Medienklagen, Claude vs. ChatGPT und Alibabas KI-Klonattacke (26.06.2026)
Claude verdrängt ChatGPT bei zahlenden Nutzern, während Anthropic Alibaba den größten KI-Klon-Angriff aller Zeiten vorwirft. Dazu: Medienhäuser klagen gegen OpenAI, Google haftet für KI-Fehler und ein WoW-Klon für 200 Dollar.
In dieser Folge
- 01
Anthropics Claude gewinnt zunehmend zahlende Verbraucher – auf Kosten von ChatGPT
Techcrunch AILaut einer Analyse von Kreditkartentransaktionen des Unternehmens Indagari verzeichnet Anthropics KI-Assistent Claude unter zahlenden Verbrauchern in den USA seit Januar 2026 ein Wachstum von rund 75 Prozent, was auf eine breitere Kundenbasis jenseits des bisherigen Kernmarkts aus Entwicklern und Unternehmen hindeutet. Auch die Online-Lernplattform DataCamp bestätigt diesen Trend: 'Claude' ist dort inzwischen der meistgesuchte Begriff, und die Nachfrage nach Claude-Kursen übersteigt jene nach ChatGPT-Kursen bei selbstlernenden Nutzern im Verhältnis drei zu eins. ChatGPT bleibt jedoch nach wie vor der mit Abstand meistgenutzte KI-Assistent unter Verbrauchern, auch wenn Claude in diesem Jahr spürbar aufgeholt hat.
Original - 02
Fast 50 US-Medienhäuser klagen gegen Microsoft und OpenAI wegen unerlaubtem KI-Training
HeiseKnapp 50 amerikanische Medienhäuser, denen fast 400 Nachrichtenportale aus 33 Bundesstaaten gehören, haben in New York Klage gegen Microsoft und OpenAI eingereicht. Sie werfen den Unternehmen vor, ihre Inhalte – darunter auch Paywall-geschützte Artikel – systematisch und ohne Genehmigung für das Training von ChatGPT und Copilot abgegriffen zu haben, ohne die Verlage finanziell zu entschädigen. Die Klage reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Verfahren ein, darunter Klagen der New York Times, von Encyclopaedia Britannica sowie mehrerer kanadischer und indischer Medienhäuser gegen OpenAI.
Original - 03
LG München I: Google haftet für falsche KI-Zusammenfassungen in Suchergebnissen
IT BusinessDas Landgericht München I hat Google mit Urteil vom 28. Mai 2026 untersagt, das Verlagshaus24 und dessen Tochter Geramond in der KI-Suchfunktion 'Übersicht mit KI' fälschlicherweise mit Betrugsmaschen und unseriösen Geschäftspraktiken in Verbindung zu bringen – bei Verstoß droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Die KI hatte ähnlich klingende Markennamen verwechselt und dem Münchner Verlag Verbindungen zu einem Schweizer Unternehmen unterstellt, die durch keine der zitierten Quellen belegt wurden. Das noch nicht rechtskräftige Urteil setzt einen wichtigen Präzedenzfall, da das Gericht bereits die Umformulierung und Verknüpfung von Drittquellen zu eigenem KI-Text als haftungsbegründend einstufte – mit potenziellen Folgen für alle Betreiber generativer KI-Systeme.
Original - 04
OpenAI-Werbechef erklärt neue Anzeigenstrategie für ChatGPT
Business InsiderBeim 73. Cannes Lions International Festival of Creativity erläuterte Dave Dugan, Head of Global Ads Solutions bei OpenAI, die Werbestrategie für ChatGPT. Im Interview mit Business Insider sprach er darüber, wie OpenAI eine völlig neue Werbekategorie aufbaut und dabei die Nutzererfahrung in den Mittelpunkt stellt. OpenAI verfolgt damit einen eigenständigen Ansatz, der Werbung gezielt in die KI-gestützte Konversationsumgebung von ChatGPT integrieren soll.
Original - 05
KI-Videos erkennen: Tipps und Tricks für den Echtheit-Check
HeiseKI-generierte Videos werden immer realistischer, wie ein Quiz des c't-3003-Teams mit 15 gemischten Clips aus echten Aufnahmen und KI-Generierungen zeigt – selbst geübte Redakteure lagen dabei mehrfach falsch. Verlässliche Erkennungsmerkmale sind fehlerhafte Physik wie unnatürliche Bewegungen und fehlendes Lichtverhalten, sogenanntes Clipping bei Objektberührungen, unleserliche Schrift in Bewegung sowie ein flimmernder Hintergrund, das sogenannte Boiling. Als wichtigstes Hilfsmittel gilt jedoch der gesunde Menschenverstand: Wer bei viralen Clips auf Plausibilität, fehlende Reaktionszeiten der Kamera und das Fehlen weiterer Aufnahmen desselben Ereignisses achtet, ist auch dann noch gewappnet, wenn die Bildqualität von KI-Videos weiter steigt.
Original - 06
Recruiting-CEO: Persönliche Netzwerkpflege schlägt KI-generierte Bewerbungen
Business InsiderJames Reed, CEO des britischen Personalvermittlers Reed Recruitment, warnt davor, dass KI-generierte Bewerbungsunterlagen Arbeitgeber mit nahezu identischen Unterlagen überschwemmen und es für Kandidaten zunehmend schwerer machen, aufzufallen. Er empfiehlt stattdessen altbewährte, persönliche Kontaktaufnahme – etwa handgeschriebene Briefe oder direkte Vernetzung –, da menschliche Verbindungen im aktuellen Bewerbungsumfeld zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal werden. Laut einer LinkedIn-Studie hat sich die Zahl der Bewerber pro offener Stelle in den USA seit Frühjahr 2022 verdoppelt, während 93 Prozent der befragten Recruiter planen, ihren KI-Einsatz im Einstellungsprozess 2026 weiter auszubauen.
Original - 07
BCG-Expertin: Mitarbeiter mit 'High-Agency-Mindset' sind die Gewinner im KI-Zeitalter
Business InsiderJulia Dhar, Leiterin der People-and-Organization-Praxis bei BCG in Nordamerika und Mitgründerin des BCG Behavioral Science Lab, sieht ein sogenanntes 'High-Agency-Mindset' als entscheidenden Erfolgsfaktor in der heutigen Arbeitswelt: Mitarbeiter mit dieser Einstellung handeln proaktiv, suchen aktiv nach Klarheit über ihre Aufgaben und gehen stets über das Mindestmaß hinaus. Angesichts des rasanten technologischen Wandels – BCGs Forschungsbericht 2026 zeigt, dass 88 Prozent der Beschäftigten in den nächsten fünf Jahren erhebliche Weiterqualifizierung benötigen – sind genau jene Mitarbeiter im Vorteil, die Probleme eigenständig lösen, Prozesse optimieren und ihre Zeit auf wertschöpfende Tätigkeiten umlenken. Da KI-gestützte Workflows zunehmend in den Arbeitsalltag integriert werden und selbst Berufseinsteiger immer häufiger Managementaufgaben übernehmen müssen, wird die Fähigkeit, ohne explizite Anweisung Mehrwert zu schaffen, laut Dhar immer wichtiger.
Original - 08
Vibe-Coder erschafft mit Claude Fable 5 ein spielbares World-of-Warcraft-Klon für rund 200 Dollar
t3nEin Vibe-Coder hat mithilfe von Anthropics KI Claude Fable 5 innerhalb von zwei Tagen ein browserfähiges MMORPG namens 'World of Claudecraft' entwickelt, das grundlegende Mechaniken wie neun Klassen, Spezialisierungen und Raids bietet und kostenlos gespielt werden kann. Die KI übernahm dabei sowohl die Spiellogik als auch die eigenständige Suche nach frei verfügbaren Assets im Internet, wobei der Entwickler rund 91 Prozent seines 200-Dollar-Monatsabos bei Anthropic verbrauchte. Als Proof of Concept ist das Projekt bemerkenswert, stößt jedoch in Sachen Grafik, Performance und Codequalität klar an seine Grenzen – der Open-Source-Code steht auf GitHub zur Verfügung und lädt zur gemeinschaftlichen Weiterentwicklung ein.
Original - 09
Patronus AI sichert sich 50 Millionen Dollar für simulierte Testumgebungen für KI-Agenten
Techcrunch AIDas 2023 von ehemaligen Meta-AI-Forschern gegründete Startup Patronus AI hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 50 Millionen Dollar abgeschlossen, angeführt von Greenfield Partners mit Beteiligung von Notable Capital, Lightspeed, Datadog und Samsung, womit sich die Gesamtfinanzierung auf 70 Millionen Dollar beläuft. Das Unternehmen entwickelt sogenannte 'digitale Weltmodelle', also simulierte Nachbildungen von Websites und internen Systemen, in denen KI-Agenten mithilfe von Reinforcement Learning auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor sie eigenständig komplexe Aufgaben übernehmen. Der Umsatz von Patronus ist im vergangenen Jahr um das 15-Fache gewachsen, da nahezu alle führenden KI-Labore und zahlreiche Startups die Plattform nutzen, um sicherzustellen, dass ihre Agenten zuverlässig und ohne menschliche Aufsicht korrekte Ergebnisse liefern.
Original - 10
Anthropic wirft Alibaba größten Claude-Klon-Angriff aller Zeiten vor und fordert gesetzliche Konsequenzen
Ars Technica AIAnthropic hat in einem vertraulichen Brief an US-Senatoren enthüllt, dass mit Alibaba verbundene Akteure zwischen April und Juni 2025 über rund 25.000 betrügerische Konten mehr als 28,8 Millionen Anfragen an Claude gestellt haben sollen, um die Fähigkeiten des Modells illegal zu extrahieren – die bislang größte derartige Kampagne, die das Unternehmen je gemessen hat. Laut Anthropic zielt diese sogenannte Destillationsattacke darauf ab, aufwendige eigene Forschungs- und Trainingskosten zu umgehen, und schadet der US-amerikanischen KI-Industrie, indem hunderte Milliarden Dollar an Investitionen faktisch als Subvention für geopolitische Konkurrenten missbraucht werden. Anthropic fordert den US-Kongress auf, Gesetze zu verabschieden, die den Informationsaustausch zwischen KI-Unternehmen über chinesische Angriffstaktiken erleichtern, Exportkontrollen für Chips verschärfen und chinesische Labore durch gezielte Sanktionen für solches Fehlverhalten bestrafen.
Original
- 01
Anthropics Claude gewinnt zunehmend zahlende Verbraucher – auf Kosten von ChatGPT
Techcrunch AILaut einer Analyse von Kreditkartentransaktionen des Unternehmens Indagari verzeichnet Anthropics KI-Assistent Claude unter zahlenden Verbrauchern in den USA seit Januar 2026 ein Wachstum von rund 75 Prozent, was auf eine breitere Kundenbasis jenseits des bisherigen Kernmarkts aus Entwicklern und Unternehmen hindeutet. Auch die Online-Lernplattform DataCamp bestätigt diesen Trend: 'Claude' ist dort inzwischen der meistgesuchte Begriff, und die Nachfrage nach Claude-Kursen übersteigt jene nach ChatGPT-Kursen bei selbstlernenden Nutzern im Verhältnis drei zu eins. ChatGPT bleibt jedoch nach wie vor der mit Abstand meistgenutzte KI-Assistent unter Verbrauchern, auch wenn Claude in diesem Jahr spürbar aufgeholt hat.
Original - 02
Fast 50 US-Medienhäuser klagen gegen Microsoft und OpenAI wegen unerlaubtem KI-Training
HeiseKnapp 50 amerikanische Medienhäuser, denen fast 400 Nachrichtenportale aus 33 Bundesstaaten gehören, haben in New York Klage gegen Microsoft und OpenAI eingereicht. Sie werfen den Unternehmen vor, ihre Inhalte – darunter auch Paywall-geschützte Artikel – systematisch und ohne Genehmigung für das Training von ChatGPT und Copilot abgegriffen zu haben, ohne die Verlage finanziell zu entschädigen. Die Klage reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Verfahren ein, darunter Klagen der New York Times, von Encyclopaedia Britannica sowie mehrerer kanadischer und indischer Medienhäuser gegen OpenAI.
Original - 03
LG München I: Google haftet für falsche KI-Zusammenfassungen in Suchergebnissen
IT BusinessDas Landgericht München I hat Google mit Urteil vom 28. Mai 2026 untersagt, das Verlagshaus24 und dessen Tochter Geramond in der KI-Suchfunktion 'Übersicht mit KI' fälschlicherweise mit Betrugsmaschen und unseriösen Geschäftspraktiken in Verbindung zu bringen – bei Verstoß droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Die KI hatte ähnlich klingende Markennamen verwechselt und dem Münchner Verlag Verbindungen zu einem Schweizer Unternehmen unterstellt, die durch keine der zitierten Quellen belegt wurden. Das noch nicht rechtskräftige Urteil setzt einen wichtigen Präzedenzfall, da das Gericht bereits die Umformulierung und Verknüpfung von Drittquellen zu eigenem KI-Text als haftungsbegründend einstufte – mit potenziellen Folgen für alle Betreiber generativer KI-Systeme.
Original - 04
OpenAI-Werbechef erklärt neue Anzeigenstrategie für ChatGPT
Business InsiderBeim 73. Cannes Lions International Festival of Creativity erläuterte Dave Dugan, Head of Global Ads Solutions bei OpenAI, die Werbestrategie für ChatGPT. Im Interview mit Business Insider sprach er darüber, wie OpenAI eine völlig neue Werbekategorie aufbaut und dabei die Nutzererfahrung in den Mittelpunkt stellt. OpenAI verfolgt damit einen eigenständigen Ansatz, der Werbung gezielt in die KI-gestützte Konversationsumgebung von ChatGPT integrieren soll.
Original - 05
KI-Videos erkennen: Tipps und Tricks für den Echtheit-Check
HeiseKI-generierte Videos werden immer realistischer, wie ein Quiz des c't-3003-Teams mit 15 gemischten Clips aus echten Aufnahmen und KI-Generierungen zeigt – selbst geübte Redakteure lagen dabei mehrfach falsch. Verlässliche Erkennungsmerkmale sind fehlerhafte Physik wie unnatürliche Bewegungen und fehlendes Lichtverhalten, sogenanntes Clipping bei Objektberührungen, unleserliche Schrift in Bewegung sowie ein flimmernder Hintergrund, das sogenannte Boiling. Als wichtigstes Hilfsmittel gilt jedoch der gesunde Menschenverstand: Wer bei viralen Clips auf Plausibilität, fehlende Reaktionszeiten der Kamera und das Fehlen weiterer Aufnahmen desselben Ereignisses achtet, ist auch dann noch gewappnet, wenn die Bildqualität von KI-Videos weiter steigt.
Original - 06
Recruiting-CEO: Persönliche Netzwerkpflege schlägt KI-generierte Bewerbungen
Business InsiderJames Reed, CEO des britischen Personalvermittlers Reed Recruitment, warnt davor, dass KI-generierte Bewerbungsunterlagen Arbeitgeber mit nahezu identischen Unterlagen überschwemmen und es für Kandidaten zunehmend schwerer machen, aufzufallen. Er empfiehlt stattdessen altbewährte, persönliche Kontaktaufnahme – etwa handgeschriebene Briefe oder direkte Vernetzung –, da menschliche Verbindungen im aktuellen Bewerbungsumfeld zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal werden. Laut einer LinkedIn-Studie hat sich die Zahl der Bewerber pro offener Stelle in den USA seit Frühjahr 2022 verdoppelt, während 93 Prozent der befragten Recruiter planen, ihren KI-Einsatz im Einstellungsprozess 2026 weiter auszubauen.
Original - 07
BCG-Expertin: Mitarbeiter mit 'High-Agency-Mindset' sind die Gewinner im KI-Zeitalter
Business InsiderJulia Dhar, Leiterin der People-and-Organization-Praxis bei BCG in Nordamerika und Mitgründerin des BCG Behavioral Science Lab, sieht ein sogenanntes 'High-Agency-Mindset' als entscheidenden Erfolgsfaktor in der heutigen Arbeitswelt: Mitarbeiter mit dieser Einstellung handeln proaktiv, suchen aktiv nach Klarheit über ihre Aufgaben und gehen stets über das Mindestmaß hinaus. Angesichts des rasanten technologischen Wandels – BCGs Forschungsbericht 2026 zeigt, dass 88 Prozent der Beschäftigten in den nächsten fünf Jahren erhebliche Weiterqualifizierung benötigen – sind genau jene Mitarbeiter im Vorteil, die Probleme eigenständig lösen, Prozesse optimieren und ihre Zeit auf wertschöpfende Tätigkeiten umlenken. Da KI-gestützte Workflows zunehmend in den Arbeitsalltag integriert werden und selbst Berufseinsteiger immer häufiger Managementaufgaben übernehmen müssen, wird die Fähigkeit, ohne explizite Anweisung Mehrwert zu schaffen, laut Dhar immer wichtiger.
Original - 08
Vibe-Coder erschafft mit Claude Fable 5 ein spielbares World-of-Warcraft-Klon für rund 200 Dollar
t3nEin Vibe-Coder hat mithilfe von Anthropics KI Claude Fable 5 innerhalb von zwei Tagen ein browserfähiges MMORPG namens 'World of Claudecraft' entwickelt, das grundlegende Mechaniken wie neun Klassen, Spezialisierungen und Raids bietet und kostenlos gespielt werden kann. Die KI übernahm dabei sowohl die Spiellogik als auch die eigenständige Suche nach frei verfügbaren Assets im Internet, wobei der Entwickler rund 91 Prozent seines 200-Dollar-Monatsabos bei Anthropic verbrauchte. Als Proof of Concept ist das Projekt bemerkenswert, stößt jedoch in Sachen Grafik, Performance und Codequalität klar an seine Grenzen – der Open-Source-Code steht auf GitHub zur Verfügung und lädt zur gemeinschaftlichen Weiterentwicklung ein.
Original - 09
Patronus AI sichert sich 50 Millionen Dollar für simulierte Testumgebungen für KI-Agenten
Techcrunch AIDas 2023 von ehemaligen Meta-AI-Forschern gegründete Startup Patronus AI hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 50 Millionen Dollar abgeschlossen, angeführt von Greenfield Partners mit Beteiligung von Notable Capital, Lightspeed, Datadog und Samsung, womit sich die Gesamtfinanzierung auf 70 Millionen Dollar beläuft. Das Unternehmen entwickelt sogenannte 'digitale Weltmodelle', also simulierte Nachbildungen von Websites und internen Systemen, in denen KI-Agenten mithilfe von Reinforcement Learning auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor sie eigenständig komplexe Aufgaben übernehmen. Der Umsatz von Patronus ist im vergangenen Jahr um das 15-Fache gewachsen, da nahezu alle führenden KI-Labore und zahlreiche Startups die Plattform nutzen, um sicherzustellen, dass ihre Agenten zuverlässig und ohne menschliche Aufsicht korrekte Ergebnisse liefern.
Original - 10
Anthropic wirft Alibaba größten Claude-Klon-Angriff aller Zeiten vor und fordert gesetzliche Konsequenzen
Ars Technica AIAnthropic hat in einem vertraulichen Brief an US-Senatoren enthüllt, dass mit Alibaba verbundene Akteure zwischen April und Juni 2025 über rund 25.000 betrügerische Konten mehr als 28,8 Millionen Anfragen an Claude gestellt haben sollen, um die Fähigkeiten des Modells illegal zu extrahieren – die bislang größte derartige Kampagne, die das Unternehmen je gemessen hat. Laut Anthropic zielt diese sogenannte Destillationsattacke darauf ab, aufwendige eigene Forschungs- und Trainingskosten zu umgehen, und schadet der US-amerikanischen KI-Industrie, indem hunderte Milliarden Dollar an Investitionen faktisch als Subvention für geopolitische Konkurrenten missbraucht werden. Anthropic fordert den US-Kongress auf, Gesetze zu verabschieden, die den Informationsaustausch zwischen KI-Unternehmen über chinesische Angriffstaktiken erleichtern, Exportkontrollen für Chips verschärfen und chinesische Labore durch gezielte Sanktionen für solches Fehlverhalten bestrafen.
Original
Häufige Fragen
Warum gewinnt Claude Marktanteile gegenüber ChatGPT, und wie groß ist der Abstand noch?
Claude verzeichnet seit Januar 2026 unter zahlenden US-Verbrauchern ein Wachstum von rund 75 Prozent und spricht zunehmend auch Nicht-Entwickler an – auf DataCamp übersteigt die Nachfrage nach Claude-Kursen jene nach ChatGPT-Kursen bereits im Verhältnis 3:1. ChatGPT bleibt jedoch nach wie vor der mit Abstand meistgenutzte KI-Assistent und hält seinen Vorsprung trotz des Aufholens von Claude.
Was werfen fast 50 US-Medienhäuser Microsoft und OpenAI in ihrer Klage vor?
Die Verlage, die zusammen knapp 400 Nachrichtenportale betreiben, beschuldigen Microsoft und OpenAI, ihre Inhalte – einschließlich Paywall-geschützter Artikel – ohne Genehmigung und ohne finanzielle Entschädigung für das Training von ChatGPT und Copilot verwendet zu haben. Die Klage reiht sich in eine wachsende Welle ähnlicher Verfahren ein, darunter Klagen der New York Times und mehrerer internationaler Medienhäuser.
Was bedeutet das Münchner Urteil gegen Google für Unternehmen, die generative KI einsetzen?
Das LG München I hat entschieden, dass Google bereits dann haftet, wenn seine KI-Suchfunktion Drittquellen zu eigenem Text verknüpft und dabei falsche Aussagen über ein Unternehmen erzeugt – im konkreten Fall wurden Markennamen verwechselt und unbelegte Verbindungen zu Betrugsmaschen unterstellt. Das noch nicht rechtskräftige Urteil setzt einen Präzedenzfall, der alle Betreiber generativer KI-Systeme betreffen könnte, die nutzergenerierte oder externe Inhalte automatisiert zusammenfassen und dabei Fehler produzieren.
Wie will OpenAI Werbung in ChatGPT integrieren, ohne die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen?
Laut OpenAIs Head of Global Ads Solutions Dave Dugan verfolgt das Unternehmen einen eigenständigen Ansatz, der Werbung gezielt in die konversationelle KI-Umgebung einbettet und dabei die Nutzererfahrung in den Mittelpunkt stellt. OpenAI sieht dies als Aufbau einer völlig neuen Werbekategorie, die sich von klassischen Display- oder Suchanzeigen grundlegend unterscheidet.
Woran erkennt man zuverlässig KI-generierte Videos, und wie lange funktionieren diese Merkmale noch?
Verlässliche Hinweise sind fehlerhafte Physik wie unnatürliche Bewegungen, sogenanntes Clipping bei Objektberührungen, unleserliche Schrift in Bewegung und ein flimmernder Hintergrund (Boiling). Da selbst geübte Redakteure bei Tests mehrfach falsch lagen, gilt der gesunde Menschenverstand als wichtigstes Werkzeug: Wer auf Plausibilität, fehlende Kamerareaktion und das Fehlen weiterer Aufnahmen desselben Ereignisses achtet, bleibt auch dann gewappnet, wenn die technische Qualität von KI-Videos weiter steigt.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Lukas: Herzlich willkommen bei KI im echten Leben, ich bin Lukas. Heute habe ich wieder Clara dabei, die uns wie immer den Praxis-Check liefert und fragt, was das alles wirklich bedeutet. Hallo Clara, schön, dass du da bist.
Clara: Hallo Lukas, freut mich. Ich glaube, wir haben heute einiges zu besprechen.
Lukas: Ja, wirklich einiges. Fangen wir gleich an, und zwar mit einer Meldung, die mich ehrlich gesagt etwas überrascht hat. Claude von Anthropic wächst gerade massiv bei zahlenden Verbrauchern. Laut einer Analyse von Kreditkartentransaktionen sind das seit Januar 2026 rund 75 Prozent Wachstum. Und auf der Lernplattform DataCamp ist Claude inzwischen der meistgesuchte Begriff – mit dreimal so vielen Kursanfragen wie ChatGPT.
Clara: Dreimal so viele Kursanfragen. Das ist schon bemerkenswert. Aber mal ehrlich: ChatGPT ist immer noch der absolute Platzhirsch, oder?
Lukas: Absolut, das bleibt so. ChatGPT ist nach wie vor mit Abstand am weitesten verbreitet. Aber das Signal ist interessant: Claude war bisher eher ein Tool für Entwickler und Unternehmen. Jetzt kommen offenbar auch normale Nutzer, die einfach produktiver arbeiten wollen.
Clara: Was ich mich frage: Warum wechseln die Leute? Ist Claude einfach besser, oder ist es eher so ein Trend-Ding?
Lukas: Ich glaube, beides spielt rein. Claude hat sich in Sachen Schreiben und Analysieren einen guten Ruf erarbeitet. Und es gibt eine Wahrnehmung, dass Claude weniger zensiert und direkter antwortet. Ob das langfristig trägt, wird man sehen.
Clara: Mhm. Für mich klingt das noch nach einer Nische, die wächst. Aber ob das eine echte Verschiebung ist oder nur ein Hype-Moment, das würde ich erst in einem Jahr beurteilen.
Lukas: Fair. Kommen wir zu einer Meldung, die sich direkt damit verbindet, nämlich zu Anthropic und einem ganz anderen Thema. Das Unternehmen hat in einem Brief an US-Senatoren enthüllt, dass mit Alibaba verbundene Akteure über rund 25.000 betrügerische Konten mehr als 28 Millionen Anfragen an Claude gestellt haben sollen – um das Modell quasi auszuspionieren und nachzubauen. Anthropic nennt das die größte Destillationsattacke, die sie je gemessen haben.
Clara: 28 Millionen Anfragen. Das ist kein Versehen, das ist eine systematische Kampagne.
Lukas: Genau. Die Idee dahinter ist, dass man durch massenhafte Anfragen das Verhalten eines Modells so gut dokumentiert, dass man es nachbauen kann, ohne selbst die Forschungskosten zu tragen. Anthropic sagt, das sei faktisch eine Subvention für geopolitische Konkurrenten.
Clara: Ich verstehe die Empörung. Aber ich frage mich: Warum ist das erst jetzt ein Thema? Das kann doch nicht das erste Mal sein, dass sowas passiert.
Lukas: Wahrscheinlich nicht. Aber die Dimension ist neu. Und Anthropic nutzt das politisch – sie fordern vom US-Kongress härtere Gesetze, Exportkontrollen für Chips und Sanktionen gegen chinesische Labore.
Clara: Das klingt dann schon fast nach Lobbying.
Lukas: [laughs] Ja, das Timing mit dem Brief an Senatoren ist natürlich kein Zufall. Trotzdem ist das technische Problem real. Wenn du ein Modell mit Milliarden an Investitionen entwickelst und jemand es in wenigen Wochen abgreift, ist das ein echtes Problem für die gesamte Branche.
Clara: Stimmt. Und das betrifft ja nicht nur Anthropic.
Lukas: Genau. Wechseln wir zu einem Thema, das auch mit Rechten und Inhalten zu tun hat – nämlich die Sammelklage gegen Microsoft und OpenAI. Knapp 50 US-Medienhäuser mit fast 400 Nachrichtenportalen haben in New York Klage eingereicht. Der Vorwurf: ChatGPT und Copilot wurden mit ihren Inhalten trainiert, auch mit Paywall-Artikeln, ohne Erlaubnis und ohne Entschädigung.
Clara: Das ist ja nicht die erste Klage dieser Art. Die New York Times hat das schon gemacht.
Lukas: Richtig. Aber die Breite hier ist neu. 33 Bundesstaaten, 400 Portale – das ist eine koordinierte Aktion. Und es zeigt, dass das Urheberrechtsproblem beim KI-Training nicht einfach verschwindet.
Clara: Was mich interessiert: Was wollen die Verlage eigentlich? Geld? Ein Verbot? Oder wollen sie einfach mit am Tisch sitzen?
Lukas: Ich denke, primär geht es um Lizenzgebühren. Das Modell, das sich gerade abzeichnet, ist: Verlage schließen Deals mit KI-Unternehmen, so wie es die Associated Press oder Axel Springer gemacht haben. Die, die keinen Deal bekommen haben oder keinen wollten, gehen jetzt vor Gericht.
Clara: Und bis das irgendein Gericht abschließend klärt, dauert das Jahre. In der Zeit trainieren die Modelle weiter.
Lukas: [pauses] Das ist leider die Realität. Aber zumindest gibt es jetzt auch auf europäischer Seite ein interessantes Urteil – und das kommt aus München. Das Landgericht München hat Google untersagt, einen Münchner Verlag in seiner KI-Suchfunktion fälschlicherweise mit Betrugsmaschen in Verbindung zu bringen. Die KI hatte Markennamen verwechselt und dem Verlag Verbindungen zu einem Schweizer Unternehmen unterstellt, die schlicht nicht existieren.
Clara: Oh, das ist unangenehm. Das ist ja nicht nur ein technischer Fehler, das kann einem Unternehmen ernsthaft schaden.
Lukas: Absolut. Und das Interessante am Urteil ist: Das Gericht sagt, schon die Umformulierung und Verknüpfung von Drittquellen zu eigenem KI-Text kann haftungsbegründend sein. Das ist ein Präzedenzfall – nicht nur für Google, sondern für alle, die generative KI in Suchergebnissen einsetzen.
Clara: Das heißt, wenn eine KI Quellen falsch interpretiert und daraus eine neue Aussage bastelt, haftet der Betreiber dafür. Das klingt logisch, aber ich glaube, das haben viele in der Branche verdrängt.
Lukas: Ja, und es ist noch nicht rechtskräftig. Aber die Richtung ist klar. Wer KI-Zusammenfassungen in Suchergebnissen anbietet, muss sicherstellen, dass sie faktisch korrekt sind. Das ist technisch extrem schwierig.
Clara: Sagen wir mal so: Das wird noch ein paar Unternehmen kalt erwischen.
Lukas: Sehr wahrscheinlich. Jetzt zu einem Thema, das direkt in den Alltag vieler Nutzer eingreift – OpenAI will Werbung in ChatGPT einführen. Der Werbechef Dave Dugan hat das beim Cannes Lions Festival erklärt. Die Idee: eine völlig neue Werbekategorie, die direkt in die Konversation integriert wird.
Clara: Ich hatte ehrlich gesagt gewartet, bis das kommt. Gratis-Nutzer, Millionen von Anfragen täglich – irgendwo muss das Geld herkommen.
Lukas: Genau. Und OpenAI hat bisher primär über Abos und API-Nutzung verdient. Werbung wäre ein komplett neues Standbein.
Clara: Mich interessiert, wie das konkret aussehen soll. Wenn ich ChatGPT frage, welches Notebook ich kaufen soll, bekomme ich dann gesponserte Empfehlungen?
Lukas: Das ist die entscheidende Frage, und da ist OpenAI noch sehr vage. Dugan spricht davon, die Nutzererfahrung in den Mittelpunkt zu stellen. Aber was das in der Praxis heißt, ist noch unklar.
Clara: Ich bin da skeptisch. Sobald Werbung reinkommt, verändert sich das Vertrauen. Wenn ich nicht mehr weiß, ob eine Antwort neutral ist oder bezahlt wurde, ist das ein Problem.
Lukas: Das sehe ich genauso. Und das ist auch der Grund, warum OpenAI das sehr vorsichtig angehen muss. Zu viel Werbung, und Nutzer wechseln zu Claude oder Perplexity.
Clara: [laughs] Womit wir wieder bei Claude wären.
Lukas: [laughs] Genau. Wechseln wir zu einem Thema, das mir wirklich gut gefallen hat – KI-Videos erkennen. Das c't-Team hat ein Quiz mit 15 Clips gemacht, echt und KI-generiert gemischt, und selbst geübte Redakteure lagen mehrfach falsch.
Clara: Das glaube ich sofort. Ich habe neulich selbst einen Clip gesehen, den ich für echt gehalten habe, und er war komplett generiert.
Lukas: Was hilft, sind konkrete Erkennungsmerkmale: fehlerhafte Physik, also unnatürliche Bewegungen oder falsches Lichtverhalten. Dann sogenanntes Clipping, wenn Objekte sich berühren und ineinander übergehen. Unleserliche Schrift in Bewegung. Und ein flimmernder Hintergrund, das nennt sich Boiling.
Clara: Boiling kenne ich. Das sieht aus, als würde der Hintergrund leicht kochen. Das fällt auf, wenn man weiß, worauf man achten soll.
Lukas: Aber der wichtigste Tipp ist eigentlich der einfachste: gesunder Menschenverstand. Wenn ein Clip viral geht, aber es keine weiteren Aufnahmen desselben Ereignisses gibt, keine Reaktionszeit der Kamera, keine Zeugen – dann ist Skepsis angebracht.
Clara: Das klingt banal, aber ich glaube, das ist wirklich der entscheidende Punkt. Die meisten Leute checken das nicht, die teilen einfach weiter.
Lukas: Und das ist das gesellschaftliche Problem. Die Technik wird besser, die Erkennungsmerkmale werden weniger. Deswegen wird Medienkompetenz immer wichtiger.
Clara: Absolut. Das sollte eigentlich in der Schule gelehrt werden.
Lukas: Kommen wir zu einem Thema, das viele gerade beschäftigt – Bewerbungen mit KI. James Reed, CEO von Reed Recruitment in Großbritannien, warnt: KI-generierte Bewerbungsunterlagen überschwemmen Arbeitgeber mit nahezu identischen Texten. Laut einer LinkedIn-Studie hat sich die Zahl der Bewerber pro Stelle in den USA seit 2022 verdoppelt.
Clara: Das kann ich mir gut vorstellen. Wenn alle dasselbe Tool benutzen, klingen alle gleich.
Lukas: Reed empfiehlt handgeschriebene Briefe oder direkte persönliche Vernetzung. Also quasi zurück zu den Grundlagen.
Clara: Das ist irgendwie ironisch. KI soll uns effizienter machen, aber im Bewerbungsprozess macht sie uns alle gleich und damit ineffektiver.
Lukas: Genau das ist das Paradox. Und gleichzeitig planen 93 Prozent der Recruiter, ihren eigenen KI-Einsatz im Einstellungsprozess 2026 weiter auszubauen. Also KI auf beiden Seiten, Bewerber und Recruiter, und trotzdem entscheidet am Ende der menschliche Eindruck.
Clara: Was bedeutet das für jemanden, der sich gerade bewirbt? Nutze KI für die Recherche, für die Vorbereitung, aber schreib den Brief selbst?
Lukas: Ich denke, das ist eine gute Faustregel. KI als Werkzeug, nicht als Ghostwriter. Und dann das Netzwerk aktivieren, bevor man überhaupt eine Stelle ausschreibt.
Clara: Mhm. Das ist eigentlich nichts Neues, aber es wird wieder wichtiger.
Lukas: Stimmt. Jetzt zu einem Thema, das mich wirklich fasziniert hat – ein Entwickler hat mit Claude in zwei Tagen ein spielbares MMORPG gebaut. World of Claudecraft, angelehnt an World of Warcraft, mit neun Klassen, Spezialisierungen, Raids – alles im Browser spielbar, für rund 200 Dollar.
Clara: [laughs] World of Claudecraft. Der Name allein.
Lukas: [laughs] Ja. Und das Bemerkenswerte: Die KI hat nicht nur den Code geschrieben, sondern selbstständig nach frei verfügbaren Assets im Internet gesucht. Der Entwickler hat rund 91 Prozent seines Monatsabos verbraucht.
Clara: Was hat das konkret gekostet? 200 Dollar für das Abo?
Lukas: Genau, das ist sein monatliches Claude-Abo, von dem er 91 Prozent in diesem Projekt verbraucht hat. Als Proof of Concept ist das beeindruckend.
Clara: Aber ich vermute, das Spiel ist nicht wirklich spielbar im Sinne von: Man verbringt damit Stunden.
Lukas: Nein, in Sachen Grafik, Performance und Codequalität stößt es klar an Grenzen. Aber der Punkt ist: Vor zwei Jahren wäre das schlicht nicht möglich gewesen. Dass eine Person mit KI in 48 Stunden ein funktionierendes Spielsystem aufbaut, ist ein starkes Signal für das, was möglich wird.
Clara: Ich finde das interessant als Demonstration. Aber für echte Produkte braucht man dann doch noch Entwickler, die den Code verstehen und sauber halten.
Lukas: Absolut. Der Code steht auf GitHub und lädt zur Weiterentwicklung ein – und genau das ist der nächste Schritt. Community übernimmt, verbessert, macht daraus etwas Echtes.
Clara: Das ist eigentlich das schöne Modell. KI als Startschuss, Menschen machen es fertig.
Lukas: Gut gesagt. Und damit schließt sich der Kreis zum letzten Thema heute – dem BCG-Bericht über das sogenannte High-Agency-Mindset. Julia Dhar von BCG sagt: Die Mitarbeiter, die im KI-Zeitalter gewinnen, sind jene, die proaktiv handeln, Probleme eigenständig lösen und nicht auf explizite Anweisungen warten. BCG-Daten zeigen, dass 88 Prozent der Beschäftigten in den nächsten fünf Jahren erhebliche Weiterqualifizierung brauchen.
Clara: 88 Prozent. Das ist fast jeder.
Lukas: Ja, das ist eine enorme Zahl. Und der Punkt ist nicht, dass alle KI-Experten werden müssen. Sondern dass die Einstellung entscheidend ist – wer aktiv lernt, Prozesse hinterfragt und KI als Werkzeug nutzt, hat einen Vorteil.
Clara: Ich finde den Begriff High Agency eigentlich gut. Es geht nicht um Technik-Affinität, sondern um Haltung. Wer wartet, bis jemand sagt, wie es geht, wird abgehängt.
Lukas: Genau. Und das verbindet sich mit allem, was wir heute besprochen haben. Ob Bewerbungen, Deepfake-Erkennung oder KI-Tools im Arbeitsalltag – überall entscheidet, ob man aktiv mitdenkt oder passiv konsumiert.
Clara: Und das ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Aber KI macht es dringlicher.
Lukas: [pauses] Gut gesagt. Dann fasse ich kurz zusammen: Claude wächst bei Verbrauchern, während ChatGPT Werbung einführt und damit Vertrauen riskiert. Medienhäuser klagen gegen KI-Training, und ein Münchner Gericht setzt erste Haftungsmaßstäbe für KI-Fehler in Suchergebnissen. Anthropic kämpft gegen Modell-Diebstahl in industriellem Ausmaß. KI-Videos werden schwerer erkennbar, Bewerbungen werden austauschbarer, und trotzdem zeigt ein Wochenend-Projekt mit Claude, was heute schon möglich ist. Das Fazit: KI ist kein Hype mehr, aber auch noch keine fertige Lösung. Wer mitdenkt, profitiert. Wer wartet, verliert den Anschluss. Vielen Dank fürs Zuhören, und danke dir, Clara.
Clara: Danke Lukas. Und an alle, die zuhören: Augen auf, Hirn einschalten – das gilt beim Umgang mit KI genauso wie beim Erkennen von KI-Videos.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com