Flug-Gebühren, Kindergeld-Automatik und Wärmepumpen-Chaos (10.07.2026)
Flug-Gebühren vor Gericht, Kindergeld ganz ohne Antrag und Wärmepumpen-Förderung im Chaos: Wir sortieren die Finanznews der Woche. Außerdem: Frankfurts Immobilienmarkt, die ETF-Qual jenseits des MSCI World und ein Faktencheck zur „antifaschistischen Wirtschaftspolitik“.
In dieser Folge
- 01
Verbraucherzentrale prüft Sammelklagen wegen einbehaltener Flug-Gebühren
VerbracuerzentraleDer Verbraucherzentrale Bundesverband sammelt Erfahrungsberichte von Reisenden, die einen Flug storniert oder nicht angetreten haben und dafür keine oder nur eine unvollständige Rückerstattung von Steuern und Gebühren erhielten. Grundsätzlich haben Fluggäste laut deutschem Recht auch bei nicht erstattungsfähigen Tarifen Anspruch auf Rückzahlung personenbezogener Entgelte wie Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühr oder Passagiergrundentgelt, da viele Airlines dies jedoch verschleiern. Über eine Online-Umfrage will die Verbraucherzentrale klären, welche Fluggesellschaften Erstattungen verweigern, um gegebenenfalls Sammelklagen gegen sie einzuleiten.
Original - 02
Automatisches Kindergeld: Mehrwert ohne Mehrausgaben
FAZ WirtschaftKommt das Kindergeld bald automatisch aufs Konto, ist das mehr als ein bisschen Digitalisierung. Es ist ein Lehrbeispiel, dass Politik auch ohne teure Mehrausgaben Wähler erfreuen kann.
Original - 03
Förderkürzung für Wärmepumpen sorgt für Chaos bei Kunden
HandelsblattDer Haushaltsausschuss des Bundestags hat überraschend eine Senkung der staatlichen Fördersätze für den Einbau von Wärmepumpen beschlossen. Da die Förderung fast unmittelbar danach aufgrund eines mutmaßlichen technischen Defekts nicht mehr beantragt werden konnte, drohen zahlreichen Kunden mit bereits unterschriebenen Verträgen Mehrkosten von mehreren Tausend Euro. Die Bundesregierung plant ohnehin eine schrittweise Reduzierung der Förderung für Wärmepumpen.
Original - 04
Immobilien: „Deutliche Zuwächse“: Wo Kaufen in Frankfurt sich jetzt lohnt
HandelsblattDie Preise in der Mainmetropole sind weiter gestiegen. Welche Viertel bei Käufern besonders gefragt sind und welchen Stadtteilen Experten noch Potenzial zubilligen.
Original - 05
MSCI World reicht nicht: Die Qual der ETF-Wahl
FAZPortfolio-ETFs machen die Geldanlage einfacher. Vor allem für diejenigen, denen nicht nur die Rendite, sondern auch das Risiko wichtig ist.
Original - 06
Das Märchen von der erfolgreichen „antifaschistischen Wirtschaftspolitik“
WeltKirchen, Gewerkschaften und einige Ökonomen argumentieren, dass steigende Lebenshaltungskosten und hohe Mieten Wähler in die Arme rechtsextremer und autoritärer Parteien treiben, weshalb mehr staatliche Regulierung und Umverteilung als Gegenmittel propagiert werden. Der Artikel kritisiert diese These als irreführend, da sie die historischen und aktuellen Fehlschläge linker Wirtschaftspolitik ausblende. Stattdessen wird davor gewarnt, wirtschaftliche Probleme vorschnell mit einfachen ideologischen Lösungen zu bekämpfen, ohne deren tatsächliche Wirksamkeit zu hinterfragen.
Original
- 01
Verbraucherzentrale prüft Sammelklagen wegen einbehaltener Flug-Gebühren
VerbracuerzentraleDer Verbraucherzentrale Bundesverband sammelt Erfahrungsberichte von Reisenden, die einen Flug storniert oder nicht angetreten haben und dafür keine oder nur eine unvollständige Rückerstattung von Steuern und Gebühren erhielten. Grundsätzlich haben Fluggäste laut deutschem Recht auch bei nicht erstattungsfähigen Tarifen Anspruch auf Rückzahlung personenbezogener Entgelte wie Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühr oder Passagiergrundentgelt, da viele Airlines dies jedoch verschleiern. Über eine Online-Umfrage will die Verbraucherzentrale klären, welche Fluggesellschaften Erstattungen verweigern, um gegebenenfalls Sammelklagen gegen sie einzuleiten.
Original - 02
Automatisches Kindergeld: Mehrwert ohne Mehrausgaben
FAZ WirtschaftKommt das Kindergeld bald automatisch aufs Konto, ist das mehr als ein bisschen Digitalisierung. Es ist ein Lehrbeispiel, dass Politik auch ohne teure Mehrausgaben Wähler erfreuen kann.
Original - 03
Förderkürzung für Wärmepumpen sorgt für Chaos bei Kunden
HandelsblattDer Haushaltsausschuss des Bundestags hat überraschend eine Senkung der staatlichen Fördersätze für den Einbau von Wärmepumpen beschlossen. Da die Förderung fast unmittelbar danach aufgrund eines mutmaßlichen technischen Defekts nicht mehr beantragt werden konnte, drohen zahlreichen Kunden mit bereits unterschriebenen Verträgen Mehrkosten von mehreren Tausend Euro. Die Bundesregierung plant ohnehin eine schrittweise Reduzierung der Förderung für Wärmepumpen.
Original - 04
Immobilien: „Deutliche Zuwächse“: Wo Kaufen in Frankfurt sich jetzt lohnt
HandelsblattDie Preise in der Mainmetropole sind weiter gestiegen. Welche Viertel bei Käufern besonders gefragt sind und welchen Stadtteilen Experten noch Potenzial zubilligen.
Original - 05
MSCI World reicht nicht: Die Qual der ETF-Wahl
FAZPortfolio-ETFs machen die Geldanlage einfacher. Vor allem für diejenigen, denen nicht nur die Rendite, sondern auch das Risiko wichtig ist.
Original - 06
Das Märchen von der erfolgreichen „antifaschistischen Wirtschaftspolitik“
WeltKirchen, Gewerkschaften und einige Ökonomen argumentieren, dass steigende Lebenshaltungskosten und hohe Mieten Wähler in die Arme rechtsextremer und autoritärer Parteien treiben, weshalb mehr staatliche Regulierung und Umverteilung als Gegenmittel propagiert werden. Der Artikel kritisiert diese These als irreführend, da sie die historischen und aktuellen Fehlschläge linker Wirtschaftspolitik ausblende. Stattdessen wird davor gewarnt, wirtschaftliche Probleme vorschnell mit einfachen ideologischen Lösungen zu bekämpfen, ohne deren tatsächliche Wirksamkeit zu hinterfragen.
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Häufige Fragen
Welchen Anspruch haben Fluggäste bei Stornierung auf Rückerstattung von Steuern und Gebühren?
Auch bei nicht erstattungsfähigen Tarifen haben Fluggäste laut deutschem Recht Anspruch auf Rückzahlung personenbezogener Entgelte wie Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühr oder Passagiergrundentgelt. Viele Airlines verschleiern diesen Anspruch jedoch, weshalb die Verbraucherzentrale nun Erfahrungsberichte sammelt und mögliche Sammelklagen prüft.
Was bedeutet die geplante Automatisierung des Kindergelds für Verwaltung und Bürger?
Durch eine automatische Auszahlung des Kindergelds ohne separaten Antrag entfällt bürokratischer Aufwand für Familien und Behörden gleichermaßen. Das Beispiel zeigt, dass digitale Prozessverbesserungen politischen Mehrwert schaffen können, ohne zusätzliche Haushaltsmittel zu erfordern.
Warum drohen Kunden bei der Wärmepumpen-Förderung plötzlich Mehrkosten?
Der Haushaltsausschuss senkte kurzfristig die Fördersätze für Wärmepumpen, kurz darauf fiel die Antragsstellung wegen eines technischen Defekts aus. Kunden mit bereits unterschriebenen Verträgen können dadurch nicht mehr rechtzeitig die höhere Förderung sichern und müssen mit Mehrkosten von mehreren Tausend Euro rechnen.
In welchen Frankfurter Stadtteilen lohnt sich der Immobilienkauf aktuell besonders?
Die Immobilienpreise in Frankfurt sind insgesamt weiter gestiegen, wobei bestimmte gefragte Viertel besonders deutliche Zuwächse verzeichnen. Experten sehen zudem in einigen bislang weniger beachteten Stadtteilen noch ungenutztes Wertsteigerungspotenzial für Käufer.
Warum reicht ein reiner MSCI-World-ETF für viele Anleger nicht aus?
Ein MSCI-World-ETF deckt zwar globale Aktienmärkte breit ab, berücksichtigt aber nicht individuelle Risikopräferenzen der Anleger. Portfolio-ETFs kombinieren verschiedene Anlageklassen und ermöglichen so eine einfachere Steuerung von Rendite und Risiko in einem Produkt.
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Martin: Herzlich willkommen zu Geld und Alltag, ich bin Martin. Und wie immer sitzt mir gegenüber Nina, die für euch die Fragen stellt, die man sich beim Kaffee morgens auch stellt. Schön, dass du da bist, Nina.
Nina: Hallo Martin, freut mich auch. Ich bin gespannt, was heute wieder alles auf der Liste steht.
Martin: Einiges. Wir fangen an mit einem Thema, das viele Reisende betrifft. Die Verbraucherzentrale sammelt aktuell Erfahrungsberichte von Leuten, die einen Flug storniert oder gar nicht angetreten haben und dann Probleme hatten, ihre Steuern und Gebühren zurückzubekommen.
Nina: Moment, das heißt, wenn ich nicht fliege, bekomme ich trotzdem was zurück? Das wusste ich gar nicht.
Martin: Genau das ist der Punkt. Viele denken, ein nicht erstattungsfähiges Ticket heißt, alles ist weg. Aber bestimmte Bestandteile wie die Luftverkehrsteuer, die Sicherheitsgebühr oder das Passagiergrundentgelt sind eigentlich unabhängig vom Ticketpreis. Die stehen einem laut deutschem Recht trotzdem zu.
Nina: Aber warum weiß das dann kaum jemand?
Martin: Weil einige Airlines das offenbar nicht besonders transparent kommunizieren. Genau deshalb macht die Verbraucherzentrale jetzt eine Umfrage, um zu sehen, welche Gesellschaften sich da querstellen. Am Ende könnte das in Sammelklagen münden.
Nina: Was bedeutet das jetzt ganz konkret für jemanden, der letztes Jahr einen Flug abgesagt hat?
Martin: Man kann sich an der Umfrage beteiligen und den eigenen Fall schildern. Wichtig ist, Belege aufzuheben, also die Buchungsunterlagen und die Stornobestätigung. Ob und wie viel man am Ende zurückbekommt, hängt vom Einzelfall und von der jeweiligen Airline ab, das kann ich hier nicht pauschal sagen.
Nina: Klingt nach einem Griff in die Schublade mit alten Rechnungen. [laughs] Aber gut zu wissen, dass sich das lohnen könnte.
Martin: Genau, ein Blick lohnt sich zumindest. Weiter geht's mit einer eher unaufgeregten, aber praktischen Meldung. Es geht um das Kindergeld.
Nina: Da ändert sich was?
Martin: Es wird darüber diskutiert, dass Kindergeld künftig automatisch aufs Konto überwiesen wird, ohne dass Eltern einen Antrag stellen müssen. Die Familienkasse hätte durch die Geburtsmeldung ja eigentlich schon alle Daten.
Nina: Das heißt, man müsste sich nicht mehr durch dieses Antragsformular kämpfen?
Martin: Genau das ist die Idee. Kein Papierkram, keine Wartezeit, das Geld kommt einfach. Interessant ist, dass das eine Reform ist, die den Staat kaum zusätzliches Geld kostet, aber im Alltag der Familien wirklich etwas verändert.
Nina: Also eine dieser seltenen Win-win-Geschichten.
Martin: So kann man es nennen, ja. Wobei man fairerweise sagen muss, das ist noch keine beschlossene Sache, sondern wird als sinnvoller Schritt diskutiert. Für frischgebackene Eltern kann es aber schon jetzt entlastend sein zu wissen, dass sich da was bewegt.
Nina: Ich kenne genug Leute, die dieses Antragschaos mit Geburt eines Kindes erlebt haben. Da wäre das wirklich eine Erleichterung.
Martin: Kommen wir zu einem Thema, das aktuell für ziemlichen Ärger sorgt. Wärmepumpen-Förderung.
Nina: Oh, das klingt schon nach Chaos.
Martin: Ist es auch. Der Haushaltsausschuss hat kurzfristig die Fördersätze für den Einbau von Wärmepumpen gesenkt. Und fast direkt danach konnte man die Förderung wegen eines technischen Problems im Antragssystem gar nicht mehr beantragen.
Nina: Das heißt, wer gerade mitten im Vertrag steckt, hat Pech gehabt?
Martin: Genau da liegt das Problem. Es gibt Kundinnen und Kunden, die schon einen Vertrag unterschrieben haben, in dem Vertrauen auf die alte, höhere Förderung. Und die stehen jetzt vor möglichen Mehrkosten im Bereich von mehreren Tausend Euro.
Nina: Das ist ja richtig viel Geld für eine Privatperson.
Martin: Absolut. Und das Ganze passiert vor dem Hintergrund, dass die Förderung sowieso schrittweise reduziert werden sollte. Nur eben nicht so plötzlich und nicht mit diesem technischen Ausfall mittendrin.
Nina: Was kann man denn tun, wenn man selbst gerade so einen Vertrag hat?
Martin: Am besten direkt mit dem Handwerksbetrieb sprechen und schauen, ob der Antrag noch rechtzeitig vor der Änderung eingereicht wurde. Und sich bei der zuständigen Förderstelle informieren, wie der aktuelle Stand ist. Pauschale Lösungen gibt es hier leider nicht, das ist wirklich Einzelfall für Einzelfall.
Nina: Ganz schön ärgerlich, wenn man sich auf eine Zusage verlässt und dann so kurzfristig der Boden wegbricht.
Martin: Ja, das verstehe ich gut. Kommen wir zu einem etwas anderen Bereich, dem Immobilienmarkt. Konkret Frankfurt.
Nina: Da wird es wohl nicht günstiger, oder?
Martin: Nein, die Preise in Frankfurt sind aktuell weiter gestiegen. Manche Stadtteile verzeichnen sogar deutliche Zuwächse. Es gibt bestimmte Viertel, die bei Käuferinnen und Käufern besonders gefragt sind, und andere, denen Experten noch Potenzial zutrauen.
Nina: Was heißt das für jemanden, der schon lange nach einer Wohnung sucht?
Martin: Grundsätzlich zeigt das, dass sich der Markt in Ballungsräumen wie Frankfurt nicht beruhigt, sondern eher wieder anzieht. Für Käuferinnen und Käufer heißt das oft, genauer hinzuschauen, wo Preise noch fair sind und wo man eher überzahlt. Eine pauschale Handlungsempfehlung kann ich hier aber nicht geben, das hängt stark vom Stadtteil, vom Objekt und der persönlichen Finanzierungssituation ab.
Nina: Und für Mieter? Bedeutet das automatisch auch steigende Mieten?
Martin: Ein direkter Zusammenhang ist nicht garantiert, aber steigende Kaufpreise erhöhen oft den Druck auf dem Mietmarkt, weil sich für Vermieterinnen und Vermieter die Rendite verändert. Das beobachten wir in vielen Großstädten ähnlich.
Nina: Klingt, als müsse man da einfach dranbleiben und beobachten.
Martin: Genau. Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die Geldanlage, ganz allgemein und ohne konkrete Empfehlung. Es geht um sogenannte Portfolio-ETFs.
Nina: Das sind doch diese Fondskonstruktionen, bei denen man nicht nur einen einzelnen Index kauft, oder?
Martin: Richtig. Viele kennen den klassischen MSCI World als breiten Aktienindex. Portfolio-ETFs gehen einen Schritt weiter, indem sie verschiedene Anlageklassen mischen, zum Beispiel Aktien und Anleihen, um das Risiko anders zu verteilen.
Nina: Und warum ist das jetzt gerade ein Thema?
Martin: Weil viele Sparerinnen und Sparer merken, dass Rendite allein nicht alles ist, sondern auch das Risiko eine Rolle spielt, gerade wenn man auf die Rente oder größere Anschaffungen hinsparrt. Die Auswahl ist inzwischen aber so groß, dass viele von der reinen Vielfalt überfordert sind.
Nina: Kannst du sagen, welcher ETF davon der beste ist?
Martin: Nein, das würde ich bewusst nicht tun. Welche Mischung aus Risiko und Rendite passt, hängt sehr von der persönlichen Lebenssituation, dem Anlagehorizont und der eigenen Risikobereitschaft ab. Da würde ich eher empfehlen, sich unabhängig beraten zu lassen, etwa bei der Verbraucherzentrale, statt sich auf einzelne Produktversprechen zu verlassen.
Nina: Verstehe, also eher eine Info zum Nachdenken als eine konkrete Handlungsanweisung.
Martin: Exakt. So, das war unser Ritt durch die aktuellen Themen. Kurz zusammengefasst, bei stornierten Flügen lohnt sich ein Blick auf mögliche Rückerstattungen, beim Kindergeld tut sich vielleicht bald etwas in Richtung weniger Bürokratie, bei Wärmepumpen sollte man aktuell besonders wachsam sein, wenn man mitten im Vertrag steckt, in Frankfurt ziehen die Immobilienpreise weiter an, und bei der ETF-Auswahl gilt, lieber informieren als blind folgen.
Nina: Danke Martin, das war wieder sehr hilfreich. Und an alle, die gerade einen stornierten Flug in der Schublade liegen haben, lohnt sich definitiv ein zweiter Blick. Bis zur nächsten Folge!
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