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KI im echten Leben
Folge 1408.07.202611:56 KI-vertont

Proton Lumo, KI-Ransomware & Claude Cowork: Die KI-Woche im Überblick (08.07.2026)

Von Proton Lumo 2.0 über ChatGPT als Liebesberater bis zum ersten eigenständigen KI-Ransomware-Angriff: Wir zeigen, wie KI unseren Alltag, Beziehungen und die Cybersicherheit verändert – plus News zu Claude Cowork, Chatkontrolle und Metas Kamerabrillen.

Themen

In dieser Folge

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  1. 01

    Proton Lumo 2.0: Wie Sie mehr aus der privaten KI rausholen

    Heise

    Das Schweizer Unternehmen Proton hat seinen datenschutzfokussierten KI-Chatbot Lumo in Version 2.0 überarbeitet und mit neuen Funktionen, verbesserten Sprachmodellen und einem moderneren Design ausgestattet. Größter Vorteil gegenüber ChatGPT und anderen Konkurrenten bleibt der Schutz der Privatsphäre, da eingegebene Daten nicht zum Training verwendet werden – technisch konnte Lumo im ersten Praxistest jedoch nicht vollständig mit etablierten Diensten mithalten. Der leitende Entwickler von Protons KI-Team erklärte im Gespräch, wie sich einige der aktuellen Schwächen des Chatbots umgehen lassen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

    Original
  2. 02

    KI als Beziehungsberater: Immer mehr Menschen fragen ChatGPT um Liebesrat

    Heise

    Laut einer Studie der Pronova BKK haben bereits 39 Prozent der Deutschen KI-Chatbots wie ChatGPT zu Partnerschaftsfragen konsultiert, wobei viele angeben, sich der KI offener mitzuteilen als dem eigenen Partner. Experten wie Dana Mahr und Therapeut Carsten Müller sehen Chancen in der jederzeitigen Verfügbarkeit und Formulierungshilfe der KI, warnen jedoch vor ihrer Tendenz zu schmeichelnden, bestätigenden Antworten sowie fehlender Empathie, Körpersprache-Erkennung und dem Risiko, bestehende Vorurteile aus Trainingsdaten zu reproduzieren. Am Beispiel einer Frau, die nach dem mutmaßlichen Fremdgehen ihres Mannes über Wochen mit ChatGPT über ihre Ehekrise sprach, zeigt sich, dass KI ergänzend zur echten Therapie hilfreich sein kann, menschliche Beziehungserfahrung und kritischen Widerspruch aber nicht ersetzen sollte.

    Original
  3. 03

    KI-Agent führt erstmals eigenständigen Ransomware-Angriff durch

    Computerwoche

    Das Sicherheitsunternehmen Sysdig hat mit „JadePuffer“ einen Ransomware-Angriff dokumentiert, der offenbar erstmals vollständig ohne menschliches Eingreifen von einem LLM-basierten KI-Agenten ausgeführt wurde. Der Agent nutzte eine Sicherheitslücke im KI-Framework Langflow aus, schleuste über 600 Payloads ein, stahl Zugangsdaten, bewegte sich lateral im Netzwerk und verschlüsselte schließlich über 1.300 Konfigurationseinträge auf einem Nacos-Server, um Lösegeld in Bitcoin zu fordern. Besonders auffällig war die Fähigkeit der KI, bei Fehlschlägen binnen Sekunden selbstständig ihre Taktik anzupassen – ein Verhalten, das Experten als typisch für einen „agentischen“, KI-gesteuerten Angreifer einstufen.

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  4. 04

    Anthropic bringt Claude Cowork ins Web und auf Smartphones

    t3n

    Anthropic erweitert seinen KI-Agenten Claude Cowork um Web- und Mobile-Apps für iOS und Android, sodass Nutzer:innen nicht mehr auf einen laufenden Laptop angewiesen sind. Sitzungen und Dateien werden nun remote im Claude-Account gespeichert, wodurch geplante Aufgaben auch bei ausgeschaltetem Computer im Hintergrund weiterlaufen und Ergebnisse direkt auf beliebigen Geräten abgerufen werden können. Die neue Funktion startet zunächst als Beta-Feature exklusiv für Abonnent:innen des Max-Plans und ist ohne zusätzliche Installation direkt im Chat-Interface nutzbar.

    Original
  5. 05

    Anthropic bringt Claude Cowork auf Web und Smartphone

    Heise

    Anthropic hat seinen KI-Agenten Claude Cowork, der bislang nur als Desktop-Anwendung verfügbar war, nun auch für Browser sowie iOS- und Android-Apps freigeschaltet, zunächst exklusiv für Abonnenten des teuersten Max-Plans. Der Agent kann eigenständig auf Dateien, Kalender und E-Mails zugreifen, Aufgaben geräteübergreifend fortsetzen und arbeitet laut Nutzungsdaten überwiegend an allgemeinen Geschäftsprozessen und Texten statt an Softwareentwicklung. Zusätzlich verlängerte Anthropic die kostenlose Nutzbarkeit des Spitzenmodells Claude Fable 5 im Abo bis zum 12. Juli, nachdem es zuvor bereits wegen einer zeitweiligen US-Exportkontrollverfügung vorübergehend gesperrt war.

    Original
  6. 06

    Social Offloading: Wie KI zwischenmenschliche Kompetenzen im Job verdrängt

    t3n

    Immer mehr junge Berufstätige lassen selbst berufliche Kommunikation und schwierige Gespräche von Chatbots übernehmen, ein Phänomen, das Skillsoft-Vizepräsidentin Leena Rinne als „Social Offloading“ bezeichnet. Sie warnt, dass dadurch wichtige Fähigkeiten wie Empathie, Urteilsvermögen und der Aufbau von Beziehungen zu Vorgesetzten verlernt werden, weil Menschen sich zu stark auf KI-Ratschläge verlassen. Die eigentliche Ursache sieht Rinne jedoch nicht in der KI selbst, sondern im Abbau mittlerer Führungsebenen und fehlendem Mentoring, wodurch junge Mitarbeitende zu wenig Unterstützung beim Erlernen menschzentrierter Kompetenzen erhalten, die im KI-Zeitalter zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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  7. 07

    KI-Update: Chinas Exportkontrolle, Nvidias neues Geschäftsmodell und Apples Betrugsschutz

    Heise

    China erwägt, den Auslandszugang zu seinen fortschrittlichsten KI-Modellen über ein gestuftes Genehmigungssystem einzuschränken, was Europas Abhängigkeit von günstigen offenen Modellen erschweren könnte. Apple plant mit iOS 27 das Framework „Trust Insights“, das Nutzer durch geräteseitige Verhaltensanalyse vor Social-Engineering-Betrug schützen soll, während Nvidia mit einem neuen Umsatzbeteiligungsmodell den Ausbau von KI-Rechenzentren bei kleineren Cloud-Anbietern vorantreibt. Weitere Themen sind Microsofts Umstieg auf eigene KI-Modelle in Copilot-Produkten, Samsungs starker Gewinnanstieg durch den KI-Boom sowie warnende Stimmen zu überhöhten Gewinnerwartungen an KI außerhalb der Tech-Branche.

    Original
  8. 08

    JetBrains bündelt KI-Tools für Unternehmen: Einheitliche Governance und Kosten

    Heise

    JetBrains hat mit „JetBrains AI for Teams and Organizations“ eine organisationsweite KI-Schicht vorgestellt, die Unternehmen eine koordinierte statt fragmentierte KI-Nutzung ermöglichen soll und ab Juli/August schrittweise für Geschäftskunden bereitsteht. Über offene Standards wie das Model Context Protocol und das Agent Client Protocol lassen sich weiterhin bevorzugte Tools wie Claude Code oder Gemini CLI einbinden, während vier neue Komponenten – darunter Cloud-Agenten, Repository-Kontextwissen sowie die zentrale Verwaltung „JetBrains Central“ – für einheitliche Governance und Kostenkontrolle sorgen. Zudem stellt JetBrains sein Lizenzmodell für Geschäftskunden auf On-Demand-KI-Credits um, die zwölf statt bisher nur einen Monat gültig sind und künftig auch weitere Dienste finanzieren sollen.

    Original
  9. 09

    Ausnahme vom Datenschutz: Kehrtwende bei Chatkontrolle auf EU-Ebene

    golem

    �berraschend wurde die anlass- und verdachtslose Massen�berwachung von Nutzern gro�er Plattformen wieder zur Abstimmung gestellt. (Chatkontrolle, Datenschutz)

    Original
  10. 10

    Kamerabrillen und Datenschutz: Meta beschwichtigt

    Heise

    Meta reagiert auf wachsende Kritik an Kamerabrillen und stellt neue Datenschutzmaßnahmen in Aussicht. Doch viele Fragen bleiben unbeantwortet.

    Original
FAQ

Häufige Fragen

Was ist der größte Vorteil von Proton Lumo 2.0 gegenüber ChatGPT?

Der größte Vorteil ist der Datenschutz: Eingegebene Daten werden bei Lumo nicht zum Training der KI verwendet. Technisch kann Lumo im Praxistest aber noch nicht vollständig mit etablierten Diensten wie ChatGPT mithalten.

Sollte man ChatGPT bei Beziehungsproblemen konsultieren?

Laut Experten kann KI ergänzend hilfreich sein, etwa zur Formulierungshilfe und da sie jederzeit verfügbar ist. Sie sollte jedoch echte Therapie und menschliche Beziehungserfahrung nicht ersetzen, da ihr Empathie, Körpersprache-Erkennung und kritischer Widerspruch fehlen und sie zu schmeichelnden Antworten tendiert.

Wie funktionierte der erste vollständig KI-gesteuerte Ransomware-Angriff „JadePuffer“?

Ein LLM-basierter KI-Agent nutzte eine Sicherheitslücke im Framework Langflow aus, schleuste über 600 Payloads ein, stahl Zugangsdaten und verschlüsselte anschließend über 1.300 Konfigurationseinträge auf einem Nacos-Server, um Lösegeld in Bitcoin zu fordern – komplett ohne menschliches Eingreifen. Besonders bemerkenswert war, dass die KI bei Fehlschlägen binnen Sekunden selbstständig ihre Taktik anpasste.

Was ist neu an Claude Cowork von Anthropic?

Claude Cowork ist nun nicht mehr nur als Desktop-Anwendung, sondern auch als Web- und Mobile-App für iOS und Android verfügbar. Sitzungen und Dateien werden remote gespeichert, sodass Aufgaben auch bei ausgeschaltetem Computer weiterlaufen und Ergebnisse geräteübergreifend abrufbar sind – vorerst exklusiv für Abonnenten des Max-Plans.

Woran arbeitet Claude Cowork laut Nutzungsdaten hauptsächlich?

Laut Anthropic wird der Agent überwiegend für allgemeine Geschäftsprozesse und Texterstellung eingesetzt, weniger für Softwareentwicklung. Er kann dabei eigenständig auf Dateien, Kalender und E-Mails zugreifen.

Vollständiges Transkript

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Lukas: Herzlich willkommen zu KI im echten Leben. Mein Name ist Lukas, und wie immer sitzt mir gegenüber Clara, die den ganzen KI-Trubel immer wieder auf den Boden der Praxis zurückholt. Schön, dass du da bist.

Clara: Hallo Lukas. Ja, ich hab heute wieder einiges angestrichen, was mir zu glatt klang.

Lukas: Genau dafür bist du ja da. Wir haben heute ein ziemlich buntes Bündel: von privaten KI-Chatbots über KI-Agenten im Job bis hin zu einem Ransomware-Angriff, der komplett ohne Menschen gelaufen ist.

Clara: Da fangen wir doch mal harmlos an. Was ist mit diesem Proton Lumo?

Lukas: Proton, die Firma, die man vom verschlüsselten Mailanbieter kennt, hat ihren Chatbot Lumo auf Version 2.0 gebracht. Neues Design, bessere Sprachmodelle, aber der eigentliche Pitch bleibt: Eure Eingaben werden nicht zum Training genutzt. Also maximaler Datenschutz.

Clara: Klingt gut für alle, die beruflich sensible Dinge eingeben, also zum Beispiel Selbstständige, die vielleicht Vertragsentwürfe oder Kundendaten durchdenken lassen wollen.

Lukas: Genau die Zielgruppe. Aber im Praxistest, den Heise gemacht hat, konnte Lumo technisch nicht ganz mit ChatGPT oder Claude mithalten. Der leitende Entwickler hat aber ein paar Tricks verraten, wie man trotzdem bessere Ergebnisse rausholt.

Clara: Also ein bisschen Bastelarbeit nötig. Das ist ja oft so bei den Alternativen. Privatsphäre gegen Bequemlichkeit.

Lukas: Stimmt. Aber für viele im Mittelstand, die Angst vor Datenabfluss haben, könnte das trotzdem der entscheidende Punkt sein, warum sie überhaupt einsteigen.

Clara: Mhm, das leuchtet ein. Wobei ich mich frage, ob die Unterschiede in der Qualität für den Alltag am Ende doch schwerer wiegen als das gute Gewissen.

Lukas: Das muss letztlich jeder selbst abwägen. Kommen wir zu einem größeren Thema, das mich diese Woche wirklich beschäftigt hat: Claude Cowork von Anthropic ist jetzt nicht mehr nur eine Desktop-App, sondern läuft auch im Browser und auf dem Smartphone.

Clara: Warte, was macht dieser Cowork-Agent eigentlich genau?

Lukas: Er greift eigenständig auf Dateien, Kalender und E-Mails zu und arbeitet Aufgaben ab, die man ihm gibt. Das Neue ist, die Sitzungen laufen jetzt remote im Account, also auch wenn der Laptop aus ist, macht der Agent im Hintergrund weiter.

Clara: Also ich stell dem Ding morgens eine Aufgabe und abends ist sie fertig, egal ob mein Rechner überhaupt läuft?

Lukas: Genau das ist die Idee. Laut Nutzungsdaten arbeitet der Agent übrigens überwiegend an ganz normalen Geschäftsprozessen und Texten, nicht primär an Softwareentwicklung, wie man vielleicht erwarten würde.

Clara: Das überrascht mich tatsächlich. Ich hätte gedacht, sowas wird zuerst von Entwicklern durchgetestet.

Lukas: Wird es wahrscheinlich auch, aber offenbar setzen sich im Alltag ganz banale Büroaufgaben durch. Rechnungen sortieren, Berichte zusammenfassen, Termine koordinieren.

Clara: Also das klassische Zeug, das in kleineren Unternehmen sonst zwischen Tür und Angel erledigt wird.

Lukas: Richtig. Allerdings, und das ist der Haken, das Ganze ist erstmal exklusiv für den teuersten Max-Plan von Anthropic.

Clara: Ah ja, klar. Wieder das übliche Muster, die spannendsten Features gibt's zuerst für die zahlungskräftige Kundschaft.

Lukas: [laughs] So ist es leider fast immer. Aber wenn sich das bewährt, sickert es meistens irgendwann in günstigere Tarife durch.

Clara: Ich bleib trotzdem skeptisch, ob ein Agent, der ohne Aufsicht auf meine Mails und Kalender zugreift, wirklich schon reif für den Alltag ist. Was, wenn der was Falsches verschickt?

Lukas: Das ist ein berechtigter Punkt, und der führt mich direkt zur nächsten Meldung, die ziemlich unangenehm ist. Sicherheitsforscher von Sysdig haben einen Ransomware-Angriff dokumentiert, der komplett von einem KI-Agenten selbst durchgeführt wurde, ohne dass ein Mensch eingegriffen hat.

Clara: Warte, das heißt, die KI hat sich selbst einen Weg ins System gesucht?

Lukas: Genau. Der Agent hat eine Lücke im KI-Framework Langflow ausgenutzt, über sechshundert Payloads eingeschleust, Zugangsdaten gestohlen, sich im Netzwerk bewegt und am Ende über dreizehnhundert Konfigurationseinträge verschlüsselt, um Lösegeld in Bitcoin zu fordern.

Clara: Das ist schon ein anderes Kaliber als die üblichen automatisierten Angriffe.

Lukas: Das Beängstigende laut den Experten war vor allem, wie schnell der Agent bei Fehlschlägen seine Taktik angepasst hat. Innerhalb von Sekunden, nicht Stunden.

Clara: Also praktisch ein Angreifer, der lernt und improvisiert wie ein Mensch, nur eben viel schneller.

Lukas: Genau das nennen Experten agentisches Verhalten. Und für Unternehmen, gerade im Mittelstand, die vielleicht selbst mit KI-Agenten experimentieren, ist das ein Weckruf, wie wichtig Absicherung dieser Frameworks ist.

Clara: [sighs] Ich finde das ehrlich gesagt das relevanteste Thema heute. Alle reden über Produktivität durch Agenten, aber kaum jemand über die Kehrseite, dass genau diese Agenten-Fähigkeiten auch für Angriffe genutzt werden.

Lukas: Stimmt, das wird oft nur am Rand erwähnt. Passend dazu gibt es aber auch eine Meldung, die zeigt, dass Unternehmen versuchen, KI-Nutzung besser zu kontrollieren. JetBrains hat ein neues Angebot namens JetBrains AI for Teams and Organizations vorgestellt.

Clara: Was genau soll das lösen?

Lukas: Das Problem, dass in vielen Firmen mittlerweile jedes Team sein eigenes KI-Tool nutzt, unkoordiniert, ohne zentrale Kontrolle über Kosten oder Sicherheit. JetBrains will eine organisationsweite Schicht darüberlegen, mit einheitlicher Governance.

Clara: Also sowas wie eine zentrale Schaltstelle, die trotzdem erlaubt, dass Entwickler weiter ihre bevorzugten Tools wie Claude Code oder Gemini CLI nutzen?

Lukas: Genau, über offene Standards wie das Model Context Protocol wird das eingebunden. Dazu gibt's neue Komponenten wie Cloud-Agenten und eine zentrale Verwaltung namens JetBrains Central.

Clara: Das klingt nach dem, was viele Mittelständler eigentlich brauchen. Nicht noch ein neues Tool, sondern Ordnung in dem Chaos, das die letzten zwei Jahre entstanden ist.

Lukas: Sehe ich auch so. Interessant ist auch das neue Lizenzmodell, KI-Credits, die künftig zwölf statt nur einen Monat gültig sind.

Clara: Das ist zumindest ein Fortschritt gegenüber diesem Wegwerf-Prinzip, wo ungenutzte Kontingente einfach verfallen.

Lukas: Genau. Wechseln wir mal die Ebene, weg von Tools, hin zu Menschen. Es gibt eine Studie der Pronova BKK, die zeigt, dass schon 39 Prozent der Deutschen ChatGPT zu Partnerschaftsfragen befragt haben.

Clara: Das ist eine erstaunlich hohe Zahl. Warum reden die Leute lieber mit einer KI als mit ihrem Partner?

Lukas: Laut den befragten Experten, unter anderem Therapeut Carsten Müller, liegt es an der ständigen Verfügbarkeit und daran, dass die KI hilft, Gedanken erstmal zu formulieren, bevor man sie einem Menschen sagt.

Clara: Also eine Art Testlauf für schwierige Gespräche.

Lukas: Genau. Es gab auch ein konkretes Beispiel, eine Frau, die nach dem mutmaßlichen Fremdgehen ihres Mannes wochenlang mit ChatGPT über ihre Ehekrise gesprochen hat.

Clara: Und, hat's ihr geholfen?

Lukas: Laut Bericht schon, ergänzend zur echten Therapie. Aber die Experten warnen gleichzeitig, dass die KI tendenziell schmeichelt und bestätigt, statt kritisch nachzufragen.

Clara: Das ist genau der Punkt, der mir Sorgen macht. Eine KI hat keine Körpersprache, kein echtes Gefühl dafür, wann jemand sich selbst was vormacht. Sie sagt eher das, was man hören will.

Lukas: Und sie kann auch Vorurteile aus den Trainingsdaten reproduzieren, ohne dass man das merkt.

Clara: Also ein netter Zuhörer um drei Uhr nachts, aber kein Ersatz für jemanden, der einem auch mal widerspricht.

Lukas: Passt eigentlich thematisch zur nächsten Meldung, die sich mit einem Phänomen namens Social Offloading beschäftigt, also der Verlagerung menschlicher Kommunikation auf Chatbots, allerdings am Arbeitsplatz.

Clara: Erzähl.

Lukas: Skillsoft-Vizepräsidentin Leena Rinne beobachtet, dass gerade jüngere Berufstätige selbst schwierige Gespräche mit Kollegen oder Vorgesetzten vorab von einer KI formulieren oder sogar ganz outsourcen lassen.

Clara: Also statt selbst den Konflikt zu klären, fragt man ChatGPT, wie man's am besten sagt, oder lässt es gleich die Antwort schreiben?

Lukas: Genau. Und ihre Sorge ist, dass dadurch wichtige Fähigkeiten wie Empathie oder Urteilsvermögen verlernt werden, weil man sich zu sehr auf die KI-Formulierungen verlässt.

Clara: Das kann ich mir gut vorstellen. Wenn man nie selbst übt, unangenehme Gespräche zu führen, bleibt das ja auch eine Fähigkeit, die einrostet.

Lukas: Interessant fand ich aber, dass Rinne die Ursache gar nicht primär in der KI selbst sieht, sondern im Abbau mittlerer Führungsebenen und fehlendem Mentoring.

Clara: Ach, also die KI füllt eigentlich nur eine Lücke, die vorher durch echte Führungskräfte und deren Anleitung gefüllt wurde?

Lukas: Genau das ist ihre These. Wenn niemand mehr Zeit hat, jüngere Mitarbeitende zu coachen, wird die KI zum Ersatzmentor, mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt.

Clara: Das finde ich fast die interessanteste Erkenntnis heute. Man schiebt die Schuld gern auf die Technologie, aber eigentlich liegt das Problem oft schon vorher in der Organisation.

Lukas: Ein guter Übergang, um das Ganze mal zusammenzufassen. Was war denn für dich heute der Punkt, der am meisten Praxisrelevanz hatte?

Clara: Ich glaube, die Kombination aus dem Ransomware-Fall und der JetBrains-Governance-Geschichte. Auf der einen Seite zeigt sich, wie gefährlich unkontrollierte Agenten sein können, auf der anderen Seite versuchen Unternehmen gerade genau deshalb, mehr Ordnung in ihre KI-Nutzung zu bringen. Das hängt für mich zusammen.

Lukas: Sehr guter Punkt. Und bei Claude Cowork und dem Beziehungsrat-Thema sehe ich das Muster, dass KI immer stärker in Bereiche vordringt, wo es eigentlich um Vertrauen geht, sei es beruflich oder privat, und genau da die Grenzen am deutlichsten werden.

Clara: Ja, das würde ich unterschreiben. Nützlich als Werkzeug, aber eben kein Ersatz für echtes Urteilsvermögen oder echte Beziehungen.

Lukas: Dann fassen wir zusammen: Proton Lumo bringt mehr Datenschutz, aber noch nicht ganz die Qualität der Konkurrenz. Claude Cowork wird mobiler und läuft im Hintergrund weiter, bleibt aber vorerst teuer. Der Ransomware-Fall zeigt, wie real die Risiken von autonomen Agenten schon sind. JetBrains bringt mehr Ordnung in die Unternehmens-KI. Und beim Thema Beziehungen und Kommunikation gilt: KI kann unterstützen, aber menschliches Urteilsvermögen bleibt unersetzlich.

Clara: Gut zusammengefasst. Danke Lukas, das war wieder ein guter Realitäts-Check.

Lukas: Danke dir, Clara, für deine Einwände wie immer. Und an alle Hörer, bis zur nächsten Folge von KI im echten Leben.

Clara: Bis bald, und bleibt kritisch beim Ausprobieren.

Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.

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