Datenspeicherung, Kostenfallen und Gema-Urteil: KI im Realitätscheck (31.07.2026)
Von Datenspuren bei ChatGPT & Co. über Apples KI-Kostenpläne bis zum Suno-Urteil gegen die Gema: Wir bringen dich mit Meta, Microsoft, KI-Müdigkeit im Job und den neuesten KI-Tools au
In dieser Folge
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Was ChatGPT, Claude und Gemini über Nutzer speichern – und wie man es löscht
t3nKI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini und Claude nutzen Memory-Funktionen, um Details zu Arbeit, Familie, Gesundheit oder Vorlieben ihrer Nutzer:innen zu speichern und für persönlichere Antworten zu verwenden. Mit einfachen Prompts lässt sich abfragen, welche expliziten und impliziten Informationen die KI über einen gesammelt hat, etwa geschätztes Alter, Wohnort, Beruf oder genutztes Gerät – sogar vermeintliche „blinde Flecken“ im eigenen Verhalten können abgefragt werden. Alle drei Anbieter erlauben es zudem, gespeicherte Erinnerungen in den Einstellungen einzeln oder komplett einzusehen, zu bearbeiten und zu löschen, wobei das bloße Löschen des Accounts dafür meist nicht ausreicht.
Original - 02
Apple plant offenbar zusätzliche Kosten für intensive KI-Nutzung bei iCloud+
t3nApple-Chef Tim Cook hat angedeutet, dass Nutzer künftig mehr zahlen müssen, wenn sie die KI-Funktionen von Siri AI besonders intensiv nutzen. Geplant sind Zusatzpakete für iCloud+-Abonnenten, die bereits jetzt ein größeres KI-Kontingent erhalten sollen als Nutzer ohne Abo, etwa für neue Bildgenerierungs- und Bildbearbeitungsfunktionen. Konkrete Preise oder ein vollständiger Plan existieren laut Cook noch nicht, da man die Kosten der benötigten Rechenleistung und die Kundennachfrage erst abschätzen müsse; mehr Details werden im September erwartet, wobei Siri AI in der EU zunächst nicht verfügbar sein wird.
Original - 03
KI-Müdigkeit im Job: Viele Beschäftigte wollen lieber ohne ChatGPT arbeiten
Basic ThinkingMehrere aktuelle Studien, darunter von Adaptavist und der Boston Consulting Group, zeigen, dass viele Beschäftigte statt der versprochenen Produktivitätsgewinne mentale Erschöpfung, sinkende Motivation und kreative Blockaden erleben – ein Phänomen, das Forscher als „Brain Fry“ bezeichnen. So gaben 41 Prozent der deutschen Wissensarbeiter an, lieber ohne künstliche Intelligenz zu arbeiten, häufig wegen minderwertiger KI-Inhalte, geringerer Sinnhaftigkeit der Aufgaben oder eingeschränkter Kreativität. Experten wie Josephine Hofmann vom Fraunhofer-Institut und Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betonen, dass nicht die Technologie selbst das Problem sei, sondern der oft unüberlegte und überzogene Einsatz von KI in Unternehmen, der klare Regeln und mehr Aufklärung erfordere.
Original - 04
Zuckerberg sieht Meta-Chancen im Unternehmensgeschäft weit über KI-Agenten hinaus
Techcrunch AIMeta-CEO Mark Zuckerberg erklärte beim Quartalsgespräch mit Investoren, dass das Unternehmen im B2B-Bereich neben KI-Agenten auch APIs, Rechenleistung und interne Produktivitätstools an Firmenkunden verkaufen will, um neue Einnahmequellen jenseits von Werbung und Abonnements zu erschließen. Zunächst konzentriert sich Meta auf bestehende Werbekunden, die über KI-gestützte Chat-Agenten mit ihren eigenen Kunden interagieren können, wofür Meta ähnlich wie im Anzeigengeschäft erfolgsabhängig bezahlt werden will. Zuckerberg räumte ein, dass der Vertrieb an Unternehmen für Meta eine neue Herausforderung darstellt, betonte aber zugleich Pläne, Rechenkapazitäten gewinnbringend zu vermarkten und mithilfe von KI schneller neue Apps und Funktionen zu entwickeln.“
Original - 05
Landgericht München verurteilt KI-Musikfirma Suno im Streit mit der Gema
IT BusinessDas Landgericht München I hat einer Klage der Gema gegen das US-Unternehmen Suno weitgehend stattgegeben und ihm untersagt, sechs bekannte Musikstücke wie „Atemlos“ oder „Rasputin“ ohne Zustimmung zu vervielfältigen oder für das KI-Training zu nutzen. Zentral im Streit war die Frage, ob Suno die Songs beim Training tatsächlich speichert oder die KI nur aus ihnen lernt, wobei die Gema anhand kaum unterscheidbarer KI-generierter Lieder eine Memorierung der Originale belegt sah. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wertete das noch nicht rechtskräftige Urteil als wichtiges Signal zur Stärkung der Rechte von Kreativen im digitalen Musikmarkt und forderte einen Rechtsrahmen, der Rechteinhaber an der Wertschöpfung durch KI beteiligt.
Original - 06
KI-Update kompakt: EU-Kennzeichnungspflicht startet, AlphaFold-Team löst sich auf, Anthropic-KI findet Krypto-Lücken
HeiseAb dem 1. August gilt mit Artikel 50 des AI Acts eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte, deren Umsetzung Kritiker wie Heise-Justiziar Heidrich wegen unklarer Definitionen und zahlreicher Ausnahmen für wenig wirksam halten; in Deutschland übernimmt die Bundesnetzagentur die Aufsicht über die KI-Verordnung. Bei Google DeepMind hat sich das AlphaFold-Team weitgehend aufgelöst, da viele Forscher intern versetzt wurden oder das Unternehmen verließen, während Anthropics Modell Claude Mythos eigenständig neue Schwachstellen in den Verschlüsselungsverfahren HAWK und AES entdeckte. Daneben kämpft xAI juristisch gegen ein Nudifyer-Verbot in Minnesota, PwC steht wegen erfundener Quellen in KI-generierten Berichten in der Kritik, und Studien zeigen wachsende KI-Müdigkeit bei Wissensarbeitern trotz verbreiteter Nutzung generativer KI-Tools.
Original - 07
Agentgateway: Zentraler Kontrollpunkt für LLMs, Tools und KI-Agenten
golemDer Artikel stellt Agentgateway vor, eine Lösung, die als zentraler Kontrollpunkt für die Steuerung von großen Sprachmodellen (LLMs), Tools und KI-Agenten dient. Der eigentliche Inhalt des Beitrags ist jedoch hinter einem Cookie-Zustimmungs- und Bezahlschranken-Dialog von Golem.de verborgen, sodass keine weiteren technischen Details zum Produkt selbst verfügbar sind.
Original - 08
Microsoft blinked a little in the AI capex race. Wall Street loved it.
Business InsiderMicrosoft CEO Satya Nadella Fortune via Reuters Connect A version of this story originally appeared in the BI Tech Memo newsletter. Sign up for the weekly BI Tech Memo newsletter here. For several years, Big Tech has operated under a simple rule: spend more on AI, or investors will assume you're falling behind.
Original - 09
How much you should tell your boss — and the internet — about why you're quitting your job
Business InsiderBarbara Fischer, Australia./Getty Images Lilian Weng is rejoining OpenAI after saying she was leaving Thinking Machines Lab for health reasons. The move has sparked conversation about what to share when departing from a company. Career experts advise rank-and-file workers leaving their jobs to be careful about what they share.
Original - 10
KI-Präsentationstools im Praxistest: Wie professionell sind die Ergebnisse wirklich?
t3nDer Artikel untersucht, ob KI-gestützte Präsentationstools zeitaufwändige Handarbeit ersetzen können, indem sie aus Notizen und Daten in kurzer Zeit ansprechende Slides erzeugen. Getestet wird, welche Anwendungen tatsächlich professionelle, gut strukturierte Präsentationen mit passenden Bildern und Grafiken liefern und welche das Versprechen nicht einhalten können. Der vollständige Vergleich mit detaillierten Ergebnissen ist Teil des kostenpflichtigen t3n-Angebots.
Original
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Was ChatGPT, Claude und Gemini über Nutzer speichern – und wie man es löscht
t3nKI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini und Claude nutzen Memory-Funktionen, um Details zu Arbeit, Familie, Gesundheit oder Vorlieben ihrer Nutzer:innen zu speichern und für persönlichere Antworten zu verwenden. Mit einfachen Prompts lässt sich abfragen, welche expliziten und impliziten Informationen die KI über einen gesammelt hat, etwa geschätztes Alter, Wohnort, Beruf oder genutztes Gerät – sogar vermeintliche „blinde Flecken“ im eigenen Verhalten können abgefragt werden. Alle drei Anbieter erlauben es zudem, gespeicherte Erinnerungen in den Einstellungen einzeln oder komplett einzusehen, zu bearbeiten und zu löschen, wobei das bloße Löschen des Accounts dafür meist nicht ausreicht.
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Original - 03
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Original - 04
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Techcrunch AIMeta-CEO Mark Zuckerberg erklärte beim Quartalsgespräch mit Investoren, dass das Unternehmen im B2B-Bereich neben KI-Agenten auch APIs, Rechenleistung und interne Produktivitätstools an Firmenkunden verkaufen will, um neue Einnahmequellen jenseits von Werbung und Abonnements zu erschließen. Zunächst konzentriert sich Meta auf bestehende Werbekunden, die über KI-gestützte Chat-Agenten mit ihren eigenen Kunden interagieren können, wofür Meta ähnlich wie im Anzeigengeschäft erfolgsabhängig bezahlt werden will. Zuckerberg räumte ein, dass der Vertrieb an Unternehmen für Meta eine neue Herausforderung darstellt, betonte aber zugleich Pläne, Rechenkapazitäten gewinnbringend zu vermarkten und mithilfe von KI schneller neue Apps und Funktionen zu entwickeln.“
Original - 05
Landgericht München verurteilt KI-Musikfirma Suno im Streit mit der Gema
IT BusinessDas Landgericht München I hat einer Klage der Gema gegen das US-Unternehmen Suno weitgehend stattgegeben und ihm untersagt, sechs bekannte Musikstücke wie „Atemlos“ oder „Rasputin“ ohne Zustimmung zu vervielfältigen oder für das KI-Training zu nutzen. Zentral im Streit war die Frage, ob Suno die Songs beim Training tatsächlich speichert oder die KI nur aus ihnen lernt, wobei die Gema anhand kaum unterscheidbarer KI-generierter Lieder eine Memorierung der Originale belegt sah. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wertete das noch nicht rechtskräftige Urteil als wichtiges Signal zur Stärkung der Rechte von Kreativen im digitalen Musikmarkt und forderte einen Rechtsrahmen, der Rechteinhaber an der Wertschöpfung durch KI beteiligt.
Original - 06
KI-Update kompakt: EU-Kennzeichnungspflicht startet, AlphaFold-Team löst sich auf, Anthropic-KI findet Krypto-Lücken
HeiseAb dem 1. August gilt mit Artikel 50 des AI Acts eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte, deren Umsetzung Kritiker wie Heise-Justiziar Heidrich wegen unklarer Definitionen und zahlreicher Ausnahmen für wenig wirksam halten; in Deutschland übernimmt die Bundesnetzagentur die Aufsicht über die KI-Verordnung. Bei Google DeepMind hat sich das AlphaFold-Team weitgehend aufgelöst, da viele Forscher intern versetzt wurden oder das Unternehmen verließen, während Anthropics Modell Claude Mythos eigenständig neue Schwachstellen in den Verschlüsselungsverfahren HAWK und AES entdeckte. Daneben kämpft xAI juristisch gegen ein Nudifyer-Verbot in Minnesota, PwC steht wegen erfundener Quellen in KI-generierten Berichten in der Kritik, und Studien zeigen wachsende KI-Müdigkeit bei Wissensarbeitern trotz verbreiteter Nutzung generativer KI-Tools.
Original - 07
Agentgateway: Zentraler Kontrollpunkt für LLMs, Tools und KI-Agenten
golemDer Artikel stellt Agentgateway vor, eine Lösung, die als zentraler Kontrollpunkt für die Steuerung von großen Sprachmodellen (LLMs), Tools und KI-Agenten dient. Der eigentliche Inhalt des Beitrags ist jedoch hinter einem Cookie-Zustimmungs- und Bezahlschranken-Dialog von Golem.de verborgen, sodass keine weiteren technischen Details zum Produkt selbst verfügbar sind.
Original - 08
Microsoft blinked a little in the AI capex race. Wall Street loved it.
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Original - 09
How much you should tell your boss — and the internet — about why you're quitting your job
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Original - 10
KI-Präsentationstools im Praxistest: Wie professionell sind die Ergebnisse wirklich?
t3nDer Artikel untersucht, ob KI-gestützte Präsentationstools zeitaufwändige Handarbeit ersetzen können, indem sie aus Notizen und Daten in kurzer Zeit ansprechende Slides erzeugen. Getestet wird, welche Anwendungen tatsächlich professionelle, gut strukturierte Präsentationen mit passenden Bildern und Grafiken liefern und welche das Versprechen nicht einhalten können. Der vollständige Vergleich mit detaillierten Ergebnissen ist Teil des kostenpflichtigen t3n-Angebots.
Original
Häufige Fragen
Welche persönlichen Daten speichern ChatGPT, Claude und Gemini über ihre Nutzer?
Die Chatbots speichern über Memory-Funktionen explizite Angaben wie Beruf, Wohnort oder Vorlieben, aber auch implizit erschlossene Details wie geschätztes Alter oder genutztes Gerät. Nutzer können diese Informationen per einfachem Prompt abfragen und in den Kontoeinstellungen einsehen.“
Wie lassen sich gespeicherte Erinnerungen bei KI-Chatbots löschen?
Alle drei Anbieter bieten in den Einstellungen die Möglichkeit, gespeicherte Erinnerungen einzeln oder komplett zu löschen bzw. zu bearbeiten. Ein bloßes Löschen des Accounts reicht dafür in der Regel nicht aus.
Werden Apples KI-Funktionen künftig kostenpflichtig?
Tim Cook hat angedeutet, dass intensive Nutzung von Siri AI künftig zusätzliche Kosten für iCloud+-Abonnenten verursachen könnte, etwa für neue Bildgenerierungsfunktionen. Konkrete Preise stehen laut Cook noch nicht fest, mehr Details werden im September erwartet, wobei Siri AI in der EU zunächst nicht verfügbar sein wird.
Warum wollen viele Beschäftigte lieber ohne ChatGPT arbeiten?
Studien von Adaptavist und der Boston Consulting Group zeigen, dass 41 Prozent der deutschen Wissensarbeiter aufgrund minderwertiger KI-Inhalte, geringerer Sinnhaftigkeit und eingeschränkter Kreativität lieber ohne KI arbeiten würden. Experten sehen die Ursache weniger in der Technologie selbst als im unüberlegten Einsatz von KI in Unternehmen.
Was hat das Landgericht München im Streit zwischen Gema und Suno entschieden?
Das Gericht untersagte der KI-Musikfirma Suno, sechs bekannte Songs wie „Atemlos“ oder „Rasputin“ ohne Zustimmung zu vervielfältigen oder für das KI-Training zu nutzen. Zentral war die Frage, ob Suno die Originale beim Training speichert, was die Gema anhand kaum unterscheidbarer KI-generierter Lieder als belegt ansah.
Vollständiges Transkript
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Lukas: Herzlich willkommen zu KI im echten Leben. Ich bin Lukas, und wie immer sitzt mir Clara gegenüber, die für uns den Praxis-Check macht und immer genau hinschaut, was von den ganzen KI-Meldungen eigentlich im Alltag ankommt.
Clara: Genau, und heute haben wir wieder einiges auf dem Tisch, was direkt mit dem Arbeitsalltag zu tun hat. Ich bin gespannt.
Lukas: Fangen wir an mit einem Thema, das eigentlich jeden betrifft, der ChatGPT, Gemini oder Claude nutzt. Es geht darum, was diese Chatbots über uns speichern und wie man das wieder löschen kann.
Clara: Das fand ich ehrlich gesagt ein bisschen gruselig, als ich das gelesen habe. Man kann die KI einfach fragen, was sie über einen weiß, und dann kommt sowas raus wie geschätztes Alter, Wohnort, Beruf, sogar welches Gerät man nutzt.
Lukas: Ja, das ist die Memory-Funktion. Die merkt sich Details aus Gesprächen, damit die Antworten persönlicher werden. Klingt erstmal praktisch.
Clara: Praktisch schon, aber wer denkt beim Chatten darüber nach, dass da im Hintergrund ein Profil von einem entsteht? Ich hab das selbst mal ausprobiert und war überrascht, wie viel da zusammenkommt, auch Sachen, die ich nie direkt gesagt habe.
Lukas: Das sind die sogenannten impliziten Informationen. Die KI zieht Schlüsse aus dem, wie man schreibt, was man fragt, zu welcher Uhrzeit man aktiv ist.
Clara: Und die gute Nachricht ist wohl, dass man das in den Einstellungen einsehen und löschen kann. Aber [pauses] das Löschen des Accounts allein reicht offenbar nicht.
Lukas: Genau, das ist der Punkt, den viele übersehen. Man muss aktiv in die Memory-Einstellungen gehen und dort einzeln oder komplett aufräumen. Bei allen drei Anbietern geht das, aber eben nicht automatisch beim Account löschen.
Clara: Für mich ist die Lehre daraus: Wer die Tools im Job nutzt, sollte sich mal die zehn Minuten nehmen und nachschauen, was da über einen gespeichert ist. Gerade wenn man auch über Kunden oder Kollegen schreibt.
Lukas: Guter Punkt, das ist ja auch eine Datenschutzfrage für Unternehmen, nicht nur für Privatpersonen.
Clara: Absolut. Im Mittelstand sehe ich oft, dass Mitarbeitende einfach lossprudeln in den Chat, ohne zu wissen, was davon gespeichert bleibt. Da fehlt oft die Aufklärung.
Lukas: Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären, das mich diese Woche am meisten beschäftigt hat: KI-Müdigkeit im Job. Die Forscher nennen es Brain Fry.
Clara: Brain Fry, [laughs] toller Begriff. Aber ernsthaft, die Zahl hat mich schon überrascht: 41 Prozent der deutschen Wissensarbeiter sagen, sie würden lieber ohne KI arbeiten.
Lukas: Das widerspricht ja komplett dem Bild, das man oft vermittelt bekommt, dass KI automatisch produktiver macht.
Clara: Genau das ist der Punkt. Ich hör ständig von Führungskräften, wie toll die Produktivitätsgewinne sind, aber die Leute, die das Zeug täglich benutzen müssen, erleben mentale Erschöpfung, sinkende Motivation, kreative Blockaden.
Lukas: Die Studien von Adaptavist und der Boston Consulting Group zeigen das ziemlich deutlich. Und Josephine Hofmann vom Fraunhofer-Institut sagt, es liegt nicht an der Technologie selbst.
Clara: Sondern?
Lukas: Sondern am unüberlegten Einsatz. Wenn KI einfach übergestülpt wird, ohne klare Regeln, ohne dass Mitarbeitende verstehen, wofür sie das Tool eigentlich nutzen sollen.
Clara: Das deckt sich total mit dem, was ich in Gesprächen mit Selbstständigen und kleinen Teams höre. Die Leute bekommen ein Tool vorgesetzt und sollen einfach mal produktiver werden, aber niemand erklärt, wo es wirklich Sinn macht und wo nicht.
Lukas: Und dann kommt noch der Punkt mit den minderwertigen KI-Inhalten dazu. Wenn man ständig Texte oder Bilder korrigieren muss, die die KI produziert, ist das am Ende mehr Arbeit statt weniger.
Clara: Genau, das nervt am meisten. Man denkt, man spart Zeit, und dann sitzt man doppelt so lange dran, weil man alles nochmal überarbeiten muss.
Lukas: Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert deshalb mehr Aufklärung und klare Regeln in Unternehmen. Also nicht KI verteufeln, aber auch nicht blind einführen.
Clara: Für mich ist das die wichtigste Erkenntnis der Woche, ehrlich gesagt. Weniger Hype, mehr Struktur. Bevor man ein Tool einführt, sollte man fragen: Für welche Aufgabe genau, und macht das die Arbeit wirklich besser oder nur schneller aussehen.
Lukas: Guter Übergang eigentlich zu unserem nächsten Punkt, den KI-Präsentationstools. t3n hat getestet, ob diese Tools wirklich professionelle Slides aus Notizen erzeugen können.
Clara: Das ist ja auch so ein Bereich, wo viele denken, ich tippe drei Stichpunkte rein und bekomme eine fertige Präsentation. Die Realität sieht meistens anders aus.
Lukas: Die Details vom Test sind leider hinter einer Bezahlschranke, aber die Grundfrage ist spannend: Ersetzt das wirklich Handarbeit, oder muss man am Ende doch nachbessern?
Clara: Ich tippe auf Nachbessern. [laughs] Das ist ja fast immer so bei diesen generativen Tools, sie liefern einen guten ersten Entwurf, aber die Feinarbeit bleibt beim Menschen.
Lukas: Das passt auch zu dem, was wir eben besagt haben, oder? KI als Werkzeug, nicht als Ersatz.
Clara: Genau, wenn man das im Kopf hat, ist man realistischer unterwegs und weniger frustriert, wenn das Ergebnis nicht perfekt ist.
Lukas: Kommen wir zu einem ganz anderen Thema, das mit Kosten zu tun hat. Apple plant offenbar, für intensive KI-Nutzung bei iCloud Plus extra zu verlangen.
Clara: Ah ja, das mit Tim Cook. Also im Grunde ein Preismodell für Vielnutzer von Siri AI, richtig?
Lukas: Genau, wer die neuen Bildgenerierungs- und Bearbeitungsfunktionen stark nutzt, könnte künftig zahlen müssen. Konkrete Preise gibt es noch nicht, das soll im September kommen.
Clara: Interessant, dass Apple da so vage bleibt. Die sagen ja selbst, sie wissen noch nicht genau, was die Rechenleistung kostet und wie stark die Nachfrage sein wird.
Lukas: Das zeigt auch, wie unsicher selbst große Konzerne bei der Kalkulation von KI-Kosten noch sind.
Clara: Und für uns in Europa ist das erstmal ohnehin theoretisch, weil Siri AI hier zunächst gar nicht verfügbar sein wird.
Lukas: Stimmt, das wird gerne übersehen bei den Schlagzeilen. Für den deutschen Mittelstand oder Selbstständige ist das aktuell also noch kein Thema.
Clara: Aber ein Trend, den man im Auge behalten sollte. Wenn Apple das macht, ziehen andere vielleicht auch mit gestaffelten KI-Kontingenten nach.
Lukas: Ja, das Prinzip mehr zahlen für mehr KI-Nutzung könnte sich generell durchsetzen, auch bei Business-Abos.
Clara: Was mich zu der Frage bringt, wie man als kleines Unternehmen die Kosten für KI-Tools überhaupt planen soll, wenn die Anbieter selbst noch improvisieren.
Lukas: Guter Punkt für eine andere Folge vielleicht. Aber lass uns zu einem juristisch spannenden Fall kommen: Das Landgericht München hat die KI-Musikfirma Suno im Streit mit der Gema verurteilt.
Clara: Das war doch die Frage, ob die KI Songs beim Training tatsächlich speichert oder nur draus lernt, oder?
Lukas: Genau, und das Gericht hat der Gema recht gegeben. Suno darf sechs bekannte Songs wie Atemlos oder Rasputin nicht ohne Zustimmung nutzen, weder vervielfältigen noch fürs Training verwenden.
Clara: Das Argument war ja, dass die KI-generierten Songs den Originalen so ähnlich waren, dass man von einer Art Memorierung ausgehen musste, nicht von echtem Lernen.
Lukas: Richtig, und das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, aber Kulturstaatsminister Weimer hat es als wichtiges Signal für die Rechte von Kreativen bezeichnet.
Clara: Für mich als Praxis-Mensch stellt sich die Frage, was das für alle bedeutet, die KI-Musiktools im Alltag nutzen, zum Beispiel für Podcast-Jingles oder Werbespots.
Lukas: Das ist ein guter Einwand. Solange nicht klar ist, woher die Trainingsdaten kommen, bewegt man sich als Nutzer rechtlich auf dünnem Eis.
Clara: Genau, und das zeigt auch, dass Urheberrecht bei KI eben kein Nebenthema ist, sondern richtig handfeste Konsequenzen für Unternehmen haben kann, die solche Tools einsetzen.
Lukas: Und passend dazu ist ja seit dem ersten August auch die EU-Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte in Kraft, Artikel fünfzig des AI Acts.
Clara: Ich hab gelesen, dass Kritiker das für wenig wirksam halten, wegen unklarer Definitionen und vielen Ausnahmen.
Lukas: Genau, Heise-Justiziar Heidrich sieht das kritisch. In Deutschland übernimmt jetzt die Bundesnetzagentur die Aufsicht, aber wie das praktisch kontrolliert werden soll, ist noch offen.
Clara: Das ist ja fast wie bei der Kostenfrage von Apple gerade, viel Ankündigung, aber wenig Klarheit in der Umsetzung.
Lukas: Stimmt, ein Muster, das sich bei KI-Regulierung generell zeigt. Gute Absicht, aber die Praxis hinkt hinterher.
Clara: Für Unternehmen bedeutet das aktuell wohl vor allem, dass man selbst vorsichtig sein muss und lieber zu viel kennzeichnet als zu wenig, bis klarer ist, wie streng kontrolliert wird.
Lukas: Gute Empfehlung. Zum Abschluss noch ein Blick auf Meta. Mark Zuckerberg hat beim Quartalsgespräch erklärt, dass Meta im Unternehmensgeschäft viel mehr anbieten will als nur KI-Agenten.
Clara: Also APIs, Rechenleistung, interne Produktivitätstools, das klingt fast wie ein Cloud-Anbieter.
Lukas: Genau in diese Richtung geht es. Meta will neue Einnahmequellen jenseits von Werbung und Abos erschließen. Zuerst fokussiert man sich auf bestehende Werbekunden, die KI-Chat-Agenten für den Kundenkontakt nutzen.
Clara: Und dafür will Meta ähnlich wie im Anzeigengeschäft erfolgsabhängig bezahlt werden, hab ich das richtig verstanden?
Lukas: Genau, also nicht nur eine feste Lizenzgebühr, sondern gekoppelt an den Erfolg der Chat-Interaktionen.
Clara: Das ist schon ein spannendes Modell, aber Zuckerberg hat ja selbst gesagt, dass der Vertrieb an Unternehmen für Meta komplett neu ist. Das ist ein anderes Geschäft als Werbeanzeigen an Privatnutzer zu verkaufen.
Lukas: Stimmt, B2B-Vertrieb erfordert andere Strukturen, andere Beziehungen, längere Verkaufszyklen. Das wird für Meta eine Lernkurve.
Clara: Ich bin gespannt, ob das für den Mittelstand irgendwann relevant wird, oder ob das erstmal nur große Konzerne betrifft, die sich sowas leisten können.
Lukas: Das würde ich auch vermuten, zumindest in der Anfangsphase. Aber wenn es günstiger und einfacher wird, könnte das durchaus auch für kleinere Unternehmen interessant werden, gerade im Kundenservice.
Clara: Solange es nicht wieder zu diesem Brain Fry Effekt führt, den wir am Anfang besprochen haben. [laughs] Noch ein Tool, noch eine Erwartungshaltung, noch mehr Druck.
Lukas: Guter Schlusspunkt eigentlich, der zeigt, wie die Themen heute alle irgendwie zusammenhängen. Viel Bewegung bei Regulierung, bei Geschäftsmodellen, aber die Frage bleibt immer, ob es im Alltag wirklich ankommt und entlastet oder eher zusätzlichen Stress bringt.
Clara: Genau, und mein Fazit für heute ist: Erst verstehen, was ein Tool wirklich speichert, kostet oder rechtlich bedeutet, bevor man es blind einsetzt. Klingt banal, aber genau da hapert es oft.
Lukas: Fassen wir kurz zusammen: Wir hatten die Datenspeicherung bei Chatbots und wie man sie löscht, die KI-Müdigkeit im Job als echtes Warnsignal, Apples Preispläne für intensive KI-Nutzung, das Gema-Urteil gegen Suno, die neue EU-Kennzeichnungspflicht und Metas Pläne im Unternehmensgeschäft.
Clara: Viel Stoff, aber genau der Mix, der zeigt, wie unterschiedlich KI im Alltag und im Job gerade wirkt, zwischen echtem Nutzen und viel offenen Fragen.
Lukas: Danke dir, Clara, für den Praxis-Check wie immer. Und danke euch da draußen fürs Zuhören bei KI im echten Leben. Bis zur nächsten Folge.
Clara: Bis bald, und bleibt kritisch, bevor ihr das nächste Tool blind einführt.
Vorlage für die Sprachsynthese. Kleinere Abweichungen zur Audio-Datei möglich.
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