Wirtschaftsinstitute korrigieren Wachstumsprognosen für Deutschland nach oben (03.09.2026)
Deutschlands Wirtschaft überrascht positiv: DIW und ifo heben ihre Wachstumsprognosen kräftig an – bis zu 1,4 Prozent sind drin. Außerdem: DIHK fordert Schutz kritischer Infrastruktur, und der DAX zittert vor Zinssorgen.
In dieser Folge
- 01
DIW hebt Wachstumsprognose für Deutschland an
Zeit WirtschaftDas DIW rechnet für 2026 nun mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent statt der im Frühsommer prognostizierten 0,5 Prozent, da sich der Außenhandel unerwartet robust zeigte und der Ölpreisschock infolge des Irankriegs geringer ausfiel als befürchtet. Neben starken Exporten stützen vor allem staatliche Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung die Konjunktur, während hohe Gaspreise, strukturelle Industrieprobleme und eine schwache private Binnennachfrage weiterhin belasten. Für 2027 und 2028 erwartet das Institut ein Wachstum von einem beziehungsweise 0,7 Prozent, wobei DIW-Präsident Fratzscher vor Risiken wie einer Eskalation im Nahen Osten warnt; auch die Bundesbank hat ihre Prognose für 2026 ähnlich deutlich nach oben korrigiert.
Original - 02
DIW erhöht Wachstumsprognose für Deutschland deutlich
n-tv WirtschaftDas DIW hat seine Konjunkturprognose für Deutschland kräftig angehoben und erwartet nun ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent im Jahr 2026 und 1,0 Prozent im Jahr 2027, nachdem im Juni noch nur 0,5 bzw. 0,8 Prozent prognostiziert worden waren. Grund für die Aufwärtsrevision sind ein überraschend starker Außenhandel im Frühsommer sowie ein geringerer Energiepreisschock durch den Iran-Krieg als befürchtet, wobei vor allem staatliche Investitionen in Klimaschutz, Infrastruktur und Verteidigung als Wachstumstreiber gelten. DIW-Präsident Fratzscher sieht Deutschland vor einer möglichen Trendwende zu stärkerem Wachstum, mahnt jedoch, dass die schwache private Binnennachfrage und unzureichende private Investitionen weiterhin die größte Schwachstelle darstellen und geopolitische Risiken die Erholung erneut bremsen könnten.
Original - 03
Wirtschaftsinstitute erhöhen Wachstumsprognosen für Deutschland
Zeit WirtschaftDas RWI und das ifo Institut haben ihre Konjunkturprognosen für Deutschland deutlich nach oben korrigiert: Für 2026 erwartet das ifo Institut ein BIP-Wachstum von 1,4 Prozent, das RWI 1,3 Prozent, nachdem zuvor nur 0,8 Prozent prognostiziert worden waren. Zuvor hatten bereits IfW und DIW ihre Schätzungen angehoben, was vor allem auf einen überraschend robusten Außenhandel und höhere Staatsausgaben zurückgeführt wird. RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt warnte jedoch, dass strukturelle Probleme wie hohe Energiepreise, Bürokratie und schwache Wettbewerbsfähigkeit bestehen bleiben und die Erholung ohne mehr privaten Konsum und Investitionen fragil sei.
Original - 04
Konjunktur: Bis zu 1,4 Prozent mehr: Ökonomen erwarten deutlich stärkeres Wachstum in diesem Jahr
HandelsblattDie großen Institute erhöhen der Reihe nach ihre Prognosen für das laufende Jahr. Hohe Staatsausgaben und ein überraschend starker Export beleben die Volkswirtschaft.
Original - 05
ifo Institut hebt Wachstumsprognose für Deutschland auf 1,4 Prozent an
ifo InstitutDas ifo Institut rechnet für 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent, nach 1,2 Prozent für 2027 und 0,8 Prozent für 2028, und hat damit seine Prognose deutlich nach oben korrigiert. Grund sind stärkere Impulse aus dem Ausland sowie höhere Staatsausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung, die den Bremseffekt des Energiepreisschocks abschwächen. Gleichzeitig steigen Staatsdefizit und Schuldenstand deutlich, während die Inflation bis 2027 auf bis zu 3,0 Prozent zulegt, bevor sie sich 2028 wieder dem EZB-Zielwert annähert.
Original - 06
Konjunktur: Wachstumsprognose von DIW mehr als verdoppelt
Manager MagazinDie Deutsche Wirtschaft erholt sich 2026 besser als gedacht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat daher seine Wachstumsprognose deutlich erhöht. Doch eine große Schwachstelle bleibt.
Original - 07
Chemieindustrie profitiert kurzfristig vom Iran-Krieg – Aussichten bleiben trüb
n-tv WirtschaftDie deutsche Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnete im zweiten Quartal erstmals seit über drei Jahren wieder steigende Umsätze und Produktionszahlen, was der Branchenverband VCI jedoch vor allem auf Sondereffekte durch den Nahostkonflikt zurückführt. Kunden hätten aus Sorge vor Lieferengpässen ihre Lager aufgestockt, zudem hätten europäische Hersteller zeitweise von Problemen asiatischer und nahöstlicher Konkurrenten profitiert. Für das Gesamtjahr rechnet der VCI trotz eines leichten Umsatzplus weiterhin mit einem Produktionsrückgang und fordert von der Politik entschlossenere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Original - 08
Nach Sabotageakten: DIHK fordert schnellen Schutz kritischer Infrastruktur
HandelsblattNach Angriffen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sowie einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Baustelle von Rohde & Schwarz in München fordert die DIHK schnellere und umfassendere Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur in Deutschland. Das im März in Kraft getretene Kritis-Dachgesetz sei angesichts der veränderten Bedrohungslage unzureichend, da wichtige Rechtsverordnungen noch fehlen; DIHK-Experte Dirk Binding verlangt einheitliche bundesweite Sicherheitsstandards sowie mehr Redundanz durch zusätzliche Leitungswege, Ersatztransformatoren und Notstromsysteme. Auch Politiker wie NRW-Innenminister Herbert Reul und die Grünen-Politikerin Irene Mihalic kritisieren mangelnde Vorbereitung und fordern von Bundesinnenminister Dobrindt konkrete Sicherheitskonzepte.
Original - 09
DAX verharrt unter 26.000 Punkten wegen Zinssorgen
TagesschauDer DAX bewegt sich kaum und bleibt deutlich unter seinem jüngsten Rekordhoch von 26.618 Punkten, da hohe Ölpreise, steigende Inflation und die Erwartung baldiger Zinserhöhungen durch EZB und Fed Anleger vorsichtig machen. Sowohl Brent- als auch WTI-Öl notieren wegen der weiterhin blockierten Straße von Hormus über 90 Dollar, was die Verbraucherpreise in Deutschland und der Eurozone zusätzlich treibt. Investoren blicken gespannt auf den morgigen US-Arbeitsmarktbericht, der Hinweise auf den weiteren Zinskurs der Fed liefern soll, während Broadcom mit stark angehobenen KI-Umsatzprognosen positive Impulse setzt.
Original - 10
Factorial übernimmt deutsches KI-Start-up Empion von Annika von Mutius
HandelsblattDie bekannte KI-Expertin Annika von Mutius verkauft ihre 2021 gegründete Personalmanagement-Firma Empion an den spanischen Personio-Konkurrenten Factorial. Empion nutzt KI, um Talente und Unternehmen anhand von Unternehmenskultur, Persönlichkeit und Fähigkeiten zusammenzubringen, vor allem für Stellen ohne Führungsverantwortung bei Mittelständlern. Factorial-Chef Jordi Romero sieht in Team, Produkt und Kundenbasis von Empion großes Potenzial, um die Reichweite in Europa auszubauen; Empion soll künftig vollständig in Factorial integriert werden.
Original
- 01
DIW hebt Wachstumsprognose für Deutschland an
Zeit WirtschaftDas DIW rechnet für 2026 nun mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent statt der im Frühsommer prognostizierten 0,5 Prozent, da sich der Außenhandel unerwartet robust zeigte und der Ölpreisschock infolge des Irankriegs geringer ausfiel als befürchtet. Neben starken Exporten stützen vor allem staatliche Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung die Konjunktur, während hohe Gaspreise, strukturelle Industrieprobleme und eine schwache private Binnennachfrage weiterhin belasten. Für 2027 und 2028 erwartet das Institut ein Wachstum von einem beziehungsweise 0,7 Prozent, wobei DIW-Präsident Fratzscher vor Risiken wie einer Eskalation im Nahen Osten warnt; auch die Bundesbank hat ihre Prognose für 2026 ähnlich deutlich nach oben korrigiert.
Original - 02
DIW erhöht Wachstumsprognose für Deutschland deutlich
n-tv WirtschaftDas DIW hat seine Konjunkturprognose für Deutschland kräftig angehoben und erwartet nun ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent im Jahr 2026 und 1,0 Prozent im Jahr 2027, nachdem im Juni noch nur 0,5 bzw. 0,8 Prozent prognostiziert worden waren. Grund für die Aufwärtsrevision sind ein überraschend starker Außenhandel im Frühsommer sowie ein geringerer Energiepreisschock durch den Iran-Krieg als befürchtet, wobei vor allem staatliche Investitionen in Klimaschutz, Infrastruktur und Verteidigung als Wachstumstreiber gelten. DIW-Präsident Fratzscher sieht Deutschland vor einer möglichen Trendwende zu stärkerem Wachstum, mahnt jedoch, dass die schwache private Binnennachfrage und unzureichende private Investitionen weiterhin die größte Schwachstelle darstellen und geopolitische Risiken die Erholung erneut bremsen könnten.
Original - 03
Wirtschaftsinstitute erhöhen Wachstumsprognosen für Deutschland
Zeit WirtschaftDas RWI und das ifo Institut haben ihre Konjunkturprognosen für Deutschland deutlich nach oben korrigiert: Für 2026 erwartet das ifo Institut ein BIP-Wachstum von 1,4 Prozent, das RWI 1,3 Prozent, nachdem zuvor nur 0,8 Prozent prognostiziert worden waren. Zuvor hatten bereits IfW und DIW ihre Schätzungen angehoben, was vor allem auf einen überraschend robusten Außenhandel und höhere Staatsausgaben zurückgeführt wird. RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt warnte jedoch, dass strukturelle Probleme wie hohe Energiepreise, Bürokratie und schwache Wettbewerbsfähigkeit bestehen bleiben und die Erholung ohne mehr privaten Konsum und Investitionen fragil sei.
Original - 04
Konjunktur: Bis zu 1,4 Prozent mehr: Ökonomen erwarten deutlich stärkeres Wachstum in diesem Jahr
HandelsblattDie großen Institute erhöhen der Reihe nach ihre Prognosen für das laufende Jahr. Hohe Staatsausgaben und ein überraschend starker Export beleben die Volkswirtschaft.
Original - 05
ifo Institut hebt Wachstumsprognose für Deutschland auf 1,4 Prozent an
ifo InstitutDas ifo Institut rechnet für 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent, nach 1,2 Prozent für 2027 und 0,8 Prozent für 2028, und hat damit seine Prognose deutlich nach oben korrigiert. Grund sind stärkere Impulse aus dem Ausland sowie höhere Staatsausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung, die den Bremseffekt des Energiepreisschocks abschwächen. Gleichzeitig steigen Staatsdefizit und Schuldenstand deutlich, während die Inflation bis 2027 auf bis zu 3,0 Prozent zulegt, bevor sie sich 2028 wieder dem EZB-Zielwert annähert.
Original - 06
Konjunktur: Wachstumsprognose von DIW mehr als verdoppelt
Manager MagazinDie Deutsche Wirtschaft erholt sich 2026 besser als gedacht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat daher seine Wachstumsprognose deutlich erhöht. Doch eine große Schwachstelle bleibt.
Original - 07
Chemieindustrie profitiert kurzfristig vom Iran-Krieg – Aussichten bleiben trüb
n-tv WirtschaftDie deutsche Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnete im zweiten Quartal erstmals seit über drei Jahren wieder steigende Umsätze und Produktionszahlen, was der Branchenverband VCI jedoch vor allem auf Sondereffekte durch den Nahostkonflikt zurückführt. Kunden hätten aus Sorge vor Lieferengpässen ihre Lager aufgestockt, zudem hätten europäische Hersteller zeitweise von Problemen asiatischer und nahöstlicher Konkurrenten profitiert. Für das Gesamtjahr rechnet der VCI trotz eines leichten Umsatzplus weiterhin mit einem Produktionsrückgang und fordert von der Politik entschlossenere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Original - 08
Nach Sabotageakten: DIHK fordert schnellen Schutz kritischer Infrastruktur
HandelsblattNach Angriffen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sowie einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Baustelle von Rohde & Schwarz in München fordert die DIHK schnellere und umfassendere Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur in Deutschland. Das im März in Kraft getretene Kritis-Dachgesetz sei angesichts der veränderten Bedrohungslage unzureichend, da wichtige Rechtsverordnungen noch fehlen; DIHK-Experte Dirk Binding verlangt einheitliche bundesweite Sicherheitsstandards sowie mehr Redundanz durch zusätzliche Leitungswege, Ersatztransformatoren und Notstromsysteme. Auch Politiker wie NRW-Innenminister Herbert Reul und die Grünen-Politikerin Irene Mihalic kritisieren mangelnde Vorbereitung und fordern von Bundesinnenminister Dobrindt konkrete Sicherheitskonzepte.
Original - 09
DAX verharrt unter 26.000 Punkten wegen Zinssorgen
TagesschauDer DAX bewegt sich kaum und bleibt deutlich unter seinem jüngsten Rekordhoch von 26.618 Punkten, da hohe Ölpreise, steigende Inflation und die Erwartung baldiger Zinserhöhungen durch EZB und Fed Anleger vorsichtig machen. Sowohl Brent- als auch WTI-Öl notieren wegen der weiterhin blockierten Straße von Hormus über 90 Dollar, was die Verbraucherpreise in Deutschland und der Eurozone zusätzlich treibt. Investoren blicken gespannt auf den morgigen US-Arbeitsmarktbericht, der Hinweise auf den weiteren Zinskurs der Fed liefern soll, während Broadcom mit stark angehobenen KI-Umsatzprognosen positive Impulse setzt.
Original - 10
Factorial übernimmt deutsches KI-Start-up Empion von Annika von Mutius
HandelsblattDie bekannte KI-Expertin Annika von Mutius verkauft ihre 2021 gegründete Personalmanagement-Firma Empion an den spanischen Personio-Konkurrenten Factorial. Empion nutzt KI, um Talente und Unternehmen anhand von Unternehmenskultur, Persönlichkeit und Fähigkeiten zusammenzubringen, vor allem für Stellen ohne Führungsverantwortung bei Mittelständlern. Factorial-Chef Jordi Romero sieht in Team, Produkt und Kundenbasis von Empion großes Potenzial, um die Reichweite in Europa auszubauen; Empion soll künftig vollständig in Factorial integriert werden.
Original
Häufige Fragen
Wie hoch ist die neue Wachstumsprognose des DIW für Deutschland 2026?
Das DIW erwartet für 2026 nun ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent, nachdem im Frühsommer noch nur 0,5 Prozent prognostiziert worden waren. Damit hat das Institut seine Schätzung mehr als verdoppelt.
Warum haben die Wirtschaftsinstitute ihre Prognosen so deutlich angehoben?
Ausschlaggebend sind ein überraschend robuster Außenhandel und ein geringerer Ölpreisschock durch den Iran-Krieg als befürchtet. Zusätzlich stützen hohe staatliche Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung die Konjunktur.
Welche Wachstumsprognosen nennen ifo und RWI für 2026?
Das ifo Institut rechnet für 2026 mit 1,4 Prozent Wachstum, das RWI mit 1,3 Prozent – beide deutlich über ihren vorherigen Schätzungen von 0,8 Prozent. Damit liegen sie sogar leicht über der DIW-Prognose.
Welche Risiken und Schwachstellen bleiben trotz der besseren Konjunkturaussichten bestehen?
Als größte Schwachstelle gilt die weiterhin schwache private Binnennachfrage und unzureichende private Investitionen, während hohe Energiepreise, Bürokratie und strukturelle Industrieprobleme belasten. DIW-Präsident Fratzscher warnt zudem vor geopolitischen Risiken wie einer Eskalation im Nahen Osten, die die Erholung erneut bremsen könnten.
Wie entwickeln sich Staatsverschuldung und Inflation laut ifo-Prognose?
Das ifo Institut erwartet einen deutlichen Anstieg von Staatsdefizit und Schuldenstand infolge der höheren Ausgaben. Gleichzeitig soll die Inflation bis 2027 auf bis zu 3,0 Prozent steigen, bevor sie sich 2028 wieder dem EZB-Zielwert annähert.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute haben wir ein Thema, das wirklich alle großen Wirtschaftsinstitute in Deutschland gerade umtreibt, und das aus einem ziemlich erfreulichen Grund. Außerdem schauen wir auf die Chemieindustrie, auf Sorgen um kritische Infrastruktur, auf die Nervosität an der Börse und auf eine spannende Übernahme aus der deutschen Start-up-Szene. Also, packen wir es an. Fangen wir mit der großen Geschichte des Tages an, und die ist tatsächlich eine positive Überraschung. Innerhalb kürzester Zeit haben gleich mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland deutlich nach oben korrigiert. Das DIW zum Beispiel rechnet jetzt für 2026 mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Im Frühsommer waren die Ökonomen dort noch von gerade mal 0,5 Prozent ausgegangen, also praktisch einer Verdoppelung der Prognose. Auch das ifo Institut legt nach und erwartet sogar 1,4 Prozent Wachstum, das RWI liegt mit 1,3 Prozent ganz ähnlich. Und zuvor hatte schon das IfW seine Zahlen angehoben. Selbst die Bundesbank hat ihre Einschätzung in eine ähnliche Richtung korrigiert. Das ist schon bemerkenswert, wenn so viele unabhängige Institute innerhalb weniger Wochen zu fast demselben Schluss kommen. Aber warum eigentlich diese plötzliche Aufhellung? Zwei Faktoren stechen heraus. Erstens war der deutsche Außenhandel im Frühsommer überraschend robust, die Exporte haben sich deutlich besser entwickelt als erwartet. Zweitens ist der gefürchtete Ölpreisschock durch den Krieg im Iran am Ende deutlich milder ausgefallen, als viele befürchtet hatten. Dazu kommt, dass der Staat kräftig investiert, in Infrastruktur, in Klimaschutz und in Verteidigung. Diese staatlichen Ausgaben wirken wie ein Konjunkturmotor, der gerade viele der strukturellen Probleme überdeckt. Und genau da liegt auch der Haken, denn die Institute sind sich einig, dass es sich eher um eine Stützung von außen handelt und nicht um eine echte Erholung aus eigener Kraft. DIW-Präsident Marcel Fratzscher spricht zwar von einer möglichen Trendwende, warnt aber gleichzeitig, dass die private Binnennachfrage weiterhin schwach ist und private Investitionen fehlen. Auch RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt mahnt, dass hohe Energiepreise, Bürokratie und eine insgesamt schwächere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie bestehen bleiben. Die Erholung steht also auf einem eher wackligen Fundament, solange Verbraucher und Unternehmen sich weiterhin zurückhalten. Spannend ist auch der Blick nach vorne. Für 2027 und 2028 erwarten die Institute ein moderateres Wachstum, teilweise nur um die ein Prozent. Und beim ifo Institut gibt es noch eine Zahl, die aufhorchen lässt, die Inflation soll bis 2027 auf bis zu 3,0 Prozent steigen, bevor sie sich danach wieder dem Zielwert der EZB annähert. Das heißt, mehr Wachstum kommt möglicherweise auch mit mehr Inflation und einem wachsenden Staatsdefizit einher. Diese Gemengelage wird die wirtschaftspolitische Debatte in den kommenden Monaten sicher prägen. Ein Bereich, der von den besonderen Umständen der letzten Monate ganz direkt profitiert hat, ist die Chemie- und Pharmaindustrie. Der Branchenverband VCI meldet für das zweite Quartal erstmals seit über drei Jahren wieder steigende Umsätze und Produktionszahlen. Klingt erstmal gut, ist aber vor allem ein Sondereffekt. Viele Kunden haben aus Sorge vor Lieferengpässen durch den Nahostkonflikt ihre Lager aufgestockt, und europäische Hersteller konnten zeitweise von Problemen der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten profitieren. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband trotzdem weiterhin mit einem Rückgang der Produktion. Die Botschaft ist also, kurzfristig ein Lichtblick, aber strukturell bleibt die Lage angespannt, und der Verband fordert von der Politik deutlich entschlossenere Schritte, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche langfristig zu sichern. Ein Thema, das zeigt, wie eng Wirtschaft und Sicherheit inzwischen zusammenhängen, kommt von der DIHK. Nach mehreren Sabotageakten, unter anderem auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sowie einem mutmaßlichen Anschlag auf eine Baustelle in München, fordert die Industrie- und Handelskammer schnellere und umfassendere Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur. Das im März eingeführte Kritis-Dachgesetz reicht aus Sicht der DIHK nicht aus, weil wichtige Verordnungen dazu noch fehlen. Gefordert werden einheitliche Sicherheitsstandards und mehr Redundanz, also zusätzliche Leitungswege, Ersatztransformatoren und Notstromsysteme. Auch aus der Politik kommt Kritik an der bisherigen Vorbereitung. Für Unternehmen ist das relevant, weil ausfallende Infrastruktur direkt Produktion und Lieferketten treffen kann, das ist also kein rein sicherheitspolitisches, sondern durchaus auch ein wirtschaftliches Thema. Werfen wir noch einen Blick auf die Finanzmärkte. Der DAX bleibt trotz der positiven Konjunktursignale unter der Marke von 26.000 Punkten und damit deutlich unter seinem jüngsten Rekordhoch. Grund dafür sind hohe Ölpreise, weil die Straße von Hormus weiterhin blockiert ist, sowie steigende Inflation und die Erwartung, dass EZB und Fed die Zinsen bald wieder anheben könnten. Sowohl Brent- als auch WTI-Öl notieren über 90 Dollar, was die Verbraucherpreise in Deutschland und der gesamten Eurozone zusätzlich unter Druck setzt. Alle Augen richten sich jetzt auf den US-Arbeitsmarktbericht, der wichtige Hinweise für den weiteren Zinskurs der Fed liefern soll. Einen positiven Gegenpol setzt der Chiphersteller Broadcom mit stark angehobenen Umsatzprognosen im KI-Bereich, das zeigt, wie unterschiedlich die Stimmungslage je nach Branche gerade ausfällt. Zum Schluss noch eine Meldung aus der deutschen Start-up-Welt. Die bekannte KI-Unternehmerin Annika von Mutius verkauft ihre 2021 gegründete Firma Empion an den spanischen Personio-Konkurrenten Factorial. Empion nutzt künstliche Intelligenz, um Talente und Unternehmen passend zusammenzubringen, und zwar nicht nur nach Qualifikation, sondern auch nach Unternehmenskultur und Persönlichkeit, vor allem für Stellen im Mittelstand ohne Führungsverantwortung. Factorial-Chef Jordi Romero sieht darin großes Potenzial, um die eigene Reichweite in Europa auszubauen, Empion soll künftig komplett in Factorial integriert werden. Ein weiteres Beispiel dafür, wie stark europäische HR-Tech-Anbieter gerade um Marktanteile kämpfen und wie deutsche KI-Start-ups dabei als attraktive Übernahmeziele gelten. Fassen wir zusammen, heute steht ganz klar die überraschend kräftige Anhebung der Wachstumsprognosen im Mittelpunkt, getragen von robustem Außenhandel und staatlichen Investitionen, aber mit der klaren Warnung, dass private Nachfrage und Investitionen weiter schwächeln. Dazu kommen ein kurzfristiger Aufwind für die Chemieindustrie, Rufe nach besserem Schutz kritischer Infrastruktur, ein nervöser DAX wegen Öl- und Zinssorgen und spannende Bewegung im deutschen Start-up-Sektor. Das war's für heute von mir. Danke, dass ihr zugehört habt, morgen gibt's die nächste Ausgabe mit neuen Entwicklungen aus der Wirtschaft. Nur zur Einordnung, dieser Podcast ist vollständig KI-generiert, alle Quellen und Hintergründe zu den heutigen Themen findet ihr wie immer auf unserer Website. Bis morgen und macht's gut!
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com