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Geld & Alltag
Folge 1906.07.20268:21 KI-vertont

München teuer, Reformstreit, Wirecard-Anklage: Die Wirtschaftslage (06.07.2026)

Trotz Milliardenschulden bleibt München unschlagbar teuer, während Berlin ein neues Reformpaket schnürt – klar ist: Nicht alle profitieren gleich. Dazu: Momentum-Strategien im Trend, DSGVO-Rechte im Check, eine brisante Anklage im Kreditkartenskandal und Kölns anhaltende Wohnungs

Themen

In dieser Folge

06
  1. 01

    München bleibt teuerstes Pflaster Deutschlands trotz hoher Schulden

    Handelsblatt

    München verteidigt seinen Status als teuerste Immobilienstadt Deutschlands, mit Kauf- und Mietpreisen, die deutlich über denen Berlins liegen – etwa 800 Euro mehr Miete monatlich für eine 100-Quadratmeter-Wohnung. Trotz wirtschaftlichem Erfolg und großer Attraktivität für internationale Tech-Konzerne kämpft die Stadt mit hoher Verschuldung, was die vom neuen Oberbürgermeister Dominik Krause versprochenen 50.000 neuen Wohnungen erschwert. Da städtischer Wohnungsbau kaum finanzierbar ist, sind private Bauherren gefragt, deren Investitionsbereitschaft laut Immobilienunternehmer Fritz Roth jedoch begrenzt bleibt.

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  2. 02

    Reformpaket der Bundesregierung: Wer gewinnt, wer verliert

    Welt

    Die Bundesregierung legt bei Rente, Pflege, Steuern und Arbeitsmarkt einen überraschend großen Reformeifer an den Tag. Die geplanten Maßnahmen bringen dabei unterschiedliche Gruppen wie junge Menschen, Senioren, Familien und Arbeitgeber in sehr unterschiedliche Positionen. Während einige Bevölkerungsgruppen von den Vorschlägen profitieren dürften, zählen andere zu den klaren Verlierern des geplanten Reformpakets.

    Original
  3. 03

    Geldanlage: Warum sich Momentum-Strategien gerade besonders lohnen

    Handelsblatt

    Die Idee ist einfach: Aktien, die zuletzt stark gestiegen sind, könnten ihren Lauf fortsetzen. Auf diese Titel setzen Momentum-Anleger. Vorerst dürfte KI der wichtigste Treiber bleiben.

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  4. 04

    DSGVO: Diese Rechte haben Verbraucher beim Datenschutz

    Verbracuerzentrale

    Seit Mai 2018 sorgt die europaweit einheitliche Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) dafür, dass Unternehmen in der EU nicht mehr auf Länder mit niedrigerem Datenschutzniveau ausweichen können, und stärkt zugleich die Rechte von Verbrauchern auf Auskunft, Berichtigung und Löschung ihrer personenbezogenen Daten. Neu hinzugekommen sind unter anderem das Recht auf eine kostenlose Kopie der eigenen Daten, das Recht auf Datenübertragbarkeit zu einem neuen Anbieter sowie ein Anspruch auf verständliche Erklärungen bei automatisierten KI-Entscheidungen. Die Verbraucherzentralen bieten hierzu zahlreiche Musterbriefe an, mit denen Betroffene ihre Ansprüche etwa auf Löschung, Widerspruch oder Sperrung ihrer Daten gegenüber Unternehmen formlos durchsetzen können, wobei diese in der Regel innerhalb eines Monats reagieren müssen.

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  5. 05

    Kreditkartenbetrug: Anklage gegen Ex-Unzer-Chef und frühere Wirecard-Managerin

    Handelsblatt

    Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat im Rahmen der „Operation Chargeback“ neun Personen wegen mutmaßlich weltweit organisierten Kreditkartenbetrugs und Geldwäsche angeklagt, darunter der frühere Unzer-Chef Mirko Hüllemann, der Berater Ruben Weigand und die Ex-Wirecard-Managerin Brigitte Häuser-Axtner, die als enge Vertraute des flüchtigen Jan Marsalek gilt. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Kreditkartendaten von rund 4,3 Millionen Menschen aus 193 Ländern missbraucht und dadurch einen Schaden von mindestens 300 Millionen Euro verursacht zu haben. Da die einzelnen unautorisierten Abbuchungen jeweils gering ausfielen, blieben sie vielen Betroffenen lange unbemerkt, bevor die Strafverfolger ihre Ergebnisse auf fast 2400 Seiten Anklageschrift zusammenfassten.

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  6. 06

    Kölner Immobilienmarkt: Wohnungsnot bleibt trotz Bauprojekten akut

    Handelsblatt

    In Köln entstehen mit dem Projekt „Woodstöckchen“ der katholischen Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft 84 neue Wohnungen im Stadtteil Bilderstöckchen, doch der Wohnraummangel in der Rheinmetropole bleibt gravierend. Seit Jahren verfehlt die Stadt ihr Ziel von 6000 neuen Wohnungen pro Jahr; nur 2025 überstiegen die Fertigstellungen wegen geringeren Zuzugs ausnahmsweise den Bedarf. Immobilienmakler Roland Kampmeyer erwartet jedoch keine Besserung bei Genehmigungen und Fertigstellungen, was den Druck auf den Wohnungsbestand und die Mieten weiter erhöhen dürfte.

    Original
FAQ

Häufige Fragen

Warum bleibt München trotz hoher Verschuldung die teuerste Stadt Deutschlands?

München profitiert von starker wirtschaftlicher Anziehungskraft für internationale Tech-Konzerne, was Kauf- und Mietpreise weit über das Niveau anderer deutscher Städte wie Berlin treibt. Gleichzeitig erschwert die hohe Verschuldung der Stadt den geplanten Bau von 50.000 neuen Wohnungen, da städtischer Wohnungsbau kaum finanzierbar ist und private Investoren zurückhaltend bleiben.

Welche Gruppen profitieren vom aktuellen Reformpaket der Bundesregierung, welche verlieren?

Die geplanten Reformen bei Rente, Pflege, Steuern und Arbeitsmarkt wirken sich sehr unterschiedlich auf junge Menschen, Senioren, Familien und Arbeitgeber aus. Während manche Gruppen finanziell entlastet werden, müssen andere mit zusätzlichen Belastungen oder Leistungskürzungen rechnen.

Was ist eine Momentum-Strategie bei der Geldanlage und warum ist sie aktuell attraktiv?

Momentum-Strategien setzen auf Aktien, die in der jüngeren Vergangenheit stark gestiegen sind, in der Annahme, dass sich dieser Aufwärtstrend fortsetzt. Aktuell gilt der KI-Boom als wichtigster Treiber, der diese Strategie besonders vielversprechend macht.

Welche neuen Rechte haben Verbraucher durch die DSGVO beim Datenschutz erhalten?

Neben den bekannten Rechten auf Auskunft, Berichtigung und Löschung personenbezogener Daten haben Verbraucher nun auch Anspruch auf eine kostenlose Kopie ihrer Daten, auf Datenübertragbarkeit zu einem neuen Anbieter sowie auf verständliche Erklärungen bei automatisierten KI-Entscheidungen. Verbraucherzentralen stellen dafür Musterbriefe bereit, mit denen sich diese Ansprüche formlos gegenüber Unternehmen durchsetzen lassen, die in der Regel innerhalb eines Monats reagieren müssen.

Worum geht es bei der Anklage im Fall „Operation Chargeback“ gegen Ex-Unzer-Chef und Ex-Wirecard-Managerin?

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat neun Personen, darunter den früheren Unzer-Chef Mirko Hüllemann und die Ex-Wirecard-Managerin Brigitte Häuser-Axtner, wegen weltweit organisierten Kreditkartenbetrugs und Geldwäsche angeklagt. Sie sollen Kreditkartendaten von rund 4,3 Millionen Menschen aus 193 Ländern missbraucht und dadurch einen Schaden von mindestens 300 Millionen Euro verursacht haben.

Vollständiges Transkript

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Martin: Herzlich willkommen zu Geld und Alltag, ich bin Martin. Mit mir wie immer Nina, die genau da nachfragt, wo es für uns alle im Alltag wirklich wichtig wird. Hallo Nina.

Nina: Hallo Martin. Ich bin schon gespannt, was heute alles dabei ist.

Martin: Wir starten mit dem Wohnungsmarkt, und zwar mit München. Die Stadt bleibt das teuerste Pflaster Deutschlands. Eine hundert Quadratmeter Wohnung kostet dort im Schnitt rund 800 Euro mehr Miete pro Monat als in Berlin.

Nina: 800 Euro mehr, allein für die gleiche Wohnungsgröße? Das ist schon ein Unterschied wie eine zweite Miete fast.

Martin: Genau. Und das Interessante dabei, München ist wirtschaftlich extrem erfolgreich, viele internationale Tech-Konzerne siedeln sich dort an, aber die Stadt selbst ist hoch verschuldet. Der neue Oberbürgermeister Dominik Krause hat 50.000 neue Wohnungen versprochen, aber städtischer Wohnungsbau ist kaum finanzierbar.

Nina: Also müssen private Bauherren einspringen?

Martin: So ist der Plan. Aber laut dem Immobilienunternehmer Fritz Roth ist die Investitionsbereitschaft privater Bauherren begrenzt. Zu hohe Baukosten, zu viel Unsicherheit.

Nina: Was heißt das jetzt ganz konkret für jemanden, der in München oder Umgebung eine Wohnung sucht?

Martin: Kurzfristig wenig Entspannung. Wenn weder Stadt noch Privatwirtschaft im großen Stil bauen, bleibt das Angebot knapp, und knappe Angebote halten die Preise oben. Wer in München wohnt oder umziehen möchte, sollte also nicht auf schnelle Entlastung beim Mietpreis hoffen.

Nina: Und das Gleiche sehen wir ja offenbar auch in Köln, oder?

Martin: Ja, ähnliches Bild. In Köln entsteht aktuell das Projekt Woodstöckchen, 84 neue Wohnungen im Stadtteil Bilderstöckchen, gebaut von einer katholischen Wohnungsgesellschaft. Klingt erstmal gut.

Nina: 84 Wohnungen, das ist doch überschaubar für eine Großstadt wie Köln.

Martin: Genau das ist der Punkt. Köln verfehlt sein Ziel von 6000 neuen Wohnungen pro Jahr seit Jahren deutlich. Nur 2025 lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ausnahmsweise über dem Bedarf, aber nur, weil weniger Menschen zugezogen sind, nicht weil mehr gebaut wurde.

Nina: Also eher ein statistischer Zufall als echte Entspannung.

Martin: So sieht es ein Immobilienmakler vor Ort auch. Er erwartet keine Verbesserung bei Genehmigungen oder Fertigstellungen. Für Mieterinnen und Mieter in Köln bedeutet das, der Druck auf den Wohnungsbestand bleibt hoch, und das kann sich mittelfristig weiter in steigenden Mieten zeigen.

Nina: Wenn man also gerade eine Wohnung sucht, sollte man realistisch bleiben und nicht auf schnelle Besserung warten.

Martin: Genau, das ist die ehrliche Einordnung. [pauses] Kommen wir zu einem größeren Thema, das viele Lebensbereiche betrifft. Die Bundesregierung hat ein Reformpaket vorgelegt, das Rente, Pflege, Steuern und den Arbeitsmarkt gleichzeitig verändern soll.

Nina: Das klingt nach ziemlich viel auf einmal.

Martin: Ist es auch. Und das Besondere daran, die Maßnahmen wirken sehr unterschiedlich je nach Lebenssituation. Junge Menschen, Senioren, Familien, Arbeitgeber, alle sind unterschiedlich betroffen. Manche Gruppen profitieren, andere gehören eher zu den Verlierern der geplanten Änderungen.

Nina: Kannst du das ein bisschen greifbarer machen? Wer gewinnt denn zum Beispiel?

Martin: Das ist im Moment noch nicht in allen Details final, deshalb will ich hier keine falschen Erwartungen wecken. Aber grundsätzlich gilt, bei Reformen dieser Größenordnung lohnt es sich, genau hinzuschauen, sobald konkrete Gesetzestexte vorliegen, weil sich Änderungen bei Rente oder Steuern direkt auf das monatliche Nettoeinkommen auswirken können.

Nina: Also eher abwarten und dann genau prüfen, was für die eigene Situation gilt.

Martin: Genau, und wir werden das Thema hier im Podcast weiterverfolgen, sobald es konkreter wird. Individuelle Auswirkungen hängen stark von Beruf, Familienstand und Alter ab, das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Nina: Verstehe. Lass uns zu etwas wechseln, das jeden von uns ganz direkt betrifft, unsere Daten.

Martin: Ja, die Verbraucherzentrale hat noch einmal zusammengefasst, welche Rechte wir beim Datenschutz haben. Seit Mai 2018 gibt es die DSGVO, die europaweit einheitliche Datenschutz-Grundverordnung.

Nina: Die kennt man ja vor allem von den Cookie-Bannern, die überall aufpoppen.

Martin: [laughs] Ja, das ist der sichtbarste Teil. Aber dahinter steckt mehr. Verbraucher haben ein Recht auf Auskunft, Berichtigung und Löschung ihrer persönlichen Daten. Und es gibt inzwischen neue Rechte, zum Beispiel auf eine kostenlose Kopie der eigenen Daten oder auf Datenübertragbarkeit zu einem neuen Anbieter.

Nina: Datenübertragbarkeit heißt, ich kann meine Daten einfach mitnehmen, wenn ich zum Beispiel den Anbieter wechsle?

Martin: Genau, das betrifft zum Beispiel Streaming-Dienste oder auch bestimmte Finanzdienstleister. Und neu ist auch ein Anspruch auf verständliche Erklärungen, wenn eine Entscheidung automatisiert durch künstliche Intelligenz getroffen wird, etwa bei einer Kreditablehnung.

Nina: Das finde ich wichtig. Man steht ja manchmal vor einer automatisierten Absage und weiß gar nicht, warum.

Martin: Richtig. Und für alle, die ihre Rechte durchsetzen möchten, bieten die Verbraucherzentralen Musterbriefe an, mit denen man zum Beispiel Löschung oder Widerspruch formlos verlangen kann. Unternehmen müssen darauf in der Regel innerhalb eines Monats reagieren.

Nina: Also nicht scheuen, so einen Brief zu schreiben, wenn man das Gefühl hat, da läuft was schief mit den eigenen Daten.

Martin: Genau, das ist ein kostenloses und ziemlich konkretes Werkzeug für den Alltag. [pauses] Jetzt zu einem Thema, das leider zeigt, wie wichtig Kontrolle über die eigenen Zahlungsdaten ist. Es geht um einen großen Fall von Kreditkartenbetrug.

Nina: Das klingt schon mal beunruhigend.

Martin: Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat im Rahmen der sogenannten Operation Chargeback neun Personen angeklagt, darunter der frühere Unzer-Chef Mirko Hüllemann und eine ehemalige Wirecard-Managerin, die als enge Vertraute des flüchtigen Jan Marsalek gilt.

Nina: Wirecard kennt man ja noch aus den Schlagzeilen von vor ein paar Jahren.

Martin: Genau, und dieser Fall reicht in eine ganz neue Dimension. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Kreditkartendaten von rund 4,3 Millionen Menschen aus 193 Ländern missbraucht zu haben. Der geschätzte Schaden liegt bei mindestens 300 Millionen Euro.

Nina: 4,3 Millionen Menschen, das ist ja eine ganze Kleinstadt mal hundert. Warum ist das so lange unentdeckt geblieben?

Martin: Weil die einzelnen unautorisierten Abbuchungen jeweils sehr klein waren. Ein paar Euro hier, ein paar Euro dort, das fällt vielen Menschen auf ihrer Kontoauszug einfach nicht sofort auf.

Nina: Das heißt für uns im Alltag eigentlich, regelmäßig die Kreditkartenabrechnung wirklich durchschauen, auch bei kleinen Beträgen.

Martin: Genau das ist die praktische Lehre daraus. Kleine, unbekannte Abbuchungen nicht als Bagatelle abtun, sondern bei der eigenen Bank nachfragen oder reklamieren. Gerade bei Beträgen unter fünf Euro schauen viele gar nicht so genau hin, und genau das machen sich solche Betrugsmodelle zunutze.

Nina: Gut zu wissen. Ich werde meine Abrechnung jetzt definitiv genauer lesen.

Martin: Das ist schon die halbe Miete an Schutz. [pauses] Damit sind wir auch am Ende unseres heutigen Briefings.

Martin: Zusammengefasst, Wohnraum bleibt in München und Köln knapp und teuer, ein Ende ist nicht in Sicht. Bei der geplanten Reform von Rente, Pflege und Steuern lohnt sich genaues Hinschauen, sobald es konkreter wird. Beim Datenschutz haben wir mehr Rechte, als viele denken, inklusive kostenloser Musterbriefe der Verbraucherzentrale. Und beim Zahlungsverkehr gilt, kleine Abbuchungen nicht ignorieren.

Nina: Danke Martin, das war wieder sehr praktisch für den Alltag. Bis zur nächsten Folge von Geld und Alltag.

Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.

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