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Geld & Alltag
Folge 3307.08.20268:54 KI-vertont

Check24-Rückzug, Riester-Ende und Babyboomer-Effekt auf Immobilien (07.08.2026)

Check24 steigt aus der Baufinanzierung aus, die Riester-Rente wird beerdigt, und Babyboomer könnten die Immobilienpreise bald drücken. Außerdem: günstige Immobilienaktien, teure Krankenkassen-Verluste und Shortseller im Anflug auf Chemie-Aktien.

Themen

In dieser Folge

06
  1. 01

    Check24 zieht sich aus der Baufinanzierung zurück

    Handelsblatt

    Das größte deutsche Vergleichsportal Check24 beendet sein Geschäft mit der Baufinanzierung, was einen tiefgreifenden Wandel im Markt für Immobilienkredite signalisiert. Für Kreditnehmer muss dieser Rückzug jedoch nicht zwangsläufig Nachteile bedeuten, da sich dadurch neue Strukturen und Anbieter am Markt etablieren könnten.

    Original
  2. 02

    Riester-Rente wird abgeschafft: Sparer verzeichnen seit 2002 hohe Verluste

    Finanzen

    Die Riester-Rente steht vor dem Aus, nachdem sich seit ihrer Einführung im Jahr 2002 gezeigt hat, dass viele Sparer durch das Modell finanzielle Einbußen erlitten haben. Hohe Verwaltungskosten, niedrige Zinsen und komplizierte Förderbedingungen sorgten dafür, dass die erhoffte Rendite bei vielen Verträgen ausblieb. Die geplante Abschaffung soll nun den Weg für ein einfacheres und rentableres Altersvorsorgemodell freimachen.

    Original
  3. 03

    Babyboomer-Effekt: Könnten Immobilienpreise bald sinken?

    Handelsblatt

    Verschiedene Studien prognostizieren fallende Immobilienpreise in Deutschland, sobald die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in den kommenden Jahren ihre Häuser und Wohnungen abgeben. Der Artikel hinterfragt, wie realistisch diese Vorhersagen tatsächlich sind und welche Faktoren den erwarteten Angebotsüberhang beeinflussen könnten.

    Original
  4. 04

    Immobilien und Immobilienaktien: Wie Sie an der Börse Wohnungen zu weniger als dem halben Preis bekommen

    Manager Magazin

    Die Aktien der großen Wohnungsvermieter sind notorisch unterbewertet. So groß wie jetzt war der Discount aber selten. Und es gibt noch mehr gute Gründe für den Kauf.

    Original
  5. 05

    Krankenkassen verlieren Millionen bei Immobilienfonds-Investments

    Welt

    Mehrere gesetzliche Krankenkassen sowie Kassenärztliche Vereinigungen haben durch Investitionen in Immobilienfonds Kapitalmarktverluste in Höhe von rund 220 Millionen Euro erlitten. Die Linkspartei äußerte scharfe Kritik an diesen riskanten Geldanlagen der Beitragsgelder.

    Original
  6. 06

    Deutsche Chemie-Aktien könnten ins Visier von Shortsellern geraten

    Handelsblatt

    Aktien aus dem deutschen Grundstoffsektor zählten im zweiten Halbjahr zu den Gewinnern an der Börse. Analysten warnen jedoch, dass sich dieser positive Trend bald umkehren könnte, was wiederum Spekulanten auf fallende Kurse anziehen dürfte. Damit rückt die Frage in den Fokus, wie nachhaltig die jüngste Kursentwicklung deutscher Chemiewerte tatsächlich ist.

    Original
FAQ

Häufige Fragen

Warum zieht sich Check24 aus der Baufinanzierung zurück?

Check24 beendet als größtes deutsches Vergleichsportal sein Geschäft mit Immobilienkrediten, was auf tiefgreifende Veränderungen im Markt hindeutet. Für Kreditnehmer entstehen dadurch nicht automatisch Nachteile, da neue Anbieter und Strukturen den Markt neu ordnen könnten.

Warum soll die Riester-Rente abgeschafft werden?

Seit ihrer Einführung 2002 haben viele Sparer durch hohe Verwaltungskosten, niedrige Zinsen und komplizierte Förderbedingungen finanzielle Verluste erlitten. Die geplante Abschaffung soll Platz für ein einfacheres und rentableres Altersvorsorgemodell schaffen.

Werden Immobilienpreise durch den Babyboomer-Effekt sinken?

Studien prognostizieren fallende Immobilienpreise, wenn geburtenstarke Babyboomer-Jahrgänge künftig ihre Immobilien abgeben. Ob dieser Angebotsüberhang tatsächlich eintritt, hängt jedoch von mehreren unsicheren Faktoren ab.

Warum sind Immobilienaktien aktuell besonders günstig?

Aktien großer Wohnungsvermieter sind chronisch unterbewertet, aktuell ist der Discount zum Immobilienwert jedoch außergewöhnlich hoch. Damit lassen sich Wohnungen über die Börse faktisch zu weniger als dem halben Preis erwerben.

Wie hoch sind die Verluste der Krankenkassen bei Immobilienfonds-Investments?

Gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen verloren durch Investitionen in Immobilienfonds rund 220 Millionen Euro an Beitragsgeldern. Die Linkspartei kritisierte diese riskanten Geldanlagen scharf.

Vollständiges Transkript

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Martin: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Geld und Alltag. Mein Name ist Martin, und wie immer sitzt mir gegenüber Nina, die für euch nachfragt, wenn es zu kompliziert wird. Schön, dass du da bist, Nina.

Nina: Hallo zusammen! Ja, ich hab schon ein paar Themen gesehen, bei denen ich definitiv nachhaken muss.

Martin: Dann fangen wir direkt an. Erste Meldung, und die dürfte einige überraschen: Check24 zieht sich aus der Baufinanzierung zurück.

Nina: Warte, Check24? Das größte Vergleichsportal für Kredite steigt komplett aus dem Geschäft mit Immobilienkrediten aus?

Martin: Genau. Laut Handelsblatt beendet Check24 dieses Geschäftsfeld. Das ist deshalb interessant, weil ganz viele Leute, die einen Bau- oder Immobilienkredit gesucht haben, genau dort als erste Anlaufstelle gelandet sind, um Zinsen und Konditionen zu vergleichen.

Nina: Und was heißt das jetzt für jemanden, der gerade eine Wohnung finanzieren will?

Martin: Erstmal keine Panik. Es gibt weiterhin andere Vergleichsportale und natürlich die Banken direkt oder unabhängige Kreditvermittler. Der Rückzug von Check24 verändert die Struktur des Marktes, aber er bedeutet nicht automatisch schlechtere Konditionen für Kreditnehmer.

Nina: Also eher ein Zeichen, dass sich der Markt neu sortiert.

Martin: Genau so kann man das lesen. Für alle, die gerade eine Finanzierung planen, heißt das praktisch: einfach bei mehreren Anbietern parallel Angebote einholen, nicht nur bei einem Portal. Und sich nicht verunsichern lassen, nur weil ein großer Name vom Markt verschwindet.

Nina: Mhm, macht Sinn. [pauses] Okay, weiter zum nächsten Thema, das klingt nach einer größeren Geschichte: die Riester-Rente.

Martin: Ja, das ist tatsächlich ein Dauerbrenner. Laut einem Bericht von Finanzen.net steht die Riester-Rente offenbar vor dem Aus. Seit ihrer Einführung 2002 zeigt sich, dass viele Sparer mit diesen Verträgen eher Verluste als Gewinne gemacht haben.

Nina: Wie kann das sein? Ich dachte, Riester wird doch vom Staat gefördert.

Martin: Wird es auch, mit Zulagen und Steuervorteilen. Das Problem lag eher bei den hohen Verwaltungskosten der Verträge und den niedrigen Zinsen der letzten Jahre. Dadurch wurde ein Teil der Rendite quasi aufgefressen, bevor sie überhaupt entstehen konnte.

Nina: Also, die Förderung war da, aber die Kosten haben sie wieder aufgefressen.

Martin: Bei vielen Verträgen war das leider so, ja. Und jetzt ist die Idee, ein einfacheres und potenziell rentableres Modell für die private Altersvorsorge zu schaffen.

Nina: Was bedeutet das denn für Leute, die schon einen Riester-Vertrag haben? Muss man jetzt kündigen?

Martin: Das würde ich an dieser Stelle nicht pauschal sagen. Eine Kündigung kann unter Umständen Nachteile bringen, zum Beispiel den Verlust bereits gezahlter Zulagen. Das hängt sehr stark vom individuellen Vertrag ab, vom Alter, von der Laufzeit. Wer unsicher ist, sollte sich unabhängig beraten lassen, etwa bei einer Verbraucherzentrale, bevor er etwas ändert.

Nina: Verstehe. Also erstmal abwarten, wie die Reform konkret aussieht, und nicht vorschnell handeln.

Martin: Genau das wäre mein Rat, auch wenn ich hier keine individuelle Empfehlung geben kann und will.

Nina: Okay, dann zum nächsten Thema. Das betrifft ja eigentlich fast jeden: Immobilienpreise.

Martin: Ja, und zwar geht es um den sogenannten Babyboomer-Effekt. Die Idee dahinter: In den kommenden Jahren werden viele Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen ihre Häuser und Wohnungen aufgeben, weil sie ins Pflegeheim ziehen oder versterben. Und manche Studien sagen, dass dadurch das Angebot an Immobilien steigt und die Preise sinken könnten.

Nina: Klingt erstmal logisch. Mehr Angebot, niedrigere Preise.

Martin: Das Handelsblatt schaut sich diese These aber kritisch an. Denn ob das tatsächlich so kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel, wo diese Immobilien liegen. In begehrten Großstädten könnte die Nachfrage trotzdem hoch bleiben, während es in ländlichen Regionen schon jetzt teilweise einen Überhang gibt.

Nina: Also nicht flächendeckend, sondern regional ganz unterschiedlich.

Martin: Genau. Und außerdem spielt eine Rolle, wie schnell diese Immobilien überhaupt auf den Markt kommen. Erben verkaufen nicht immer sofort, manche vermieten, manche behalten die Häuser einfach. Der erwartete Angebotsüberhang könnte also deutlich langsamer eintreten, als manche Prognosen suggerieren.

Nina: Was heißt das denn für jemanden, der gerade überlegt, eine Immobilie zu kaufen? Lohnt es sich zu warten?

Martin: Das kann ich so nicht beantworten, und das würde ich auch niemandem raten zu tun, einfach basierend auf einer Prognose zu warten. Immobilienmärkte sind sehr lokal, und persönliche Faktoren wie die eigene Lebenssituation oder die Finanzierungskonditionen spielen eine viel größere Rolle als eine bundesweite Entwicklung, die sich über Jahre hinzieht.

Nina: Verstehe, also eher ein Faktor unter vielen als eine Entscheidungsgrundlage.

Martin: Genau so würde ich das einordnen.

Nina: Gut, dann kommen wir zum letzten Punkt, und der hat mich beim Lesen ehrlich gesagt ziemlich überrascht.

Martin: Ja, das ist eine Meldung von der Welt, die es in sich hat. Mehrere gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben durch Investitionen in Immobilienfonds Verluste am Kapitalmarkt erlitten, insgesamt rund 220 Millionen Euro.

Nina: Warte, Krankenkassen investieren Beitragsgelder in Immobilienfonds? Das wusste ich gar nicht.

Martin: Ja, Krankenkassen legen einen Teil ihrer Rücklagen am Kapitalmarkt an, das ist grundsätzlich erlaubt und auch sinnvoll gedacht, um die Rücklagen zu erhalten oder leicht zu vermehren. Das Problem hier: Ein Teil dieser Anlagen waren offene Immobilienfonds, und die haben in den letzten Jahren durch die Zinswende und Probleme am Immobilienmarkt spürbar an Wert verloren.

Nina: Und diese 220 Millionen, das ist ja jetzt kein kleiner Betrag. Betrifft das irgendwie die Beiträge, die wir als Versicherte zahlen?

Martin: Direkt und unmittelbar erstmal nicht, weil es sich um Rücklagen handelt, nicht um das laufende Budget für Behandlungen. Aber die Linkspartei hat genau deswegen scharfe Kritik geäußert, weil es eben Beitragsgelder sind, die hier verloren gegangen sind. Und langfristig können solche Verluste natürlich in die Finanzlage einer Krankenkasse einfließen.

Nina: Also im Zweifel doch ein Thema, das uns alle betrifft, nur eben indirekter.

Martin: So kann man das sagen. Es zeigt vor allem, wie wichtig eine vorsichtige Anlagestrategie bei öffentlichen Geldern ist, gerade wenn es um Gelder geht, die letztlich von den Versicherten stammen.

Nina: Das ist schon ein bisschen unangenehm zu hören, ehrlich gesagt.

Martin: Verständlich. Gleichzeitig muss man auch sagen, solche Kursschwankungen sind bei Kapitalanlagen nicht ungewöhnlich, die Frage ist eher, wie viel Risiko man mit Beitragsgeldern eingehen sollte. Das wird jetzt sicher noch politisch diskutiert werden.

Nina: Okay, viel Stoff heute. Lass uns kurz zusammenfassen, was hängen bleibt.

Martin: Gerne. Erstens, Check24 verlässt den Markt für Baufinanzierungen, das verändert die Anbieterlandschaft, aber nicht automatisch die Konditionen für Kreditnehmer. Zweitens, die Riester-Rente steht offenbar vor größeren Änderungen, wer einen Vertrag hat, sollte sich vor jeder Entscheidung individuell beraten lassen. Drittens, ob Immobilienpreise durch den demografischen Wandel wirklich sinken, ist regional sehr unterschiedlich und keine sichere Prognose. Und viertens, auch gesetzliche Krankenkassen sind nicht vor Verlusten am Kapitalmarkt geschützt, was zeigt, dass Sicherheit bei Geldanlagen nie eine Selbstverständlichkeit ist.

Nina: Danke Martin, das war wieder mal einiges zum Nachdenken. Bis zur nächsten Folge von Geld und Alltag!

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