Zinspausen, Inflation & Verbraucherschutz: Wirtschaft im Fokus (19.06.2026)
Verbraucher fühlen sich kaum geschützt, Notenbanken halten die Zinsen stabil und die Inflation in Deutschland sinkt – während private Haushalte immer tiefer in die Tasche greifen müssen.
In dieser Folge
- 01
Verbraucherreport 2026: Große Mehrheit sieht Schutz junger Menschen in digitaler Welt, Finanzen und Ernährung als unzureichend an
VerbracuerzentraleDer Verbraucherreport 2026 des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt, dass 87 Prozent der Befragten den politischen Schutz von Kindern und Jugendlichen im Bereich Social Media und Online-Games für mangelhaft halten, während 82 Prozent beim Thema Finanzen und 74 Prozent im Ernährungsbereich erheblichen Nachbesserungsbedarf sehen. Besonders alarmierend ist das gesunkene Vertrauen in die Politik: Nur noch 20 Prozent der Befragten glauben, dass die Politik ihrer Schutzverantwortung tatsächlich gerecht wird – ein weiterer Rückgang gegenüber 24 Prozent im Jahr 2024. Der vzbv fordert daher verbindliche gesetzliche Regelungen für digitale Plattformen, besseren Schutz vor Überschuldung sowie Rahmenbedingungen, die gesunde Ernährung für junge Menschen zur zugänglichen Normalität machen.
Original - 02
Bank of England hält Leitzins bei 3,75 Prozent – Zinspause im Einklang mit der Fed
HandelsblattDie Bank of England hat ihren Leitzins unverändert bei 3,75 Prozent belassen und folgt damit dem Beispiel der US-Notenbank Fed, die ebenfalls eine Zinspause eingelegt hatte. Der geldpolitische Ausschuss entschied mit sieben zu zwei Stimmen gegen eine Zinserhöhung, wobei unter anderem BoE-Chefökonom Huw Pill für eine Anhebung um 25 Basispunkte votierte. Notenbank-Gouverneur Andrew Bailey verwies auf den jüngsten Rückgang der Energiepreise, der auf Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen sei.
Original - 03
Schweizerische Nationalbank hält Leitzins trotz steigender Inflation bei null Prozent
HandelsblattDie Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei null Prozent belassen und hält damit am niedrigsten Zinsniveau aller größeren Währungsräume fest. SNB-Präsident Martin Schlegel warnte trotz einer Absichtserklärung zum Kriegsende zwischen den USA und dem Iran vor anhaltend hoher Unsicherheit, da eine vorübergehende Entspannung nicht ausgeschlossen sei. Die weitere Inflationsentwicklung in der Schweiz hängt laut Schlegel maßgeblich davon ab, ob sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert und die Rohstoffpreise normalisieren.
Original - 04
Deutsche Inflationsrate sinkt im Mai 2026 auf 2,7 Prozent
BundesbankIm Mai 2026 ging die Inflationsrate in Deutschland gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) auf 2,7 Prozent zurück, nach 2,9 Prozent im April, wobei vor allem Energie und Nahrungsmittel weniger stark zur Teuerung beitrugen. Demgegenüber stiegen die Preise bei Dienstleistungen und Industriegütern ohne Energie an, was die Kerninflation von 2,3 auf 2,6 Prozent ansteigen ließ. Der HVPI dient als zentrale Messgröße für Preisstabilität im Euroraum und wird nach harmonisierten europäischen Methoden berechnet, wobei er sich vom nationalen Verbraucherpreisindex unter anderem dadurch unterscheidet, dass Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum nicht berücksichtigt werden.
Original - 05
Vier DAX-Aktien mit Momentum: Steigende Kurse bei sinkenden Bewertungen
HandelsblattDas Handelsblatt hat unter den 40 DAX-Konzernen vier sogenannte Momentum-Aktien identifiziert, bei denen die Bewertungen trotz steigender Kurse sinken, weil die Unternehmensgewinne noch schneller wachsen als die Aktienkurse. Während viele Aktien aufgrund überdurchschnittlicher Kurssteigerungen hoch bewertet sind und ein erhöhtes Rückschlagrisiko tragen, bieten diese vier Titel ein günstigeres Chance-Risiko-Profil. Besonders auffällig ist, dass ausgerechnet der Titel mit dem stärksten Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate gleichzeitig die deutlichste Bewertungsreduktion verzeichnet.
Original - 06
Private Haushalte tragen 2024 mehr als die Hälfte der deutschen Gesundheitsausgaben
DeStatisIm Jahr 2024 finanzierten private Haushalte mit rund 286,8 Milliarden Euro und einem Anteil von 54,3 % den größten Teil der laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland, die sich insgesamt auf 528,5 Milliarden Euro beliefen. Damit stieg ihr Beitrag gegenüber dem Vorjahr um 8,7 % und erreichte wieder ein ähnliches Niveau wie vor der Corona-Pandemie. Während Unternehmen ihren Finanzierungsbeitrag um 9,5 % auf 164,5 Milliarden Euro deutlich steigerten, blieb der staatliche Anteil mit 73,9 Milliarden Euro nahezu unverändert und sank anteilig von 15,0 % auf 14,0 %.
Original
- 01
Verbraucherreport 2026: Große Mehrheit sieht Schutz junger Menschen in digitaler Welt, Finanzen und Ernährung als unzureichend an
VerbracuerzentraleDer Verbraucherreport 2026 des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt, dass 87 Prozent der Befragten den politischen Schutz von Kindern und Jugendlichen im Bereich Social Media und Online-Games für mangelhaft halten, während 82 Prozent beim Thema Finanzen und 74 Prozent im Ernährungsbereich erheblichen Nachbesserungsbedarf sehen. Besonders alarmierend ist das gesunkene Vertrauen in die Politik: Nur noch 20 Prozent der Befragten glauben, dass die Politik ihrer Schutzverantwortung tatsächlich gerecht wird – ein weiterer Rückgang gegenüber 24 Prozent im Jahr 2024. Der vzbv fordert daher verbindliche gesetzliche Regelungen für digitale Plattformen, besseren Schutz vor Überschuldung sowie Rahmenbedingungen, die gesunde Ernährung für junge Menschen zur zugänglichen Normalität machen.
Original - 02
Bank of England hält Leitzins bei 3,75 Prozent – Zinspause im Einklang mit der Fed
HandelsblattDie Bank of England hat ihren Leitzins unverändert bei 3,75 Prozent belassen und folgt damit dem Beispiel der US-Notenbank Fed, die ebenfalls eine Zinspause eingelegt hatte. Der geldpolitische Ausschuss entschied mit sieben zu zwei Stimmen gegen eine Zinserhöhung, wobei unter anderem BoE-Chefökonom Huw Pill für eine Anhebung um 25 Basispunkte votierte. Notenbank-Gouverneur Andrew Bailey verwies auf den jüngsten Rückgang der Energiepreise, der auf Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen sei.
Original - 03
Schweizerische Nationalbank hält Leitzins trotz steigender Inflation bei null Prozent
HandelsblattDie Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei null Prozent belassen und hält damit am niedrigsten Zinsniveau aller größeren Währungsräume fest. SNB-Präsident Martin Schlegel warnte trotz einer Absichtserklärung zum Kriegsende zwischen den USA und dem Iran vor anhaltend hoher Unsicherheit, da eine vorübergehende Entspannung nicht ausgeschlossen sei. Die weitere Inflationsentwicklung in der Schweiz hängt laut Schlegel maßgeblich davon ab, ob sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert und die Rohstoffpreise normalisieren.
Original - 04
Deutsche Inflationsrate sinkt im Mai 2026 auf 2,7 Prozent
BundesbankIm Mai 2026 ging die Inflationsrate in Deutschland gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) auf 2,7 Prozent zurück, nach 2,9 Prozent im April, wobei vor allem Energie und Nahrungsmittel weniger stark zur Teuerung beitrugen. Demgegenüber stiegen die Preise bei Dienstleistungen und Industriegütern ohne Energie an, was die Kerninflation von 2,3 auf 2,6 Prozent ansteigen ließ. Der HVPI dient als zentrale Messgröße für Preisstabilität im Euroraum und wird nach harmonisierten europäischen Methoden berechnet, wobei er sich vom nationalen Verbraucherpreisindex unter anderem dadurch unterscheidet, dass Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum nicht berücksichtigt werden.
Original - 05
Vier DAX-Aktien mit Momentum: Steigende Kurse bei sinkenden Bewertungen
HandelsblattDas Handelsblatt hat unter den 40 DAX-Konzernen vier sogenannte Momentum-Aktien identifiziert, bei denen die Bewertungen trotz steigender Kurse sinken, weil die Unternehmensgewinne noch schneller wachsen als die Aktienkurse. Während viele Aktien aufgrund überdurchschnittlicher Kurssteigerungen hoch bewertet sind und ein erhöhtes Rückschlagrisiko tragen, bieten diese vier Titel ein günstigeres Chance-Risiko-Profil. Besonders auffällig ist, dass ausgerechnet der Titel mit dem stärksten Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate gleichzeitig die deutlichste Bewertungsreduktion verzeichnet.
Original - 06
Private Haushalte tragen 2024 mehr als die Hälfte der deutschen Gesundheitsausgaben
DeStatisIm Jahr 2024 finanzierten private Haushalte mit rund 286,8 Milliarden Euro und einem Anteil von 54,3 % den größten Teil der laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland, die sich insgesamt auf 528,5 Milliarden Euro beliefen. Damit stieg ihr Beitrag gegenüber dem Vorjahr um 8,7 % und erreichte wieder ein ähnliches Niveau wie vor der Corona-Pandemie. Während Unternehmen ihren Finanzierungsbeitrag um 9,5 % auf 164,5 Milliarden Euro deutlich steigerten, blieb der staatliche Anteil mit 73,9 Milliarden Euro nahezu unverändert und sank anteilig von 15,0 % auf 14,0 %.
Original
Häufige Fragen
Was zeigt der Verbraucherreport 2026 zum Schutz junger Menschen?
Der Verbraucherreport 2026 des vzbv belegt, dass große Mehrheiten der Bevölkerung den Schutz von Kindern und Jugendlichen in zentralen Lebensbereichen für unzureichend halten: 87 Prozent kritisieren den Schutz im digitalen Bereich (Social Media, Online-Games), 82 Prozent im Finanzbereich und 74 Prozent bei der Ernährung. Der vzbv fordert deshalb verbindliche gesetzliche Regelungen, etwa für digitale Plattformen und gesunde Ernährungsumgebungen.
Wie stark ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik beim Verbraucherschutz gesunken?
Laut Verbraucherreport 2026 glauben nur noch 20 Prozent der Befragten, dass die Politik ihrer Schutzverantwortung gegenüber Verbrauchern tatsächlich gerecht wird – ein weiterer Rückgang gegenüber 24 Prozent im Vorjahr. Dieser Vertrauensverlust unterstreicht den wachsenden Druck auf die Politik, konkrete und verbindliche Maßnahmen zu ergreifen.
Warum haben Bank of England und Fed gleichzeitig eine Zinspause eingelegt?
Sowohl die Bank of England (Leitzins: 3,75 %) als auch die US-Notenbank Fed haben ihre Leitzinsen unverändert gelassen, unter anderem weil sinkende Energiepreise – begünstigt durch Fortschritte in den US-Iran-Gesprächen – den Inflationsdruck dämpfen. Der geldpolitische Ausschuss der BoE entschied mit sieben zu zwei Stimmen gegen eine Zinserhöhung, obwohl Chefökonom Huw Pill für eine Anhebung um 25 Basispunkte votierte.
Warum hält die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins bei null Prozent, obwohl die Inflation steigt?
Die SNB belässt ihren Leitzins bei null Prozent – dem niedrigsten Niveau aller größeren Währungsräume – weil die weitere Inflationsentwicklung maßgeblich von externen Faktoren abhängt, insbesondere von der Stabilisierung der Lage im Nahen Osten und der Normalisierung der Rohstoffpreise. SNB-Präsident Martin Schlegel warnte trotz einer Absichtserklärung zum Kriegsende zwischen den USA und dem Iran vor anhaltend hoher Unsicherheit.
Was bedeutet der Anstieg der deutschen Kerninflation trotz sinkender Gesamtinflationsrate im Mai 2026?
Im Mai 2026 sank die deutsche Gesamtinflationsrate (HVPI) auf 2,7 Prozent, weil Energie und Nahrungsmittel weniger stark zur Teuerung beitrugen. Gleichzeitig stieg die Kerninflation – also die Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel – von 2,3 auf 2,6 Prozent, was auf anhaltenden Preisdruck bei Dienstleistungen und Industriegütern hinweist und für die EZB-Geldpolitik ein relevantes Signal bleibt.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Martin: Willkommen bei Geld und Alltag, ich bin Martin. Heute schauen wir uns wieder an, was aktuelle Wirtschafts- und Verbrauchermeldungen konkret für uns alle bedeuten. Mit dabei ist wie immer Nina, die die Perspektive der Verbraucherinnen und Verbraucher einbringt. Hallo Nina.
Nina: Hallo Martin, schön wieder dabei zu sein. Es gibt heute einiges zu besprechen, glaube ich.
Martin: Ja, tatsächlich. Fangen wir gleich mit einer Meldung an, die mich ehrlich gesagt nicht überrascht hat, aber trotzdem zum Nachdenken bringt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat seinen Verbraucherreport 2026 veröffentlicht. Und die Zahlen sind ziemlich deutlich.
Nina: Was kam da raus?
Martin: 87 Prozent der Befragten finden, dass Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt, also bei Social Media und Online-Games, politisch nicht ausreichend geschützt werden. 82 Prozent sehen beim Thema Finanzen erheblichen Nachbesserungsbedarf, und 74 Prozent beim Thema Ernährung. Das ist eine sehr große Mehrheit, die der Politik hier ein schlechtes Zeugnis ausstellt.
Nina: Und was sagen die Leute, wie gut die Politik das insgesamt hinbekommt?
Martin: Nur noch 20 Prozent glauben, dass die Politik ihrer Schutzverantwortung wirklich gerecht wird. Im Vorjahr waren es noch 24 Prozent. Das Vertrauen sinkt also weiter.
Nina: Das ist schon wenig. Gerade beim Thema Finanzen frage ich mich, was das konkret heißt. Geht es da um Überschuldung, um Jugendliche, die sich in Kredite locken lassen?
Martin: Genau das. Der vzbv fordert unter anderem besseren Schutz vor Überschuldung, also konkret gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass junge Menschen zu leicht in Schuldenfallen geraten. Und beim Digitalen geht es um verbindliche Regeln für Plattformen, nicht nur freiwillige Selbstverpflichtungen. Das sind Forderungen, die schon länger im Raum stehen, aber offenbar bisher zu wenig passiert ist.
Nina: Ja, das kenne ich aus dem Bekanntenkreis. Kinder, die in Apps Geld ausgeben, ohne dass die Eltern das richtig kontrollieren können. Da wäre mehr Schutz wirklich sinnvoll.
Martin: Absolut. Kommen wir zu einem anderen Thema, das auf den ersten Blick weit weg klingt, aber durchaus Auswirkungen haben kann. Die Bank of England hat ihren Leitzins unverändert bei 3,75 Prozent gelassen. Die US-Notenbank Fed hat ebenfalls eine Zinspause eingelegt.
Nina: Und was hat das mit uns in Deutschland zu tun?
Martin: Direkt erstmal wenig, weil wir den Euro haben und die EZB unsere Zentralbank ist. Aber indirekt beobachten wir natürlich, wie andere große Notenbanken agieren. Interessant ist der Grund für die Pause: Die Bank of England verweist auf gesunkene Energiepreise, was wiederum mit Entspannungssignalen zwischen den USA und dem Iran zusammenhängt. Günstigere Energiepreise wirken sich früher oder später auch auf die Inflation aus, und das spüren wir dann an der Zapfsäule oder bei der Gasrechnung.
Nina: Also eher eine gute Nachricht, wenn Energie billiger wird?
Martin: Tendenziell ja, wobei man vorsichtig sein sollte. Die Schweizerische Nationalbank hat gleichzeitig ihren Leitzins bei null Prozent belassen, also dem niedrigsten Niveau aller größeren Währungsräume. Und der SNB-Chef hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Lage im Nahen Osten noch sehr unsicher ist. Eine vorübergehende Entspannung bedeutet nicht, dass die Rohstoffpreise dauerhaft sinken.
Nina: Also abwarten und beobachten.
Martin: Genau. Und damit kommen wir zu einer Meldung, die direkt in unsere Geldbörsen reinspielt. Die deutsche Inflationsrate ist im Mai 2026 auf 2,7 Prozent gesunken, nach 2,9 Prozent im April.
Nina: Das klingt erstmal gut. Aber ich höre immer, man soll da genauer hinschauen. Was steckt dahinter?
Martin: Du hast recht, der Blick ins Detail lohnt sich. Energie und Nahrungsmittel haben weniger stark zur Teuerung beigetragen, das ist der Hauptgrund für den Rückgang. Aber gleichzeitig ist die sogenannte Kerninflation, also die Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel, von 2,3 auf 2,6 Prozent gestiegen. Das bedeutet, Dienstleistungen und viele Industriegüter werden weiter teurer.
Nina: Was zum Beispiel?
Martin: Denk an Friseur, Handwerker, Reparaturen, aber auch an viele Alltagsprodukte, die nicht direkt von Energiepreisen abhängen. Das ist das, was man im Alltag oft stärker spürt als die Gesamtrate. Die Gesamtinflation sinkt, aber die Preise für viele Dienstleistungen steigen weiter.
Nina: Also fühlt es sich im Supermarkt vielleicht etwas besser an, aber beim Handwerker oder beim Friseur nicht unbedingt.
Martin: Gut zusammengefasst. Und noch ein technischer Hinweis für alle, die sich fragen, warum man manchmal verschiedene Zahlen hört: Es gibt den nationalen Verbraucherpreisindex und den harmonisierten europäischen Index, den HVPI. Die 2,7 Prozent sind der europäisch harmonisierte Wert. Der nationale Wert kann leicht abweichen, weil zum Beispiel die Kosten für selbst genutztes Wohneigentum darin nicht enthalten sind.
Nina: Das erklärt einiges. Ich habe mich immer gefragt, warum die Zahlen manchmal nicht ganz zusammenpassen, die man liest.
Martin: Genau, das ist oft Verwirrung stiftend. Jetzt zu einer Meldung, die wir bewusst nur kurz streifen, weil sie nicht wirklich in unseren Fokus passt. Es gibt Berichte über sogenannte Momentum-Aktien im DAX, also Aktien, bei denen Kurse steigen, aber die Bewertungen gleichzeitig sinken, weil Unternehmensgewinne noch schneller wachsen.
Nina: Das klingt nach Börsenthema. Ist das nicht eher was für Anleger?
Martin: Ja, das ist letztlich Börsenrauschen für aktive Anleger, und dafür sind wir hier nicht die richtige Adresse. Wer sich für Einzelaktien interessiert, sollte sich von Fachleuten oder einer unabhängigen Beratung begleiten lassen. Wir lassen das an dieser Stelle bewusst außen vor.
Nina: Gut, finde ich richtig.
Martin: Kommen wir zur letzten Meldung, und die hat es wirklich in sich. Das Statistische Bundesamt hat Zahlen zu den deutschen Gesundheitsausgaben 2024 veröffentlicht. Insgesamt wurden 528,5 Milliarden Euro für Gesundheit ausgegeben. Und weißt du, wer den größten Teil davon finanziert hat?
Nina: Ich ahne schon, worauf das hinausläuft.
Martin: Private Haushalte, also wir alle. 286,8 Milliarden Euro, das sind 54,3 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Und dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent gestiegen.
Nina: Moment, mehr als die Hälfte? Ich dachte, wir haben ein Solidarsystem, wo die Krankenkassen das tragen.
Martin: Das ist ein wichtiger Punkt. In dieser Statistik werden alle privaten Beiträge zusammengezählt, also die Krankenkassenbeiträge, die wir als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen, private Zusatzversicherungen, Zuzahlungen bei Medikamenten und Arztbesuchen, und auch private Krankenversicherungen. Das alles fließt in den Topf der privaten Haushalte.
Nina: Ah, das erklärt es. Also nicht nur die Eigenanteile beim Zahnarzt, sondern auch die monatlichen Kassenbeiträge.
Martin: Genau. Und interessant ist der Vergleich: Unternehmen haben ihren Anteil um fast 9,5 Prozent auf 164,5 Milliarden Euro erhöht, was vor allem an den Arbeitgeberbeiträgen zur Krankenversicherung liegt. Der Staat hingegen hat seinen Beitrag kaum erhöht, 73,9 Milliarden Euro, und sein Anteil ist sogar von 15 auf 14 Prozent gesunken.
Nina: Das heißt, der Staat zieht sich ein bisschen zurück, während Haushalte und Betriebe mehr tragen.
Martin: So kann man es lesen. Und das ist eine Entwicklung, die viele Menschen im Alltag spüren, wenn die Krankenkassenbeiträge steigen oder Zuzahlungen höher werden. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts bestätigen das jetzt schwarz auf weiß. [pauses] Das ist keine politische Wertung von uns, aber es ist wichtig, diese Verschiebungen zu kennen.
Nina: Gerade für Familien oder Menschen mit niedrigerem Einkommen ist das ja besonders spürbar. Wenn die Beiträge steigen, bleibt am Ende weniger übrig.
Martin: Absolut. Und das zeigt auch, wie eng Gesundheit und persönliche Finanzen miteinander verknüpft sind. Das ist kein abstraktes Statistikthema, sondern Alltag für Millionen Menschen.
Nina: Ja, genau. Das merkt man spätestens, wenn man die Gehaltsabrechnung anschaut und sieht, wie viel für Sozialabgaben abgeht.
Martin: So ist es. Dann fassen wir kurz zusammen, was wir heute besprochen haben. Der Verbraucherreport 2026 zeigt, dass das Vertrauen in den politischen Verbraucherschutz weiter sinkt, besonders beim Schutz junger Menschen im Netz und bei Finanzthemen. Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai leicht auf 2,7 Prozent gesunken, aber die Kerninflation bei Dienstleistungen steigt. Internationale Notenbanken halten ihre Zinsen stabil, auch wegen unsicherer Energiemärkte. Und die Gesundheitsausgaben-Statistik zeigt, dass private Haushalte mehr als die Hälfte der deutschen Gesundheitskosten tragen, mit steigender Tendenz. Das sind alles Themen, die den Alltag direkt betreffen. Danke Nina fürs Mitdenken heute.
Nina: Danke Martin. Und an alle, die zuhören: Schaut ruhig mal in den Verbraucherreport rein, der ist frei zugänglich und zeigt gut, wo der Schuh drückt. Bis zum nächsten Mal.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com