Pflegereform, Schufa-Score, V2G-Technologie & EZB-Inflationserwartungen (29.06.2026)
Pflegereform, neuer Schufa-Score, Geldverdienen mit dem E-Auto als Stromspeicher – und warum KI-Aktien gerade unter Druck stehen. Das und mehr in eurem Finanz-Update!
In dieser Folge
- 01
Pflegeversicherung: Strukturelle Reformen dringend erforderlich
WeltDie deutsche Pflegeversicherung befindet sich in einem kritischen Zustand und gilt ohne grundlegende Reformen weiterhin als Sanierungsfall. Experten fordern tiefgreifende strukturelle Veränderungen, um die langfristige Finanzierbarkeit des Systems zu sichern. Dabei stehen Fragen zur Lastenverteilung zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern sowie mögliche Anpassungen der Beitragssätze im Mittelpunkt der Reformdebatte.
Original - 02
Neuer Schufa-Score seit März 2026: Was Verbraucher wissen müssen
VerbracuerzentraleSeit dem 17. März 2026 bewertet die Schufa die Kreditwürdigkeit von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf einer neuen Punkteskala von 100 bis 999, die auf 12 erstmals öffentlich einsehbaren Kriterien basiert und damit deutlich transparenter ist als das bisherige System. Ein wesentlicher Fortschritt ist, dass künftig Verbraucher und Unternehmen denselben Score erhalten sollen, allerdings nutzen zum Einführungszeitpunkt erst rund 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Wert, sodass alte Branchen-Scores weiterhin im Umlauf sind. Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Score kostenlos per Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anfordern und sollten fehlerhafte Einträge umgehend korrigieren lassen, da diese den Score erheblich verschlechtern können.
Original - 03
Elektroauto als Stromspeicher: Wie Fahrer mit Vehicle-to-Grid-Technologie Geld verdienen können
WeltMehrere Autohersteller bieten inzwischen Konzepte an, mit denen Elektroautobesitzer ihr Fahrzeug als mobilen Stromspeicher nutzen und überschüssige Energie ins Netz einspeisen können. Durch diese sogenannte Vehicle-to-Grid-Technologie können Fahrer nicht nur ihre Fahrtkosten senken, sondern unter Umständen sogar Einnahmen erzielen. Besonders profitabel ist das Modell für Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage, die tagsüber erzeugten Solarstrom im Auto zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben können.
Original - 04
KI-Aktien unter Druck: Stimmungswandel bei Anlegern
HandelsblattZum zweiten Mal innerhalb einer Woche verzeichnen Aktien von Chipkonzernen deutliche Kursverluste. Die Anzeichen verdichten sich, dass Anleger zunehmend KI-müde werden und ihre Risikobereitschaft abnimmt. Experten beobachten einen spürbaren Stimmungswandel an den Märkten, der den bisherigen KI-Boom unter Druck setzt.
Original - 05
EZB-Verbraucherumfrage Mai 2026: Kurzfristige Inflationserwartungen sinken deutlich
Bundes BankLaut der aktuellen EZB-Umfrage zu Verbrauchererwartungen blieb die wahrgenommene Inflation der vergangenen zwölf Monate im Mai 2026 stabil bei 4,0 Prozent. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sanken jedoch spürbar von 4,0 auf 3,5 Prozent. Die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen für einen Zeitraum von drei beziehungsweise fünf Jahren blieben mit 2,9 und 2,4 Prozent unverändert.
Original - 06
Mercedes-Benz verschiebt tarifliche Sonderzahlung und plant längere Arbeitszeiten im Zuge des Sparkurses
Manager MagazinMercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs und verschiebt eine für Juli geplante tarifliche Sonderzahlung, den sogenannten 'Transformationsbaustein' in Höhe von 18,4 Prozent des monatlichen Individualentgelts, auf das kommende Jahr. Zudem will das Management mit dem Betriebsrat über eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit über die tariflich vereinbarten 35 Stunden hinaus ohne Lohnausgleich verhandeln, da die Arbeitskosten in Deutschland im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig seien. Der Gesamtbetriebsrat kritisierte die Verschiebung als einseitige Unternehmensentscheidung und betonte, dass die Beschäftigten nicht für die Ursachen der Krise – darunter der schwierige China-Markt, geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise – verantwortlich seien.
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Pflegeversicherung: Strukturelle Reformen dringend erforderlich
WeltDie deutsche Pflegeversicherung befindet sich in einem kritischen Zustand und gilt ohne grundlegende Reformen weiterhin als Sanierungsfall. Experten fordern tiefgreifende strukturelle Veränderungen, um die langfristige Finanzierbarkeit des Systems zu sichern. Dabei stehen Fragen zur Lastenverteilung zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern sowie mögliche Anpassungen der Beitragssätze im Mittelpunkt der Reformdebatte.
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Neuer Schufa-Score seit März 2026: Was Verbraucher wissen müssen
VerbracuerzentraleSeit dem 17. März 2026 bewertet die Schufa die Kreditwürdigkeit von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf einer neuen Punkteskala von 100 bis 999, die auf 12 erstmals öffentlich einsehbaren Kriterien basiert und damit deutlich transparenter ist als das bisherige System. Ein wesentlicher Fortschritt ist, dass künftig Verbraucher und Unternehmen denselben Score erhalten sollen, allerdings nutzen zum Einführungszeitpunkt erst rund 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Wert, sodass alte Branchen-Scores weiterhin im Umlauf sind. Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Score kostenlos per Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anfordern und sollten fehlerhafte Einträge umgehend korrigieren lassen, da diese den Score erheblich verschlechtern können.
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Elektroauto als Stromspeicher: Wie Fahrer mit Vehicle-to-Grid-Technologie Geld verdienen können
WeltMehrere Autohersteller bieten inzwischen Konzepte an, mit denen Elektroautobesitzer ihr Fahrzeug als mobilen Stromspeicher nutzen und überschüssige Energie ins Netz einspeisen können. Durch diese sogenannte Vehicle-to-Grid-Technologie können Fahrer nicht nur ihre Fahrtkosten senken, sondern unter Umständen sogar Einnahmen erzielen. Besonders profitabel ist das Modell für Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage, die tagsüber erzeugten Solarstrom im Auto zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben können.
Original - 04
KI-Aktien unter Druck: Stimmungswandel bei Anlegern
HandelsblattZum zweiten Mal innerhalb einer Woche verzeichnen Aktien von Chipkonzernen deutliche Kursverluste. Die Anzeichen verdichten sich, dass Anleger zunehmend KI-müde werden und ihre Risikobereitschaft abnimmt. Experten beobachten einen spürbaren Stimmungswandel an den Märkten, der den bisherigen KI-Boom unter Druck setzt.
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EZB-Verbraucherumfrage Mai 2026: Kurzfristige Inflationserwartungen sinken deutlich
Bundes BankLaut der aktuellen EZB-Umfrage zu Verbrauchererwartungen blieb die wahrgenommene Inflation der vergangenen zwölf Monate im Mai 2026 stabil bei 4,0 Prozent. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sanken jedoch spürbar von 4,0 auf 3,5 Prozent. Die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen für einen Zeitraum von drei beziehungsweise fünf Jahren blieben mit 2,9 und 2,4 Prozent unverändert.
Original - 06
Mercedes-Benz verschiebt tarifliche Sonderzahlung und plant längere Arbeitszeiten im Zuge des Sparkurses
Manager MagazinMercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs und verschiebt eine für Juli geplante tarifliche Sonderzahlung, den sogenannten 'Transformationsbaustein' in Höhe von 18,4 Prozent des monatlichen Individualentgelts, auf das kommende Jahr. Zudem will das Management mit dem Betriebsrat über eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit über die tariflich vereinbarten 35 Stunden hinaus ohne Lohnausgleich verhandeln, da die Arbeitskosten in Deutschland im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig seien. Der Gesamtbetriebsrat kritisierte die Verschiebung als einseitige Unternehmensentscheidung und betonte, dass die Beschäftigten nicht für die Ursachen der Krise – darunter der schwierige China-Markt, geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise – verantwortlich seien.
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Häufige Fragen
Warum gilt die deutsche Pflegeversicherung als Sanierungsfall?
Die Pflegeversicherung leidet unter einer strukturellen Finanzierungslücke: Steigende Pflegekosten und eine alternde Bevölkerung übersteigen zunehmend die Einnahmen aus Beiträgen. Ohne grundlegende Reformen – etwa eine Neuverteilung der Lasten zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern oder höhere Beitragssätze – ist das System langfristig nicht finanzierbar.
Was ändert sich mit dem neuen Schufa-Score ab März 2026?
Seit dem 17. März 2026 bewertet die Schufa die Kreditwürdigkeit auf einer Skala von 100 bis 999, basierend auf 12 erstmals öffentlich einsehbaren Kriterien – ein deutlicher Transparenzgewinn gegenüber dem bisherigen System. Verbraucher und Unternehmen erhalten künftig denselben Score, allerdings nutzen bislang erst rund 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Wert, sodass alte Branchen-Scores noch im Umlauf sind.
Wie können Verbraucher ihren neuen Schufa-Score einsehen und Fehler korrigieren?
Den eigenen Score können Verbraucher kostenlos per Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bei der Schufa anfordern. Fehlerhafte Einträge sollten umgehend beanstandet und korrigiert werden, da sie den Score erheblich verschlechtern und damit Kreditentscheidungen negativ beeinflussen können.
Wie funktioniert Vehicle-to-Grid und wer profitiert besonders davon?
Bei Vehicle-to-Grid (V2G) wird das Elektroauto als mobiler Stromspeicher genutzt: Überschüssige Energie kann ins Stromnetz eingespeist und damit vergütet werden, was die Fahrtkosten senkt oder sogar Einnahmen generiert. Besonders attraktiv ist das Modell für Haushalte mit Photovoltaikanlage, die tagsüber erzeugten Solarstrom im Fahrzeug zwischenspeichern und bei Bedarf – etwa abends oder bei Netzengpässen – wieder abgeben können.
Was steckt hinter dem Stimmungswandel bei KI-Aktien?
Chipkonzerne verzeichnen wiederholt deutliche Kursverluste, was auf eine zunehmende KI-Müdigkeit unter Anlegern hindeutet: Die Risikobereitschaft sinkt, und der bisherige KI-Boom gerät unter Bewertungsdruck. Experten sehen darin ein Zeichen, dass der Markt eine Neubewertung der tatsächlichen kurz- bis mittelfristigen Ertragspotenziale von KI-Investitionen vornimmt.
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Martin: Herzlich willkommen bei Geld und Alltag, ich bin Martin. Heute schauen wir uns wieder eine Reihe aktueller Meldungen an, die direkt in den Alltag vieler Menschen hineinspielen. Mit dabei ist wie immer Nina, die die Verbraucherperspektive einbringt. Hallo Nina.
Nina: Hallo Martin, schön wieder dabei zu sein. Es gibt heute einiges, worüber man sich Gedanken machen kann.
Martin: Das stimmt. Fangen wir direkt an, und zwar mit einem Thema, das uns alle früher oder später betrifft: die Pflegeversicherung. Die gilt laut Experten weiterhin als echter Sanierungsfall. Das Kernproblem ist bekannt, aber es wird drängender: Das System ist so wie es ist langfristig nicht finanzierbar.
Nina: Was bedeutet das konkret? Müssen wir mit höheren Beiträgen rechnen?
Martin: Das ist eine der zentralen Fragen in der Reformdebatte. Im Gespräch sind Anpassungen der Beitragssätze, also ja, höhere Abzüge vom Lohn wären eine Möglichkeit. Aber es geht auch darum, wie die Lasten zwischen denen verteilt werden, die einzahlen, und denen, die Leistungen beziehen. Derzeit decken die Beiträge die Kosten nicht mehr vollständig, und die Schere wird größer, weil immer mehr Menschen pflegebedürftig werden.
Nina: Das trifft ja nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Familien. Wenn die Pflegeversicherung nicht ausreicht, müssen Angehörige oft selbst einspringen, finanziell oder zeitlich.
Martin: Genau das ist der Punkt. Viele Familien unterschätzen, wie groß die Lücke zwischen dem, was die Pflegeversicherung zahlt, und dem, was ein Pflegeheimplatz oder professionelle Pflege tatsächlich kostet, wirklich ist. Da kann schnell ein vierstelliger Betrag im Monat entstehen, den man selbst tragen muss. Deswegen lohnt es sich, das Thema frühzeitig anzuschauen, auch wenn man selbst noch weit von der Rente entfernt ist.
Nina: Mhm. Und konkrete Reformen sind noch nicht beschlossen?
Martin: Nein, noch nicht. Es gibt Forderungen von Experten, aber politisch ist noch nichts entschieden. Das Thema bleibt also im Blick zu behalten. [pauses] Kommen wir zur nächsten Meldung, die viele direkt betrifft: Die Schufa hat seit dem 17. März 2026 ein neues Bewertungssystem eingeführt.
Nina: Ich hab davon gehört, aber ich versteh noch nicht ganz, was sich da verändert hat.
Martin: Das Wichtigste ist: Die Skala ist jetzt eine andere. Früher gab es Prozentwerte, jetzt geht die Skala von 100 bis 999. Und zum ersten Mal werden die Kriterien, nach denen der Score berechnet wird, öffentlich gemacht. Zwölf Faktoren, die man einsehen kann. Das ist deutlich transparenter als bisher.
Nina: Also weiß ich jetzt endlich, warum mein Score so ist wie er ist?
Martin: Zumindest besser als vorher. Und es gibt noch eine wichtige Neuerung: Verbraucher und Unternehmen sollen künftig denselben Score sehen. Bisher war das nicht so, da gab es unterschiedliche Werte je nach Branche. Das hat zu Verwirrung geführt.
Nina: Aber funktioniert das schon überall?
Martin: Noch nicht vollständig. Zum Einführungszeitpunkt nutzen erst rund 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Score. Das heißt, alte Branchenscores laufen noch parallel. Man sollte also nicht überrascht sein, wenn man irgendwo noch einen anderen Wert sieht.
Nina: Und was sollte man jetzt konkret tun?
Martin: Man kann seinen Score kostenlos anfordern, über die sogenannte Datenkopie nach Artikel 15 der DSGVO. Das ist ein gesetzliches Recht. Und wenn man fehlerhafte Einträge entdeckt, sollte man die schnell korrigieren lassen, weil solche Fehler den Score deutlich verschlechtern können. Das lohnt sich wirklich zu prüfen, gerade wenn man in absehbarer Zeit einen Kredit oder eine Wohnung braucht.
Nina: Gut zu wissen. Das klingt nach einem sinnvollen Schritt für viele.
Martin: Absolut. [pauses] Jetzt zu einem Thema, das eher für eine bestimmte Gruppe interessant ist, nämlich für Menschen mit Elektroauto und idealerweise auch mit einer Solaranlage. Stichwort Vehicle-to-Grid.
Nina: Das klingt technisch. Was steckt dahinter?
Martin: Die Idee ist, dass das Elektroauto nicht nur Strom verbraucht, sondern auch zurückspeisen kann. Man lädt es tagsüber mit Solarstrom, und wenn der Strom gerade teuer oder knapp ist, gibt das Auto Energie wieder ins Netz ab. Dafür kann man unter Umständen eine Vergütung bekommen.
Nina: Also das Auto als Stromspeicher. Klingt interessant, aber ist das schon praxistauglich?
Martin: Mehrere Hersteller bieten inzwischen entsprechende Konzepte an. Besonders attraktiv ist das für Haushalte, die tagsüber selbst Strom erzeugen und abends oder nachts wieder verbrauchen wollen. Man kann damit Fahrtkosten senken und in manchen Modellen sogar kleine Einnahmen erzielen. Allerdings braucht man dafür die passende Technik im Auto, einen kompatiblen Heimspeicher oder Wechselrichter und einen Anbieter, der das Modell unterstützt.
Nina: Das ist also noch nicht für jeden einfach umsetzbar.
Martin: Genau. Es ist kein Massenprodukt für alle, aber ein Trend, der sich entwickelt. Wer ein neues Elektroauto kauft, sollte prüfen, ob das Fahrzeug diese Funktion unterstützt. Das könnte langfristig ein Kriterium bei der Kaufentscheidung werden.
Nina: Okay, das merke ich mir.
Martin: Weiter geht es mit einer Meldung, die wir bewusst nur kurz streifen, weil sie für Privatanleger nur begrenzt direkt relevant ist: KI-Aktien stehen unter Druck. Chipkonzerne haben zum zweiten Mal innerhalb einer Woche deutliche Kursverluste verzeichnet.
Nina: Was heißt das für normale Sparer?
Martin: Wer breit gestreut in ETFs investiert, die den gesamten Markt abbilden, der spürt solche Bewegungen nur gedämpft. Wer hingegen stark auf einzelne Tech-Werte oder KI-Aktien gesetzt hat, der merkt das natürlich stärker. Aber wir wollen das hier nicht weiter vertiefen, weil kurzfristige Kursbewegungen kein verlässlicher Ratgeber für langfristige Entscheidungen sind. Das ist klassisches Börsenrauschen, auch wenn die Medien gerade viel darüber berichten.
Nina: Gut, das zu hören. Ich finde, man verliert da schnell den Überblick.
Martin: Deswegen lassen wir das auch kurz. [pauses] Interessanter für den Alltag ist die nächste Meldung: Die EZB hat im Mai 2026 eine neue Umfrage zu Verbrauchererwartungen veröffentlicht, und da gibt es tatsächlich eine positive Nachricht.
Nina: Oh, die höre ich gerne. Was steht da drin?
Martin: Die kurzfristigen Inflationserwartungen sind gesunken. Die Verbraucher rechnen für die nächsten zwölf Monate mit einer Inflation von 3,5 Prozent, das waren im Vormonat noch 4,0 Prozent. Das ist ein spürbarer Rückgang.
Nina: Aber 3,5 Prozent ist immer noch nicht wenig, oder?
Martin: Das stimmt. Die wahrgenommene Inflation der letzten zwölf Monate liegt stabil bei 4,0 Prozent, das heißt, viele Menschen spüren weiterhin, dass das Leben teurer geworden ist. Aber die Erwartung, dass es so weitergeht, nimmt ab. Und die mittelfristigen Erwartungen für drei bis fünf Jahre liegen bei 2,9 und 2,4 Prozent, also näher an dem, was die EZB als Zielwert anstrebt.
Nina: Was bedeutet das für meinen Alltag, für Einkaufen, Miete, Strom?
Martin: Direkt spürt man das noch nicht. Aber sinkende Inflationserwartungen können dazu beitragen, dass die EZB die Zinsen weiter senkt, was wiederum Kredite günstiger machen würde. Für Sparer bedeutet es aber auch, dass die Hochzinsphase auf Tagesgeld möglicherweise weiter nachlässt. Es ist also ein zweischneidiges Signal.
Nina: Mhm, je nachdem auf welcher Seite man steht.
Martin: Genau. [pauses] Zum Schluss noch eine Meldung, die viele Beschäftigte im Blick haben sollten, auch wenn sie direkt nur Mercedes-Mitarbeiter betrifft: Der Konzern verschiebt eine tarifliche Sonderzahlung, den sogenannten Transformationsbaustein, der ursprünglich für Juli geplant war, auf nächstes Jahr. Und es wird über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich verhandelt.
Nina: Das klingt nach einem echten Einschnitt für die Beschäftigten.
Martin: Ja, der Transformationsbaustein entspricht 18,4 Prozent des monatlichen Individualentgelts, das ist für viele ein erheblicher Betrag. Die Verschiebung trifft die Beschäftigten also direkt im Portemonnaie. Der Gesamtbetriebsrat hat das auch scharf kritisiert und betont, dass die Mitarbeiter nicht für die Ursachen der Krise verantwortlich sind, also den schwierigen China-Markt, geopolitische Spannungen und steigende Energiekosten.
Nina: Und was ist mit den längeren Arbeitszeiten?
Martin: Das ist noch in der Verhandlung. Die Unternehmensseite argumentiert mit den hohen Arbeitskosten in Deutschland im internationalen Vergleich. Aber das ist ein Thema, das über Mercedes hinaus wichtig ist, weil es zeigt, dass der Druck auf Tarifverträge und Arbeitsbedingungen in der Industrie insgesamt zunimmt. Wer in einem ähnlichen Umfeld arbeitet, sollte die Entwicklungen dort im Auge behalten.
Nina: Das ist tatsächlich ein Signal, das über einen einzelnen Konzern hinausgeht.
Martin: So sehe ich das auch. [pauses] Gut, dann kommen wir zum Abschluss. Was haben wir heute besprochen: Die Pflegeversicherung braucht dringend Reformen, und das betrifft langfristig alle Haushalte. Der neue Schufa-Score ist seit März in Kraft, transparenter als vorher, aber noch nicht überall angekommen. Wer seinen Score prüfen will, kann das kostenlos tun. Vehicle-to-Grid ist ein wachsender Trend für Elektroautobesitzer, noch nicht für alle, aber ein Blick wert. KI-Aktien unter Druck haben wir bewusst kurz gehalten, weil kurzfristige Kursbewegungen kein Ratgeber sind. Die EZB-Umfrage zeigt sinkende Inflationserwartungen, das ist ein vorsichtig positives Zeichen. Und Mercedes zeigt, wie der Druck auf Arbeitsbedingungen in der Industrie zunimmt. Das war Geld und Alltag für heute. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.
Nina: Danke Martin. Und an alle Hörerinnen und Hörer: Schaut ruhig mal in eure Schufa-Auskunft rein, das kostet nichts und kann sich lohnen. Bis bald.
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