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Geld & Alltag
Folge 0329.05.20269:53 KI-vertont

Geld & Alltag – 29.05.2026

Zinspause, Inflation, Sozialausgaben – die Wirtschaft bleibt in Bewegung. Dazu: Was Tagesgeld-Zinsen wirklich kosten und warum Hoffnung auf ein Iran-Abkommen die Börsen beflügelt.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    EZB-Protokolle enthüllen: Zinspause war unter Währungshütern umstritten

    Handelsblatt

    Die Europäische Zentralbank sieht sich mit einer Reihe wirtschaftlicher Herausforderungen konfrontiert, darunter hohe Energiepreise, ein Ölpreisschock und eine hartnäckige Inflation. Die veröffentlichten Sitzungsprotokolle der EZB gewähren Einblick in die jüngste Zinsentscheidung und zeigen, dass die Entscheidung für eine Zinspause für einige Mitglieder des EZB-Rats keine leichte Wahl war. Die Protokolle verdeutlichen die Spannungen innerhalb des Gremiums angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in der Eurozone.

    Original
  2. 02

    Tagesgeldkonten: So werden Zinsen in Deutschland besteuert

    Finanztipp

    Zinsen aus Tagesgeldkonten unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, wobei der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person jährlich steuerfrei bleibt. Bei deutschen Banken wird die Steuer automatisch abgeführt, während Anleger bei ausländischen Banken die Zinsen selbst über die Anlage KAP in der Steuererklärung angeben müssen. Wer seinen Sparerpauschbetrag optimal nutzen möchte, kann Freistellungsaufträge auf mehrere Banken verteilen und zusätzlich eine Steuererklärung einreichen, um zu viel gezahlte Steuern zurückzuerhalten.

    Original
  3. 03

    Börsenausblick: Hoffnung auf Iran-Abkommen beflügelt Märkte – Konjunkturdaten im Fokus

    Handelsblatt

    Die globalen Aktienmärkte zeigen sich am Freitag von ihrer freundlichen Seite, nachdem US-Vizepräsident J.D. Vance Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran signalisiert hat – S&P 500 und Nasdaq schlossen bereits am Donnerstag auf Rekordhochs, und auch der Nikkei näherte sich seinem Allzeithoch. Im Tagesverlauf rücken wichtige Konjunkturdaten in den Mittelpunkt: Deutschland veröffentlicht Zahlen zur Inflation, zum Arbeitsmarkt und zum Außenhandel, während in den USA der Chicago-Einkaufsmanagerindex als Frühindikator für die Industriekonjunktur erwartet wird. Ökonomen rechnen für Deutschland mit einer leicht gesunkenen Inflationsrate von 2,8 Prozent im Mai, die jedoch weiterhin über dem EZB-Zielwert von 2,0 Prozent liegen würde.

    Original
  4. 04

    Bundesministerin Karin Prien: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

    Handelsblatt

    Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien (CDU) präsentiert sich öffentlich als engagierte Reformerin, die mehr Investitionen in das Bildungssystem als 'Schicksalsfrage für die Nation' bezeichnet. Die Juristin und CDU-Vize, die für den liberalen Flügel der Partei steht, gilt als eine der einflussreichsten Frauen in der männerdominierten Union und fiel im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz von Beginn an auf. Allerdings bleibt ihre konkrete politische Bilanz bisher überschaubar – zuletzt ließ sie erneut eine Frist im Bereich der Entgelttransparenz verstreichen, ohne messbare Ergebnisse vorzuweisen.

    Original
  5. 05

    US-Inflation auf Dreijahreshoch: PCE-Index steigt im April auf 3,8 Prozent

    Handelsblatt

    Der Inflationsdruck in den USA hat im April weiter zugenommen: Der PCE-Gesamtindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve, stieg auf Jahressicht um 3,8 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2023, während die Kerninflation 3,3 Prozent erreichte. Als Haupttreiber gelten die stark gestiegenen Energiepreise, da der Konflikt mit dem Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigt und die Benzinpreise in den USA seit Kriegsbeginn Ende Februar um mehr als 50 Prozent in die Höhe getrieben hat. Beide Indexwerte lagen im Rahmen der Erwartungen von Ökonomen.

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  6. 06

    Staatliche Sozialleistungen 2025 auf 751 Milliarden Euro gestiegen

    DeStatis

    Die monetären Sozialleistungen des Staates sind im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent auf 751,2 Milliarden Euro gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Besonders stark zugenommen haben das Arbeitslosengeld I (+19,1 Prozent) und das Pflegegeld (+13,1 Prozent), während die Rentenversicherungsleistungen mit einem Plus von 5,9 Prozent den größten absoluten Zuwachs von 23,2 Milliarden Euro verzeichneten. Lediglich das Bürgergeld war leicht rückläufig und sank um 1,5 Prozent auf 29,4 Milliarden Euro.

    Original

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Martin: Willkommen bei Geld und Alltag, ich bin Martin. Heute schauen wir uns wieder an, was gerade in der Finanz- und Wirtschaftswelt passiert und was das konkret für euren Alltag bedeutet. Mit dabei ist wie immer Nina, die heute wieder die Verbraucherperspektive einbringt. Hallo Nina.

Nina: Hallo Martin, schön dabei zu sein. Es gibt heute einiges zu besprechen, glaube ich.

Martin: Ja, definitiv. Fangen wir gleich mit einem Thema an, das viele Sparerinnen und Sparer direkt betrifft: die EZB hat ihre Sitzungsprotokolle veröffentlicht, und die zeigen, dass die jüngste Zinspause alles andere als eine einmütige Entscheidung war.

Nina: Zinspause bedeutet, die Leitzinsen bleiben erstmal wo sie sind, richtig?

Martin: Genau. Die EZB hat den Leitzins nicht weiter gesenkt, obwohl es durchaus Stimmen im Rat gab, die das befürwortet hätten. Aus den Protokollen geht hervor, dass die Diskussion ziemlich kontrovers war. Auf der einen Seite drücken hohe Energiepreise und ein möglicher Ölpreisschock auf die Wirtschaft, auf der anderen Seite bleibt die Inflation hartnäckig über dem Zielwert von zwei Prozent.

Nina: Und was heißt das für mich als Verbraucherin? Bleiben die Zinsen jetzt einfach so, wie sie sind?

Martin: Das ist die große Frage. Aktuell signalisiert die EZB keine klare Richtung. Für Sparerinnen und Sparer bedeutet das: Die Tagesgeldzinsen, die viele Banken gerade anbieten, werden sich in nächster Zeit wahrscheinlich nicht stark verändern. Wer einen Kredit aufnehmen möchte, muss ebenfalls weiter mit dem aktuellen Zinsniveau rechnen. Es bleibt also eine Situation, in der man weder auf schnell fallende noch auf schnell steigende Zinsen setzen sollte.

Nina: Mhm. Und Bauzinsen hängen da auch irgendwie dran?

Martin: Indirekt ja. Bauzinsen orientieren sich zwar nicht direkt am EZB-Leitzins, aber das allgemeine Zinsniveau beeinflusst sie schon. Solange die EZB unsicher ist, bleibt auch da wenig Bewegung zu erwarten. [pauses] Apropos Tagesgeld, da haben wir heute auch eine wichtige Meldung für alle, die gerade Zinsen kassieren.

Nina: Oh, da bin ich gespannt. Ich hab selbst ein Tagesgeldkonto.

Martin: Dann ist das direkt relevant für dich. Also: Zinsen aus Tagesgeldkonten sind in Deutschland steuerpflichtig. Sie unterliegen der sogenannten Abgeltungsteuer, das sind 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Klingt erstmal viel, aber es gibt einen wichtigen Freibetrag.

Nina: Den Sparerpauschbetrag, den hab ich schon mal gehört.

Martin: Genau, 1.000 Euro pro Person im Jahr bleiben steuerfrei. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften sind es 2.000 Euro zusammen. Wer bei einer deutschen Bank spart, muss sich in der Regel um nichts kümmern, die Bank führt die Steuer automatisch ab, sofern kein Freistellungsauftrag gestellt wurde. Bei ausländischen Banken sieht das anders aus.

Nina: Wie anders?

Martin: Da müssen Sparerinnen und Sparer die Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben, über die sogenannte Anlage KAP. Das vergessen manche, die sich zum Beispiel von höheren Zinsen bei einer europäischen Onlinebank haben locken lassen. Und noch ein praktischer Hinweis: Wer Konten bei mehreren Banken hat, kann den Freistellungsauftrag aufteilen, also zum Beispiel 600 Euro bei einer Bank und 400 Euro bei einer anderen.

Nina: Das macht Sinn, wenn man eh schon mehrere Konten hat.

Martin: Genau. Und wer zu viel Steuer gezahlt hat, weil der Pauschbetrag nicht voll ausgeschöpft wurde, kann sich das über die Steuererklärung zurückholen. Das lohnt sich zu prüfen.

Nina: Gut zu wissen. Was ist mit den Inflationszahlen? Da war doch auch was.

Martin: Ja, zwei Baustellen gleichzeitig sozusagen. Schauen wir zunächst nach Deutschland: Ökonomen erwarten für Mai eine Inflationsrate von rund 2,8 Prozent. Das wäre etwas weniger als zuletzt, aber immer noch deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent.

Nina: Also immer noch spürbar teurer als vor einem Jahr.

Martin: Richtig. Vor allem Energie und Dienstleistungen treiben die Preise weiter. Und dann gibt es noch die Entwicklung in den USA, die indirekt auch uns betreffen kann.

Nina: Inwiefern?

Martin: In den USA ist der sogenannte PCE-Index im April auf 3,8 Prozent gestiegen, das ist der höchste Stand seit fast zwei Jahren. Der PCE ist das bevorzugte Inflationsmaß der amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Haupttreiber sind stark gestiegene Energiepreise, weil der Konflikt mit dem Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt. Die Benzinpreise in den USA sind seit Ende Februar um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Nina: 50 Prozent, das ist enorm.

Martin: Ja, das ist ein massiver Sprung. Und das hat Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte, also auch auf Europa. Wenn die Ölpreise weltweit steigen, merken das am Ende auch wir an der Zapfsäule oder bei den Heizkosten.

Nina: Ich hab mich schon gefragt, warum der Sprit in letzter Zeit wieder teurer wird.

Martin: Das ist ein Teil der Erklärung. Gleichzeitig gibt es Berichte über mögliche Fortschritte bei Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, was die Märkte kurzfristig beruhigt hat. Aber das ist eine sehr volatile Situation, die sich schnell wieder ändern kann.

Nina: Also abwarten.

Martin: Genau, abwarten und nicht in Hektik verfallen. [pauses] Kommen wir zu einer Zahl, die mich ehrlich gesagt überrascht hat: Der Staat gibt in diesem Jahr 751 Milliarden Euro für monetäre Sozialleistungen aus. Das hat das Statistische Bundesamt gerade veröffentlicht.

Nina: 751 Milliarden, das ist eine riesige Summe. Was zählt da alles dazu?

Martin: Renten, Arbeitslosengeld, Pflegegeld, Bürgergeld und vieles mehr. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von fast sechs Prozent. Besonders stark gestiegen ist das Arbeitslosengeld I, nämlich um über 19 Prozent. Das spiegelt wider, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland zuletzt zugenommen hat.

Nina: Das merkt man ja auch, wenn man im Bekanntenkreis schaut.

Martin: Ja, leider. Auch das Pflegegeld ist stark gestiegen, um 13 Prozent. Das hat unter anderem damit zu tun, dass mehr Menschen Pflegeleistungen in Anspruch nehmen und die Leistungen angehoben wurden. Die Rentenversicherung macht den größten absoluten Zuwachs, über 23 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Nina: Und das Bürgergeld?

Martin: Das ist tatsächlich leicht gesunken, um etwa 1,5 Prozent auf rund 29 Milliarden Euro. Das könnte damit zusammenhängen, dass weniger Menschen Bürgergeld beziehen, aber das müssen wir noch genauer beobachten. Insgesamt zeigt diese Zahl: Der Sozialstaat ist teuer, und diese Kosten hängen letztlich auch mit den Sozialabgaben zusammen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen.

Nina: Also indirekt betrifft das jeden, der arbeitet und Beiträge zahlt.

Martin: Genau so ist es. Die Frage, wie der Sozialstaat langfristig finanziert wird, ist eine der großen politischen Debatten der nächsten Jahre. [pauses] Und dann haben wir noch eine Meldung aus der Bildungs- und Familienpolitik, die zumindest einen Aspekt hat, der für Verbraucherinnen und Verbraucher relevant sein könnte.

Nina: Was meinst du damit?

Martin: Bundesfamilienministerin Karin Prien hat erneut eine Frist im Bereich der Entgelttransparenz verstreichen lassen. Das klingt erstmal technisch, hat aber eine praktische Bedeutung: Das Entgelttransparenzgesetz soll eigentlich dafür sorgen, dass Beschäftigte das Recht haben, zu erfahren, was Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen, um Lohnungleichheiten aufzudecken.

Nina: Ah, das ist dieses Thema, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer.

Martin: Unter anderem, ja. Wenn diese Transparenzpflichten nicht konsequent umgesetzt werden, bleibt es für viele Beschäftigte schwierig, überhaupt zu wissen, ob sie fair bezahlt werden. Das betrifft potenziell Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Nina: Das ist eigentlich ein Alltagsthema, auch wenn es sich nach Bürokratie anhört.

Martin: Richtig, denn das Gehalt ist für die meisten Menschen die wichtigste Einnahmequelle. Wenn man nicht weiß, ob man unterbezahlt ist, kann man auch nicht verhandeln. Insofern: Wer das Thema noch nicht kennt, lohnt es sich, mal nachzuschauen, welche Auskunftsrechte man als Beschäftigte oder Beschäftigter hat. Die Verbraucherzentralen und auch das Bundesarbeitsministerium haben da Informationen.

Nina: Guter Hinweis.

Martin: So, dann fassen wir kurz zusammen, was heute wichtig war. Die EZB-Zinspause war intern umstritten, und für Sparerinnen und Kreditnehmer bleibt das Zinsniveau vorerst stabil. Tagesgeldkonten werden besteuert, aber der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro schützt einen Teil der Zinsen, und Freistellungsaufträge lohnen sich. Die Inflation in Deutschland liegt weiter bei knapp drei Prozent, in den USA treibt der Energiepreisanstieg die Teuerung auf fast vier Prozent. Die staatlichen Sozialausgaben steigen deutlich, vor allem bei Arbeitslosen- und Pflegegeld. Und beim Thema Entgelttransparenz bleibt vieles noch Theorie.

Nina: Alles Themen, die einen wirklich direkt betreffen können, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht immer sieht.

Martin: Genau das ist der Punkt. Danke Nina, danke fürs Zuhören, und bis zur nächsten Folge von Geld und Alltag.

Nina: Bis dann, bleibt informiert.

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