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Crime & Kontext
Folge 0705.07.202611:34 KI-vertont

Proteste in Erfurt gegen AfD-Parteitag und neue Phishing-Wellen im Namen von Behörden (05.07.2026)

Zehntausende demonstrieren in Erfurt gegen den AfD-Parteitag, während Betrüger mit gefälschten Mails von Behörden und Banken auf Beutezug sind – die wichtigsten News im Überblick.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    Zehntausende protestieren in Erfurt gegen AfD-Bundesparteitag

    Tagesschau

    Rund um den AfD-Bundesparteitag in Erfurt demonstrierten laut Polizei etwa 31.000 Menschen, das Bündnis „Widersetzen“ sprach von mindestens 50.000 Teilnehmern; Aktivisten blockierten zeitweise die Autobahn 71 sowie mehrere Zufahrtsstraßen zur Messe, sodass Delegierte teils nachts anreisen mussten. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte ein Demonstrationsverbot auf bestimmten Zufahrtswegen, dennoch fand der Parteitag ohne größere Verzögerungen statt, bei dem Alice Weidel und Tino Chrupalla als Vorsitzende wiedergewählt wurden. Bei den Protesten kam es zu Angriffen auf Journalisten, darunter durch Flaschenwürfe verletzte Reporter, während zugleich ein Nachfahre der jüdischen Familie Simson öffentlich gegen die Vereinnahmung des Namens durch die AfD protestierte.

    Original
  2. 02

    Phishing-Radar: Aktuelle Betrugsmails im Namen von Behörden und Banken im Umlauf

    Verbraucherzentrale

    Die Verbraucherzentrale NRW warnt aktuell vor zahlreichen Phishing-Mails, die im Namen von Bundesministerium, Postbank, PayPal, Volksbanken Raiffeisenbanken, Commerzbank und AOK verschickt werden. Die Betrüger setzen dabei typischerweise auf unpersönliche Anreden, unseriöse Absenderadressen, kurze Fristsetzungen sowie Drohungen mit Kontosperrungen, um Empfänger zur Preisgabe persönlicher Daten oder zu Überweisungen über eingebettete Links zu bewegen. Verbraucher sollten solche Mails ignorieren, in den Spam-Ordner verschieben und entsprechende Informationen ausschließlich über offizielle Apps, Internetseiten oder bekannte Kontaktwege der jeweiligen Institutionen überprüfen.

    Original
FAQ

Häufige Fragen

Wie viele Menschen demonstrierten in Erfurt gegen den AfD-Bundesparteitag?

Nach Polizeiangaben nahmen rund 31.000 Menschen teil, das Bündnis „Widersetzen“ sprach von mindestens 50.000 Teilnehmern.

Konnten die Proteste den Parteitag verhindern?

Nein, trotz Blockaden der Autobahn 71 und mehrerer Zufahrtsstraßen fand der Parteitag ohne größere Verzögerungen statt; Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden als Vorsitzende wiedergewählt.

Kam es bei den Protesten zu Zwischenfällen?

Ja, es wurden Angriffe auf Journalisten registriert, darunter durch Flaschenwürfe verletzte Reporter; zudem protestierte ein Nachfahre der jüdischen Familie Simson gegen die Nutzung des Namens durch die AfD.

Vor welchen aktuellen Phishing-Mails warnt die Verbraucherzentrale NRW?

Es kursieren betrügerische Mails im Namen von Bundesministerium, Postbank, PayPal, Volksbanken Raiffeisenbanken, Commerzbank und AOK, die persönliche Daten oder Zahlungen erschleichen wollen.

Woran erkennt man solche Phishing-Mails typischerweise?

Typische Merkmale sind unpersönliche Anreden, unseriöse Absenderadressen, kurze Fristsetzungen und Drohungen mit Kontosperrungen.

Vollständiges Transkript

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Jonas: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Crime und Kontext, ich bin Jonas. Und wie immer bei mir ist Mara, die den Fällen mit ihren Fragen auf den Grund geht. Schön, dass du da bist.

Mara: Hallo zusammen. Und ich hab heute schon eine Vermutung, worum es geht, weil ich selbst diese Woche so eine Mail bekommen habe.

Jonas: Das passt perfekt, denn genau darum geht es heute. Die Verbraucherzentrale NRW warnt aktuell vor einer ganzen Welle von Phishing-Mails, die im Namen von echten Institutionen verschickt werden. Bundesministerium, Postbank, PayPal, Volksbanken, Commerzbank, sogar die AOK.

Mara: Also praktisch überall dort, wo man als normaler Mensch Kontakt zu hat. Bank, Krankenkasse, Behörde.

Jonas: Genau das ist der Punkt. Es sind keine exotischen Absender, sondern die Institutionen, mit denen fast jeder von uns irgendwann zu tun hat. Und deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass so eine Mail bei irgendjemandem gerade tatsächlich passt. Man erwartet ja vielleicht wirklich eine Nachricht von der Bank.

Mara: Erzähl mal, was stand denn in deiner Mail, oder was war bei dir der Auslöser, dass du das Thema aufgegriffen hast?

Jonas: Es sind typische Muster, die die Verbraucherzentrale beschreibt. Unpersönliche Anrede, also sehr geehrter Kunde statt dem eigenen Namen. Eine Absenderadresse, die auf den ersten Blick echt wirkt, aber bei genauem Hinsehen komisch ist. Und dann kommt die Dringlichkeit ins Spiel.

Mara: Was heißt Dringlichkeit konkret?

Jonas: Kurze Fristen. Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt, wenn Sie nicht sofort handeln. Oder, bei der AOK zum Beispiel, es geht angeblich um eine ausstehende Rückerstattung, die man nur bekommt, wenn man sofort seine Daten bestätigt.

Mara: [pauses] Das ist ja fast schon klassisch. Zeitdruck erzeugen, damit man nicht nachdenkt.

Jonas: Exakt. Und das ist auch der eigentliche Kern des Themas heute. Es geht nicht nur um eine technische Masche, sondern um ein psychologisches Prinzip, das seit Jahrzehnten funktioniert. Angst und Zeitdruck schalten das rationale Nachdenken aus.

Mara: Weil man in dem Moment nicht überlegt, ob die Mail echt ist, sondern nur denkt, oh nein, mein Konto wird gesperrt, ich muss jetzt handeln.

Jonas: Genau. Und genau in diesem Moment klickt man auf den Link in der Mail, landet auf einer Seite, die aussieht wie das Online-Banking oder das PayPal-Login, und gibt dort seine Zugangsdaten ein.

Mara: Und die Seite sieht wirklich täuschend echt aus?

Jonas: Häufig ja. Logo, Farben, Layout, alles kopiert. Der einzige Unterschied ist meistens die Internetadresse in der Adresszeile, die eben nicht wirklich zur Bank gehört, sondern zu einer Domain, die der oder die Täter registriert haben.

Mara: Also im Grunde ein digitaler Nachbau eines vertrauten Ortes.

Jonas: Schöner kann man es kaum sagen. Man betritt scheinbar einen Ort, den man kennt, dem man vertraut, und merkt gar nicht, dass man in Wirklichkeit woanders gelandet ist.

Mara: Was passiert denn dann mit den Daten, die man dort eingibt?

Jonas: Die landen direkt bei den Betrügern. Je nachdem, um welche Art von Zugangsdaten es geht, können sie damit dann zum Beispiel Überweisungen vornehmen, im Namen der Person Bestellungen tätigen oder die Daten für weitere Betrugsversuche nutzen, etwa um sich als die Person auszugeben.

Mara: Das heißt, es bleibt nicht nur bei dem einen Klick, sondern es kann eine ganze Kette an Folgen auslösen.

Jonas: Richtig. Und genau deshalb ist die Warnung der Verbraucherzentrale auch keine Kleinigkeit, sondern ein wichtiger Hinweis, gerade weil aktuell mehrere große Namen gleichzeitig missbraucht werden.

Mara: Warum eigentlich mehrere gleichzeitig? Ist das Zufall oder hat das System dahinter?

Jonas: Es hat System. Die Täter verschicken solche Mails oft massenhaft, automatisiert, an sehr viele Adressen gleichzeitig. Es ist für sie günstiger, mehrere Kampagnen parallel laufen zu lassen, weil dann die Wahrscheinlichkeit steigt, dass irgendeine davon bei irgendjemandem gerade thematisch passt.

Mara: Also eine Art Streuschuss-Prinzip.

Jonas: Genau. Man muss sich das vorstellen wie beim Angeln mit mehreren Ruten gleichzeitig. Man weiß nicht, welcher Köder anbeißt, aber je mehr Köder man auswirft, desto größer die Chance auf einen Erfolg.

Mara: [laughs] Kein schönes Bild, aber es passt leider gut.

Jonas: Und das Perfide daran ist, dass diese Mails inzwischen technisch immer besser gemacht sind. Früher konnte man Phishing oft an schlechter Rechtschreibung erkennen. Das ist heute deutlich seltener der Fall.

Mara: Woran liegt das? Werden die Täter einfach professioneller?

Jonas: Zum einen ja, zum anderen spielt sicher auch eine Rolle, dass Übersetzungswerkzeuge und Textprogramme heute deutlich besser sind. Fehler, die früher ein klares Warnsignal waren, fallen als Erkennungsmerkmal zunehmend weg.

Mara: Das heißt, man kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass schlechte Grammatik verrät, dass etwas faul ist.

Jonas: Nein, das wäre zu einfach. Deshalb rät die Verbraucherzentrale auch zu ganz anderen Kriterien. Nicht auf die Sprache schauen, sondern auf die Struktur der Mail. Wird man persönlich angesprochen? Kommt die Absenderadresse wirklich von der offiziellen Domain? Wird Druck aufgebaut?

Mara: Und wenn eine dieser Fragen komisch beantwortet wird, sollte man vorsichtig sein.

Jonas: Genau, und im Zweifel gilt die einfache Regel, gar nicht auf den Link in der Mail klicken. Sondern die eigene Banking-App öffnen oder die offizielle Internetseite direkt eintippen und dort nachsehen, ob es wirklich eine offene Angelegenheit gibt.

Mara: Das klingt simpel, aber ich frage mich, warum trotzdem so viele Menschen darauf reinfallen. Ist das naiv, oder ist da mehr dahinter?

Jonas: Ich finde den Begriff naiv da unpassend. Es geht weniger um Dummheit, sondern um Stress im Alltag. Viele Menschen checken Mails nebenbei, zwischen Job und Familie, oft am Handy, oft in Eile. Und genau in dieser Eile funktionieren die psychologischen Trigger am besten.

Mara: Also eher ein Problem der Situation als der Person.

Jonas: Genau so sehe ich das auch. Und das macht das Thema auch gesellschaftlich relevant. Es betrifft nicht nur unaufmerksame oder technisch unerfahrene Menschen, sondern potenziell jeden von uns, wenn der Moment ungünstig ist.

Mara: Gibt es eigentlich Zahlen dazu, wie oft solche Maschen tatsächlich funktionieren?

Jonas: Genaue bundesweite Zahlen zu einzelnen Kampagnen liegen meist nicht öffentlich vor, aber Verbraucherzentralen und Polizeidienststellen berichten regelmäßig, dass Phishing zu den häufigsten Formen von Internetkriminalität gehört, mit der Bürger und Bürgerinnen konfrontiert werden. Es ist also kein Randphänomen, sondern ein Dauerthema.

Mara: Und die Ziele wechseln quasi ständig, mal ist es die Bank, mal die Krankenkasse, mal ein Ministerium.

Jonas: Genau, und das zeigt auch, wie flexibel die Täterstrukturen dahinter sind. Es ist relativ einfach, eine neue Kampagne mit einem neuen Absendernamen zu starten. Deshalb ist es wenig sinnvoll, sich nur einzelne Namen zu merken, die man meiden soll.

Mara: Sondern?

Jonas: Sondern das Muster zu erkennen. Fristsetzung, Drohung, Aufforderung zur Dateneingabe über einen Link. Wenn diese drei Zutaten zusammenkommen, sollte bei jedem eine Alarmglocke läuten, egal welcher Name gerade drübersteht.

Mara: Das heißt, es geht weniger um konkrete Firmen, sondern um ein Erkennungsraster, das man im Kopf haben sollte.

Jonas: Genau. Und die Verbraucherzentrale empfiehlt auch ganz konkret, solche Mails direkt zu ignorieren, in den Spam-Ordner zu verschieben und im Zweifel eben nicht über die Mail selbst, sondern über die offizielle App oder Webseite des Anbieters zu prüfen, ob es wirklich etwas zu klären gibt.

Mara: Kann man denn auch aktiv etwas tun, wenn man so eine Mail bekommt, außer sie zu löschen?

Jonas: Ja, durchaus. Man kann solche Mails den Verbraucherzentralen oder auch dem jeweiligen Unternehmen melden, viele Banken und Versicherer haben eigene Adressen dafür. Das hilft dabei, Muster zu erkennen und andere zu warnen, auch wenn es die einzelne Kampagne meist nicht sofort stoppt.

Mara: Und wenn man tatsächlich schon auf so einen Link geklickt und Daten eingegeben hat, was dann?

Jonas: Dann sollte man möglichst schnell handeln. Passwörter ändern, die betroffene Bank oder den Anbieter direkt kontaktieren, im Zweifel Karten sperren lassen. Und es ist wichtig zu betonen, dass man sich dafür nicht schämen muss. Diese Maschen sind gezielt darauf ausgelegt, auch aufmerksame Menschen zu täuschen.

Mara: Das finde ich einen wichtigen Punkt. Denn oft schwingt bei solchen Fällen ja eine Art Selbstvorwurf mit, wie konnte ich nur.

Jonas: Genau, und das ist psychologisch nachvollziehbar, aber es lenkt vom eigentlichen Problem ab. Die Verantwortung liegt bei denjenigen, die diese Täuschung konstruieren, nicht bei den Menschen, die in einem unaufmerksamen Moment darauf reagieren.

Mara: Wenn du das Thema jetzt zusammenfassen müsstest, was ist für dich der wichtigste Lerneffekt aus dieser aktuellen Warnwelle?

Jonas: Ich glaube, der wichtigste Punkt ist, dass Phishing kein einmaliges Phänomen ist, das irgendwann verschwindet, sondern eine Dauerbaustelle bleibt, die sich ständig anpasst. Wer glaubt, das betrifft mich nicht, weil ich aufpasse, unterschätzt oft, wie sehr Zeitdruck und Alltag die eigene Wachsamkeit senken können.

Mara: Also eher eine Frage der Routine, immer kurz misstrauisch zu bleiben, statt sich auf einmalige Vorsicht zu verlassen.

Jonas: Genau. Eine Art gesunde Grundskepsis gegenüber unerwarteten Mails, die zu schnellem Handeln aufrufen. Das ist letztlich der beste Schutz, den es aktuell gibt.

Mara: Ich glaube, das nehme ich aus dieser Folge mit. Nicht in Panik verfallen, aber eben auch nicht blind vertrauen, nur weil ein bekanntes Logo oben in der Mail steht.

Jonas: Genau das ist die Kernbotschaft. Danke dir für die Fragen heute, Mara, und danke euch allen fürs Zuhören bei Crime und Kontext. Bleibt aufmerksam, gerade im digitalen Alltag.

Mara: Und schaut immer zwei Mal hin, bevor ihr klickt. Bis zum nächsten Mal.

Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.

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