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Wirtschaft im Fokus
Folge 0701.06.20269:03 KI-vertont

Industriesubventionen, KI-Chips, Robotik im Mittelstand & Quantencomputing-IPOs (01.06.2026)

Globaler Handelskrieg, KI-Chips und Rüstungs-Insiderhandel – die Wirtschaftswelt brodelt. Dazu: Quantencomputer made in Germany vor dem Börsengang und warum Robotik jetzt auch den Mittelstand erreicht.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    Orafol investiert 250 Millionen Euro am Standort Oranienburg

    FAZ Wirtschaft

    Der Brandenburger Folien- und Spezialchemiespezialist Orafol bekennt sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen zum Industriestandort Deutschland und legt den Grundstein für eine neue Produktionshalle, in die mehr als 100 Millionen Euro fließen. Bis 2030 plant das familiengeführte Unternehmen unter Vorstandschef Holger Loclair Gesamtinvestitionen von rund 250 Millionen Euro am Stammsitz Oranienburg, womit die kumulierten Investitionen seit der Privatisierung vor über 30 Jahren die Milliarden-Euro-Marke überschreiten werden. Nachdem Loclair das Vertrauen in den Standort zeitweise verloren hatte, zeigt er sich nach konstruktiven Gesprächen mit der neuen brandenburgischen Landesregierung wieder optimistisch – auch wenn eine aktuelle Civey-Umfrage belegt, dass ein Viertel der ostdeutschen Unternehmer in den nächsten drei Jahren gar nicht investieren will.

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  2. 02

    Robotik im Mittelstand: Automatisierung wird für kleinere Unternehmen erschwinglich

    Handelsblatt

    Während Industrieroboter lange Zeit ausschließlich Großkonzernen wie Automobilherstellern vorbehalten waren, wächst das Interesse mittelständischer Unternehmen an Automatisierungslösungen deutlich. Der Kölner Kunststoffspezialist Igus bietet über seine Plattform Roboter verschiedener Hersteller an und verzeichnete im vergangenen Jahr mehr als eine Verdopplung seines Geschäfts in diesem Segment. Maschinenbauer, Logistiker und kleinere Fertigungsbetriebe können ihre spezifischen Anforderungen in einem Testlabor prüfen lassen, wo das Team von Igus binnen weniger Tage passende Roboterprozesse entwickelt.

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  3. 03

    USA schließen Exportlücke für KI-Chips an chinesische Unternehmen im Ausland

    Zeit Wirtschaft

    Das US-Handelsministerium hat neue Richtlinien erlassen, die eine Lücke in den Exportbeschränkungen für hochmoderne KI-Chips schließen sollen. Bislang konnten Auslandstöchter chinesischer Konzerne – etwa in Malaysia – Hochleistungsprozessoren von Nvidia und AMD beziehen, ohne eine Lizenz zu benötigen; künftig gilt die Genehmigungspflicht auch für Firmen mit chinesischem Hauptsitz oder chinesischer Muttergesellschaft, unabhängig vom Standort der Tochtergesellschaft. Für Nvidia, das nach Schätzung von Firmenchef Jensen Huang allein in diesem Jahr rund 50 Milliarden Dollar Umsatz durch die China-Beschränkungen verliert, bedeutet die Maßnahme eine weitere Verschärfung des ohnehin angespannten Technologiestreits zwischen Washington und Peking.

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  4. 04

    China droht EU mit Gegenmaßnahmen bei weiteren Handelsbeschränkungen

    Manager Magazin

    Chinas Handelsministerium hat der Europäischen Union mit entschiedenen Gegenmaßnahmen gedroht, sollte Brüssel neue einseitige Handelsinstrumente oder diskriminierende Beschränkungen einführen. Anlass war eine Orientierungsaussprache der EU-Kommission über das Verhältnis zur Volksrepublik, bei der keine konkreten Entscheidungen getroffen wurden, die Kommission jedoch die aktuellen Handels- und Investitionsbeziehungen als nicht nachhaltig bezeichnete. Das Verhältnis beider Seiten ist bereits seit Längerem durch EU-Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos, gegenseitige Handelsuntersuchungen und chinesische Exportkontrollen auf wichtige Rohstoffe belastet.

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  5. 05

    ifo Institut empfiehlt Integration von Wohngeld und Kinderzuschlag in reformierte Grundsicherung

    ifo Institut

    Das ifo Institut und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben in gemeinsamen Mikrosimulationen 84 Reformvarianten einer integrierten Grundsicherung untersucht und kommen zu dem Ergebnis, dass die Zusammenführung von Wohngeld und Kinderzuschlag mit angepassten Hinzuverdienstregelungen sowohl das Arbeitsangebot steigern als auch zu fiskalischen Einsparungen führen würde. Entscheidend dabei ist, dass Personen, die in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechseln, weniger Transferleistungen abgezogen bekommen, während bei Haushalten ohne Kinder in Kleinst- und Minijobs eine stärkere Anrechnung erfolgen sollte. Allerdings warnen die Forscher davor, Haushalte mit Kindern und hohen Wochenarbeitszeiten gegenüber dem bestehenden System schlechter zu stellen, und betonen, dass eine bloße Zusammenlegung ohne Anpassung der Hinzuverdienstregelungen kaum Wirkung zeigen oder sogar Mehrkosten verursachen würde.

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  6. 06

    Bafin prüft 48 Verdachtsfälle auf Insiderhandel in der Rüstungsindustrie seit der Zeitenwende

    n-tv Wirtschaft

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat seit Anfang 2022 insgesamt 48 Überprüfungen wegen möglichen Insiderhandels im Zusammenhang mit Sicherheits- und Verteidigungsunternehmen eingeleitet, in einem Fall sogar Strafanzeige erstattet. Besonders der Rüstungskonzern Rheinmetall geriet dabei ins Visier, unter anderem wegen eines verdächtigen Pre-Close-Calls mit Analysten sowie einer bereits 2022 verhängten Geldbuße wegen verspäteter Veröffentlichung einer Insiderinformation. Kritiker wie der Linke-Abgeordnete Dietmar Bartsch bemängeln zudem erhebliche Gesetzeslücken, da für Regierungsmitglieder und Bundestagsabgeordnete bislang keine verbindlichen Transparenzregeln für Aktiengeschäfte gelten.

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  7. 07

    SpaceX-Börsengang: Diese Investoren und Mitarbeiter werden zu Milliardären

    n-tv Wirtschaft

    Mit dem geplanten Börsengang von SpaceX am 12. Juni an der Nasdaq, der eine Gesamtbewertung von mindestens 1,8 Billionen Dollar anstrebt, wird Firmengründer Elon Musk voraussichtlich zum ersten Billionär der Welt. Neben Musk, dessen 42-Prozent-Anteil sich nahezu verdoppeln dürfte, werden auch langjährige Mitarbeiter und Investoren wie Präsidentin Gwynne Shotwell, Finanzchef Brett Johnsen sowie die Musk-Vertrauten Luke Nosek und Antonio Gracias erheblich von dem Börsengang profitieren. Während Shotwell und Johnsen die Milliardengrenze überschreiten dürften, könnten sich die bereits milliardenschweren Vermögen von Nosek und Gracias durch den Börsengang noch einmal verdoppeln.

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  8. 08

    OECD: Industriesubventionen erreichen höchsten Stand seit der Finanzkrise 2009

    Handelsblatt

    Laut OECD haben staatliche Industriesubventionen im Jahr 2024 mit 108 Milliarden US-Dollar in 15 wichtigen Branchen den zweithöchsten jemals gemessenen Wert erreicht – übertroffen nur vom Rekord während der globalen Finanzkrise 2009. Besonders China sticht hervor: Chinesische Unternehmen erhielten zwischen 2005 und 2024 drei- bis achtmal mehr staatliche Unterstützung als ihre Konkurrenten in OECD-Ländern, was rund 60 Prozent ihrer globalen Marktanteilsgewinne erklären soll. OECD-Generalsekretär Mathias Cormann warnte, dass solche umfangreichen Subventionen globale Märkte verzerren, unfaire Wettbewerbsvorteile schaffen und zu Überkapazitäten führen können – besonders betroffen sind die Photovoltaik-, Halbleiter-, Aluminium-, Stahl- und Schiffbaubranche.

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  9. 09

    Dax startet stabil in die neue Woche – Iran-Verhandlungen und Konjunktur im Blick

    Handelsblatt

    Der deutsche Leitindex Dax notiert zum Wochenauftakt rund 0,3 Prozent im Plus bei etwa 25.180 Punkten und zeigt sich damit trotz eines durchwachsenen Wochenverlaufs zuvor weiterhin stabil oberhalb der 25.000-Punkte-Marke. In der Vorwoche hatte der Index zunächst Hoffnungen auf eine Friedenseinigung zwischen den USA und dem Iran bis auf 25.438 Punkte getrieben, bevor mangelnde Fortschritte in den Verhandlungen wieder für Rücksetzer sorgten. Laut Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl warten die Anleger geduldig auf positive Signale aus dem Nahostkonflikt, weshalb der Dax weiterhin in der Nähe seines Rekordhochs vom Januar bei 25.507 Punkten verharrt.

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  10. 10

    Deutsche Quantencomputing-Firmen drängen auf den Markt und planen Börsengänge

    Handelsblatt

    Die deutsche Quantencomputing-Branche steht vor einem möglichen Durchbruch: Unternehmen wie IQM und Terra Quantum planen Börsengänge an der Nasdaq, während Firmen wie Eleqtron und Planqc große Finanzierungsrunden abschließen oder anstreben. Erstmals wagen mehrere Unternehmen den Schritt aus der reinen Forschung in die Realwirtschaft, was laut McKinsey-Experten zeigt, dass der Markt Quantencomputing zunehmend als kommerziell relevantes Technologiefeld bewertet. Das globale Marktpotenzial ist erheblich: McKinsey prognostiziert einen Anstieg der weltweiten Brancheneinnahmen von rund vier Milliarden auf 72 Milliarden Dollar bis 2035.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum investiert Orafol trotz schwieriger Wirtschaftslage 250 Millionen Euro in Deutschland?

Orafol-Chef Holger Loclair sieht nach konstruktiven Gesprächen mit der neuen brandenburgischen Landesregierung wieder ausreichend Planungssicherheit für den Standort Oranienburg. Die Investitionen bis 2030 – darunter eine neue Produktionshalle für über 100 Millionen Euro – bringen die kumulierten Investitionen seit der Privatisierung vor über 30 Jahren auf über eine Milliarde Euro. Das Bekenntnis ist bemerkenswert, da laut einer Civey-Umfrage ein Viertel der ostdeutschen Unternehmer in den nächsten drei Jahren gar nicht investieren will.

Wie können mittelständische Unternehmen von günstigeren Robotiklösungen profitieren?

Anbieter wie der Kölner Kunststoffspezialist Igus stellen über ihre Plattformen Roboter verschiedener Hersteller gebündelt bereit und bieten Testlabore, in denen passende Automatisierungsprozesse innerhalb weniger Tage entwickelt werden können. Das senkt die Einstiegshürde erheblich, da Unternehmen ihre spezifischen Anforderungen vorab prüfen können, ohne sofort in teure Systeme investieren zu müssen. Igus verzeichnete in diesem Segment zuletzt mehr als eine Verdopplung seines Geschäfts, was das wachsende Interesse im Mittelstand widerspiegelt.

Was bedeuten die neuen US-Exportbeschränkungen für KI-Chips konkret für chinesische Unternehmen?

Bislang konnten Auslandstöchter chinesischer Konzerne – etwa in Malaysia – Hochleistungschips von Nvidia oder AMD ohne Lizenz beziehen; diese Lücke schließt das US-Handelsministerium nun, indem die Genehmigungspflicht unabhängig vom Standort der Tochtergesellschaft gilt, sobald die Muttergesellschaft ihren Sitz in China hat. Für Nvidia bedeutet das eine weitere Verschärfung: Firmenchef Jensen Huang schätzt die Umsatzeinbußen durch China-Beschränkungen allein in diesem Jahr auf rund 50 Milliarden Dollar.

Wie angespannt ist das Handelsverhältnis zwischen der EU und China aktuell?

Die Beziehungen sind durch mehrere Konfliktfelder gleichzeitig belastet: EU-Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos, gegenseitige Handelsuntersuchungen sowie chinesische Exportkontrollen auf wichtige Rohstoffe haben das Verhältnis bereits nachhaltig getrübt. Die EU-Kommission bezeichnete die aktuellen Handels- und Investitionsbeziehungen als nicht nachhaltig, woraufhin Chinas Handelsministerium mit entschiedenen Gegenmaßnahmen drohte, sollten weitere einseitige Handelsinstrumente eingeführt werden. Konkrete Entscheidungen wurden in der jüngsten Orientierungsaussprache der Kommission jedoch noch nicht getroffen.

Welche Grundsicherungsreform empfehlen ifo Institut und IAB, und welche Gruppen würden besonders profitieren?

ifo Institut und IAB empfehlen, Wohngeld und Kinderzuschlag in eine reformierte Grundsicherung zu integrieren und gleichzeitig die Hinzuverdienstregelungen so anzupassen, dass der Wechsel in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung finanziell attraktiver wird. Simulationen von 84 Reformvarianten zeigen, dass dies sowohl das Arbeitsangebot steigern als auch zu fiskalischen Einsparungen führen könnte. Die Forscher warnen jedoch davor, Haushalte mit Kindern durch zu starke Transferanrechnung zu benachteiligen.

Vollständiges Transkript

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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Heute schauen wir uns an, was die Wirtschaft gerade wirklich bewegt. Und wenn man die Meldungen des Tages nebeneinanderlegt, dann fällt eines sofort auf: Wir leben in einer Zeit, in der Investitionen, Technologie und Handelspolitik enger miteinander verknüpft sind als je zuvor. Schauen wir uns das gemeinsam an. Fangen wir mit einem Signal an, das in diesen Zeiten fast schon mutig wirkt. Das Brandenburger Unternehmen Orafol, ein Spezialist für Folien und Spezialchemie, investiert 250 Millionen Euro am Stammsitz Oranienburg bis 2030. Gerade wurde der Grundstein für eine neue Produktionshalle gelegt, in die über 100 Millionen Euro fließen. Das klingt erstmal nach einer guten Nachricht, und das ist es auch. Aber der Hintergrund ist bezeichnend: Vorstandschef Holger Loclair hatte das Vertrauen in den Standort Deutschland zeitweise verloren. Erst nach konstruktiven Gesprächen mit der neuen brandenburgischen Landesregierung hat er seine Meinung geändert. Das zeigt, wie wichtig verlässliche Politik für Investitionsentscheidungen ist. Und es zeigt gleichzeitig, wie fragil diese Bereitschaft ist. Denn eine aktuelle Umfrage belegt, dass ein Viertel der ostdeutschen Unternehmer in den nächsten drei Jahren gar nicht investieren will. Das ist eine ernste Zahl. Dass Investitionen trotzdem möglich und sinnvoll sind, zeigt auch ein anderes Thema: Automatisierung im Mittelstand. Lange war das Thema Robotik vor allem etwas für große Konzerne, für Automobilhersteller mit riesigen Fertigungsstraßen. Das ändert sich gerade spürbar. Das Kölner Unternehmen Igus bietet über eine eigene Plattform Roboterlösungen für kleinere Betriebe an und hat sein Geschäft in diesem Bereich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Maschinenbauer, Logistiker, kleine Fertigungsbetriebe, sie alle können ihre Anforderungen in einem Testlabor prüfen lassen. Was das bedeutet: Automatisierung wird erschwinglich, und das könnte für viele mittelständische Unternehmen ein echter Wettbewerbsvorteil werden, gerade in einer Zeit, in der Fachkräfte knapp und Lohnkosten hoch sind. Doch während in Deutschland über Investitionen und Automatisierung diskutiert wird, spielt sich auf der globalen Bühne ein handfester Technologiekonflikt ab. Die USA haben neue Exportregeln für KI-Chips erlassen und damit eine Lücke geschlossen, die bislang chinesischen Unternehmen erlaubte, über Auslandstöchter, etwa in Malaysia, Hochleistungsprozessoren von Nvidia und AMD zu beziehen, ohne eine Genehmigung zu brauchen. Das ist jetzt vorbei. Für Nvidia bedeutet das eine weitere Verschärfung eines ohnehin schmerzhaften Konflikts. Firmenchef Jensen Huang schätzt, dass sein Unternehmen allein in diesem Jahr rund 50 Milliarden Dollar Umsatz durch die China-Beschränkungen verliert. Das ist eine astronomische Zahl und zeigt, wie tief der Technologiestreit zwischen Washington und Peking bereits in die Geschäftsmodelle der größten Konzerne der Welt einschneidet. Und China schaut nicht tatenlos zu. Das chinesische Handelsministerium hat der EU mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte Brüssel neue Handelsinstrumente einführen. Anlass war eine Aussprache der EU-Kommission über das Verhältnis zu China, bei der die Kommission die aktuellen Handels- und Investitionsbeziehungen als nicht nachhaltig bezeichnete. Das Verhältnis ist ohnehin belastet: EU-Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos, gegenseitige Handelsuntersuchungen, chinesische Exportkontrollen auf wichtige Rohstoffe. Wer jetzt noch glaubt, Handelspolitik sei ein Randthema, der sollte sich die Zahlen der OECD anschauen. Die Organisation hat festgestellt, dass staatliche Industriesubventionen im Jahr 2024 mit 108 Milliarden US-Dollar den zweithöchsten jemals gemessenen Wert erreicht haben. Und China sticht dabei besonders hervor: Chinesische Unternehmen haben zwischen 2005 und 2024 drei- bis achtmal mehr staatliche Unterstützung erhalten als ihre Konkurrenten in OECD-Ländern. Rund 60 Prozent ihrer globalen Marktanteilsgewinne sollen darauf zurückzuführen sein. OECD-Chef Mathias Cormann warnt klar: Das verzerrt globale Märkte, schafft unfaire Wettbewerbsvorteile und führt zu Überkapazitäten. Besonders betroffen sind Sektoren wie Photovoltaik, Halbleiter, Stahl und Schiffbau. Inmitten all dieser geopolitischen Spannungen zeigt sich der Dax erstaunlich stabil. Zum Wochenauftakt notiert der deutsche Leitindex rund 0,3 Prozent im Plus bei etwa 25.180 Punkten. Die Anleger warten geduldig auf positive Signale aus den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. In der Vorwoche hatte allein die Hoffnung auf eine Einigung den Index kurzzeitig auf über 25.400 Punkte getrieben, bevor mangelnde Fortschritte wieder für Rücksetzer sorgten. Das zeigt, wie sensibel die Märkte auf geopolitische Entwicklungen reagieren, auch wenn die fundamentalen Daten eigentlich kaum verändert sind. Jetzt zu einem Thema, das eher in die Zukunft schaut, aber schon heute sehr real wird: Quantencomputing. Deutsche Unternehmen wie IQM und Terra Quantum planen Börsengänge an der Nasdaq. Andere wie Eleqtron und Planqc schließen große Finanzierungsrunden ab. Das ist bemerkenswert, weil es zeigt, dass Quantencomputing nicht mehr nur ein Forschungsthema ist, sondern zunehmend als kommerziell relevantes Technologiefeld wahrgenommen wird. McKinsey prognostiziert, dass die weltweiten Brancheneinnahmen bis 2035 von rund vier auf 72 Milliarden Dollar steigen könnten. Für Deutschland, das in diesem Bereich durchaus starke Forschungskapazitäten hat, ist das eine echte Chance. Und dann gibt es noch zwei Themen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, aber beide zeigen, wie wichtig Transparenz und Verlässlichkeit in der Wirtschaft sind. Erstens: Die Bafin hat seit Anfang 2022 insgesamt 48 Verdachtsfälle auf Insiderhandel im Rüstungssektor geprüft. Besonders der Konzern Rheinmetall geriet dabei ins Visier. Kritiker bemängeln zudem, dass für Regierungsmitglieder und Bundestagsabgeordnete bislang keine verbindlichen Transparenzregeln für Aktiengeschäfte gelten. Das ist eine Lücke, die in einer Zeit, in der Rüstungsaktien stark gestiegen sind, dringend geschlossen werden sollte. Zweitens haben das ifo Institut und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 84 Reformvarianten für eine integrierte Grundsicherung untersucht. Das Ergebnis: Wohngeld und Kinderzuschlag sollten zusammengeführt werden, aber nur, wenn gleichzeitig die Regeln für Hinzuverdienst angepasst werden. Konkret bedeutet das: Wer in sozialversicherungspflichtige Arbeit wechselt, soll weniger Transferleistungen verlieren. Das würde das Arbeitsangebot steigern und gleichzeitig Geld sparen. Eine reine Zusammenlegung ohne diese Anpassung würde laut den Forschern kaum etwas bringen oder sogar teurer werden. Das ist eine wichtige Botschaft an die Politik, die gerade über Sozialreformen diskutiert. Und dann ist da noch SpaceX. Der geplante Börsengang am 12. Juni an der Nasdaq mit einer angestrebten Bewertung von mindestens 1,8 Billionen Dollar ist nicht nur ein Ereignis für Technologiebegeisterte. Er zeigt, wie sich private Raumfahrt und Technologie zu einem der wertvollsten Wirtschaftssektoren der Welt entwickelt haben. Elon Musk könnte damit zum ersten Billionär der Geschichte werden. Das ist eine Zahl, die kaum vorstellbar ist, aber sie spiegelt wider, wie stark sich die Gewichte in der globalen Wirtschaft verschoben haben. Was bleibt von diesem Tag? Eigentlich eine klare Botschaft: Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase, in der Investitionsbereitschaft, technologischer Wandel und geopolitische Spannungen gleichzeitig die Agenda bestimmen. Wer heute investiert, ob in Robotik, Quantencomputing oder klassische Industrieproduktion, der setzt darauf, dass trotz aller Unsicherheiten die Zukunft gestaltbar ist. Damit sind wir durch für heute. Orafol bekennt sich zu Deutschland, der Mittelstand entdeckt die Robotik, der Technologiekonflikt zwischen den USA und China verschärft sich, und der Dax hält die Stellung. Morgen schauen wir wieder, was die Wirtschaft bewegt. Bis dann.

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