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Crime & Kontext
Folge 1530.08.202610:42 KI-vertont

Schufa-Schattendatenbank und Dark Patterns: Wenn Daten und Kinder zur Kasse gebeten werden (30.08.2026)

Die Schufa sammelt heimlich Daten – und NOYB rüstet zur Sammelklage. Außerdem: Wie Dark Patterns Kinder zu teuren In-App-Käufen verführen und was Eltern dagegen tun können.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    Datenschutzorganisation NOYB bereitet Sammelklage gegen Schufa-Schattendatenbank vor

    Tagesschau

    Die Datenschutzorganisation NOYB will rechtlich gegen die Schufa vorgehen, weil diese veraltete, eigentlich zu löschende Daten wie alte Kredite, Pfändungen oder Privatinsolvenzen in einer Art Schattendatenbank speichert und Betroffenen bei Auskunftsanfragen vorenthalten hat. Neben einer Unterlassungsklage plant NOYB eine Verbandsklage auf Schadenersatz wegen millionenfacher Verletzung des Auskunftsrechts nach der europäischen Datenschutzgrundverordnung, wovon potenziell bis zu 68 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sein könnten. Die Schufa verteidigt ihr Vorgehen als legal und im Verbraucherinteresse, während die zuständige hessische Datenschutzaufsicht laut NOYB seit über einem Jahr ohne Ergebnis prüft und seit den ersten Medienberichten im Juli eine Flut von Verbraucheranfragen bei der Schufa eingegangen ist.

    Original
  2. 02

    Dark Patterns, In-Game und In-App Käufe Minderjähriger verstehen, Manipulation vorbeugen

    Verbraucherzentrale

    Ein Einblick in die dunklen Maschen der Fädenzieher bei Online-Games. Strategien zur Prävention vor ungewollten hohen Ausgaben und exzessiven Spielen. Die Veranstaltung ist für Eltern, Lehrer, Sozialpädogen und Interessierte.

    Original
FAQ

Häufige Fragen

Was wirft NOYB der Schufa konkret vor?

NOYB kritisiert, dass die Schufa eigentlich zu löschende Daten wie alte Kredite, Pfändungen oder Privatinsolvenzen in einer Art Schattendatenbank weiterhin speichert und diese Informationen Betroffenen bei offiziellen Auskunftsanfragen nicht offenlegt. Dies verstößt nach Ansicht der Organisation gegen das Auskunftsrecht der DSGVO.

Wie viele Menschen könnten von der geplanten Sammelklage betroffen sein?

Laut NOYB könnten potenziell bis zu 68 Millionen Menschen in Deutschland von der Verletzung ihres Auskunftsrechts betroffen sein, da die Schufa nahezu die gesamte erwachsene Bevölkerung erfasst.

Wie reagiert die Schufa auf die Vorwürfe?

Die Schufa verteidigt ihr Vorgehen als rechtlich zulässig und argumentiert, dass die Speicherung der Daten im Interesse der Verbraucher liege, etwa zur Absicherung gegen Kreditrisiken.

Was sind Dark Patterns bei In-Game- und In-App-Käufen und warum sind sie für Minderjährige gefährlich?

Dark Patterns sind gezielt manipulative Gestaltungstricks in Spielen und Apps, die Nutzer – insbesondere Kinder und Jugendliche – zu ungewollten Käufen oder exzessivem Spielverhalten verleiten sollen. Da Minderjährige Kaufanreize und psychologische Tricks oft schwerer erkennen können, sind sie besonders anfällig für hohe, unbeabsichtigte Ausgaben.

Welche Präventionsstrategien werden Eltern und Pädagogen bei solchen Veranstaltungen vermittelt?

Vermittelt werden praktische Hinweise zur Erkennung manipulativer Mechanismen, zur Einrichtung technischer Schutzmaßnahmen wie Kindersicherungen und Ausgabenlimits sowie zur offenen Kommunikation mit Kindern über Risiken von In-Game- und In-App-Käufen.

Vollständiges Transkript

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Jonas: Herzlich willkommen zu Crime & Kontext. Ich bin Jonas, und wie immer ist Mara bei mir, die kritische Stimme für alle Fragen, die sich Hörerinnen und Hörer auch stellen würden. Schön, dass du da bist, Mara.

Mara: Hallo Jonas, freut mich.

Jonas: Gleich vorweg, damit niemand falsche Erwartungen hat: Das ist heute eine Kurzausgabe. Es gibt bei unseren beiden Themen wenig wirklich Neues, deswegen halten wir das kompakt.

Mara: Aber trotzdem relevant, oder? Sonst würden wir's ja nicht bringen.

Jonas: Genau. Erstes Thema: Die Datenschutzorganisation NOYB bereitet eine Sammelklage gegen die Schufa vor. Es geht um eine Art Schattendatenbank.

Mara: Schattendatenbank klingt schon mal nicht gut. Was genau ist da drin?

Jonas: Laut NOYB speichert die Schufa Daten, die eigentlich gelöscht werden müssten. Alte Kredite, Pfändungen, abgeschlossene Privatinsolvenzen. Also Sachen, die nach einer bestimmten Frist aus der Bewertung raus sollen, weil man sonst ewig an alten Fehlern klebt.

Mara: Und die tauchen trotzdem irgendwo auf?

Jonas: Genau das ist der Vorwurf. Die Daten werden nicht wirklich gelöscht, sondern in einem separaten Bereich weitergeführt. Und wenn Betroffene eine Auskunftsanfrage stellen, wie es die DSGVO vorsieht, sollen diese Daten dabei nicht mitgeteilt worden sein.

Mara: Das heißt, man fragt aktiv nach, was über einen gespeichert ist, und bekommt trotzdem nicht das volle Bild?

Jonas: So der Vorwurf von NOYB. Und das ist rechtlich relevant, weil das Auskunftsrecht ein Kernstück der DSGVO ist. Man soll wissen, was über einen gespeichert wird, um es gegebenenfalls korrigieren oder löschen zu lassen.

Mara: Wie viele Leute könnten betroffen sein?

Jonas: NOYB spricht von potenziell bis zu 68 Millionen Menschen in Deutschland, also praktisch fast jeder, der schon mal einen Kredit, ein Konto oder einen Handyvertrag hatte.

Mara: Das ist schon eine andere Größenordnung als ein einzelner Datenleck-Fall.

Jonas: Ja, absolut. NOYB will deshalb zwei Dinge: eine Unterlassungsklage, damit die Praxis aufhört, und eine Verbandsklage auf Schadenersatz. Also nicht jeder Einzelne klagt für sich, sondern die Organisation klagt stellvertretend für viele Betroffene.

Mara: Was sagt die Schufa dazu?

Jonas: Die Schufa weist die Vorwürfe zurück und sagt, ihr Vorgehen sei legal und liege im Verbraucherinteresse. Die Argumentation dahinter dürfte sein, dass bestimmte historische Daten helfen, Bonität realistisch einzuschätzen, gerade bei größeren Summen.

Mara: Also ein Interessenkonflikt. Für die Schufa sind mehr Daten mehr Sicherheit bei der Einschätzung, für Betroffene sind es Daten, die eigentlich verjährt sein sollten.

Jonas: Genau das ist der Kern. Und dazwischen steht die Aufsichtsbehörde, in diesem Fall die hessische Datenschutzaufsicht. Die prüft das laut NOYB seit über einem Jahr, ohne dass ein Ergebnis vorliegt.

Mara: Über ein Jahr ist schon lang für so ein sensibles Thema.

Jonas: Das ist auch der Punkt, den Kritiker oft bei solchen Aufsichtsverfahren machen: Sie dauern, während die Praxis in der Zwischenzeit einfach weiterläuft. Seit den ersten Medienberichten im Juli gibt es übrigens eine deutliche Zunahme an Verbraucheranfragen direkt bei der Schufa.

Mara: Die Leute wollen also selbst nachsehen, was über sie gespeichert ist.

Jonas: Ja, und das ist eigentlich eine gute Reaktion. Man muss nicht auf ein Gerichtsverfahren warten, um die eigene Selbstauskunft anzufordern. Das kann jeder tun, kostenlos, einmal im Jahr.

Mara: Was würdest du sagen, ist der Lerneffekt aus diesem Fall, auch wenn das Verfahren noch läuft?

Jonas: Ich würde sagen: Auskunftsrechte sind kein Bürokratie-Kram, sondern ein echtes Kontrollinstrument. Wer nie nachfragt, was über ihn gespeichert ist, überlässt die Deutungshoheit über die eigene Kreditwürdigkeit komplett anderen.

Mara: Und man merkt an dem Fall auch, wie schwer es ist, große Institutionen wie die Schufa überhaupt rechtlich zu greifen.

Jonas: Genau, deswegen sind Verbandsklagen ja auch relativ neu und wichtig in Europa. Einzelpersonen haben selten die Ressourcen, gegen so ein System zu klagen. Bündelung schafft hier erst Gegengewicht.

Mara: Okay, verstanden. Kommen wir zum zweiten Thema, das ist ja ganz anders gelagert.

Jonas: Ja, deutlich anderer Bereich, aber auch mit Manipulationsmechanismen. Die Verbraucherzentrale hat eine Veranstaltung zu sogenannten Dark Patterns bei In-Game- und In-App-Käufen von Minderjährigen.

Mara: Dark Patterns, das ist doch dieser Begriff für Designtricks, die einen zu bestimmten Handlungen drängen, oder?

Jonas: Exakt. Dark Patterns sind Gestaltungselemente in Apps oder Spielen, die gezielt so aufgebaut sind, dass Nutzerinnen und Nutzer eher klicken, kaufen oder weiterspielen, ohne dass das unbedingt ihre bewusste Entscheidung ist.

Mara: Also technisch kein Betrug im strafrechtlichen Sinn, aber psychologisch schon ziemlich manipulativ.

Jonas: Genau die Grauzone. Bei Kindern und Jugendlichen ist das besonders heikel, weil die Impulskontrolle sich erst entwickelt und viele Mechaniken genau darauf zielen. Zeitdruck, Countdown-Timer, künstliche Verknappung, virtuelle Währungen, die den echten Preis verschleiern.

Mara: Diese virtuellen Münzen sind ja ein Klassiker. Man kauft für zehn Euro tausend Gems, und dann kostet ein Item angeblich nur vierhundert Gems.

Jonas: Genau, und dieser Umrechnungsschritt sorgt dafür, dass der reale Geldwert im Kopf verschwimmt. Man denkt in Spielwährung, nicht in Euro. Das ist ein bekannter psychologischer Effekt bei Gamification.

Mara: Und Eltern merken das oft erst, wenn die Kreditkartenabrechnung kommt.

Jonas: Genau darum geht es in dieser Veranstaltung der Verbraucherzentrale. Sie richtet sich an Eltern, Lehrkräfte und Sozialpädagogen, also an Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, aber selbst oft nicht in der Gaming-Welt zuhause sind.

Mara: Das ist ja auch ein Generationenthema. Viele Erwachsene verstehen die Mechanik der Spiele gar nicht richtig.

Jonas: Stimmt, und genau da liegt eine Schwachstelle. Wenn Eltern das Spiel nicht verstehen, können sie auch schwer erkennen, wo der Übergang von normalem Spielspaß zu gezielter Kaufmanipulation liegt.

Mara: Gibt es denn schon rechtliche Leitplanken dagegen, oder ist das noch komplett Neuland?

Jonas: Es gibt auf EU-Ebene Bewegung, etwa im Digital Services Act, der bestimmte manipulative Designs stärker adressiert. Aber die Umsetzung und Durchsetzung hinkt der technischen Entwicklung oft hinterher. Deshalb setzen Verbraucherzentralen zusätzlich auf Aufklärung statt nur auf Regulierung.

Mara: Was kann man denn konkret als Elternteil tun, ohne dem Kind gleich das ganze Hobby zu verbieten?

Jonas: Ein paar praktische Punkte, die in solchen Veranstaltungen typischerweise genannt werden: Zahlungsmethoden im Account entkoppeln, also keine gespeicherte Kreditkarte oder PIN-Abfrage bei jedem Kauf aktivieren. Zweitens: Ausgabenlimits über die Konsole oder das Betriebssystem einstellen. Und drittens, ganz einfach, mit dem Kind über die Mechanik reden, nicht nur über Verbote.

Mara: Also eher Medienkompetenz statt reiner Kontrolle.

Jonas: Genau, weil Kontrolle allein oft umgangen wird, aber Verständnis für die Trickmechanik bleibt. Wenn ein Kind selbst erkennt, dass der Countdown-Timer künstlich Druck erzeugt, ist das nachhaltiger als ein reines Verbot.

Mara: Was verbindet die beiden Themen heute eigentlich, wenn man mal einen Schritt zurücktritt? Beide klingen ja erstmal ziemlich unterschiedlich.

Jonas: Ich würde sagen, beide drehen sich um Informationsasymmetrie. Bei der Schufa wissen Institutionen mehr über uns, als wir über uns selbst wissen dürfen. Bei den Dark Patterns wissen Plattformen mehr über unser Verhalten und unsere Schwachstellen, als wir selbst im Moment merken.

Mara: Also in beiden Fällen: Wissen und Kontrolle liegen woanders, und man muss sich das Recht auf Durchblick aktiv zurückholen.

Jonas: Genau das ist der gemeinsame Nenner. Ob durch eine Selbstauskunft bei der Schufa oder durch das Verstehen von Spielmechaniken bei Kindern, es geht beide Mal um Transparenz, die nicht automatisch da ist, sondern eingefordert werden muss.

Mara: Und beides sind eben keine spektakulären Straftaten, sondern eher strukturelle Probleme, die im Alltag trotzdem echten Schaden anrichten können.

Jonas: Richtig, finanziellen und manchmal auch psychologischen Schaden, gerade bei Kindern, die stark unter Kaufdruck oder Gruppenzwang im Spiel stehen können.

Jonas: Gut, dann fassen wir kurz zusammen. Bei der Schufa geht es um die Frage, ob ein Auskunftsrecht in der Praxis wirklich vollständig eingehalten wird, und um den Versuch, das über eine Sammelklage juristisch zu klären. Bei den Dark Patterns geht es um Designmechaniken, die gezielt auf Impulsivität setzen, besonders bei jungen Nutzerinnen und Nutzern.

Mara: Beide Fälle zeigen letztlich, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen, wo Systeme mehr wissen oder mehr steuern, als uns bewusst ist.

Jonas: Genau. Das war Crime & Kontext für heute, bewusst kurz gehalten, weil die Faktenlage bei beiden Themen noch in Bewegung ist. Dieser Podcast ist vollständig KI-generiert, alle Quellen und Hintergründe findet ihr auf podcast.loginai.de.

Mara: Danke fürs Zuhören, und bleibt aufmerksam, gerade bei den Dingen, die auf den ersten Blick harmlos wirken.

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