Jobbericht, Industrieschock und Wachstumshoffnung: Wirtschaft im Widerspruch (07.09.2026)
Starke US-Jobdaten schicken die Wall Street ins Minus, während Deutschlands Industrie überraschend einbricht. Dazu: neue Wachstumsprognosen, der AfD-Effekt auf Fachkräfte, Xiaomis E-Auto-Pläne und Putins verwundbare Gasflotte.
In dieser Folge
- 01
Wall Street rutscht ins Minus nach überraschend starkem US-Jobbericht
n-tv WirtschaftEin deutlich besser als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht mit 162.000 neuen Stellen im August hat an der Wall Street die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung der Fed verstärkt und die Kurse belastet. Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 schlossen vor dem verlängerten Wochenende jeweils leicht im Minus, während die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September laut Finanzmärkten auf über 58 Prozent stieg. Bei Einzelwerten sorgten vor allem Lululemon nach gesenkter Jahresprognose sowie Adobe wegen eines Chefwechsels für Kursverluste, zudem gaben Aktien von Bonitätsauskunfteien wie Fair Isaac, TransUnion und Equifax nach einer regulatorischen Entscheidung zugunsten des Konkurrenzsystems Vantagescore deutlich nach.
Original - 02
Deutsche Industrieproduktion bricht überraschend stark ein
FAZ WirtschaftDie deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli um 1,1 Prozent gedrosselt – der stärkste Rückgang seit fast einem Jahr, maßgeblich getrieben durch einen Einbruch von 9,2 Prozent in der Autoindustrie. Als Gründe gelten eine mehrwöchige Produktionspause in der Automobilbranche sowie Einschränkungen der Rheinschifffahrt durch Niedrigwasser, während Bau- und Energiesektor zulegten. Trotz der schwachen Zahlen sehen Ökonomen dank prall gefüllter Auftragsbücher gute Chancen auf eine baldige Erholung der Industrie.
Original - 03
Ökonomen warnen nach AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt vor Standort- und Fachkräfteproblemen
Manager MagazinNach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt äußern führende Ökonomen wie Monika Schnitzer und Michael Hüther große Sorge um die wirtschaftliche Zukunft des Bundeslandes, da eine restriktive Migrationspolitik angesichts des demografischen Wandels und drohenden Fachkräftemangels ruinös wirken könnte. Hüther warnt, dass die Erwerbsbevölkerung bis 2045 ohne Zuwanderung um ein Viertel sinken könnte, während Schnitzer betont, dass ausbleibende Fachkräfte dringend nötige Investitionen verhindern würden. DIW-Präsident Marcel Fratzscher deutet das Wahlergebnis als Misstrauensvotum gegenüber der Bundesregierung und fordert tiefgreifende strukturelle Reformen, die weit über die Agenda-2010-Maßnahmen hinausgehen müssten, um einen möglichen AfD-Wahlsieg 2029 auf Bundesebene zu verhindern.
Original - 04
Wirtschaftsinstitute heben Wachstumsprognosen für Deutschland deutlich an
n-tv WirtschaftNach dem DIW haben auch IfW, RWI und Ifo ihre Wachstumsprognosen für Deutschland spürbar erhöht, mit erwarteten Zuwächsen der Wirtschaftsleistung zwischen 1,2 und 1,4 Prozent für dieses Jahr. Getragen wird der Aufschwung vor allem von starken Exporten und staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung, während die private Nachfrage weiterhin schwach bleibt. Die Institute warnen jedoch, dass die Erholung fragil ist und Risiken wie die Folgen des Iran-Kriegs sowie nachlassende fiskalische Impulse in den kommenden Jahren das Wachstum belasten könnten.
Original - 05
Xiaomi startet 2027 mit E-Autos in Deutschland
n-tv WirtschaftDer chinesische Elektronikkonzern Xiaomi will seine Elektroautos ab 2027 auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern verkaufen und hat dafür auf der IFA in Berlin Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen unterzeichnet, darunter Emil Frey und die Ernst Dello Gruppe. Diese Partnerschaften sollen ein flächendeckendes Verkaufs- und Werkstattnetz aufbauen, während Xiaomi zusätzlich auf ein bestehendes Forschungszentrum in München setzt. In China hat Xiaomi seit dem Start seiner Elektrolimousine SU7 2024 bereits über 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert und positioniert sich mit Modellen wie dem SUV YU7 gezielt im margenstärkeren Premiumsegment.
Original - 06
IW-Studie: Ostdeutscher Arbeitsmarkt zunehmend auf ausländische Fachkräfte angewiesen
n-tv WirtschaftEine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass ohne Zuwanderung aus EU- und Drittstaaten die Zahl qualifizierter sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Ostdeutschland um rund 191.000 Personen bzw. 5,3 Prozent niedriger wäre. Während die Zahl deutscher Fachkräfte seit 2019 sinkt und der Beitrag von EU-Bürgern abnimmt, gewinnen Beschäftigte aus Drittstaaten an Bedeutung, besonders in Logistik, Gesundheitswesen und Gastronomie, wo teils bis zu einem Viertel der Beschäftigten keinen deutschen Pass besitzt. Die Entwicklung fällt regional unterschiedlich aus: Während in Sachsen-Anhalt und Thüringen die Fachkräftezahl trotz Zuwanderung sinkt, gleichen ausländische Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg den Rückgang deutscher Arbeitskräfte sogar mit Wachstum aus – ein Thema, das kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch die AfD mit ihrer Forderung nach restriktiverer Migrationspolitik befeuert.
Original - 07
Bericht: Britischer Premier Burnham genehmigt umstrittenes Gasfeld Jackdaw
n-tv WirtschaftPremier Andy Burnham will laut britischen Medienberichten Mitte September die Erdgasförderung im Nordseefeld Jackdaw genehmigen und weicht damit von einem Labour-Wahlversprechen ab, keine neuen Fördergenehmigungen zu erteilen. Die Felder Jackdaw und Rosebank waren 2022 bzw. 2023 zunächst freigegeben worden, doch ein schottisches Gericht widerrief nach einer Greenpeace-Klage Ende 2025 die Lizenzen von Shell und Equinor. Während das Gemeinschaftsunternehmen Adura auf Milliardeneinnahmen und Tausende Arbeitsplätze verweist, warnen Umweltschützer, neue Bohrungen würden die Energiewende verzögern und nur den Konzernen zusätzliche Profite bringen.
Original - 08
Dax gibt Gewinne wieder ab – SAP unter Druck, Stahlwerte gefragt
n-tv WirtschaftDer Dax hat sich nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen von über 26.450 Punkten am Ende nur mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 26.286 Punkte aus dem Handel verabschiedet, belastet unter anderem von schwankenden Ölpreisen und neuen US-Inflationsdaten. SAP führte mit einem Minus von fast drei Prozent die Verliererliste an, nachdem die UBS die Aktie herabgestuft hatte, während Stahl- und Baukonzerne wie Salzgitter und Thyssenkrupp dank besserer Konjunkturdaten deutlich zulegten. An der Wall Street sorgten unterdessen ein Cyberangriff bei Boston Scientific, eine schwache Prognose von Intuit sowie die mit Spannung erwarteten Nvidia-Zahlen für zusätzliche Bewegung.
Original - 09
Dax legt zu dank starker Konjunkturdaten und sinkendem Ölpreis
n-tv WirtschaftDer Dax stieg am Montag um 0,6 Prozent auf 26.266 Punkte, gestützt durch überraschend gute deutsche Konjunkturdaten und einen deutlich verbesserten Ifo-Geschäftsklimaindex sowie fallende Ölpreise. Für Aufsehen sorgte Volkswagen: Konzernchef Oliver Blume bekräftigte auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg den Sparkurs und mögliche Werksschließungen, was bei Mitarbeitern auf Widerstand stieß und die VW-Aktie leicht belastete, während Siemens Energy nach Spekulationen über eine Abspaltung des Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäfts deutlich zulegte. An der Wall Street sorgten sinkende Anleiherenditen für moderate Kursgewinne, zudem rückten Themen wie Bitcoin-Anstieg, steigende europäische Gaspreise und die anstehenden Nvidia-Quartalszahlen in den Fokus der Anleger.
Original - 10
Putins verwundbare Gasflotte: Könnte die Ukraine Europas russisches LNG abschneiden?
n-tv WirtschaftNachdem die Ukraine im Sommer 2026 gezielt Russlands Ölinfrastruktur angreift, rückt nun auch das lukrative LNG-Geschäft in den Fokus, denn Europa importiert trotz Sanktionen weiterhin große Mengen russisches Flüssiggas und der Kreml verdient dabei täglich rund 60 Millionen Euro. Besonders verwundbar ist die kleine Flotte von nur 15 speziellen Eisklasse-Tankern, die fast das gesamte Jamal-LNG nach Europa bringen, sowie wenige Terminals wie Wyssozk und Portowaja, die bereits in Reichweite ukrainischer Drohnen liegen. Allerdings gehören die Tanker westlichen Reedereien, etwa aus Griechenland, Großbritannien und Japan, weshalb Angriffe diplomatisch heikel wären und nur dann Sinn ergeben, wenn Europa tatsächlich auf russisches LNG verzichtet oder bereit ist, den Unmut betroffener Regierungen in Kauf zu nehmen.
Original
- 01
Wall Street rutscht ins Minus nach überraschend starkem US-Jobbericht
n-tv WirtschaftEin deutlich besser als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht mit 162.000 neuen Stellen im August hat an der Wall Street die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung der Fed verstärkt und die Kurse belastet. Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 schlossen vor dem verlängerten Wochenende jeweils leicht im Minus, während die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September laut Finanzmärkten auf über 58 Prozent stieg. Bei Einzelwerten sorgten vor allem Lululemon nach gesenkter Jahresprognose sowie Adobe wegen eines Chefwechsels für Kursverluste, zudem gaben Aktien von Bonitätsauskunfteien wie Fair Isaac, TransUnion und Equifax nach einer regulatorischen Entscheidung zugunsten des Konkurrenzsystems Vantagescore deutlich nach.
Original - 02
Deutsche Industrieproduktion bricht überraschend stark ein
FAZ WirtschaftDie deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli um 1,1 Prozent gedrosselt – der stärkste Rückgang seit fast einem Jahr, maßgeblich getrieben durch einen Einbruch von 9,2 Prozent in der Autoindustrie. Als Gründe gelten eine mehrwöchige Produktionspause in der Automobilbranche sowie Einschränkungen der Rheinschifffahrt durch Niedrigwasser, während Bau- und Energiesektor zulegten. Trotz der schwachen Zahlen sehen Ökonomen dank prall gefüllter Auftragsbücher gute Chancen auf eine baldige Erholung der Industrie.
Original - 03
Ökonomen warnen nach AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt vor Standort- und Fachkräfteproblemen
Manager MagazinNach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt äußern führende Ökonomen wie Monika Schnitzer und Michael Hüther große Sorge um die wirtschaftliche Zukunft des Bundeslandes, da eine restriktive Migrationspolitik angesichts des demografischen Wandels und drohenden Fachkräftemangels ruinös wirken könnte. Hüther warnt, dass die Erwerbsbevölkerung bis 2045 ohne Zuwanderung um ein Viertel sinken könnte, während Schnitzer betont, dass ausbleibende Fachkräfte dringend nötige Investitionen verhindern würden. DIW-Präsident Marcel Fratzscher deutet das Wahlergebnis als Misstrauensvotum gegenüber der Bundesregierung und fordert tiefgreifende strukturelle Reformen, die weit über die Agenda-2010-Maßnahmen hinausgehen müssten, um einen möglichen AfD-Wahlsieg 2029 auf Bundesebene zu verhindern.
Original - 04
Wirtschaftsinstitute heben Wachstumsprognosen für Deutschland deutlich an
n-tv WirtschaftNach dem DIW haben auch IfW, RWI und Ifo ihre Wachstumsprognosen für Deutschland spürbar erhöht, mit erwarteten Zuwächsen der Wirtschaftsleistung zwischen 1,2 und 1,4 Prozent für dieses Jahr. Getragen wird der Aufschwung vor allem von starken Exporten und staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung, während die private Nachfrage weiterhin schwach bleibt. Die Institute warnen jedoch, dass die Erholung fragil ist und Risiken wie die Folgen des Iran-Kriegs sowie nachlassende fiskalische Impulse in den kommenden Jahren das Wachstum belasten könnten.
Original - 05
Xiaomi startet 2027 mit E-Autos in Deutschland
n-tv WirtschaftDer chinesische Elektronikkonzern Xiaomi will seine Elektroautos ab 2027 auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern verkaufen und hat dafür auf der IFA in Berlin Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen unterzeichnet, darunter Emil Frey und die Ernst Dello Gruppe. Diese Partnerschaften sollen ein flächendeckendes Verkaufs- und Werkstattnetz aufbauen, während Xiaomi zusätzlich auf ein bestehendes Forschungszentrum in München setzt. In China hat Xiaomi seit dem Start seiner Elektrolimousine SU7 2024 bereits über 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert und positioniert sich mit Modellen wie dem SUV YU7 gezielt im margenstärkeren Premiumsegment.
Original - 06
IW-Studie: Ostdeutscher Arbeitsmarkt zunehmend auf ausländische Fachkräfte angewiesen
n-tv WirtschaftEine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass ohne Zuwanderung aus EU- und Drittstaaten die Zahl qualifizierter sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Ostdeutschland um rund 191.000 Personen bzw. 5,3 Prozent niedriger wäre. Während die Zahl deutscher Fachkräfte seit 2019 sinkt und der Beitrag von EU-Bürgern abnimmt, gewinnen Beschäftigte aus Drittstaaten an Bedeutung, besonders in Logistik, Gesundheitswesen und Gastronomie, wo teils bis zu einem Viertel der Beschäftigten keinen deutschen Pass besitzt. Die Entwicklung fällt regional unterschiedlich aus: Während in Sachsen-Anhalt und Thüringen die Fachkräftezahl trotz Zuwanderung sinkt, gleichen ausländische Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg den Rückgang deutscher Arbeitskräfte sogar mit Wachstum aus – ein Thema, das kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch die AfD mit ihrer Forderung nach restriktiverer Migrationspolitik befeuert.
Original - 07
Bericht: Britischer Premier Burnham genehmigt umstrittenes Gasfeld Jackdaw
n-tv WirtschaftPremier Andy Burnham will laut britischen Medienberichten Mitte September die Erdgasförderung im Nordseefeld Jackdaw genehmigen und weicht damit von einem Labour-Wahlversprechen ab, keine neuen Fördergenehmigungen zu erteilen. Die Felder Jackdaw und Rosebank waren 2022 bzw. 2023 zunächst freigegeben worden, doch ein schottisches Gericht widerrief nach einer Greenpeace-Klage Ende 2025 die Lizenzen von Shell und Equinor. Während das Gemeinschaftsunternehmen Adura auf Milliardeneinnahmen und Tausende Arbeitsplätze verweist, warnen Umweltschützer, neue Bohrungen würden die Energiewende verzögern und nur den Konzernen zusätzliche Profite bringen.
Original - 08
Dax gibt Gewinne wieder ab – SAP unter Druck, Stahlwerte gefragt
n-tv WirtschaftDer Dax hat sich nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen von über 26.450 Punkten am Ende nur mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 26.286 Punkte aus dem Handel verabschiedet, belastet unter anderem von schwankenden Ölpreisen und neuen US-Inflationsdaten. SAP führte mit einem Minus von fast drei Prozent die Verliererliste an, nachdem die UBS die Aktie herabgestuft hatte, während Stahl- und Baukonzerne wie Salzgitter und Thyssenkrupp dank besserer Konjunkturdaten deutlich zulegten. An der Wall Street sorgten unterdessen ein Cyberangriff bei Boston Scientific, eine schwache Prognose von Intuit sowie die mit Spannung erwarteten Nvidia-Zahlen für zusätzliche Bewegung.
Original - 09
Dax legt zu dank starker Konjunkturdaten und sinkendem Ölpreis
n-tv WirtschaftDer Dax stieg am Montag um 0,6 Prozent auf 26.266 Punkte, gestützt durch überraschend gute deutsche Konjunkturdaten und einen deutlich verbesserten Ifo-Geschäftsklimaindex sowie fallende Ölpreise. Für Aufsehen sorgte Volkswagen: Konzernchef Oliver Blume bekräftigte auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg den Sparkurs und mögliche Werksschließungen, was bei Mitarbeitern auf Widerstand stieß und die VW-Aktie leicht belastete, während Siemens Energy nach Spekulationen über eine Abspaltung des Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäfts deutlich zulegte. An der Wall Street sorgten sinkende Anleiherenditen für moderate Kursgewinne, zudem rückten Themen wie Bitcoin-Anstieg, steigende europäische Gaspreise und die anstehenden Nvidia-Quartalszahlen in den Fokus der Anleger.
Original - 10
Putins verwundbare Gasflotte: Könnte die Ukraine Europas russisches LNG abschneiden?
n-tv WirtschaftNachdem die Ukraine im Sommer 2026 gezielt Russlands Ölinfrastruktur angreift, rückt nun auch das lukrative LNG-Geschäft in den Fokus, denn Europa importiert trotz Sanktionen weiterhin große Mengen russisches Flüssiggas und der Kreml verdient dabei täglich rund 60 Millionen Euro. Besonders verwundbar ist die kleine Flotte von nur 15 speziellen Eisklasse-Tankern, die fast das gesamte Jamal-LNG nach Europa bringen, sowie wenige Terminals wie Wyssozk und Portowaja, die bereits in Reichweite ukrainischer Drohnen liegen. Allerdings gehören die Tanker westlichen Reedereien, etwa aus Griechenland, Großbritannien und Japan, weshalb Angriffe diplomatisch heikel wären und nur dann Sinn ergeben, wenn Europa tatsächlich auf russisches LNG verzichtet oder bereit ist, den Unmut betroffener Regierungen in Kauf zu nehmen.
Original
Häufige Fragen
Warum sind die US-Börsen trotz eines starken Arbeitsmarktberichts gefallen?
Der überraschend starke Jobbericht mit 162.000 neuen Stellen im August schürte Sorgen vor einer weiteren Zinserhöhung der Fed, da die Wahrscheinlichkeit dafür laut Märkten auf über 58 Prozent stieg. Dies belastete Dow Jones, Nasdaq und S&P 500, die alle leicht im Minus schlossen.
Was war der Hauptgrund für den Einbruch der deutschen Industrieproduktion im Juli?
Der stärkste Rückgang seit fast einem Jahr wurde vor allem durch einen 9,2-prozentigen Einbruch in der Autoindustrie verursacht, ausgelöst durch eine Produktionspause sowie Niedrigwasser-bedingte Einschränkungen der Rheinschifffahrt. Bau- und Energiesektor konnten hingegen zulegen.
Welche wirtschaftlichen Risiken sehen Ökonomen nach dem AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt?
Experten wie Michael Hüther und Monika Schnitzer warnen, dass eine restriktive Migrationspolitik angesichts des demografischen Wandels den Fachkräftemangel verschärfen und dringend nötige Investitionen verhindern könnte. Bis 2045 könnte die Erwerbsbevölkerung ohne Zuwanderung um ein Viertel sinken.
Warum haben Wirtschaftsinstitute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland angehoben?
IfW, RWI, Ifo und DIW erhöhten ihre Prognosen auf 1,2 bis 1,4 Prozent Wachstum, getragen von starken Exporten und staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung. Die Erholung gilt jedoch als fragil, unter anderem wegen möglicher Folgen des Iran-Kriegs und nachlassender fiskalischer Impulse.
Wie plant Xiaomi den Einstieg in den deutschen E-Auto-Markt?
Xiaomi will ab 2027 Elektroautos in Deutschland und weiteren europäischen Ländern verkaufen und hat dazu Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen wie Emil Frey und Ernst Dello unterzeichnet. Unterstützt wird der Markteintritt durch ein bestehendes Forschungszentrum in München und die Erfahrung aus über 700.000 ausgelieferten Fahrzeugen in China.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Heute geht es um ein echtes Wechselbad der Gefühle in der Wirtschaft. Zwischen guten Konjunkturnachrichten aus Deutschland, Nervosität an den Börsen und einer politischen Debatte, die tief in wirtschaftliche Fragen hineinreicht. Lasst uns direkt einsteigen. Fangen wir mit den Finanzmärkten an, denn dort gab es diese Woche ordentlich Bewegung. An der Wall Street sorgte ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht für gemischte Gefühle. Klingt erstmal komisch, oder? Mehr Jobs sollte doch eigentlich gut sein. Das Problem ist aber: Wenn der Arbeitsmarkt zu robust läuft, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen nochmal anhebt, um die Wirtschaft nicht überhitzen zu lassen. Und genau davor haben die Anleger Angst. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im September wird inzwischen auf über 58 Prozent geschätzt. Das drückte die großen Indizes leicht ins Minus. Bei den Einzelwerten war interessant, dass es die Aktien der großen Bonitätsauskunfteien wie Fair Isaac, TransUnion und Equifax ziemlich hart getroffen hat, nachdem eine regulatorische Entscheidung ihrem Konkurrenzsystem Vantagescore in die Hände gespielt hat. Das zeigt mal wieder, wie sensibel diese Märkte auf einzelne politische Weichenstellungen reagieren. Auch der Dax hatte eine wechselhafte Woche. An einem Tag ging es rauf, getrieben von guten deutschen Konjunkturdaten und einem überraschend starken Ifo-Geschäftsklimaindex, dazu noch fallende Ölpreise. Am nächsten Tag gab der Dax dann wieder einen Teil der Gewinne ab, unter anderem weil SAP nach einer Herabstufung durch die UBS kräftig unter Druck geriet. Auf der Gewinnerseite standen dafür Stahl- und Baukonzerne wie Salzgitter und Thyssenkrupp, die von den besseren Konjunkturaussichten profitierten. Spannend war auch die Entwicklung bei Siemens Energy, die Aktie legte deutlich zu, nachdem Spekulationen aufkamen, dass der Konzern sein Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft abspalten könnte. Und bei Volkswagen sorgte Konzernchef Oliver Blume für Unruhe, als er auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg klarmachte, dass der Sparkurs weitergeht und Werksschließungen weiterhin im Raum stehen. Das kam bei den Mitarbeitern verständlicherweise nicht gut an. Jetzt aber zu den eigentlich guten Nachrichten, denn die deutsche Konjunktur bekommt gerade von mehreren Seiten Rückenwind, zumindest auf dem Papier. Nach dem DIW haben nun auch das IfW, das RWI und das Ifo-Institut ihre Wachstumsprognosen für Deutschland deutlich angehoben. Die Institute erwarten jetzt ein Wachstum zwischen 1,2 und 1,4 Prozent für dieses Jahr. Getragen wird das vor allem von starken Exporten und von staatlichen Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung. Die private Nachfrage der Verbraucher bleibt dagegen weiterhin eher schwach. Und die Institute mahnen zur Vorsicht, denn diese Erholung steht auf wackligen Beinen. Risiken wie die Folgen des Konflikts im Iran oder nachlassende staatliche Impulse in den kommenden Jahren könnten das Wachstum schnell wieder ausbremsen. Ein Gegenpol dazu waren die aktuellen Produktionsdaten aus der deutschen Industrie, und die fielen ziemlich enttäuschend aus. Im Juli ist die Industrieproduktion um 1,1 Prozent eingebrochen, der stärkste Rückgang seit fast einem Jahr. Hauptverantwortlich war ein massiver Einbruch von über 9 Prozent in der Autoindustrie. Die Gründe waren einerseits eine mehrwöchige Produktionspause bei den Autoherstellern, andererseits aber auch ganz praktische Probleme wie Niedrigwasser auf dem Rhein, das die Schifffahrt und damit den Warentransport eingeschränkt hat. Immerhin, Bau- und Energiesektor konnten zulegen, und viele Ökonomen sehen dank voller Auftragsbücher gute Chancen, dass sich die Industrie bald wieder erholt. Kommen wir zu einem Thema, das gerade viele Wirtschaftsexperten beschäftigt, auch wenn es auf den ersten Blick politisch klingt. Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt haben sich führende Ökonomen wie Monika Schnitzer und Michael Hüther zu Wort gemeldet, und zwar mit klaren wirtschaftlichen Warnungen. Der Punkt ist: Eine sehr restriktive Migrationspolitik könnte angesichts des demografischen Wandels für ostdeutsche Bundesländer wirtschaftlich riskant werden. Hüther rechnet vor, dass die Erwerbsbevölkerung bis 2045 ohne Zuwanderung um ein Viertel schrumpfen könnte. Schnitzer ergänzt, dass ohne ausreichend Fachkräfte dringend notwendige Investitionen einfach ausbleiben würden. DIW-Chef Marcel Fratzscher interpretiert das Wahlergebnis vor allem als Misstrauensvotum gegenüber der Bundesregierung und fordert deutlich tiefere strukturelle Reformen, als sie etwa die Agenda 2010 seinerzeit gebracht hat. Und dieses Thema hat durchaus eine handfeste wirtschaftliche Grundlage, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt. Demnach wäre die Zahl qualifizierter, sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Ostdeutschland ohne Zuwanderung aus dem Ausland um rund 191.000 Personen niedriger, das sind 5,3 Prozent. Während die Zahl deutscher Fachkräfte seit 2019 sinkt, gewinnen vor allem Beschäftigte aus Drittstaaten an Bedeutung, besonders in der Logistik, im Gesundheitswesen und in der Gastronomie. Interessant ist der regionale Unterschied: In Sachsen-Anhalt und Thüringen sinkt die Zahl der Fachkräfte trotz Zuwanderung, während in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ausländische Beschäftigte den Rückgang bei den deutschen Arbeitskräften sogar mehr als ausgleichen. Das zeigt, wie unterschiedlich die wirtschaftliche Realität in einzelnen Regionen aussieht, auch wenn die politische Debatte oft sehr pauschal geführt wird. Ein Blick über den Tellerrand nach Großbritannien. Dort will Premierminister Andy Burnham offenbar Mitte September die Erdgasförderung im Nordseefeld Jackdaw genehmigen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil das ein klarer Bruch mit einem Wahlversprechen von Labour wäre, keine neuen Fördergenehmigungen mehr zu erteilen. Das Feld war schon einmal genehmigt worden, dann aber nach einer Klage von Greenpeace von einem schottischen Gericht wieder gestoppt. Das Gemeinschaftsunternehmen, das dahintersteht, verweist auf Milliardeneinnahmen und tausende Arbeitsplätze, Umweltschützer warnen dagegen, dass neue Bohrungen die Energiewende ausbremsen und am Ende vor allem den Konzernen zusätzliche Gewinne bringen. Noch spannender wird es beim Thema russisches Flüssiggas. Trotz aller Sanktionen importiert Europa weiterhin große Mengen russisches LNG, und der Kreml verdient dabei nach Schätzungen täglich rund 60 Millionen Euro. Besonders verwundbar ist dabei eine sehr kleine Flotte von nur 15 speziellen Tankern, die fast das komplette Jamal-Flüssiggas nach Europa transportieren. Diese Schiffe und einige zentrale Terminals liegen bereits in Reichweite ukrainischer Drohnen. Das Ganze ist aber diplomatisch heikel, denn die Tanker gehören westlichen Reedereien, unter anderem aus Griechenland, Großbritannien und Japan. Angriffe darauf würden also auch westliche Wirtschaftsinteressen treffen, ein Vorgehen ergäbe nur Sinn, wenn Europa wirklich bereit wäre, komplett auf russisches LNG zu verzichten. Zum Abschluss noch ein Blick auf die Zukunft der Mobilität. Der chinesische Elektronikkonzern Xiaomi hat auf der IFA in Berlin angekündigt, ab 2027 auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern Elektroautos zu verkaufen. Dafür wurden bereits Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen unterschrieben, darunter bekannte Namen wie Emil Frey. Ziel ist ein flächendeckendes Verkaufs- und Werkstattnetz. In China ist Xiaomi mit seiner Elektrolimousine SU7 bereits sehr erfolgreich, über 700.000 Fahrzeuge wurden seit 2024 ausgeliefert. Mit Modellen wie dem SUV YU7 zielt das Unternehmen jetzt gezielt auf das margenstärkere Premiumsegment, was den etablierten deutschen Herstellern zusätzlich Konkurrenz machen dürfte. Damit sind wir auch schon durch. Zusammengefasst zeigt sich heute ein Deutschland, das konjunkturell vorsichtig optimistisch ist, aber mit echten strukturellen Baustellen zu kämpfen hat, sei es in der Industrie oder beim Thema Fachkräfte. Und international bleibt vieles in Bewegung, von den Zinssorgen in den USA bis zu geopolitischen Fragen rund um Energie. Das war's für heute von mir. Ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich, wenn ihr morgen wieder mit dabei seid. Nur zur Erinnerung, dieser Podcast wird vollständig von einer KI erstellt, alle Quellen und Hintergründe dazu findet ihr wie immer auf unserer Website. Bis morgen!
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com