Partei weitere, aber noch unkonkrete Konjunkturhilfen an.
Warum ist die Inflation in der Euro-Zone im Juli gestiegen und welche Folgen hat das?
Die Teuerungsrate kletterte von 2,8 auf 2,9 Prozent, vor allem wegen einer erneuten Energiekrise infolge des Irankriegs und dem Auslaufen des deutschen Tankrabatts. Da auch die Kerninflation auf 2,5 Prozent stieg, rechnen Marktteilnehmer mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB bis zum Herbst.
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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute haben wir einen ziemlich vollen Themenmix für euch, der zeigt, wie eng Technologie, Geopolitik und ganz klassische Konjunkturfragen mittlerweile miteinander verwoben sind. Fangen wir mit dem großen Thema an, das sich durch fast die halbe Sendung zieht: künstliche Intelligenz und wer am Ende wirklich davon profitiert. Die EU-Kommission hat diese Woche das Bietverfahren für sogenannte KI-Gigafabriken gestartet. Bis zu sieben davon sollen in Europa entstehen, mit knapp zehn Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln als Anschub. Die Idee dahinter: Wenn der Staat vorlegt, sollen private Investoren mit mindestens 20 Milliarden Euro nachziehen. Das Ziel ist klar formuliert, nämlich digitale Souveränität. Europa will im KI-Wettlauf nicht dauerhaft von amerikanischen Anbietern wie Microsoft, Google oder Amazon abhängig bleiben. Aus Deutschland bewerben sich mehrere Unternehmen, darunter die Telekom, Schwarz Digits und Ionos zusammen mit Hochtief. Interessant ist, dass es keine gemeinsame deutsche Bewerbung gibt. Die Idee einer Art Deutschland AG für KI-Infrastruktur ist gescheitert, unter anderem weil sich SAP und Siemens zurückgehalten haben. Das zeigt schon, wie schwer es fällt, in Deutschland bei Zukunftstechnologien an einem Strang zu ziehen. Ähnlich gelagert, aber mit einem bitteren Beigeschmack, ist die Geschichte um die Vacuumschmelze aus Hessen. Das Unternehmen ist der einzige relevante westliche Hersteller von speziellen Magneten, die man für Elektroautos, Windkraft und auch für Rüstungstechnik braucht. Jetzt wird die Firma für rund 1,9 Milliarden Dollar an den US-Konzern Energy Fuels verkauft. Die Amerikaner bauen sich damit eine Lieferkette auf, die komplett unabhängig von China ist, von der Rohstoffmine bis zur fertigen Magnetproduktion. Aus der deutschen Wirtschaft kam dafür kein Gegenangebot. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft den Deal jetzt, aber viele Beobachter sagen schon, dass dieser Fall offenlegt, wie wenig ernst Deutschland seine eigene Rohstoffstrategie bislang nimmt. Wenn man wirklich unabhängiger von China werden will, dann müsste man solche Schlüsseltechnologien eigentlich selbst halten wollen. Bleiben wir beim Thema Technologie, aber wechseln den Blick Richtung Finanzmärkte. Die großen Speicherchiphersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix haben nach einer monatelangen Rekordrally zuletzt deutliche Kursverluste hingelegt. Der Grund sind wachsende Zweifel, ob der KI-Boom wirklich so nachhaltig ist wie gedacht. Drei Risiken werden dabei besonders oft genannt. Erstens holt China mit eigenen Speicherchipherstellern wie CXMT rasant auf. Zweitens gibt es bei einigen großen Playern, etwa Nvidia, ziemlich verschachtelte und riskante Finanzierungskonstruktionen. Und drittens droht durch die massiven Investitionen in neue Chipfabriken irgendwann ein Überangebot. Der bekannte Investor Michael Burry, der schon vor der Finanzkrise 2008 richtig lag, wettet inzwischen offen gegen den Chiphersteller Micron. Andere Analysten sind entspannter und sagen, die KI-Nachfrage sei aktuell einfach noch zu groß, um von einem baldigen Einbruch zu sprechen. Man merkt, hier prallen zwei Lager aufeinander, die einen sehen eine Blase, die anderen einen echten strukturellen Wandel. Und dieser Wandel zeigt sich auch im Wettbewerb zwischen den KI-Anbietern selbst. Anthropic und OpenAI buhlen aktuell intensiv um deutsche Großkonzerne, mit Veranstaltungen und kostenlosem Guthaben, um sich in den Unternehmen festzusetzen. Das Problem für beide ist, dass Microsoft längst etabliert ist und deutsche Industriekunden generell eher langsam und vorsichtig entscheiden. Am Rande gab es dazu noch ein paar spannende Randnotizen aus der Tech- und Finanzwelt. Der neue N26-Chef Mike Dargan hat mit einem millionenschweren eigenen Aktienkauf ein Zeichen des Vertrauens gesetzt. Die Bundesregierung fördert außerdem mit 125 Millionen Euro drei Forschungshubs zur Kernfusion, und Nvidia investiert 5 Milliarden Dollar in das Start-up Safe Superintelligence des früheren OpenAI-Forschers Ilya Sutskever. Und ganz praktisch für den Alltag, ab diesem Wochenende gilt in der EU eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte. Das betrifft also nicht nur große Konzerne, sondern letztlich auch das, was wir online sehen. Kommen wir zu den klassischen Konjunkturthemen, denn da hat sich zuletzt einiges bewegt. Aus China kommt eine überraschend schwache Nachricht. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist im Juli auf 49,2 Punkte gefallen und damit erstmals seit fünf Monaten unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern gerutscht. Auch der Dienstleistungssektor und die Bauwirtschaft schrumpfen. Das Wirtschaftswachstum lag im zweiten Quartal bei 4,3 Prozent und damit unter dem eigentlichen Regierungsziel. Die chinesische Führung hat zwar weitere Konjunkturhilfen angekündigt, aber ohne konkrete Maßnahmen zu nennen, wie die Binnennachfrage tatsächlich gestärkt werden soll. Das ist deshalb wichtig, weil China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt eine Schwächephase hat, die auch europäische Exporteure zu spüren bekommen könnten. Und dann ist da noch die Inflation in der Eurozone, die im Juli überraschend auf 2,9 Prozent geklettert ist, nach 2,8 Prozent im Juni. Als Grund gilt vor allem die wieder angespanntere Energiesituation infolge des Irankriegs. In Deutschland ist die Inflationsrate nach dem Auslaufen des Tankrabatts sogar von 2,4 auf 2,8 Prozent gesprungen. Besonders kräftig zugelegt haben Spanien mit 3,8 Prozent, aber auch Frankreich und die Niederlande. Da zusätzlich die Kerninflation, also die Rate ohne Energie und Lebensmittel, auf 2,5 Prozent gestiegen ist, rechnen viele Marktbeobachter jetzt fest mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB bis zum Herbst. Einige Vertreter im EZB-Rat sprechen sich sogar schon offen für einen strafferen Kurs aus. Das würde bedeuten, dass die Zeit günstiger Kredite für Verbraucher und Unternehmen erstmal nicht zurückkommt. Ein Blick auf die Finanzstabilität kommt von der EZB selbst. Sie hat die Ergebnisse ihres sogenannten inversen Stresstests für das Jahr 2026 veröffentlicht, bei dem es um geopolitische Risiken geht. 110 Banken aus dem Euroraum haben daran teilgenommen. Ziel war es herauszufinden, welche geopolitischen Spannungsszenarien die Stabilität der Institute am stärksten gefährden könnten. Solche Tests sind wichtig, damit Aufsicht und Banken rechtzeitig erkennen, wo mögliche Schwachstellen liegen, bevor es im echten Krisenfall zu spät ist. Zum Abschluss noch ein Blick auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Bundesregierung plant, sachgrundlose Befristungen von zwei auf vier Jahre auszuweiten und die Verlängerungsmöglichkeiten zu erhöhen. Das Ziel ist, Neueinstellungen zu erleichtern und die Arbeitslosigkeit zu senken. Nur zeigen empirische Erfahrungen, etwa aus Spanien, dass solche Reformen vor allem dazu führen, dass unbefristete Stellen durch befristete ersetzt werden. Die Gesamtbeschäftigung steigt dadurch kaum, aber besonders junge Beschäftigte tragen dann die zusätzliche Unsicherheit. Sinnvoller wäre nach Einschätzung vieler Ökonomen eine Reform des Kündigungsschutzes, die tatsächlich neue Einstellungsanreize schafft und gleichzeitig die Balance zwischen jüngeren und älteren Beschäftigten verbessert. Und die Börse? Die honoriert die aktuelle Lage trotz aller Unsicherheiten erstmal positiv. Nach starken Zahlen von Microsoft und Amazon steigt der Dax weiter Richtung Rekordhoch. Auch Halbleiterwerte wie Infineon oder Samsung erholen sich sichtbar, nachdem sie zuvor unter Druck standen. Insgesamt zeigt sich heute ein ziemlich klares Bild. Die KI-Investitionen laufen auf Hochtouren, aber die Zweifel an ihrer Nachhaltigkeit wachsen genauso schnell wie die Summen selbst. Gleichzeitig bleibt die Inflation hartnäckig, China schwächelt überraschend, und bei der Arbeitsmarktpolitik gibt es Zweifel, ob der eingeschlagene Weg wirklich zum Ziel führt. Das war unser Rundgang durch die Wirtschaftswelt für heute. Haltet also besonders die EZB-Zinsentscheidung und die weitere Entwicklung bei den Chipwerten im Blick, da tut sich in den nächsten Wochen bestimmt noch einiges. Ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich, wenn ihr morgen wieder mit dabei seid. Bis dann, hier war Leo von Wirtschaft im Fokus.
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