Exporteinbruch, Jobverlust und BDI-Forderung nach Kurswechsel (25.09.2026)
Sinkende Exporterwartungen, 350.000 bedrohte Jobs und ein BDI, der einen Kurswechsel fordert: Deutschlands Wirtschaft steckt tief in der Krise. Dazu Sparrekorde, teurer Windstrom und Sorgen um US-Dieselexporte.
In dieser Folge
- 01
ifo Exporterwartungen im September 2026 gesunken
ifo InstitutDie ifo Exporterwartungen der deutschen Wirtschaft sind im September auf 8,0 Punkte gefallen, nach 9,8 Punkten im August, bleiben aber insgesamt positiv. Laut ifo-Experte Klaus Wohlrabe geht der Rückgang vor allem auf die Automobilindustrie zurück, die nach zuvor optimistischen Erwartungen nun wieder mit sinkenden Exporten rechnet. Demgegenüber verbessern sich die Aussichten im Maschinenbau, bei elektrischen Ausrüstungen sowie Datenverarbeitungs-, Elektronik- und Optikprodukten, während Metallerzeugung und Papiergewerbe weiterhin rückläufige Exporte erwarten.
Original - 02
IAB prognostiziert Verlust von 350.000 Arbeitsplätzen bis 2027
Zeit WirtschaftDas Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet, dass bis Ende 2027 rund 350.000 Jobs in Deutschland verloren gehen. Trotz eines überraschend robusten Wirtschaftswachstums schlägt sich dieser Aufschwung laut den Ökonomen nicht auf dem Arbeitsmarkt nieder. Besonders in der Industrie rechnet das Institut mit einem weiteren deutlichen Stellenabbau in den kommenden Jahren.
Original - 03
BDI fordert Kurswechsel in der deutschen Wirtschaftspolitik
FAZ WirtschaftDie 38 Mitgliedsverbände des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) haben ein gemeinsames Grundsatzpapier zur Wirtschafts- und Handelspolitik vorgelegt und fordern, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Mittelpunkt zu rücken. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner betonte, klassische Standortpolitik reiche nicht mehr aus und verlangte gezielte industriepolitische Instrumente sowie eine strategischere Außenwirtschaftspolitik gegenüber China, den USA und neuen Partnerregionen, insbesondere ein konsequenteres Derisking gegenüber China. Zudem forderte sie von der Bundesregierung statt Personaldebatten einen „Herbst des Handelns“ mit konkreter Gesetzesarbeit und äußerte sich kritisch zu den AfD-Erfolgen bei den jüngsten Landtagswahlen.
Original - 04
BDI fordert Neuausrichtung: Deutsche Industrie will Abhängigkeit von China und USA verringern
Zeit WirtschaftDer Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat ein Grundsatzpapier vorgelegt, in dem er eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik fordert. Ziel sei es, die Abhängigkeit von China und den USA zu verringern und stattdessen Wachstum sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie in den Mittelpunkt zu stellen.
Original - 05
Vestas-Manager kritisiert Reiches Energiepläne: Windstrom wird teurer
n-tv WirtschaftJens Kück, Vertriebschef von Windradhersteller Vestas für Nord- und Zentraleuropa, lobt den deutschen Windkraftausbau als Vorbild, warnt aber vor den geplanten Energiegesetzen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Besonders die vorgesehene starre Begrenzung der Einspeiseleistung auf 280 Watt pro Quadratmeter treffe fast alle aktuell gebauten, bereits finanzierten Windanlagen und mache Windstrom teurer, ohne die Baukosten zu senken. Kück fordert stattdessen einen Baukostenzuschuss für den Netzausbau und eine Übergangsfrist, sieht aber trotz der Risiken keinen Grund für Schwarzmalerei, da Windenergie langfristig günstig und für Wirtschaft sowie Energieunabhängigkeit wichtig bleibe.
Original - 06
BDI fordert selbstbewussteren Kurs gegenüber USA und weniger China-Abhängigkeit
n-tv WirtschaftDer Industrieverband BDI verlangt in einem neuen Grundsatzpapier eine stärkere Unabhängigkeit deutscher Unternehmen von China und ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber der US-Regierung unter Donald Trump. Deutschland solle Lieferketten breiter aufstellen, Partnerschaften mit anderen Weltregionen ausbauen und bei protektionistischen US-Maßnahmen europäische Gegenmaßnahmen prüfen, ohne das strategische Verhältnis zu gefährden. Zudem mahnt der Verband, dass hohe Schulden für Rüstung und Infrastruktur mittelfristig durch Reformen und effizientere Haushaltsführung ausgeglichen werden müssten.
Original - 07
USA erwägen Exportstopp für Diesel – Sorge um globale Märkte
Zeit WirtschaftDonald Trump droht mit einem Exportverbot für Diesel aus den USA, was die weltweiten Energiemärkte erheblich erschüttern könnte. Insbesondere Europa gerät dadurch in eine zunehmend riskante Abhängigkeit von US-amerikanischen Dieselimporten. Ein solcher Schritt würde die Versorgungssicherheit europäischer Länder empfindlich treffen und die Energiepreise weiter unter Druck setzen.
Original - 08
Immobilienbranche: Frauenanteil in Führungsetagen sinkt trotz vieler Personalwechsel
FAZ WirtschaftEine aktuelle Studie der Initiative „Frauen in Führung“ zeigt, dass der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der 200 führenden deutschen Immobilienunternehmen trotz zahlreicher Personalwechsel von 18 auf 17,5 Prozent gesunken ist. Von 103 Neubesetzungen zwischen 2025 und Mitte 2026 gingen nur 16 an Frauen, und inzwischen haben fast 60 Prozent der Unternehmen gar keine Frau mehr in der Geschäftsführung. Besonders groß sind die Unterschiede innerhalb der Branche: Während kommunale Wohnungsunternehmen einen Frauenanteil von 32,5 Prozent erreichen, liegt dieser bei Maklern und Projektentwicklern bei nur rund zehn Prozent, was Experten auf tief verwurzelte, männlich geprägte Auswahlmuster in der Branche zurückführen.
Original - 09
ArcelorMittal schreibt eine Milliarde Dollar für zerstörtes Ukraine-Werk ab
n-tv WirtschaftDer Stahlkonzern ArcelorMittal verbucht wegen russischer Raketenangriffe auf sein Werk in Krywyj Rih eine Abschreibung von rund einer Milliarde Dollar, da Grundstücke, Anlagen und Ausrüstung beschädigt wurden und eine sichere Wiederaufnahme des Betriebs derzeit nicht möglich ist. Bei vier Angriffen innerhalb von fünf Wochen starben fünf Menschen, 17 wurden verletzt; der Konzern will sich nun auf den Erhalt der Infrastruktur konzentrieren, um nach einem möglichen Friedensschluss die Produktion wieder aufnehmen zu können. Seit Kriegsbeginn hat ArcelorMittal das Werk bereits mit mehr als 700 Millionen Dollar unterstützt.
Original - 10
Deutsche sparen so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr
n-tv WirtschaftLaut der aktuellen Konsumklimastudie von NIM und GfK ist die Sparneigung der Deutschen im September auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008 gestiegen, während sich die Einkommenserwartungen deutlich verschlechtert haben. Hintergrund sind hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und Inflation, die vor allem besser gestellte Haushalte zu zusätzlichem Sparen veranlassen, um Kaufkraftverluste auszugleichen. Immerhin verbesserten sich die Konjunkturerwartungen der Bürger bereits den fünften Monat in Folge, unterstützt von optimistischeren Wachstumsprognosen der Wirtschaftsinstitute.
Original
- 01
ifo Exporterwartungen im September 2026 gesunken
ifo InstitutDie ifo Exporterwartungen der deutschen Wirtschaft sind im September auf 8,0 Punkte gefallen, nach 9,8 Punkten im August, bleiben aber insgesamt positiv. Laut ifo-Experte Klaus Wohlrabe geht der Rückgang vor allem auf die Automobilindustrie zurück, die nach zuvor optimistischen Erwartungen nun wieder mit sinkenden Exporten rechnet. Demgegenüber verbessern sich die Aussichten im Maschinenbau, bei elektrischen Ausrüstungen sowie Datenverarbeitungs-, Elektronik- und Optikprodukten, während Metallerzeugung und Papiergewerbe weiterhin rückläufige Exporte erwarten.
Original - 02
IAB prognostiziert Verlust von 350.000 Arbeitsplätzen bis 2027
Zeit WirtschaftDas Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet, dass bis Ende 2027 rund 350.000 Jobs in Deutschland verloren gehen. Trotz eines überraschend robusten Wirtschaftswachstums schlägt sich dieser Aufschwung laut den Ökonomen nicht auf dem Arbeitsmarkt nieder. Besonders in der Industrie rechnet das Institut mit einem weiteren deutlichen Stellenabbau in den kommenden Jahren.
Original - 03
BDI fordert Kurswechsel in der deutschen Wirtschaftspolitik
FAZ WirtschaftDie 38 Mitgliedsverbände des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) haben ein gemeinsames Grundsatzpapier zur Wirtschafts- und Handelspolitik vorgelegt und fordern, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Mittelpunkt zu rücken. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner betonte, klassische Standortpolitik reiche nicht mehr aus und verlangte gezielte industriepolitische Instrumente sowie eine strategischere Außenwirtschaftspolitik gegenüber China, den USA und neuen Partnerregionen, insbesondere ein konsequenteres Derisking gegenüber China. Zudem forderte sie von der Bundesregierung statt Personaldebatten einen „Herbst des Handelns“ mit konkreter Gesetzesarbeit und äußerte sich kritisch zu den AfD-Erfolgen bei den jüngsten Landtagswahlen.
Original - 04
BDI fordert Neuausrichtung: Deutsche Industrie will Abhängigkeit von China und USA verringern
Zeit WirtschaftDer Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat ein Grundsatzpapier vorgelegt, in dem er eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik fordert. Ziel sei es, die Abhängigkeit von China und den USA zu verringern und stattdessen Wachstum sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie in den Mittelpunkt zu stellen.
Original - 05
Vestas-Manager kritisiert Reiches Energiepläne: Windstrom wird teurer
n-tv WirtschaftJens Kück, Vertriebschef von Windradhersteller Vestas für Nord- und Zentraleuropa, lobt den deutschen Windkraftausbau als Vorbild, warnt aber vor den geplanten Energiegesetzen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Besonders die vorgesehene starre Begrenzung der Einspeiseleistung auf 280 Watt pro Quadratmeter treffe fast alle aktuell gebauten, bereits finanzierten Windanlagen und mache Windstrom teurer, ohne die Baukosten zu senken. Kück fordert stattdessen einen Baukostenzuschuss für den Netzausbau und eine Übergangsfrist, sieht aber trotz der Risiken keinen Grund für Schwarzmalerei, da Windenergie langfristig günstig und für Wirtschaft sowie Energieunabhängigkeit wichtig bleibe.
Original - 06
BDI fordert selbstbewussteren Kurs gegenüber USA und weniger China-Abhängigkeit
n-tv WirtschaftDer Industrieverband BDI verlangt in einem neuen Grundsatzpapier eine stärkere Unabhängigkeit deutscher Unternehmen von China und ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber der US-Regierung unter Donald Trump. Deutschland solle Lieferketten breiter aufstellen, Partnerschaften mit anderen Weltregionen ausbauen und bei protektionistischen US-Maßnahmen europäische Gegenmaßnahmen prüfen, ohne das strategische Verhältnis zu gefährden. Zudem mahnt der Verband, dass hohe Schulden für Rüstung und Infrastruktur mittelfristig durch Reformen und effizientere Haushaltsführung ausgeglichen werden müssten.
Original - 07
USA erwägen Exportstopp für Diesel – Sorge um globale Märkte
Zeit WirtschaftDonald Trump droht mit einem Exportverbot für Diesel aus den USA, was die weltweiten Energiemärkte erheblich erschüttern könnte. Insbesondere Europa gerät dadurch in eine zunehmend riskante Abhängigkeit von US-amerikanischen Dieselimporten. Ein solcher Schritt würde die Versorgungssicherheit europäischer Länder empfindlich treffen und die Energiepreise weiter unter Druck setzen.
Original - 08
Immobilienbranche: Frauenanteil in Führungsetagen sinkt trotz vieler Personalwechsel
FAZ WirtschaftEine aktuelle Studie der Initiative „Frauen in Führung“ zeigt, dass der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der 200 führenden deutschen Immobilienunternehmen trotz zahlreicher Personalwechsel von 18 auf 17,5 Prozent gesunken ist. Von 103 Neubesetzungen zwischen 2025 und Mitte 2026 gingen nur 16 an Frauen, und inzwischen haben fast 60 Prozent der Unternehmen gar keine Frau mehr in der Geschäftsführung. Besonders groß sind die Unterschiede innerhalb der Branche: Während kommunale Wohnungsunternehmen einen Frauenanteil von 32,5 Prozent erreichen, liegt dieser bei Maklern und Projektentwicklern bei nur rund zehn Prozent, was Experten auf tief verwurzelte, männlich geprägte Auswahlmuster in der Branche zurückführen.
Original - 09
ArcelorMittal schreibt eine Milliarde Dollar für zerstörtes Ukraine-Werk ab
n-tv WirtschaftDer Stahlkonzern ArcelorMittal verbucht wegen russischer Raketenangriffe auf sein Werk in Krywyj Rih eine Abschreibung von rund einer Milliarde Dollar, da Grundstücke, Anlagen und Ausrüstung beschädigt wurden und eine sichere Wiederaufnahme des Betriebs derzeit nicht möglich ist. Bei vier Angriffen innerhalb von fünf Wochen starben fünf Menschen, 17 wurden verletzt; der Konzern will sich nun auf den Erhalt der Infrastruktur konzentrieren, um nach einem möglichen Friedensschluss die Produktion wieder aufnehmen zu können. Seit Kriegsbeginn hat ArcelorMittal das Werk bereits mit mehr als 700 Millionen Dollar unterstützt.
Original - 10
Deutsche sparen so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr
n-tv WirtschaftLaut der aktuellen Konsumklimastudie von NIM und GfK ist die Sparneigung der Deutschen im September auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008 gestiegen, während sich die Einkommenserwartungen deutlich verschlechtert haben. Hintergrund sind hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und Inflation, die vor allem besser gestellte Haushalte zu zusätzlichem Sparen veranlassen, um Kaufkraftverluste auszugleichen. Immerhin verbesserten sich die Konjunkturerwartungen der Bürger bereits den fünften Monat in Folge, unterstützt von optimistischeren Wachstumsprognosen der Wirtschaftsinstitute.
Original
Häufige Fragen
Warum sind die ifo Exporterwartungen im September 2026 gesunken?
Die ifo Exporterwartungen fielen von 9,8 auf 8,0 Punkte, bleiben aber positiv. Haupttreiber des Rückgangs ist die Automobilindustrie, die nach zuvor optimistischen Erwartungen wieder mit sinkenden Exporten rechnet, während Maschinenbau und Elektronikbranchen sich verbessern.
Wie viele Arbeitsplätze könnten laut IAB bis 2027 in Deutschland verloren gehen?
Das IAB prognostiziert einen Verlust von rund 350.000 Arbeitsplätzen bis Ende 2027, besonders stark betroffen ist die Industrie. Dies geschieht trotz eines robusten Wirtschaftswachstums, das sich nicht positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt.
Was fordert der BDI in seinem neuen Grundsatzpapier zur Wirtschaftspolitik?
Der BDI fordert einen Kurswechsel mit Fokus auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit, gezielte industriepolitische Instrumente sowie ein konsequenteres Derisking gegenüber China. Zudem verlangt der Verband einen selbstbewussteren Kurs gegenüber den USA und konkrete Gesetzesarbeit statt Personaldebatten der Bundesregierung.
Welche Kritik übt Vestas-Manager Jens Kück an den Energiepläne von Ministerin Reiche?
Kück kritisiert vor allem die geplante starre Begrenzung der Einspeiseleistung auf 280 Watt pro Quadratmeter, da sie fast alle aktuell gebauten Windanlagen betrifft und Windstrom teurer macht, ohne die Baukosten zu senken. Er fordert stattdessen einen Baukostenzuschuss für den Netzausbau und eine Übergangsfrist.
Wie will der BDI die Abhängigkeit von China und den USA verringern?
Der BDI fordert breiter aufgestellte Lieferketten, den Ausbau von Partnerschaften mit anderen Weltregionen und ein konsequentes Derisking gegenüber China. Gegenüber den USA solle Deutschland selbstbewusster auftreten und bei protektionistischen Maßnahmen europäische Gegenmaßnahmen prüfen.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Heute schauen wir uns an, wie es um die deutsche Industrie steht, warum der Arbeitsmarkt trotz Wachstum unter Druck bleibt, was sich in der Energiepolitik tut und warum die Deutschen ihr Geld lieber zusammenhalten als auszugeben. Los geht's. Fangen wir mit einem Blick auf die deutsche Exportwirtschaft an, denn hier gibt es gemischte Signale. Das ifo Institut hat seine Exporterwartungen für September veröffentlicht, und die sind gesunken, von 9,8 auf 8,0 Punkte. Das klingt erstmal nach einem Dämpfer, aber wichtig ist: der Wert bleibt positiv, die Unternehmen erwarten also weiterhin steigende Exporte, nur eben etwas weniger stark als zuvor. Verantwortlich für den Rückgang ist vor allem die Automobilindustrie, die ihre zuvor recht optimistische Haltung wieder eingekassiert hat. Auf der anderen Seite läuft es im Maschinenbau, bei elektrischen Ausrüstungen und in der Elektronikbranche richtig gut, da geht der Trend nach oben. Metallerzeugung und Papiergewerbe hingegen bleiben schwach. Man sieht also: Es ist kein einheitliches Bild, sondern ein Flickenteppich, bei dem einzelne Branchen sehr unterschiedlich unterwegs sind. Und genau diese Unsicherheit in der Industrie zeigt sich auch beim Arbeitsmarkt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, kurz IAB, hat eine Prognose vorgelegt, die aufhorchen lässt. Bis Ende 2027 sollen in Deutschland rund 350.000 Jobs verloren gehen. Das Bemerkenswerte daran ist der Widerspruch, den die Ökonomen selbst hervorheben: Die Wirtschaft wächst eigentlich überraschend robust, aber dieser Aufschwung kommt beim Arbeitsmarkt nicht an. Besonders die Industrie soll weiter Stellen abbauen. Das passt ziemlich gut zu dem, was wir gerade bei den Exporterwartungen gesehen haben, die Autoindustrie schwächelt, und das schlägt sich eben auch auf die Beschäftigung durch. Wachstum und Arbeitsmarkt entkoppeln sich also ein Stück, und das ist eine Entwicklung, die man im Blick behalten sollte. Genau an diesem Punkt setzt auch der BDI an, der Bundesverband der Deutschen Industrie. Der Verband hat mit seinen 38 Mitgliedsverbänden ein großes Grundsatzpapier vorgelegt, und die Botschaft ist ziemlich klar: Es reicht nicht mehr, einfach nur den Standort Deutschland zu verwalten, es braucht einen echten Kurswechsel. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner fordert gezielte industriepolitische Instrumente und eine strategischere Außenwirtschaftspolitik. Konkret geht es dabei vor allem um das Verhältnis zu China und den USA. Der Verband will die Abhängigkeit von China deutlich verringern, Fachleute sprechen hier von Derisking, also dem bewussten Abbau von Risiken in den Lieferketten. Gleichzeitig soll Deutschland gegenüber der US-Regierung unter Donald Trump selbstbewusster auftreten. Sollte es dort zu protektionistischen Maßnahmen kommen, will der BDI europäische Gegenmaßnahmen zumindest prüfen lassen, ohne dabei die grundsätzlich wichtige Beziehung zu den USA zu gefährden. Und noch etwas fällt auf: Der Verband mahnt, dass die hohen Schulden, die aktuell für Rüstung und Infrastruktur aufgenommen werden, mittelfristig durch Reformen und eine effizientere Haushaltsführung wieder ausgeglichen werden müssen. Statt Personaldebatten in Berlin wünscht sich Gönner einen, wie sie es nennt, Herbst des Handelns, also konkrete Gesetzesarbeit statt politischem Stillstand. Das zeigt, wie groß der gefühlte Handlungsdruck in der deutschen Industrie inzwischen ist. Bleiben wir beim Thema Wirtschaftspolitik, aber wechseln wir in die Energiebranche. Dort sorgt ein anderes Thema für Diskussionen, nämlich die geplanten neuen Energiegesetze von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Jens Kück, der bei Vestas für den Vertrieb in Nord- und Zentraleuropa verantwortlich ist, lobt zwar den deutschen Windkraftausbau grundsätzlich als vorbildlich, warnt aber vor einem geplanten Detail: einer starren Begrenzung der Einspeiseleistung auf 280 Watt pro Quadratmeter. Das würde fast alle aktuell gebauten und bereits finanzierten Windanlagen treffen und Windstrom teurer machen, ohne dass dadurch die Baukosten sinken. Sein Vorschlag ist deshalb ein Baukostenzuschuss für den Netzausbau sowie eine Übergangsfrist für bestehende Projekte. Trotz dieser Kritik sieht er aber keinen Grund zur Schwarzmalerei, Windenergie bleibe langfristig günstig und wichtig für die Energieunabhängigkeit Deutschlands. Ein gutes Beispiel dafür, wie beim Umbau der Energieversorgung oft im Detail entschieden wird, ob eine Regelung am Ende hilft oder eher bremst. Noch komplizierter wird es beim Blick über den Atlantik. Aus den USA gibt es Signale, die europäische Energiemärkte durchaus nervös machen könnten. Donald Trump droht mit einem Exportverbot für Diesel aus den USA. Das mag zunächst nach einer rein amerikanischen Angelegenheit klingen, hätte aber weltweite Folgen, denn Europa ist inzwischen in einer ziemlich engen Abhängigkeit von US-Dieselimporten. Sollte ein solcher Exportstopp tatsächlich kommen, würde das die Versorgungssicherheit in Europa belasten und zusätzlichen Druck auf die Energiepreise ausüben. Zusammen mit den Diskussionen um die Windkraft zeigt das ziemlich deutlich, wie eng Energiepolitik, internationale Handelsbeziehungen und die Preise, die am Ende bei Unternehmen und Verbrauchern ankommen, miteinander verzahnt sind. Ein Blick auf zwei Unternehmensmeldungen, die zeigen, wie unterschiedlich wirtschaftliche Realität aussehen kann. Zum einen die Immobilienbranche. Eine Studie der Initiative Frauen in Führung zeigt, dass der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der 200 größten deutschen Immobilienunternehmen trotz vieler Personalwechsel gesunken ist, von 18 auf 17,5 Prozent. Von 103 Neubesetzungen gingen nur 16 an Frauen, und fast 60 Prozent der Unternehmen haben inzwischen überhaupt keine Frau mehr in der Geschäftsführung. Besonders auffällig ist der Unterschied innerhalb der Branche: Bei kommunalen Wohnungsunternehmen liegt der Frauenanteil bei über 32 Prozent, bei Maklern und Projektentwicklern dagegen nur bei rund zehn Prozent. Experten führen das auf tief verwurzelte, männlich geprägte Auswahlmuster zurück, die sich offenbar auch bei aktuellen Personalentscheidungen kaum verändern. Zum anderen ein Blick auf die Folgen des Ukraine-Kriegs für die Wirtschaft. Der Stahlkonzern ArcelorMittal muss rund eine Milliarde Dollar abschreiben, weil sein Werk in Krywyj Rih durch russische Raketenangriffe schwer beschädigt wurde. Bei vier Angriffen innerhalb von nur fünf Wochen starben fünf Menschen, 17 wurden verletzt. Der Konzern konzentriert sich jetzt darauf, die Infrastruktur zu erhalten, um im Fall eines Friedensschlusses die Produktion wieder aufnehmen zu können. Seit Kriegsbeginn hat ArcelorMittal das Werk bereits mit über 700 Millionen Dollar unterstützt. Das zeigt, wie stark globale Konzerne auch wirtschaftlich unter den Folgen des Krieges leiden, weit über die unmittelbaren Kriegsregionen hinaus. Zum Schluss noch ein Blick auf uns selbst, beziehungsweise auf die deutschen Verbraucher. Die aktuelle Konsumklimastudie von NIM und GfK zeigt, dass die Sparneigung der Deutschen im September so hoch ist wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Gleichzeitig haben sich die Einkommenserwartungen deutlich verschlechtert. Hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die Inflation sorgen dafür, dass vor allem besser gestellte Haushalte zusätzlich sparen, um Kaufkraftverluste auszugleichen. Die gute Nachricht dabei: Die Konjunkturerwartungen der Bürger haben sich bereits den fünften Monat in Folge verbessert, unterstützt von optimistischeren Wachstumsprognosen der Wirtschaftsinstitute. Das Vertrauen in die Zukunft wächst also langsam wieder, auch wenn das aktuelle Verhalten noch vorsichtig bleibt. Zusammengefasst zeigt sich heute ein Bild, das ziemlich typisch für die aktuelle wirtschaftliche Lage ist. Die Industrie kämpft mit gemischten Exportaussichten und einem schwächelnden Arbeitsmarkt, die Politik steht unter Druck, klare Antworten zu liefern, die Energiewende bringt neue Zielkonflikte mit sich, und die Verbraucher bleiben trotz vorsichtig steigender Zuversicht eher zurückhaltend. Das waren die wichtigsten Wirtschaftsthemen für heute. Morgen schauen wir uns wieder an, was sich in Wirtschaft, Politik und Märkten tut. Dieser Podcast wurde vollständig von einer KI erstellt, alle Quellen und Hintergründe zu den heutigen Themen findet ihr wie immer auf unserer Website. Bis morgen und macht's gut.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com