KI-Agenten, Kill-Switches und der Kampf um Trainingsdaten (22.07.2026)
KI-Quellen unter der Lupe, agentische Agenten zwischen Turbo und Risiko, Kill-Switches als Sicherheitsnetz, Milliarden für Cybersecurity und Bücher als Trainingsfutter – plus Werbung in ChatGPT und ein KI-Mona-Lisa-Duell.
In dieser Folge
- 01
ChatGPT, Perplexity & Co.: Diese Quellen nutzen KI-Tools am häufigsten – und das ist ein Problem
t3nImmer mehr Menschen nutzen KI zur Online-Suche. Aber woher stammt das Wissen, das die Tools liefern? Eine Studie hat 250.000 Antworten untersucht.
Original - 02
Kontrollzentrum mit Kill-Switch: So lässt sich agentische KI sicher steuern
IT BusinessDer Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen gilt zunehmend als geschäftskritisch, wird jedoch durch Sicherheitsbedenken erheblich ausgebremst. Laut einer von Okta beauftragten Umfrage stufen 86 Prozent der Entscheider KI-Agenten als wichtig für ihr Geschäft ein, dennoch verzögern 69 Prozent der Unternehmen deren Einführung aus Sorge um mangelnde Kontrolle. Okta-Manager Sven Kniest plädiert daher für ein zentrales Kontrollzentrum mit Kill-Switch-Funktion, um die digitalen Identitäten von KI-Agenten nachvollziehbar zu verwalten und aus riskanter Schatten-KI kontrollierbare, autonome Systeme zu machen.
Original - 03
KI-Agenten zwischen Produktivitätsturbo und Sicherheitsrisiko
IT BusinessAutonome KI-Agenten übernehmen zunehmend Routineaufgaben in Unternehmen, doch spektakuläre Zwischenfälle wie eine versehentlich gelöschte Produktionsdatenbank bei PocketOS oder ein außer Kontrolle geratener E-Mail-Löschvorgang bei Meta zeigen die Risiken fehlender Kontrolle. Sicherheitsforscher warnen vor wachsenden Angriffsflächen durch Prompt-Injection und übermäßige Berechtigungen, während Experten wie Calvin Dudek von OMR Reviews betonen, dass technische Grundlagen, klare Governance-Regeln und eine Kultur des Vertrauensaufbaus entscheidend seien. Mit der zunehmenden Autonomie von Agenten wird auch die Vergabe eigener digitaler Identitäten für diese Systeme zur zentralen Herausforderung, wie Okta-Experte Arkadiusz Krowczynski anhand von Milliarden täglicher Zugriffsentscheidungen verdeutlicht.
Original - 04
Nexoware führt AI Agent Platform für IT-Provider ein
IT BusinessNexoware hat mit der „AI Agent Platform“ eine speziell auf IT-Dienstleister zugeschnittene Lösung für agentische KI gestartet, die generischen GenAI-Tools durch tiefe Integration in Prozesse und Systeme überlegen sein soll. Anwender können entweder sofort einsatzbereite Agenten nutzen – etwa für Ticket-Klassifizierung, Erstellung von Tätigkeitsbeschreibungen und automatisierte Abrechnung – oder über den AI Agent Designer eigene, individuell konfigurierte Agenten mit selbst festgelegtem Autonomiegrad erstellen. Die Plattform bringt in Europa gehostete, DSGVO-konforme LLMs mit, setzt auf Human-in-the-Loop-Mechanismen je nach Risikograd und soll um weitere Agenten für IT-Services, Shop-, Dokument- und Output-Management ergänzt werden.
Original - 05
Cybersecurity-Startup Glow startet mit 1,2-Milliarden-Dollar-Bewertung gegen KI-Bedrohungen an Endgeräten
Techcrunch AIDas von ehemaligen Meta- und Snowflake-Managern gegründete Startup Glow hat sich mit einer Series-A-Finanzierung von 180 Millionen Dollar und einer Bewertung von 1,2 Milliarden Dollar aus der Stealth-Phase gewagt, unterstützt unter anderem von Sequoia Capital, Cyberstarts und Redpoint Ventures. Das in Palo Alto ansässige Unternehmen entwickelt eine Endpoint-Security-Plattform, die mithilfe spezialisierter KI-Agenten Software, KI-Agenten und Entwicklertools auf Mitarbeitergeräten in Echtzeit überwacht und riskante Anwendungen proaktiv blockiert, statt Bedrohungen erst nachträglich zu erkennen. Glow, das Modelle von Anthropic und Google Gemini über Amazon Bedrock nutzt, hat bereits zahlende Kunden aus Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen und tritt damit in einen von CrowdStrike, Microsoft und Palo Alto Networks dominierten Markt ein.
Original - 06
KI-Firmen kaufen massenhaft alte Bücher als Trainingsdaten
golemUnternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz erwerben derzeit in großem Umfang alte, gedruckte Bücher, um sie als Trainingsdaten für ihre Sprachmodelle zu nutzen. Damit wollen sie rechtlich unbedenkliches Material beschaffen, das nicht durch aktuelle Urheberrechtsstreitigkeiten belastet ist, wie sie bei digitalen oder aus dem Internet gesammelten Inhalten häufig auftreten. Der Artikel selbst enthält jedoch keine weiteren inhaltlichen Details, da die Originalseite größtenteils aus einem Cookie- und Datenschutzhinweis besteht.
Original - 07
KI-Modelle im Zeichenduell: GPT-5.6, Claude, Gemini und Grok malen die Mona Lisa
Hacker NewsIn einem selbst entwickelten „Drawing Arena“-Test ließen die Autoren vier Vision-Modelle – GPT-5.6 Sol, Claude Fable 5, Grok 4.5 und Gemini 3.6 Flash – mit einem digitalen Buntstift-Werkzeugset Bilder wie die Mona Lisa und Van Goghs Sternennacht sowie fünf freie Textprompts umsetzen, wobei die Modelle Farbe, Druck und Strichbreite selbst wählten und ihre Werke per Bildvergleich (SSIM) bewerteten. GPT-5.6 Sol lieferte die qualitativ überzeugendsten und günstigsten Ergebnisse, während Grok 4.5 trotz enormem Werkzeugeinsatz kaum brauchbare Zeichnungen produzierte und Claude Fable 5 zwar ordentliche Resultate erzielte, dabei aber etwa 20-mal teurer und deutlich langsamer war als die Konkurrenz. Auffällig war zudem, dass alle Modelle ihre beste Zwischenversion durch fortgesetztes Nachbessern letztlich wieder verschlechterten, sodass häufigeres Selbstüberprüfen nicht zu einem besseren Endergebnis führte.
Original - 08
Jack Dorsey greift mit Buzz nach Slack und GitHub an
Techcrunch AITwitter- und Block-Mitgründer Jack Dorsey hat mit Buzz eine neue Gruppenchat-Plattform vorgestellt, die Mitarbeiter und KI-Agenten im selben Arbeitsbereich vereint und dabei die Abhängigkeit von Slack und GitHub verringern soll. Buzz ist laut Dorsey modellunabhängig, dezentral, selbstbestimmt und open source, wurde von seinem Unternehmen Block entwickelt und vereint Chat-, Agenten- und Projektverwaltungsfunktionen in einem Fenster. Die kostenlose Desktop-App ist bereits für macOS, Windows und Linux verfügbar, befindet sich aber laut eigenen Angaben noch in einer frühen Entwicklungsphase, weshalb ein sofortiger Umstieg noch nicht empfohlen wird.
Original - 09
Judge approves $1.5B Anthropic settlement for pirated books used to train Claude
Hacker NewsComments
Original - 10
OpenAI plant Werbung in ChatGPT
Hacker NewsBerichten zufolge bereitet OpenAI die Einführung von Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT vor, was einen bedeutenden Schritt in der Monetarisierungsstrategie des Unternehmens darstellt. Die Diskussion auf Hacker News dreht sich um die Auswirkungen dieser Entwicklung auf Nutzererfahrung, Datenschutz und die zukünftige Ausrichtung von KI-Chatbots als Werbeplattform.
Original
- 01
ChatGPT, Perplexity & Co.: Diese Quellen nutzen KI-Tools am häufigsten – und das ist ein Problem
t3nImmer mehr Menschen nutzen KI zur Online-Suche. Aber woher stammt das Wissen, das die Tools liefern? Eine Studie hat 250.000 Antworten untersucht.
Original - 02
Kontrollzentrum mit Kill-Switch: So lässt sich agentische KI sicher steuern
IT BusinessDer Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen gilt zunehmend als geschäftskritisch, wird jedoch durch Sicherheitsbedenken erheblich ausgebremst. Laut einer von Okta beauftragten Umfrage stufen 86 Prozent der Entscheider KI-Agenten als wichtig für ihr Geschäft ein, dennoch verzögern 69 Prozent der Unternehmen deren Einführung aus Sorge um mangelnde Kontrolle. Okta-Manager Sven Kniest plädiert daher für ein zentrales Kontrollzentrum mit Kill-Switch-Funktion, um die digitalen Identitäten von KI-Agenten nachvollziehbar zu verwalten und aus riskanter Schatten-KI kontrollierbare, autonome Systeme zu machen.
Original - 03
KI-Agenten zwischen Produktivitätsturbo und Sicherheitsrisiko
IT BusinessAutonome KI-Agenten übernehmen zunehmend Routineaufgaben in Unternehmen, doch spektakuläre Zwischenfälle wie eine versehentlich gelöschte Produktionsdatenbank bei PocketOS oder ein außer Kontrolle geratener E-Mail-Löschvorgang bei Meta zeigen die Risiken fehlender Kontrolle. Sicherheitsforscher warnen vor wachsenden Angriffsflächen durch Prompt-Injection und übermäßige Berechtigungen, während Experten wie Calvin Dudek von OMR Reviews betonen, dass technische Grundlagen, klare Governance-Regeln und eine Kultur des Vertrauensaufbaus entscheidend seien. Mit der zunehmenden Autonomie von Agenten wird auch die Vergabe eigener digitaler Identitäten für diese Systeme zur zentralen Herausforderung, wie Okta-Experte Arkadiusz Krowczynski anhand von Milliarden täglicher Zugriffsentscheidungen verdeutlicht.
Original - 04
Nexoware führt AI Agent Platform für IT-Provider ein
IT BusinessNexoware hat mit der „AI Agent Platform“ eine speziell auf IT-Dienstleister zugeschnittene Lösung für agentische KI gestartet, die generischen GenAI-Tools durch tiefe Integration in Prozesse und Systeme überlegen sein soll. Anwender können entweder sofort einsatzbereite Agenten nutzen – etwa für Ticket-Klassifizierung, Erstellung von Tätigkeitsbeschreibungen und automatisierte Abrechnung – oder über den AI Agent Designer eigene, individuell konfigurierte Agenten mit selbst festgelegtem Autonomiegrad erstellen. Die Plattform bringt in Europa gehostete, DSGVO-konforme LLMs mit, setzt auf Human-in-the-Loop-Mechanismen je nach Risikograd und soll um weitere Agenten für IT-Services, Shop-, Dokument- und Output-Management ergänzt werden.
Original - 05
Cybersecurity-Startup Glow startet mit 1,2-Milliarden-Dollar-Bewertung gegen KI-Bedrohungen an Endgeräten
Techcrunch AIDas von ehemaligen Meta- und Snowflake-Managern gegründete Startup Glow hat sich mit einer Series-A-Finanzierung von 180 Millionen Dollar und einer Bewertung von 1,2 Milliarden Dollar aus der Stealth-Phase gewagt, unterstützt unter anderem von Sequoia Capital, Cyberstarts und Redpoint Ventures. Das in Palo Alto ansässige Unternehmen entwickelt eine Endpoint-Security-Plattform, die mithilfe spezialisierter KI-Agenten Software, KI-Agenten und Entwicklertools auf Mitarbeitergeräten in Echtzeit überwacht und riskante Anwendungen proaktiv blockiert, statt Bedrohungen erst nachträglich zu erkennen. Glow, das Modelle von Anthropic und Google Gemini über Amazon Bedrock nutzt, hat bereits zahlende Kunden aus Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen und tritt damit in einen von CrowdStrike, Microsoft und Palo Alto Networks dominierten Markt ein.
Original - 06
KI-Firmen kaufen massenhaft alte Bücher als Trainingsdaten
golemUnternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz erwerben derzeit in großem Umfang alte, gedruckte Bücher, um sie als Trainingsdaten für ihre Sprachmodelle zu nutzen. Damit wollen sie rechtlich unbedenkliches Material beschaffen, das nicht durch aktuelle Urheberrechtsstreitigkeiten belastet ist, wie sie bei digitalen oder aus dem Internet gesammelten Inhalten häufig auftreten. Der Artikel selbst enthält jedoch keine weiteren inhaltlichen Details, da die Originalseite größtenteils aus einem Cookie- und Datenschutzhinweis besteht.
Original - 07
KI-Modelle im Zeichenduell: GPT-5.6, Claude, Gemini und Grok malen die Mona Lisa
Hacker NewsIn einem selbst entwickelten „Drawing Arena“-Test ließen die Autoren vier Vision-Modelle – GPT-5.6 Sol, Claude Fable 5, Grok 4.5 und Gemini 3.6 Flash – mit einem digitalen Buntstift-Werkzeugset Bilder wie die Mona Lisa und Van Goghs Sternennacht sowie fünf freie Textprompts umsetzen, wobei die Modelle Farbe, Druck und Strichbreite selbst wählten und ihre Werke per Bildvergleich (SSIM) bewerteten. GPT-5.6 Sol lieferte die qualitativ überzeugendsten und günstigsten Ergebnisse, während Grok 4.5 trotz enormem Werkzeugeinsatz kaum brauchbare Zeichnungen produzierte und Claude Fable 5 zwar ordentliche Resultate erzielte, dabei aber etwa 20-mal teurer und deutlich langsamer war als die Konkurrenz. Auffällig war zudem, dass alle Modelle ihre beste Zwischenversion durch fortgesetztes Nachbessern letztlich wieder verschlechterten, sodass häufigeres Selbstüberprüfen nicht zu einem besseren Endergebnis führte.
Original - 08
Jack Dorsey greift mit Buzz nach Slack und GitHub an
Techcrunch AITwitter- und Block-Mitgründer Jack Dorsey hat mit Buzz eine neue Gruppenchat-Plattform vorgestellt, die Mitarbeiter und KI-Agenten im selben Arbeitsbereich vereint und dabei die Abhängigkeit von Slack und GitHub verringern soll. Buzz ist laut Dorsey modellunabhängig, dezentral, selbstbestimmt und open source, wurde von seinem Unternehmen Block entwickelt und vereint Chat-, Agenten- und Projektverwaltungsfunktionen in einem Fenster. Die kostenlose Desktop-App ist bereits für macOS, Windows und Linux verfügbar, befindet sich aber laut eigenen Angaben noch in einer frühen Entwicklungsphase, weshalb ein sofortiger Umstieg noch nicht empfohlen wird.
Original - 09
Judge approves $1.5B Anthropic settlement for pirated books used to train Claude
Hacker NewsComments
Original - 10
OpenAI plant Werbung in ChatGPT
Hacker NewsBerichten zufolge bereitet OpenAI die Einführung von Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT vor, was einen bedeutenden Schritt in der Monetarisierungsstrategie des Unternehmens darstellt. Die Diskussion auf Hacker News dreht sich um die Auswirkungen dieser Entwicklung auf Nutzererfahrung, Datenschutz und die zukünftige Ausrichtung von KI-Chatbots als Werbeplattform.
Original
Häufige Fragen
Woher stammen die Informationen, die KI-Suchtools wie ChatGPT und Perplexity liefern?
Eine Studie mit 250.000 untersuchten Antworten zeigt, dass KI-Tools sich auf ein begrenztes Set häufig wiederkehrender Quellen stützen, statt breit im Web zu recherchieren. Für B2B-Entscheider bedeutet das, dass die Sichtbarkeit der eigenen Inhalte in genau diesen Quellen entscheidend für die Auffindbarkeit über KI-Suche wird.
Warum zögern Unternehmen trotz hoher Relevanz beim Einsatz von KI-Agenten?
Laut einer Okta-Umfrage halten 86 Prozent der Entscheider KI-Agenten für geschäftskritisch, doch 69 Prozent verzögern die Einführung wegen fehlender Kontrolle über deren Handlungen. Ein zentrales Kontrollzentrum mit Kill-Switch-Funktion soll digitale Identitäten von Agenten nachvollziehbar verwalten und so Vertrauen schaffen.
Welche Risiken bergen autonome KI-Agenten in Unternehmen konkret?
Vorfälle wie eine versehentlich gelöschte Produktionsdatenbank bei PocketOS oder ein außer Kontrolle geratener E-Mail-Löschvorgang bei Meta zeigen, dass fehlende Berechtigungskontrollen und Prompt-Injection-Angriffe reale Gefahren darstellen. Experten empfehlen daher klare Governance-Regeln, technische Sicherheitsgrundlagen und eigene digitale Identitäten für jeden Agenten.
Was bietet die neue AI Agent Platform von Nexoware speziell für IT-Dienstleister?
Die Plattform liefert sofort einsetzbare Agenten etwa für Ticket-Klassifizierung, Tätigkeitsbeschreibungen und Abrechnung sowie einen Designer für individuell konfigurierbare Agenten mit selbst wählbarem Autonomiegrad. Sie nutzt in Europa gehostete, DSGVO-konforme LLMs und setzt je nach Risiko auf Human-in-the-Loop-Mechanismen.
Warum kaufen KI-Firmen aktuell gezielt alte, gedruckte Bücher auf?
KI-Unternehmen sichern sich damit rechtlich unbedenkliche Trainingsdaten, die nicht von aktuellen Urheberrechtsstreitigkeiten rund um digitale oder aus dem Internet gesammelte Inhalte betroffen sind. Alte Druckwerke gelten als sichere Quelle, um Sprachmodelle ohne juristisches Risiko weiterzuentwickeln.
Vollständiges Transkript
Transkript ein-/ausblenden
Lukas: Herzlich willkommen zu KI im echten Leben. Mein Name ist Lukas, und wie immer sitzt mir Clara gegenüber, die für uns den Praxis-Check macht. Clara schaut sich an, was von den großen KI-Meldungen wirklich im Alltag ankommt und was eher Hype ist. Schön, dass du da bist.
Clara: Danke Lukas, ich bin gespannt. Die Liste heute ist ja ziemlich bunt, von Suchmaschinen bis Zeichenwettbewerben zwischen KI-Modellen.
Lukas: Genau, wir fangen mal ganz praktisch an, nämlich bei der Frage, woher eigentlich das Wissen kommt, das uns Tools wie ChatGPT oder Perplexity liefern, wenn wir sie zum Recherchieren nutzen.
Clara: Das ist tatsächlich eine Frage, die ich mir selbst öfter stelle. Ich tippe eine Frage ein, bekomme eine glatte Antwort, aber wo kommt die eigentlich her? Man sieht ja oft gar keine Quelle.
Lukas: Genau da setzt die Studie an, über die t3n berichtet. Da wurden zweihundertfünfzigtausend Antworten von KI-Tools untersucht, um zu sehen, welche Quellen am häufigsten zitiert oder als Grundlage genutzt werden.
Clara: Und, was kam raus? Wikipedia, Reddit, klassische Nachrichtenseiten?
Lukas: Genau diese Mischung, plus eben auch sehr viele Foren- und Community-Inhalte. Das Problem ist, dass diese Quellen selbst schon sehr unterschiedliche Qualität haben, und die KI wählt daraus, ohne dass wir als Nutzer das im Detail durchschauen.
Clara: Das heißt im Alltag, wenn ich als Selbstständige schnell was nachschlage, verlasse ich mich im Zweifel auf eine Quelle, die ich nie selbst geprüft hätte, weil sie mir gar nicht angezeigt wird.
Lukas: Genau, und das ist der Kern des Problems. Es geht nicht darum, dass die Antworten grundsätzlich falsch sind, sondern dass die Nachvollziehbarkeit fehlt.
Clara: Für mich heißt das im Endeffekt: bei wichtigen Themen trotzdem noch mal selbst querchecken, gerade wenn es um Zahlen oder rechtliche Fragen geht. Die KI ist ein guter Startpunkt, aber nicht die letzte Instanz.
Lukas: Das würde ich unterschreiben. Kommen wir zu einem Thema, das gerade in Unternehmen für Diskussionen sorgt, nämlich KI-Agenten und wie man sie kontrolliert.
Clara: Ah, das Stichwort Kill-Switch. Das klingt schon dramatisch.
Lukas: [laughs] Ja, genau darum geht's. Eine Umfrage, die Okta beauftragt hat, zeigt, dass sechsundachtzig Prozent der Entscheider KI-Agenten für geschäftskritisch halten, aber neunundsechzig Prozent verzögern die Einführung, weil ihnen die Kontrolle fehlt.
Clara: Das passt zu dem, was ich aus Gesprächen mit mittelständischen Unternehmen kenne. Alle wollen Agenten, die selbstständig Aufgaben erledigen, aber keiner will aufwachen und merken, dass ein Agent über Nacht irgendwas gelöscht hat.
Lukas: Genau solche Fälle gibt es ja auch schon real. Bei einem Unternehmen namens PocketOS hat ein Agent versehentlich eine Produktionsdatenbank gelöscht, und bei Meta ist ein E-Mail-Löschvorgang außer Kontrolle geraten.
Clara: [sighs] Das ist genau die Art von Geschichte, die mir immer wieder zeigt: Autonomie ohne Leitplanken ist kein Fortschritt, sondern ein Risiko mit Zeitverzögerung.
Lukas: Deshalb schlägt Okta-Manager Sven Kniest ja auch ein zentrales Kontrollzentrum vor, mit dem man die digitalen Identitäten von KI-Agenten nachvollziehbar verwalten kann, inklusive eben dieser Kill-Switch-Funktion.
Clara: Das klingt vernünftig, aber mal ehrlich, wie viele mittelständische Unternehmen haben überhaupt die IT-Ressourcen, um so ein Kontrollzentrum aufzubauen und zu pflegen?
Lukas: Das ist der berechtigte Einwand. Genau da setzt eine andere Meldung an, die ich spannend finde. Der Anbieter Nexoware hat eine AI Agent Platform speziell für IT-Dienstleister gebaut.
Clara: Also nicht generisch wie ChatGPT, sondern zugeschnitten auf konkrete Prozesse?
Lukas: Genau. Es gibt fertige Agenten, zum Beispiel für Ticket-Klassifizierung oder automatisierte Abrechnung, oder man baut sich über einen Designer eigene Agenten mit selbst festgelegtem Autonomiegrad.
Clara: Der Punkt mit dem selbst festgelegten Autonomiegrad gefällt mir. Das heißt, ich kann als Unternehmen entscheiden, ob der Agent nur Vorschläge macht oder wirklich selbst handelt.
Lukas: Genau, und dazu kommt Human-in-the-Loop je nach Risikograd, plus in Europa gehostete, DSGVO-konforme Sprachmodelle. Das ist schon ein Unterschied zu den großen US-Plattformen.
Clara: Das ist für mich ehrlich gesagt der spannendere Teil der ganzen Agenten-Debatte. Nicht die riesigen Konzernlösungen, sondern Anbieter, die verstehen, dass ein Handwerksbetrieb oder eine kleine IT-Firma andere Anforderungen hat als ein Weltkonzern.
Lukas: Passend dazu noch kurz ein Blick auf die Sicherheitsseite. Das Startup Glow aus Palo Alto ist gerade mit einer Bewertung von 1,2 Milliarden Dollar aus der Stealth-Phase gekommen.
Clara: Was machen die genau?
Lukas: Die überwachen mit spezialisierten KI-Agenten in Echtzeit, was auf Mitarbeitergeräten passiert, welche Software installiert wird, welche Agenten laufen, und blockieren riskante Anwendungen proaktiv, statt erst hinterher aufzuräumen.
Clara: Das zeigt eigentlich ganz gut, wohin sich der Markt entwickelt. Je mehr Agenten im Unternehmen unterwegs sind, desto mehr braucht es eben auch Werkzeuge, die diese Agenten selbst überwachen. Eine Art KI, die auf KI aufpasst.
Lukas: Genau, und das mit Kunden schon aus Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen, also durchaus regulierten Branchen, wo Fehler teuer werden können.
Clara: Das macht Sinn. Gerade da will ja niemand experimentieren.
Lukas: Kommen wir zu einem ganz anderen Aspekt, der mich persönlich überrascht hat. KI-Firmen kaufen offenbar massenhaft alte, gedruckte Bücher auf, um sie als Trainingsdaten zu nutzen.
Clara: Warte, alte Bücher? Also physische Bücher, die dann eingescannt werden?
Lukas: Genau, laut golem geht es darum, rechtlich unbedenkliches Material zu bekommen, das nicht durch aktuelle Urheberrechtsstreitigkeiten belastet ist, wie das bei vielen digitalen oder aus dem Internet gesammelten Inhalten der Fall ist.
Clara: Das klingt fast ein bisschen kurios, aber ich verstehe die Logik. Wenn du unsicher bist, ob deine Trainingsdaten rechtlich sauber sind, dann ist ein altes Buch, dessen Rechte du klar erwerben kannst, tatsächlich der sicherere Weg.
Lukas: Und das passt ziemlich gut zu einer anderen Meldung von Hacker News. Ein Gericht hat einen Vergleich über 1,5 Milliarden Dollar bestätigt, den Anthropic zahlen muss, weil für das Training von Claude raubkopierte Bücher genutzt wurden.
Clara: [pauses] 1,5 Milliarden, das ist keine Kleinigkeit. Das zeigt doch ziemlich deutlich, dass die Zeit der, sagen wir mal, unbekümmerten Datensammlung vorbei ist.
Lukas: Genau, und ich glaube, das erklärt auch, warum jetzt plötzlich alte Bücher aufgekauft werden. Die Unternehmen wollen aus diesen juristischen Risiken raus und lieber saubere Lizenzen haben, auch wenn das aufwendiger ist.
Clara: Für uns als Nutzer ist das eigentlich eine gute Nachricht. Wenn Trainingsdaten sauberer beschafft werden, sinkt langfristig auch das Risiko, dass Urheberrechtsstreitigkeiten die Tools, die wir täglich nutzen, plötzlich instabil machen.
Lukas: Guter Punkt. Jetzt aber mal was Leichteres, das mir richtig Spaß gemacht hat. Es gab einen sogenannten Drawing-Arena-Test, bei dem GPT-5.6, Claude, Grok und Gemini die Mona Lisa und Van Goghs Sternennacht nachzeichnen sollten.
Clara: [laughs] Also die Modelle als digitale Maler? Das will ich sehen.
Lukas: Genau, mit einem digitalen Buntstift-Werkzeugset, Farbe, Druck, Strichbreite selbst gewählt. Und am Ende wurden die Ergebnisse per Bildvergleich bewertet.
Clara: Und wer hat gewonnen?
Lukas: GPT-5.6 hat die überzeugendsten und günstigsten Ergebnisse geliefert. Grok hat trotz massivem Werkzeugeinsatz kaum brauchbare Bilder produziert, und Claude war zwar ordentlich, aber etwa zwanzigmal teurer und deutlich langsamer.
Clara: Zwanzigmal teurer für ein Bild, das am Ende ähnlich gut ist? Das ist schon ein Praxis-Killer, wenn man das im großen Stil einsetzen wollte.
Lukas: Genau, und das Spannendste fand ich einen anderen Punkt. Alle Modelle haben ihre beste Zwischenversion durch weiteres Nachbessern am Ende wieder verschlechtert.
Clara: Also mehr Selbstkorrektur hat nicht zu einem besseren Ergebnis geführt, sondern eher zum Gegenteil?
Lukas: Exakt. Und ich finde, das ist gar nicht nur bei Zeichnungen relevant. Das ist ein Muster, das man auch bei Texten oder Code sieht. Ständiges Nachjustieren führt nicht automatisch zu mehr Qualität.
Clara: Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Manchmal ist die zweite Version eines Textes, den ich mit KI erstellt habe, tatsächlich schlechter als die erste, weil das Modell anfängt, unnötig Dinge zu verändern, nur weil ich um eine Überarbeitung gebeten habe.
Lukas: Ein guter Reminder, dass man als Nutzer manchmal einfach zufrieden sein und aufhören sollte, statt endlos zu optimieren.
Clara: Genau, gutes Stichwort für alle, die im Alltag mit diesen Tools arbeiten.
Lukas: Zum Abschluss noch ein Blick auf ein neues Werkzeug für die Zusammenarbeit im Team. Jack Dorsey, Mitgründer von Twitter und Block, hat mit Buzz eine Gruppenchat-Plattform vorgestellt.
Clara: Also eine Art Slack-Konkurrent?
Lukas: Genau, aber mit dem Anspruch, Mitarbeiter und KI-Agenten im selben Arbeitsbereich zu vereinen. Modellunabhängig, dezentral, open source, und es soll sowohl Slack als auch GitHub ein Stück weit ersetzen.
Clara: Das ist schon ein ambitionierter Anspruch. Chat, Agenten und Projektverwaltung in einem Fenster, das klingt fast zu gut, um wahr zu sein.
Lukas: Er selbst sagt aber auch klar, dass sich Buzz noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet, ein sofortiger Umstieg wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Clara: Das finde ich ehrlich gesagt sympathisch, dass er das offen zugibt, statt es als fertige Revolution zu verkaufen. Für ein kleines Team lohnt es sich vielleicht, mal reinzuschauen, aber für den produktiven Einsatz im Unternehmen würde ich noch abwarten.
Lukas: Ich glaube, das ist generell eine gute Faustregel bei allem, was wir heute besprochen haben. Die Ideen sind oft schon sehr weit, aber zwischen einer spannenden Ankündigung und einem stabilen Werkzeug für den Arbeitsalltag liegt eben noch eine Strecke.
Clara: Genau, und diese Strecke sollte man nicht unterschätzen, egal ob es um Kill-Switches für Agenten, um saubere Trainingsdaten oder um neue Chat-Tools geht.
Lukas: Fassen wir kurz zusammen. KI-Suchtools liefern Antworten, deren Quellen wir oft nicht durchschauen, deshalb bleibt eigenes Nachprüfen wichtig. KI-Agenten in Unternehmen brauchen klare Kontrolle, Identitätsmanagement und im Zweifel einen Not-Aus-Schalter, und es gibt inzwischen auch praxisnahe Plattformen speziell für den Mittelstand. Und beim Thema Trainingsdaten und Urheberrecht bewegt sich gerade viel, was langfristig für sauberere und stabilere Tools sorgen könnte.
Clara: Und bei aller Technik nicht vergessen, ab und zu einfach mal zu schauen, ob mehr KI wirklich zu einem besseren Ergebnis führt, oder ob man beim zweiten Durchgang lieber die Finger von der Weiterbearbeitung lässt.
Lukas: Ein schönes Schlusswort. Danke dir, Clara, für den Praxis-Check heute, und danke euch fürs Zuhören bei KI im echten Leben. Bis zur nächsten Folge.
Clara: Bis bald, und bleibt kritisch bei allem, was zu glatt klingt.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
Fehler gefunden?
Die Pipeline ist automatisiert — gelegentliche Fehler passieren. Wir korrigieren auf Hinweis. Mehr Details unter Korrekturen.
corrections@login-online.com